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Im Jahresdurchschnitt 5,1 Grad auf dem Brocken – der Klimawandel erreicht den Harz


Dass die Temperaturen auch im Harz im Jahresmittel langsam ansteigen, ist bereits allgemein bekannt – wie stark dieser Anstieg aber wirklich ausfällt, erschließt sich einem erst mit dem Blick auf die Temperaturkurve des Brockens wirklich, wo auf 1.141 Metern bereits seit dem Jahr 1848 Temperaturaufzeichnungen geführt werden. In diesen 167 Jahren ist die Durchschnittstemperatur von gerade einmal 1,5 Grad auf 4,1 Grad gestiegen, 15 der 25 heißesten Jahre fallen in die Zeit nach 1990. Für das gerade erst vergangene Jahr kommt nun noch ein trauriger neuer Rekord hinzu: Zum ersten Mal überhaupt überschritt die Temperatur im Jahresmittel die 5 Grad-Grenze.

Auch im Harz müssen wir uns also langsam aber sicher den Folgen des Klimawandels stellen – und das bedeutet vor allem weniger Schneetage, mehr Regenfälle in Herbst und Winter sowie ein höheres Risiko für Extremwetterereignisse. Für den Harztourismus muss das nicht so schlecht sein, wie es sich zunächst anhört, schließlich wird der Harz trotz unverkennbarer Erwärmungstendenzen kühler und feuchter bleiben, als viele der urbanen Zentren in der näheren Umgebung. Als angenehm temperiertes Naherholungsgebiet während der warmen Jahreszeit, könnte unsere Region vielleicht sogar neue Bedeutung gewinnen – über die Träume vom Harz als (trotz künstlicher Beschneiung auch zukünftig stets von kalten Temperaturen abhängiges) Skisportgebiet der Zukunft, sollte jedoch angesichts der sich in den letzten Jahren immer stärker verdichtenden Beweislage für klimatische Änderungen auch im Harz neu nachgedacht werden.

Temperaturkurve vom Brocken

Für eine Großdarstellung bitte auf die Grafik klicken. Grafik: Nationalpark Harz, Daten: DWD

 

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Über Christian Reinboth

http://www.christian-reinboth.de

Diskussionen

Ein Gedanke zu “Im Jahresdurchschnitt 5,1 Grad auf dem Brocken – der Klimawandel erreicht den Harz

  1. Der Harz brauch halt eine Alternative zum Wintersport. Ich verstehe es nicht, daß immer so stur daran festgehalten wird.

    Nicht nur im Wetter spürt man die Klimaerwandel. Im letzten Jahr gab es hier etliche Fälle von Ehrlichiose bei Hunden – einer ursprünglichen Mittelmeerkrankheit, übertragen durch eine bestimmte Zeckenart, die es nur in den Mittelmeerregionen gibt. Oder jetzt vielmehr gab, denn sie müssen ja schließlich irgendwie hier eingewandert sein, um die Krankheiten zu verbreiten.
    Ebenso gab es schon öfter Sichtungen von sogenannten Auwaldzecken (auch Buntzecken genannt), auch von mir gesehen. Diese Zecken übertragen noch weit gefährlichere Krankheiten als Borreliose und dergleichen.
    Daran kann man also auch den Klimawandel erkennen.
    Viele Grüße
    Maren

    Verfasst von MaKü | 24. Januar 2015, 08:51

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