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Gipsausstellung

Geschichtsverein zeigt Modell der Walkenrieder Klosterkirche von 1927


Der schon nach 1525 einsetzende Verfall der Walkenrieder Klosterkirche, die zur Zeit ihrer Erbauung immerhin als eine der größten Kirchen im norddeutschen Raum galt, hat schon immer dazu gereizt, sie zeichnerisch so darzustellen, wie sie wahrscheinlich ausgesehen hat – oder sie als Modell nachzubilden. So auch 1927 aus Anlass der 800-Jahr-Feier der Klostergründung, die in Walkenried mit Kommers und Umzug begangen wurde. In diesem Umzug wurde ein großes Modell der Kirche mitgeführt, welches hernach noch lange im Kloster bei Führungen gezeigt wurde. Zuletzt stand es im Brüdersaal der Klausur. Das ZisterzienserMuseum Kloster Walkenried hat das im Museum kaum mehr genutzte Modell nun dem Verein für Heimatgeschichte leihweise überlassen.

Am 31. Januar 2018 findet ab 15 Uhr in den Räumen der Bücherei eine Veranstaltung rund um das Modell statt. Dieses hat seine letzten Geheimnisse leider noch nicht preisgegeben: Wer hat es damals entworfen, wer gebaut und wer koloriert? Allerdings gibt es Bilder vom Umzug mit dem Modell. Im Zuge der Bemühungen um mehr Hintergrund stießen die Forscher des Geschichtsvereins auf einige Zusammen-hänge und vor allem auf einiges, was damals aus Anlass des Jubiläums veranstaltet wurde. Unter anderem wurde ein kleines Theaterstück aufgefunden, welches der Verfasser Walther Reinboth sen., damals auf der Kutzhütte wohnend, geschrieben hat und das auf dem nächtlichen Kupferberg spielt. Ob es tatsächlich aufgeführt wurde, bleibt offen, für Interessierte hält der Verein aber Kopien bereit.

Das Modell ist sicher nicht in allen Punkten ganz korrekt, wobei sich die Gelehrten zwar weitgehend über das Aussehen der Kirche einig sind, aber die alte Gestalt des Chorschlusses immer noch gewisse Interpretationen zulässt. So stellt es einem möglichen Zustand der Kirche dar – vor allem aber erlaubt es eine Vorstellung dessen, was damals in Walkenried buchstäblich in den Himmel ragte. 92 Meter war das Gotteshaus lang und gut 30 Meter hoch – was das letztlich bedeutet, wird beim Vergleich mit anderen noch stehenden und bekannten norddeutschen Kirchen deutlich. Man muss schon bis Magdeburg fahren, um eine Kirche zu finden, die unzweifelhaft größer war und noch ist. Fritz Reinboth, Michael Reinboth und Claus Koch haben zusammengetragen, was über das Modell noch zu ermitteln ist, und stellen es inklusive der Größenvergleiche und einiger durchaus vergnüglicher Rückblicke auf die damalige Jubelfeier vor. Gäste sind hierzu herzlich willkommen, der Eintritt ist wie immer frei.

Klosterkirche

Dieses Gemälde aus dem von Karl Helbing erstellten Rosenblath-Zyklus zeigt die Ruinen der Walkenrieder Klosterkirche. Insbesondere der hier abgebildete Hohe Chor war eines der beliebtesten Motive der Künstler der „Walkenrieder Malerkolonie“.

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Über Michael Reinboth

Schatzmeister und Vorstandsmitglied des Vereins "Wir Walkenrieder e.V."

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  1. Pingback: Modell der Klosterkirche birgt noch einige Geheimnisse | Walkenrieder Nachrichten - 5. Februar 2018

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