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ÖPNV

Frühzug von Walkenried nach Göttingen ab Dezember 2018 geplant


(Pressemitteilung der Initiative „Höchste Eisenbahn für den Südharz“)

Der lang gehegte und von vielen Seiten unterstützte Wunsch nach einer frühen Zugverbindung von Walkenried nach Göttingen könnte doch noch in Erfüllung gehen. Die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) jedenfalls sieht diesen Zug in ihrer Bestellung ab Dezember 2018 vor. Demnach würde er um 5.03 in Walkenried, um 5.08 in Bad Sachsa und um 5.19 in Bad Lauterberg-Barbis abfahren und ab Herzberg um 5.26 in der Fahrlage des heute schon bestehenden Zuges nach Göttingen verkehren, wo er um 6.10 Uhr ankommt. In Herzberg bestünde um 5.34 ein guter Anschluss nach Osterode – Seesen – Braunschweig (Ankunft 6.50) und in Northeim ein Anschluss um 6.00 Uhr an den ersten IC nach Hannover (Ankunft 7.00) und Hamburg.

„Wir freuen uns, dass die LNVG auf die auch von uns seit Jahren erhobene Forderung eingeht und den Zug bestellt. Freilich ist es in hohem Maße bedauerlich, dass sich der Aufgabenträger NVS in Thüringen weiter beharrlich weigert, Verbesserungen zwischen Nordhausen und Ellrich umzusetzen. So kommen erst die Fahrgäste ab Walkenried in den Genuss der frühen Verbindung, obwohl dies natürlich auch für Nordhausen, Niedersachswerfen, Woffleben und Ellrich möglich wäre.“ Sprecher Michael Reinboth von der „Höchsten Eisenbahn“ ist mit „seinem“ Aufgabenträger in Hannover zufrieden. Er sieht im Frühzug eine dringend notwendige Stärkung des ländlichen Raumes. „Ab Dezember wäre es, wenn nichts mehr dazwischen kommt, für Pendler mit Wohnsitz im östlichsten Zipfel des Kreises Göttingen möglich, ihre Arbeits- oder Ausbildungsplätze rechtzeitig zu erreichen. Auch für Geschäftsreisende eröffnen sich hierdurch neue Perspektiven. Jedenfalls gibt es einen Grund weniger, seinen Wohnort in Walkenried oder Bad Sachsa aufzugeben.“ Schon seit Februar haben Osterode und Bad Lauterberg dank des Engagements des Zweckverbandes in Göttingen mittels Bus eine Anbindung an den Frühzug in Herzberg. Nun kommen weitere Orte hinzu. „Langsam werden die P&R-Parkplätze für Pendler in Walkenried und Bad Sachsa knapp. In Walkenried kann man durchaus darüber nachsinnen, ob man nicht einige Stellplätze auf der anderen Seite im Bereich der früheren Güterrampe anlegt…“

Risiko: Deutsche Bahn Netz

Nach den Erfahrungen der letzten Jahre gibt es freilich noch ein Restrisiko. Die Deutsche Bahn Netz muss, damit der Zug rollen kann, ihre Dienstschichten in Walkenried und Scharzfeld etwas verlängern. Schon heute verfügt man dort jedoch über eine äußerst knappe Personaldecke und sucht händeringend Personal für die Stellwerke. „Allerdings“, so Reinboth, „sind die Auswirkungen unseres Zuges im Vergleich zu anderen Maßnahmen wesentlich geringer, da die Strecke bis Ellrich und ab Herzberg sowieso schon besetzt ist. Außerdem wird im Laufe dieses Jahres durch die Umstellungen in Salzgitter-Bad, Seesen und Bad Gandersheim Personal frei, welches entstehende Lücken schließen kann. Dem Zeitplan für die Umstellung auf elektronische Technik freilich hinkt man etwa 10 Jahre hinterher. Das könnte uns noch auf die Füße fallen, ist aber eher unwahrscheinlich.“

Appell: Mitfahren!

Mit dem Frühzug wird eine alte Forderung erfüllt. Ab Dezember gilt es dann allerdings, den neuen Zug auch mit Leben zu erfüllen. Sprich: Je mehr Einsteiger er hat, desto größer stehen die Chancen auf seine dauerhafte Beibehaltung und auch für die Einrichtung später Züge, bei denen sich die LNVG nach wie vor schwer tut und Thüringen in Untätigkeit verharrt. Dem Frühzug fehlt die Kundschaft aus dem Landkreis Nordhausen, wenn sie nicht Walkenried oder Bad Sachsa als Anlaufpunkte nutzt. „Der Frühzug wird einige Jahre angeboten werden, so viel ist klar. Aber irgendwann wird man Bilanz ziehen und schauen, wie viele Leute ihn tatsächlich nutzen – ihn und auch die Zubringerbusse aus Osterode und Bad Lauterberg. Wir wollen noch mehr für unsere Ecke erreichen. Die Anbindung von Bad Sachsa und Walkenried an die in Herzberg endenden Spätzüge ist der nächste Wunsch. Steigende Fahrgast-zahlen sind dabei das beste Argument, welches wir vorbringen können“ so Reinboth abschließend. Er bedankt sich bei allen, die die Forderung immer wieder mit vorgebracht haben, beim ZVSN für seine flankierende Unterstützung und bei der LNVG dafür, dass sie nun über ihren Schatten gesprungen ist.

Problemfall NVS Thüringen

„In Thüringen müssen leider noch sehr viel dickere Bretter gebohrt werden. Dort ist man auf die Achse Eisenach – Erfurt – Jena – Gera fixiert und vergisst, dass Thüringer auch nördlich und südlich davon wohnen. Auch hier gilt es, den ländlichen Raum durch verbesserte ÖPNV-Angebote zu stärken. Gerade der Thüringer Südharz hat dies dringend nötig. Natürlich sind die Züge am Abend zwischen Ellrich und Nordhausen nicht üppig besetzt. Als Argument gegen den Frühzug, der ja schon heute als Leerfahrt  von Nordhausen nach Ellrich verkehrt, kann man dies aber nicht gelten lassen. Wenigstens hier hätten wir ein Entgegenkommen erwartet. Aber natürlich würden auch späte Verbindungen ab Göttingen und ab Nordhausen zur Stärkung des Wohn- und Lebensraums Südharz beitragen“. Vielleicht, so Reinboth, nehmen sich einmal Thüringer Politiker aus der Region Nordhausen dieses Problems an…

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Über Michael Reinboth

Schatzmeister und Vorstandsmitglied des Vereins "Wir Walkenrieder e.V."

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