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Gipsausstellung

Diese Kategorie enthält 89 Beiträge

Eisenbahngeschichte anhand von Fahrplänen erzählt

In seiner nächsten Veranstaltung am Mittwoch, den 28.11.2018 ab 15 Uhr in der Walkenrieder Gemeindebücherei befasst sich der Verein für Heimatgeschichte erneut mit der 150jährigen Geschichte der Eisenbahnstrecke Northeim – Nordhausen, aber ein klein wenig anders als sonst üblich.

Michael Reinboth, der die Strecke seit Jahrzehnten nicht nur als Chronist betreut, erzählt ihre Geschichte anhand von ausgewählten Fahrplänen von 1890 bis heute. Etwas alle 10 Jahre wirft er einen Blick auf die entsprechenden Tabellen. Sie sagen viel mehr aus als nur Abfahrt und Ankunft: „Fahrpläne sind keineswegs langweilig. Sie sind, über fast 150 Jahre hinweg betrachtet, nicht nur ein Stück Strecken-, sondern auch ein Stück Heimat- und Zeitgeschichte. Sie zeigen das durch zwei Weltkriege bedingte Auf und Ab, die mühsame Erholung nach 1945, die Art und Weise, wie der Konkurrenz des Autos begegnet wurde, aber auch die Reaktion auf den aufkommenden Tourismus, die völlig veränderte Arbeitswelt, die Pendlerströme und vieles mehr.“

Es geht also nicht um das Betrachten von Fahrzeiten, sondern um Fahrpläne im Kontext ihres wirtschaftlichen und politischen Umfelds, bei uns zudem noch geprägt durch die jahrzehntelange Grenzsituation.

Der Eintritt ist wie immer frei, Gäste sind herzlich willkommen. Die Veranstaltung endet gegen 17 Uhr.

Gipsmuseum

Das Archiv für Heimatgeschichte, die ortsgeschichtliche Sammlung Walkenried sowie die Bücherei befinden sich im Gebäude der ehemaligen Walkenrieder Grundschule am Geiersberg.

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Der Walkenrieder Kapitelsaal als evangelische Gemeindekirche

Der Kapitelsaal des Walkenrieder Klosters war zu Zeiten der Zisterzienser nach der Klosterkirche deren wichtigster Raum und wurde in der Endzeit des Klosters noch als Ersatz für die verfallende Kirche genutzt, wozu auch einige Einrichtungsgegenstände wie das Chorgestühl von der Kirche hierhin übertragen wurden. Seit der Aufhebung des Klosters dient der Kapitelsaal als Kirchenraum der evangelischen Kirchengemeinde Walkenried, und dies nun schon mehr als 450 Jahre lang. In diesem Zeitraum war der Saal immer wieder und im 19. und 20. Jahrhundert verstärkt Veränderungen und Umbauten unterworfen, die weniger die Gestalt des Raumes selbst als vielmehr die „Prinzipalstücke“, das Gestühl, die Beleuchtung und die Farbgebung betrafen.

Ausgehend vom Jubiläum der heutigen Kanzel, welches im letzten November begangen wurde, sind Fritz und Michael Reinboth den vielfältigen Veränderungen des Kapitelsaals, den Gründen hierfür, aber auch längst Verschollenem oder anderweitig Untergebrachtem nachgegangen. Es gab viel zu entdecken. So stellen die Entwurfsskizzen des Herzoglich Blankenburger Baumeisters Heinrich Gebhardt zur – nahezu vollständig verschwundenen – neugotischen Ausstattung eine kleine Überraschung dar. Über die Kanzel und ihren Schöpfer Conrad Bonifacius aus Ellrich gibt es einiges zu berichten und zu deuten, und der Taufstein ist in Walkenried eben auch etwas ganz Besonderes. Aus der ursprünglichen Idee wuchs so ein neues Heft des Geschichtsvereins heran, welches auf knapp 70 Seiten einen nahezu vollständigen Überblick zur Geschichte des evangelischen Kirchenraums gibt. Auch eine Übersicht der Walkenrieder Pfarrer von der Einführung der Reformation bis heute fehlt nicht. Der heutige Pfarrer Heiner Reinhard steuerte ein kleines Grußwort bei.

Alte Leuchter noch vorhanden

Eine Überraschung gab es bei den Arbeiten auch. Ganz offensichtlich existieren noch mehrere Exemplare der alten, von Heinrich Gebhardt konzipierten Beleuchtungskörper in nahezu unversehrter Form. Der Geschichtsverein hofft nun, einen dieser üppig gestalteten Leuchter für Walkenried zurückgewinnen und ausstellen zu können. „Wir sehen heute Schöpfungen der Neugotik mit anderen Augen und betrachten sie nicht mehr nur als bloße Nachahmungen gotischer Werke. Insoweit wäre solch ein mehr als 130 Jahre alter Leuchter für Walkenried schon eine Bereicherung“ meint Michal Reinboth vom Geschichtsverein. Für einen anderen Gegenstand, die „Waterloo-Tafel“, wird ein geeigneter Anbringungsort gesucht und sicher auch gefunden werden.

Das reich bebilderte Heft kann zum Preis von 7,50 € ab sofort beim Geschichtsverein, in Veras Kiosk sowie in Bad Sachsa bei WIBU und bei der Buchhandlung Kusch am Rondell erworben werden.

Kapitelsaal

Auch die Kanzel birgt Geheimnisse. Nach Meinung der Autoren vom Geschichtsverein stellt das mit dem Engel ringende Tier doch einen Drachen dar.

 

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