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Diese Kategorie enthält 48 Beiträge

Stromausfall zieht umfangreiche Arbeiten nach sich

Weite Teile des Klosterortes saßen am frühen Samstagmorgen zwar nicht mehr im Dunklen, doch vom Zubereiten des Frühstücks bis hin zur Bedienung von Treppenliften ging nichts mehr, und das über mehrere Stunden. Insgesamt drei Störungen waren im Netz der Harzenergie aufgetreten und ziehen umfangreiche Reparaturarbeiten nach sich.

Stromausfall

Am umfangreichsten fallen die Arbeiten am Weg entlang der Bahnstrecke zur Sachsenburg aus. Hier entlang verlaufen mehrere Strom- und Steuerkabel unter der Erde. Der an dieser Stelle aufgetretene Fehler zieht Baggerarbeiten und anderes nach sich – Arbeiten, welche die ausführende Firma Becker aus Bleicherode auch über das Pfingstfest nicht ruhen ließen. Rund 10 Meter hinter diesem großen Loch konnte der dritte und letzte Fehler lokalisiert werden. Wie lange die Arbeiten sich auf diesem viel begangenen und befahrenen Weg noch hinziehen werden, war am heutigen Pfingstmontag schwer zu kalkulieren.

Bereitschaftspflegefamilie – Ein sicherer Ort in der Not

(Ein Gastbeitrag von Tanja Kux vom Pflegekinderdienst im Landkreis Göttingen)

Viele Kinder können nicht in ihren Familien leben, da ihre Eltern sie aus ganz unterschiedlichen Gründen nicht ausreichend versorgen, fördern und erziehen können. Für Säuglinge, Kinder, aber auch für Jugendliche, die vorübergehend nicht mehr bei den Eltern leben können, bieten Bereitschaftspflegefamilien einen verlässlichen familiären Lebensort.

Wie wird ein Kind ein Pflegekind? Ein Beispiel:

Sarah (7 Monate) lebt seit 2 Monaten mit ihrer Mutter in einer Mutter-Kind-Einrichtung. Zuvor lebte sie mit ihren Eltern zu Hause. Durch anhaltende körperliche Gewalt zwischen den Eltern entschied sich die Mutter nach Intervention des Jugendamtes, gemeinsam mit Sarah in die Mutter-Kind-Einrichtung zu ziehen. Die Mutter leidet schon seit längerer Zeit unter einer psychischen Erkrankung. Sie gelangt nun zu der Einsicht, sich in einer Fachklinik unterstützen zu lassen. Während ihres stationären Aufenthaltes gibt es niemanden, der sich um Sarah kümmern kann. Zurück zum Vater kann sie nicht. Aus diesem Grund stellt das Jugendamt eine Bereitschaftspflegefamilie zur Verfügung, die sich in der Zeit des stationären Aufenthaltes um Sarah kümmert.

Kinder benötigen Liebe, Geborgenheit, verlässliche Beziehungen, Anerkennung und Sicherheit. Nicht immer können Eltern diese Bedürfnisse erfüllen und ihre Kinder ausreichend versorgen. Diesen Familien können verschiedene Unterstützungsmöglichkeiten zur Verbesserung der Situation zur Seite gestellt werden. Sind diese Hilfsangebote nicht ausreichend oder werden von den Eltern nicht angenommen, ist eine Unterbringung der Kinder außerhalb der Familie erforderlich. Für Kinder und Jugendliche, die für eine gewisse Zeit oder dauerhaft nicht mehr in der eigenen Familie leben können, kann eine Pflegefamilie einen Ort zum Aufwachsen bieten. Pflegeverhältnisse können auf Dauer angelegt oder zeitlich befristet sein.

Bereitschaftspflege – Was ist das genau?

Die Bereitschaftspflege ist eine Form der Krisenintervention, das heißt, es liegt eine kindeswohlgefährdende Situation vor. Diese muss durch das Jugendamt abgewendet werden. Dazu werden die Kinder in einem familiären Rahmen betreut. Die Bereitschaftsbetreuung fängt das Kind auf und unterstützt die beteiligten Fachpersonen bei der Perspektivklärung des Kindes. Es wird geklärt, ob und wann das Kind in seine Herkunftsfamilie zurückkehren kann. Deshalb ist die Aufrechterhaltung des Kontaktes zur Herkunftsfamilie ein Teil der Arbeit der Bereitschaftspflegefamilie. Die Unterbringung in der Familie ist grundsätzlich zeitlich befristet, wo oft die Dauer nicht zu Beginn fest steht. Die Unterbringung in der Familie ist grundsätzlich zeitlich befristet und die Dauer steht meist zu Beginn nicht fest. Die Dauer und die Entscheidung über die weitere Perspektive wird während der Unterbringung geklärt.

Aufgaben der Bereitschaftspflegefamilie:

  • Dem Kind in der Notsituation im notwendigen zeitlichen Rahmen „Obhut“ geben
  • Versorgung und Betreuung
  • Gesundheitliche Prophylaxe und Versorgung
  • Problemspezifische Versorgung und Erziehung
  • Beteiligung am Klärungsprozess hinsichtlich der weiteren Perspektive
  • Gestaltung des Übergangs in andere Betreuungsformen oder der Rückkehr in die Herkunftsfamilie
  • Stabilisierung des Kindes
  • Sammlung von Informationen über das Verhalten und den speziellen Bedarf des Kindes
  • Kooperation mit dem Jugendamt und anderen Beteiligten

Was sollten Bereitschaftspflegeeltern mitbringen?

Es gibt vielfältige Anforderungen an Pflegeeltern. Der Pflegekinderdienst sucht Familien, Lebensgemeinschaften, gleichgeschlechtliche Paare und Einzelpersonen mit oder ohne (eigene/angenommene) Kinder und sehr gern auch ältere Personen und Paare, die

  • Freude am Zusammenleben mit Kindern haben
  • sich in die besondere Situation eines Pflegekindes einfühlen können
  • über stabile und tragfähige familiäre Beziehungen verfügen
  • bereit sind, ein Kind spontan aufzunehmen
  • Zeit, Geduld und Einfühlungsvermögen besitzen
  • in der Lage sind, ihr eigenes Verhalten kritisch zu hinterfragen
  • körperlich und seelisch belastbar sind
  • in gesicherten wirtschaftlichen Verhältnissen leben
  • über ausreichend Wohnraum verfügen
  • zur Zusammenarbeit mit der Herkunftsfamilie bereit sind
  • die für eine enge Kooperation mit dem Pflegekinderdienst offen sind

Wie wird man eine Pflegefamilie?

Grundsätzlich ist ihr örtliches Jugendamt, der Pflegekinderdienst, ihr erster Ansprechpartner. Sie müssen nur bei uns anrufen. Dann können wir Ihnen erste Fragen telefonisch beantworten. Danach laden wir Sie bei Interesse zeitnah zu einem Infogespräch oder Infoabend ein. Wir beantworten Ihnen gern alle Fragen und informieren Sie über alle wichtigen persönlichen und rechtlichen Belange. Wenn Sie diese Voraussetzungen mitbringen, werden Sie in einer Grundqualifikation umfassend auf Ihre Rolle als Pflegeeltern vorbereitet. Danach erfolgen mehrere Gespräche und Hausbesuche mit dem örtlich zuständigen Pflegekinderdienst. Sie bekommen eine feste Ansprechpartnerin, mit dem Sie Ihre Vorstellungen, Wünsche und auch Ängste in Bezug auf das zukünftige Pflegekind besprechen können. Grundsätzlich sucht der Pflegekinderdienst dann für ein hilfebedürftiges Kind die passende Familie oder Lebensgemeinschaft aus. Wie schnell so etwas geht, ist unterschiedlich. Wir melden uns bei Ihnen, wenn Ihre Lebenssituation zu der eines hilfebedürftigen Kindes passt und dann kann der Übergang in Ihre Familie recht schnell gehen.

Haben Sie Lust auf Familie oder möchten Sie familiären Zuwachs? Können Sie sich einer vielseitigen Herausforderung stellen?

Dann nehmen Sie doch bitte Kontakt zum Pflegkinderdienst des Landkreises Göttingen auf, wir beraten Sie gern:

Frau Kux Tel.: 0551 525-2925 oder kux@landkreisgoettingen.de

Familie

(Foto von Bente Jonsson, Quelle: Flickr, Lizenz: Public Domain)

Siegrid Hofer bringt die Stars nach Walkenried: Stimmen der Berge, Wien zu Gast im Südharz und das 4. Alpenländische Adventskonzert

Dank Siegrid Hofer dürfen sich Harzer Freunde der Volksmusik auch in diesem Jahr wieder auf drei hochkarätige Veranstaltungen freuen – die „Stimmen der Berge“ am 4. Juni, „Wien zu Gast in Walkenried“ am 12. Oktober und natürlich das 4. Alpenländische Adventskonzert am 2. Dezember. Alle drei Veranstaltungen finden wie auch schon in den Vorjahren im Walkenrieder Freizeitzentrum statt – und Karten können (ebenfalls wie gewohnt) im Geschäft von Susanne Trute erworben werden.

Stimmen der Berge

Wien zu Gast im Südharz

4. Alpenländisches Adventskonzert

So, 19. Juni, Zorge im Südharz: 175 Jahre Lokomotivbau im Harz

(von Rainer Dittmann)

Es ist zwar schon ein Weile her, aber stolz sind die Zorger eigentlich immer noch darauf: In ihrem kleinen idyllisch im Südharz gelegen Erholungsort wurden vor 175 Jahren einige der ersten Lokomotiven Deutschlands überhaupt gebaut.

Der Förderkreis des Heimatmuseums in Zorge wird mit einer Sonderausstellung an dieses Ereignis erinnern. Eröffnet wird die Ausstellung mit Bildern, Plänen, Zeichnungen und Modellen am Sonntag, den 18. Juni um 15:00 Uhr mit einer Sonderveranstaltung im Lesesaal des Zacharias-Koch-Hauses (Gebäude des Heimatmuseums, Am Kurpark 4). Der Heimatforscher Manfred Dittmann (derzeit Bad Kohlgrub) wird sein neues Buch zum Thema vorstellen und die spannende Geschichte der Entstehung erläutern. Abgerundet wird der Nachmittag mit Vorführungen von Real-Steam-Modellen des begnadeten Modellbauers Hartmut Ludwig aus Bad Lauterberg. Selbstverständlich wird auch Kaffee und Kuchen gereicht.

Die Lokomotive „Zorge“ war wie die fünf folgenden Maschinen bei den Braunschweigischen und Hannoverschen Staatsbahnen eingesetzt. Sie war das Ergebnis einer erfolgreichen Industriespionage, würde man heute sagen. Ihr Vorbild war eine englische Sharp, die in Einzelteilen zerlegt auf Umwegen in den Südharz geschmuggelt wurde. Der erste Einsatz erfolgte auf der einzigen 1842 im damaligen Land Braunschweig vorhandenen Strecke von der Hauptstadt Braunschweig über Vienenburg nach Neustadt, dem heutigen Bad Harzburg. Sehr ungünstig war jedoch, das Zorge selbst gar keinen Bahnanschluss hatte (der kam erst 1907) und die Lokomotiven von bis zu 20 Pferden mehr als 40 Kilometer über den Torfhausberg (8oo Meter hoch gelegen) oder um den Harz herum über Seesen (100 Kilometer) zum nächsten Eisenbahngleis gezogen werden mussten. Es verwundert nicht, dass sich die sehr erfolgreich begonnene Produktion aus wirtschaftlichen Gründen bald auf die Herstellung anderer, etwas leichter zu transportierenden Gütern verlagerte; u. a. auf Lokomotiv-Tender, Dampfkessel, Eisenbahnzubehör und z. B. Druckerpressen. Die heutigen Harzguss-Werke in Unterzorge – ein Automobil-Zulieferer – sind ein direkter Nachfolger der ehemaligen Zorger Lokomotiv- und Maschinenfabrik.

Modell einer Tenderlok mit Stehkessel

2. Modell einer Tenderlok mit Stehkessel, eingesetzt u.a. bei der berühmten Erzstufenbahn von Blankenburg/Harz..

Berichte und Dokumente erinnern an 50 Jahre Vogel- und Naturschutz im Südharz

Die Landschaft rund um den Klosterort Walkenried gilt unter Fachleuten als eine der artenreichsten in ganz Niedersachsen. Besonders die Vielfalt der Vogelwelt ist dank der abwechslungsreichen Laubwälder, der Teiche und Flüsse ist sehr ausgeprägt. Das hat schon immer Menschen in ihren Bann gezogen, die sich in der Folge auch für den Vogel- und Naturschutz im Südharz eingesetzt haben. Schon 1949 engagierte sich Günter Domeyer aus Walkenried im Rahmen einer von ihm begründeten Ortsgruppe der „Vogelwarte Helgoland“ für den Schutz, aber auch die Erforschung der Vogel- und Pflanzenwelt im Südharz. Später setzten er und zahlreiche Mitstreiter diese Tätigkeit im Rahmen des NABU fort.

Joachim Meiner, NABU

Joachim Meiner (†) bei der Beringung junger Uhus am Pontelteich (Foto Sammlung NABU Walkenried)

 

Heute liegt die Arbeit mangels Nachwuchs brach. Günter Domeyer hat sich deswegen aufgemacht, seine Erinnerungen zu Papier gebracht und dies mit vielen Fotos, Zeitungsausschnitten und Korrespondenzen aus fünf Jahrzehnten angereichert. Entstanden ist ein sehr lesenswertes Kompendium, welches viel Stoff zum Nachlesen und Nachdenken liefert. und In besten Zeiten weit über 100 Mitglieder zählend, wurde jahrzehntelang beringt und gezählt, wurden Nistkästen angebracht und bereinigt, Gäste geführt und mehrere Studienfahrten unternommen. Man kann sich der Zeiten erinnern, wo die „Leute von der Vogelwarte“ allsonntäglich um 4 Uhr aufstanden, um Netze anzubringen. Ihnen allen ist hiermit ein Denkmal gesetzt. Mancher wird sich auch noch an die großen Uhu-Volieren im Himmelreich erinnern. Domeyer hat aber auch viele Auseinandersetzungen im Rahmen des Naturschutzes dokumentiert.

Das wird nicht jedem Leser gefallen, aber die teilweise sehr kontrovers geführten Diskussionen um auszubaggernde Teiche, mit Öl aus dem Gipswerk verseuchte Bachläufe, abgeflämmte Wiesen und zerfurchte Wälder sind es wert, festgehalten zu werden, zumal bei aller persönlichen Färbung der Berichte stets auch die jeweilige Gegenseite zu Wort kommt. Denn schließlich ist die so artenreiche Walkenrieder Landschaft nach wie vor durch kommerzielle Interessen stark bedroht, wie das Beispiel des Rösebergs eindrucksvoll belegt. Die Stimme des NABU wird in kommenden Auseinandersetzungen wohl fehlen. Insoweit rüttelt das rund 160 Seiten starke Buch auch auf: Es stellt geradezu eine Aufforderung dar, sich für Walkenrieds Natur einzusetzen. Denn, es sei wiederholt, eine vielfältigere ist in Niedersachsen kaum zu finden.

Das Buch ist beim Papierflieger-Verlag in Clausthal-Zellerfeld erschienen und kann in Walkenried ab sofort zum Preis von 9,50 € bei Susanne Trute (Postagentur) und bei Veras Kiosk erworben werden.

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