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Landkreis Göttingen: Lohn-Plus für 7.500 Gastro-Beschäftigte gefordert

(Pressemitteilung der NGG-Region Süd-Ost-Niedersachsen-Harz)

Lohn-Plus an Theke und Tresen: Die rund 7.500 Beschäftigten des Gastgewerbes im Landkreis Göttingen sollen mehr Geld bekommen. Das fordert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) vor dem Start der Tarifrunde für die Branche am kommenden Montag, den 8. April in Hannover. Die Gewerkschaft verlangt ein Lohn-Plus von 6,5 Prozent in allen Tarifgruppen, mindestens jedoch 126 Euro mehr im Monat.

„Das heimische Gastgewerbe steht wirtschaftlich solide da. Es ist an der Zeit, dass Köche, Kellner und Hotelfachleute an der guten Bilanz beteiligt werden“, sagt Katja Derer von der NGG Süd-Ost-Niedersachsen-Harz. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes verzeichneten niedersächsische Hotels und Pensionen im vergangenen Jahr rund 45 Millionen Gäste-Übernachtungen – und damit das fünfte Rekordjahr in Folge.

Um diese Zahlen möglich zu machen, arbeiteten allerdings auch im Kreis Göttingen viele Beschäftigte längst „am Limit“, so Derer. „Hoteliers und Gastronomen erwarten mehr Leistung, mehr Belastbarkeit und mehr Flexibilität. Das muss sich dann auch mit einem ,Mehr‘ im Portemonnaie auszahlen.“

Die harte Arbeit im Service – oft nachts oder am Wochenende – mache es immer schwieriger, noch Fachkräfte zu finden. Höhere Löhne seien ein entscheidender Beitrag, um wieder mehr Schulabgänger für die Arbeit im Restaurant oder Hotel zu gewinnen, so die Gewerkschafterin. Für Auszubildende fordert die NGG in der aktuellen Tarifrunde ebenfalls ein Lohn-Plus von 6,5 Prozent.

Beschäftigter im Gastgewerbe

Gegen Leere im Portemonnaie: Für die Beschäftigten im niedersächsischen Gastgewerbe fordert die Gewerkschaft NGG 6,5 Prozent mehr Geld. Foto (alle Rechte frei): NGG.

Katja Derer
Geschäftsführerin
der NGG-Region Süd-Ost-Niedersachsen-Harz

Wilhelmstr. 5
38100 Braunschweig

Tel.: 0531 / 24 27 40
Fax: 0531 / 242 74 17

region.son-harz@ngg.net
www.ngg-son.de

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Der Harz kam im vergangenen Jahr auf 4,4 Millionen Gäste-Übernachtungen

(Pressemitteilung der NGG-Region Süd-Ost-Niedersachsen-Harz)

Touristen zieht es in heimische Betten: Der Harz verzeichnete im vergangenen Jahr 4,43 Millionen Übernachtungen von Gästen aus dem In- und Ausland. Das sind 3,9 Prozent mehr als im Vorjahr – und 35 Prozent mehr als noch vor zehn Jahren. Das teilt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mit. Die NGG Süd-Ost-Niedersachsen-Harz beruft sich dabei auf Angaben des Statistischen Bundesamtes, das die Beherbergungszahlen der deutschen Reisegebiete ausgewertet hat. Danach kam das Weserbergland auf 2,7 Millionen Übernachtungen (plus 1,6 Prozent zum Vorjahr). NGG-Geschäftsführerin Katja Derer spricht von einer „starken Bilanz – die jedoch nur mit dem starken Engagement der Beschäftigten überhaupt möglich ist“.

Allein im Landkreis Göttingen beschäftigt das Gastgewerbe nach Angaben der Arbeitsagentur rund 7.500 Menschen. „Allerdings fehlen hier zunehmend Fachkräfte – auch, weil die Branche ein waschechtes Image-Problem hat“, ist Derer überzeugt. Ein Hauptgrund: immer extremere Arbeitszeiten. Zwar gehöre das Arbeiten am Abend oder am Sonntag für Hotelfachleute und Kellner fest zum Job. „Aber in den vergangenen Jahren sind die Schichten deutlich länger und die Erholungszeiten kürzer geworden. Das macht nicht jeder ewig mit“, so die Geschäftsführerin der NGG-Region Süd-Ost-Niedersachsen-Harz.

Derer kritisiert insbesondere die Forderungen von Unternehmern, das Arbeitszeitgesetz zu lockern. „Geht es nach dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga), dann sollen 13-Stunden-Arbeitstage bald zum Normalfall werden. Aber hier steht die Gesundheit der Beschäftigten auf dem Spiel. Nicht umsonst gibt es gesetzliche Grenzen“, so Derer. Das Arbeitszeitgesetz schreibt eine Regelarbeitszeit von acht Stunden täglich vor. In Ausnahmefällen kann sie auf zehn Stunden ausgedehnt werden.

Nach einer Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin steigt das Unfallrisiko nach der achten Arbeitsstunde exponentiell an. Und wer oft im Schichtdienst arbeitet, der hat ein erhöhtes Risiko, am Herzen oder an Diabetes zu erkranken.

„Die guten Übernachtungszahlen und steigende Umsätze zeigen, wie groß der Einsatz der Beschäftigten in der Gastronomie und Hotellerie ist“, sagt Derer. Im Kreis Göttingen arbeiteten gerade gelernte Fachkräfte „längst am Limit“. Die dürfe man nicht mit „Horror-Arbeitszeiten“ verprellen. Schon jetzt falle es der Branche schwer genug, Schulabgänger für eine Ausbildung zu gewinnen.

Die NGG warnt davor, das Gastgewerbe zum „Vorreiter für ausufernde Arbeitszeiten“ zu machen. Bei einer aktuellen Branchenumfrage der Gewerkschaft gaben 81 Prozent der Befragten an, ihre Arbeitsbelastung habe in den letzten Jahren zugenommen. Fast jeder Zweite muss demnach in der Freizeit für den Betrieb einspringen.

Dabei betreffen ungewöhnliche Arbeitszeiten auch viele andere Wirtschaftsbereiche. Bundesweit arbeitet mittlerweile jeder vierte Beschäftigte regelmäßig am Wochenende, so der aktuelle Mikrozensus. Das sind rund neun Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer – und 700.000 mehr als noch im Jahr 2010. In der Hotellerie und Gastronomie liegt die Quote der Wochenendarbeiter sogar bei 86 Prozent, hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin ermittelt. Hinzu komme die Arbeit auf Abruf, von der im Gastgewerbe jeder Vierte betroffen ist. „Wenn der Chef per WhatsApp in letzter Sekunde die Dienste verteilt, dann können Beschäftigte ihren Alltag kaum planen“, kritisiert Derer.

Statt längere Arbeitszeiten zu fordern, sollten Hoteliers und Gastronomen die Branche attraktiver machen: „Das fängt bei einer guten Ausbildungsqualität an und reicht bis zur Bezahlung nach Tarifvertrag. Und wenn das Personal Spaß an der Arbeit hat, dann kommen die Gäste auch gern wieder.“

Katja Derer
Geschäftsführerin
der NGG-Region Süd-Ost-Niedersachsen-Harz

Wilhelmstr. 5
38100 Braunschweig

Tel.: 0531 / 24 27 40
Fax: 0531 / 242 74 17

region.son-harz@ngg.net
www.ngg-son.de

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