//
Archiv

ÖPNV

Diese Kategorie enthält 48 Beiträge

Änderungen der Verstärkerfahrten im Raum Bad Sachsa/Bad Lauterberg

(Pressemitteilung des ZVSN – Zweckverband Verkehrsverbund Süd-Niedersachsen)

Bei den Verstärkerleistungen im Raum Bad Sachsa / Bad Lauterberg, die der Zweckverband Verkehrsverbund Süd-Niedersachsen (ZVSN) durch die „Sonderfinanzhilfe ÖPNV“, die landesweit zur Entlastung von Nachfragespitzen, insbesondere im Schülerverkehr vom Land Niedersachsen zur Verfügung gestellt wird, ergeben sich folgende kurzfristige Änderungen.

Raum Bad Sachsa / Bad Lauterberg

  • Die Verstärkerfahrt der Linie 471 um 6.29 Uhr ab Bad Sachsa Uffeplatz über Bad Sachsa Am Kurpark verkehrt bis Bad Lauterberg Gesamtschule, an 7.05 Uhr.
  • Die fahrplanmäßige Fahrt der Linie 471 um 13.19 Uhr ab Bad Lauterberg Gesamtschule nach Bad Sachsa Schulzentrum, an 13.44 Uhr, wird den Fahrgästen zur intensiveren Nutzung empfohlen und erhält in Bad Sachsa einen Anschluss mit einer Verstärkerfahrt der Linie 472.
  • Verstärkerfahrt der Linie 472 ( statt Linie 470 ) im Anschluss der Linie 471 um 13.45 Uhr ab Bad Sachsa Schulzentrum nach Walkenried Nordhäuser Straße, an 13.59 Uhr.
  • Zusätzliche Verstärkerfahrt der Linie 472 um 7.45 Uhr ab Tettenborn An der Trift über Kirche und Kolonie nach Bad Sachsa Grundschule, an 7.59 Uhr; Fahrgäste aus Tettenborn werden gebeten diesen Verstärkerbus zu nutzen, da der fahrplanmäßige Bus stark ausgelastet ist.

Die Fahrten verkehren in der Regel eng angelehnt an vorhandene Linienfahrten. Alle Informationen sind veröffentlicht auf www.vsninfo.de.

Weitere Verstärkerfahrten vor allem im Schülerverkehr – Sonderfinanzhilfe ÖPNV macht es möglich

(Pressemitteilung des ZVSN – Zweckverband Verkehrsverbund Süd-Niedersachsen)

Der Zweckverband Verkehrsverbund Süd-Niedersachsen (ZVSN) kann durch die „Sonderfinanzhilfe ÖPNV“, die landesweit zur Entlastung von Nachfragespitzen, insbesondere im Schülerverkehr vom Land Niedersachsen zur Verfügung gestellt wird, ergänzende Verstärkerfahrten organisieren. Zu den bereits seit 1. Dezember 2020 und früher fahrenden Verstärkerbussen können ab Montag, 7. Dezember weitere zusätzliche Busse eingesetzt werden. Die Fahrten verkehren in der Regel eng angelehnt an vorhandene Linienfahrten.

Folgende zusätzliche Fahrten ergänzen das erweiterte Angebot ab den 07.12.2020 zusätzlich:

Raum Duderstadt / Gieboldehausen:

  • Linie 171 um 6.48 Uhr ab Bilshausen Lindenstraße nach Gieboldehausen Hahlestraße, an 6.59 Uhr
  • Linie 170 um 7.00 Uhr ab Gieboldehausen Hahlestraße nach Duderstadt Ebertring und Auf der Klappe, an 7.21 Uhr
  • Linie 170 um 7.22 Uhr ab Duderstadt Auf der Klappe, 7.29 Uhr Duderstadt ZOB nach Gieboldehausen Schulzentrum, an 7.45 Uhr.
  • Linie 170 um 13.10 Uhr ab Duderstadt Auf der Klappe, 13.14 Uhr Duderstadt ZOB nach Gieboldehausen Schulzentrum, an 13.28 Uhr.
  • Linie 170 um 13.30 Uhr ab Gieboldehausen Schulzentrum nach Bilshausen und weiter nach Ebergötzen, an 14.00 Uhr.
  • Linie 170 um 13.20 Uhr ab Gieboldehausen Schulzentrum nach Duderstadt ZOB, an 13.40 Uhr.
  • Linie 155 um 13.45 Uhr ab Duderstadt Auf der Klappe, 13.50 Uhr Duderstadt ZOB ohne Zwischenhalt nach Nesselröden

Raum Herzberg / Bad Lauterberg:

  • Linie 451 um 6.23 Uhr ab Herzberg Berliner Straße nach Herzberg Marktplatz, an 6.29 Uhr.
  • Linie 450 um 6.31 Uhr ab Herzberg Marktplatz nach Bad Lauterberg Gesamtschule, an 6.55 Uhr.
  • Linie 450 um 7.00 Uhr ab Bad Lauterberg Postplatz nach Herzberg Schloss, an 7.26 Uhr.
  • Linie 450 um 7.35 Uhr ab Herzberg Bahnhof nach Herzberg Am Sieberdamm, an 7.45 Uhr.
  • Linie 450 um 12.23 Uhr ab Herzberg Am Sieberdamm nach Bad Lauterberg Gesamtschule, an 12.44 Uhr
  • Linie 450 um 12.45 Uhr ab Bad Lauterberg Gesamtschule nach Herzberg Am Sieberdamm, an 13.10 Uhr.
  • Linie 451 um 13.13 Uhr ab Herzberg Am Sieberdamm nach Herzberg Bahnhof, an 13.20 Uhr.
  • Linie 454 um 13.27 ab Herzberg Schloss / West nach Pöhlde, an 13.42 Uhr.
  • Linie 450 um 13.55 Uhr ab Herzberg Bahnhof nach Bad Lauterberg Meilerplatz, an 14.24 Uhr.

Raum Bad Sachsa / Bad Lauterberg:

  • Linie 471 um 6.29 Uhr ab Bad Sachsa Uffeplatz über Bad Sachsa Am Kurpark nach Bad Lauterberg Gesamtschule und Grundschule, an 7.12 Uhr.
  • Linie 471 um 13.19 Uhr ab Bad Lauterberg Gesamtschule nach Bad Sachsa Schulzentrum, an 13.44 Uhr
  • Linie 470 um 13.45 Uhr ab Bad Sachsa Schulzentrum nach Walkenried Nordhäuser Straße, an 13.59 Uhr.

Tarifreform des VSN bringt für Walkenried kaum glaubliche Preissenkungen

(Pressemitteilung der Initiative „Höchste Eisenbahn für den Südharz“)

Der scheidende Landrat Bernhard Reuter (SPD) hatte im letzten Wahlkampf unter anderem das 5-Euro-Ticket für den Bereich des Verkehrsverbundes Süd-Niedersachsen (VSN) versprochen. Nun haben die Kreistage in Göttingen, Northeim und Holzminden den Weg für die umfassende Tarifreform des VSN freigemacht – und tatsächlich ist das 5-Euro-Ticket dabei! Die Politik hat Wort gehalten und wird die neuen Tarife auch zumindest übergangsweise abfedern, ein im Zeichen des Klimawandels und der so oft angemahnten Verkehrswende enorm wichtiges Signal. Die Erwartung ist, dass sich aufgrund der nun deutlich niedrigeren Fahrpreise und der neuen Angebote mehr Kunden für Bahn und Bus entscheiden und auf diese Weise die Einnahmeseite am Ende wieder stimmt.

„Nach der Verbesserung der Busfahrpläne im Harz und der Umsetzung des HATIX, also der kostenlosen Mitnahme unserer Gäste im Linienbus, ist die Tarifreform ein weiteres ganz wichtiges Signal, dass die Politik hierzulande es wirklich ernst meint mit der Verkehrswende. Es hat etwas gedauert, aber was am 1.1.2021 nun in Kraft tritt, kann sich wirklich sehen lassen“ äußert sich Michael Reinboth von der Initiative „Höchste Eisenbahn für den Südharz“ höchst erfreut. Über viele Jahre hinweg hat die Initiative die hohen Preise im VSN beklagt. Nun wendet es sich zum besseren – und das gleich in einem Riesenschritt.

Aber wie sieht es denn nun jenseits von Pressekonferenz und Hochglanz konkret für Walkenried aus?

Die bisherigen Tarifstufen 6 bis 9, die ab Walkenried im Grunde schon bei allen Zielen jenseits von Herzberg wirksam wurden, werden abgeschafft. Einfach abgeschafft! Die Fahrpreise werden also, einfach gesagt, bei der bisherigen Preisstufe 5 gedeckelt. Hinzu kommt die Erhöhung der Ermäßigung für Kinder auf nunmehr exakt 50 % des Normalpreises. Und es gibt zahlreiche neue Angebote für bestimmte Kundengruppen, darunter auch Senioren.

Die Auswirkungen für Walkenried sind beachtlich. Wir nehmen einmal Göttingen als Ziel und vergleichen die heutigen mit den ab 1.1.2021 geltenden Fahrpreisen (alle Preise natürlich in Euro):

Fahrschein Preis bisher Preis neu Ersparnis
Einzelfahrt hin 10,80 5,00 5,80
Einzelfahrt hin Kind 7,20 2,50 4,70
Fahrt hin und zurück 21,60 10,00 11,60
Fahrt hin und zurück Kind 14,40 5,00 9,40
Tageskarte 1 Person 21,30 10,20 10,10
Tageskarte 2 Personen 37,00 12,60 24,40
Tageskarte 3 Personen 37,00 15,10 21,90
Tageskarte 4 Personen 37,00 17,50 19,50
Tageskarte 5 Personen 37,00 19,90 17,10
Wochenkarte Ausbildung 52,00 27,10 24,30
7-Tage-Karte 69,50 37,00 32,50
Monatskarte Ausbildung 156,00 83,00 73,00
Monatskarte 208,50 101,90 106,60
Abo-Jahreskarte pro Monat 173,50 92,40 81,35

Ein Pendler nach Göttingen spart mithin gegenüber heute im Jahr zwischen 960 und 1.200 Euro. Bei 22 Fahrten im Monat kostet die Hin- und Rückfahrt pro Tag 4,60 Euro bzw. – im Abo – 3,70 Euro. Das ist im Grunde genommen nicht zu schlagen und könnte die Position von Walkenried als Wohnort für Pendler deutlich verbessern.

Hinzu kommen neue Angebote wie das Sozialticket, das JugendFreizeitTicket und das Seniorenticket. Letzteres gibt es nur im Abonnement für schlappe 59 Euro pro Monat. Für diesen Preis kann der oder die über 65jährige Person einen Monat nach Belieben im gesamten Verbundgebiet unterwegs sein.

Je näher das Ziel an Walkenried liegt, desto geringer wird natürlich die Ersparnis, weil es die Tarifstufen 1 bis 4 ja weiterhin gibt. Das wird immerhin gedämpft durch die höhere Ermäßigung für Kinder und die neue Staffelung für Gruppen, die sich ja auch hier auswirken. So kostete die Tageskarte für 2 Personen nach Bad Sachsa bisher 13,20 Euro, künftig sind hier nur noch 8,55 Euro fällig. Ein Kind musste hier bislang 2,20 Euro bezahlen, künftig sind es 1,65 Euro. Und es gibt den neuen Tarif C (für „City“), der nunmehr nicht nur in Cities, sondern generell in allen Gemeinden gilt, die innerhalb einer Preisstufe liegen. Die innerörtliche Fahrt in Wieda schlug bisher mit 2,50 Euro zu Buche, künftig sind es nur noch 1,70 Euro vorgesehen.

Ob Bad Sachsa, Bad Lauterberg oder Osterode – überall werden die Fahrten im VSN bei Auswahl des richtigen Fahrscheins preiswerter.

Keine Auswirkungen hat die Tarifreform auf Fahrten in den Oberharz und in den Kreis Goslar – hier gilt weiterhin der „Übergangstarif Harz“ im Bus, der allerdings gegenüber dem alten VSN spürbar günstiger war und sich vorerst nicht ändert. Michael Reinboth: „Wir hoffen nun in einem zweiten Schritt darauf, dass die Verbünde in Göttingen und Braunschweig sich für den Westharz auf eine vernünftige Lösung verständigen, die unter anderem das Durchlösen von Bahnstationen wie Göttingen oder Northeim nach Braunlage ermöglicht. Das würde die Tariflandschaft weiter vereinfachen und des Tagesgästen einfacher machen, mit Bahn und Bus in den Harz zu reisen.“

Alles in allem freut sich Reinboth sehr über die neuen Tarife. Und er hofft, dass die Kunden ab Januar den Weg in die Busse und Züge finden, auch wenn jedenfalls vorerst noch die Corona-Einschränkungen gelten werden.

Mehr Informationen gibt es unter www.vsninfo.de oder www.zvsn.de, wo auch die komplette neue Preistabelle eingesehen werden kann.

Die Geschichte des Bahnhofs Ellrich und seiner Umgebung erscheint in Buchform

Eine Anregung für den weihnachtlichen Gabentisch

Auf den ersten Blick wirkt der heutige Bahnhof Ellrich auf den Fahrgast wie eine ganz normale Station, auf der sich jede Stunde zwei Züge treffen, um in Richtung Nordhausen und Northeim weiterzufahren. Manch einer mag sich über den guten Zustand des Bahnhofsgebäudes wundern, ist er doch auf ländlichen Stationen der Deutschen Bahn anderes gewöhnt: Entweder gibt es nur noch kleine Hütten zum Unterstellen oder desolate Baulichkeiten, mitunter auch beides zusammen. Nicht so in Ellrich.

Bahnhof Ellrich

Schon historisch: Infolge des verunglückten Bahnsteigumbaus müssen die Züge aktuell nacheinander in Ellrich halten… Auf dieser Station ist eben nichts wirklich normal (Foto: Klaus Dietrich).

 

Tatsächlich weist dieser Kleinstadtbahnhof eine mehr als ungewöhnliche Geschichte auf. In seinen nunmehr 151 Jahren hat er allerhand erlebt und geht die nächsten 50 Jahre in nochmals völlig veränderter Form an. Er stand an der Wiege der Ellricher Industrie, die sich durch und mit ihm entwickelte: Gipsfabriken, Fabriken zur Herstellung von Schuhleisten, Webereien entstanden und siedelten sich rund um den Bahnhof an. Mancher Fabrikant errichtete sich in unmittelbarer Nähe eine prachtvolle Villa. Mit dem Bau der Kleinbahn nach Zorge und der Einrichtung der Buslinie nach Sülzhayn – Benneckenstein entwickelte sich der Bahnhof zu einem kleinen Knotenpunkt.

1944/45 musste er das Entstehen des KZ Ellrich-Juliushütte in seiner unmittelbaren Nachbarschaft mit ansehen und spielte beim Transport der Häftlinge eine unrühmliche Rolle. Seine schon vor dem Krieg ausgebauten Luftschutzeinrichtungen wurden allerdings nie benötigt – sie blieben aber erhalten und können heute besichtigt werden. Es kam die Zeit der „Zonengrenze“, in der Fahrgäste zu Grenzgängern wurden und sich rund um die Juliushütte viel Menschliches und Unmenschliches abspielte, bis der „Eiserne Vorhang“ endgültig niederging und den Bahnhof Ellrich zu einem Grenzbahnhof für Güterzüge werden ließ, dessen Sicherungsanlagen immer mehr perfektioniert wurden. Dennoch gab es immer wieder Fluchtversuche, von denen einer mittels Lkw über Bahngleise 1985 im Kugelhagel scheiterte.

Dann kam der 12.11.1989, der Tag, an der Personenverkehr in Richtung Westen auf ungewöhnliche Weise wieder aufgenommen wurde und Tausende die erste Gelegenheit zu einer Fahrt durch den Tunnel nutzten. Während danach der Reiseverkehr gegen viele Widerstände immer weiter ausgebaut wurde, erlebte der lokale Güterverkehr einen raschen Niedergang, viele Arbeitsplätze auf dem und rund um den Bahnhof gingen verloren. Auch der durchgehende Güterverkehr ging zurück. Vor dem Schicksal vieler deutscher Bahnhöfe, nämlich Verfall und Abriss der nicht mehr betriebsnotwendigen Gebäude, wurde der Ellricher durch die geniale Idee der Stadtväter und des Rates bewahrt, die sowohl das Empfangsgebäude wie auch den Güterschuppen von der Bahn erwarben und für die Zwecke der Ellricher Stadtfeuerwehr umbauten. Seither verfügt Ellrich über ein Schmuckstück an Bahngleisen – und stellt Räume und Toiletten für Reisende zur Verfügung!

Damit nicht genug, gibt es jeden werktäglichen Morgen dank der Lustlosigkeit der thüringischen Nahverkehrsplaner und des Desinteresses der regionalen Politiker das Schauspiel des „Geisterzuges“ zu bestaunen: Ein Triebwagen der DB Regio hält gegen 5 Uhr hier, um eine weitere Einheit abzukuppeln, aber niemand darf zur Fahrt nach Göttingen einsteigen… Auf dem Bahnhof kann mithin, wer möchte, jeden Morgen ein Stück realer deutscher Verkehrspolitik bestaunt werden.

Mit der Umstellung auf Fernsteuerung durch ein zentrales Stellwerk in Göttingen wurden im Sommer 2020 die beiden letzten betrieblich genutzten Gebäude, die Stellwerke, überzählig. Der Bahnhof ist nun unbesetzt – freilich nicht ganz, denn die überlegene Planungskunst der Deutschen Bahn ließ den Umbau des Bahnsteigs mit der Umstellung der Technik nicht Schritt halten, was bis auf weiteres den Einsatz eines Sicherungsposten erforderlich macht und die Züge in Richtung Nordhausen gleich zwei Mal innerhalb von 20 Metern zum Halten zwingt…

Stefan Zimmermann, seit Jahrzehnten bei der Ellricher Feuerwehr tätig und beim dortigen Feuerwehrmuseum engagiert, und Michael Reinboth, ebenso lange mit der Geschichte der Südharzstrecke und verkehrspolitischen Themen befasst, haben sich zusammengetan und auf 250 Seiten mit rund 400 Abbildungen die Geschichte dieses doch nicht so gewöhnlichen Bahnhofs und seiner Umgebung nachgezeichnet. Es ist gelungen, gerade für den Zeitraum von 1970 bis 1990 noch Zeitzeugen zu sprechen und deren Erlebnisse aufzuzeichnen. Einige Ellricher Sammler haben überdies Fotos zur Verfügung gestellt. Die allermeisten der historischen Bilder wurden bisher noch nirgendwo anders publiziert. Darunter befindet sich eine komplette Fotodokumentation des Grenzbahnhofs um 1988.

Das Buch im A4-Format wird Anfang Dezember beim Papierflieger-Verlag Clausthal-Zellerfeld erscheinen und kostet broschiert 17 €, die Ausgabe mit festem Einband wird für 27 € zu erhalten sein. Vorbestellungen nehmen der Verlag und die beiden Autoren gern entgegen.

Neues „Harz-Kursbuch“ bietet alles zu Bus und Bahn rund um Walkenried

Der öffentliche Personennahverkehr hat es in Corona-Zeiten nicht einfach. Wegen der nicht immer möglichen Einhaltung der Abstände besteht – wie im Einzelhandel und überall dort, wo es eng werden könnte – die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nase-Schutzes. Das ist etwas lästig, sorgt aber für zusätzliche Sicherheit in Verkehrsmitteln, denen man zu Unrecht nachsagt, zur Verbreitung des Corona-Virus beizutragen. Tatsächlich sind bisher Ansteckungen in Zügen und Bussen nicht nachweisbar. Das Risiko, sich hier etwas einzufangen, ist ausgesprochen gering und allemal geringer als im Hallenbad oder auf Malle.

Seit dem 16.07. gilt nun in Niedersachsen der Ferienfahrplan, der ohne Einschränkungen gefahren wird und gerade für Walkenried ausgesprochen viele Möglichkeiten bietet, sich den Harz und sein Vorland mit Bahn und Bus zu erschließen. Für unsere Gäste gilt zudem HATIX, d.h. sie können alle Linienbusse im Altkreis Osterode und in den Kreisen Goslar und Harz kostenlos nutzen. Das Vorzeigen der Gästekarte genügt, allerdings muss ein Lichtbildausweis mitgeführt werden.

HATIX unter den obwaltenden Umständen zu einem Erfolg zu machen, ist nicht einfach, weil eben viele Gäste die Nutzung der Linienbusse scheuen. Diese sind im Südharz aber nicht überfüllt, und selbst bei 10, 15 oder 20 Fahrgästen steht ausreichend Platz zur Verfügung. Und, wie gesagt, der Mund-Nase-Schutz sorgt für zusätzliche Sicherheit. Man kann bedenkenlos einsteigen und mitfahren.

Aber was fährt denn so? Mehr jedenfalls, als gemeinhin angenommen wird. Bei den Zügen, in denen HATIX nicht anerkannt wird, die aber mit dem Niedersachsen-Ticket und anderen Vergünstigungen auch preiswertes Reisen ermöglichen, gilt weiterhin: Jeden Tag, jede Stunde in Richtung Nordhausen und in Richtung Herzberg – Northeim – Göttingen, jede Stunde auch in Richtung Osterode – Seesen – Braunschweig (hier allerdings an Sonntagen nur alle 2 Stunden), jede Stunde nach Halle oder Erfurt, jede Stunde nach Hannover… Sehr günstige Fahrmöglichkeiten gibt es auch in den Rhein-Ruhr-Raum, nach Berlin oder nach Hamburg. Beim Bus, in dem HATIX anerkannt wird, gilt für Walkenried: Montag bis Freitag jede Stunde nach Bad Sachsa, jede Stunde nach Braunlage (mit ebenfalls stündlichem Anschluss nach Oderbrück – Torfhaus – Bad Harzburg), alle 2 Stunden nach Zorge und Hohegeiß, alle 2 Stunden nach Wieda, Kaiserweg und Brunnenbachsmühle, alle 2 Stunden aber auch nach Bad Lauterberg über Bad Sachsa. Am Wochenende werden die Relationen in den Harz alle 2 Stunden bedient, es gibt dafür aber zusätzliche Anschlüsse zum Beispiel nach und von Wernigerode.

Aber wann wird gefahren? Welche Anschlüsse habe ich? Welche Ausflugs- und Wanderziele kann ich mit dem Bus erreichen? Hierüber bietet das „Harz-Kursbuch“ umfassend Auskunft. Für Walkenried enthält es die Linien A.12 Göttingen – Walkenried – Nordhausen (Zug, mit Anschlüssen Braunschweig, Hannover, Halle und Erfurt), A.13 Paderborn – Walkenried – Nordhausen (Zug, mit Anschlüssen Bielefeld und Ruhrgebiet), C.20 Bad Sachsa – Walkenried – Wieda/Zorge – Braunlage (Bus), C.94 Goslar – Bad Harzburg – Braunlage – Walkenried – Bad Sachsa (Bus) und C.95 Bad Sachsa – Walkenried – Braunlage – Drei Annen Hohne – Wernigerode (mit Anschlüssen Brockenbahn). Dazu jede Menge Wander- und Ausflugstipps entlang der oben genannten Linien. Es gibt Übersichtskarten, Hinweise zur Oberharzer Wasserwirtschaft (welche Bushaltestelle für welches Wanderziel?) und vieles mehr. Das 266 Seiten starke Werk wird rein ehrenamtlich erstellt, der Preis von 4 € deckt die Druckkosten. Diel Leute von der Initiative „Höchste Eisenbahn für den Südharz“, darunter Michael Reinboth aus Walkenried, wollen nichts verdienen – sie wollen, das Bahn und Bus besser genutzt werden, damit die Fahrpläne nicht nur stabil gehalten, sondern in Zukunft möglichst noch verbessert werden können.

Wer ein „Harz-Kursbuch“ haben möchte – und das Buch sollte auf keinem Tisch in Hotels, Pensionen oder Ferienwohnungen fehlen – der kann es sich bei Michael Reinboth im Klettenberger Weg 15 holen. Auf Wunsch bringt er es aber auch vorbei.

Zugriffsstatistik

  • 255.539 Besucher

(aktuell 73 Abonnent*innen)