//
Archiv

ÖPNV

Diese Kategorie enthält 34 Beiträge

Fahrkartenverkauf ab 1. September nur noch am Automaten

Alle Schreiben und Appelle haben nichts gefruchtet. Am Beispiel des Fahrkartenverkaufs im Walkenrieder Bahnhof zeigt sich einmal mehr, was von den Reden der Politiker zur „Bewältigung des demografischen Wandels“ und zur „Förderung des ländlichen Raums“ und speziell zur „Förderung von Südniedersachsen“ zu halten ist: Nichts, aber auch gar nichts. Sie alle haben uns bei den Bemühungen um den Erhalt des personenbedienten Verkaufs bislang im Stich gelassen.

Die Deutsche Bahn hat den bisherigen Vertrag mit der Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) in Hannover über den personenbedienten Verkauf gekündigt, da sie ab 1.9. zum Teil Fahrdienstleiter einsetzt, die nicht mehr im Fahrkartenverkauf geschult sind. Die LNVG wiederum hält den Bahnhof in Walkenried für viel zu unwichtig, um hier eine Ersatzlösung in Gestalt eines Video-Reisezentrums einzurichten, wie sie der Initiative „Höchste Eisenbahn für den Südharz“ in einem sehr ironisch gehaltenen, das Ehrenamt nebenbei mit vermutlich nicht beabsichtigten, aber die Denkweise sehr klar zum Ausdruck bringenden abwertenden Bemerkungen bedenkenden Mail mitgeteilt hat. Motto: Ihr auf dem Lande könnte doch froh sein, wenn überhaupt noch etwas fährt, denn das hängt von unserer Gnade hier in der Landeshauptstadt ab.

Bei maximal 250 Fahrgästen pro Tag in Walkenried sei an ein Video-Reisezentrum nicht einmal zu denken, da dafür mindestens 1.000 Fahrgäste je Tag erforderlich wären. Dass es in den Nachbarorten Bad Sachsa, Ellrich und Bad Lauterberg schon lange keinen personenbedienten Verkauf mehr gibt und die Bewohner dieser Orte bislang oft ebenfalls unseren Schalter aufgesucht haben, zählt bei den Schreibtisch-Strategen aus der Landeshauptstadt nicht. Denn würde man die Fahrgäste dieser Stationen mit hinzurechnen, wäre der Schwellenwert von 1.000 erreicht. Aber so weit zu denken, ist wahrscheinlich entschieden zu viel verlangt.

Den Kampf um eine solche Einrichtung muss man deswegen aber noch nicht aufgeben. Wir haben im Rahmen eines Treffens mit Kreisrat Riethig unsere Auffassung hierzu kundgetan und den Landkreis aufgefordert, hier flankierend tätig zu werden. Alle Bewerber um ein Bundestags- oder Landtagsmandat werden ebenso noch angesprochen werden. Schließlich gibt es Video-Reisezentren u.a. in den Stationen Schladen und Vienenburg, also unmittelbar benachbarten Orten, die jeder für sich die Marke von 1.000 Reisenden auch nicht erreichen. Reisender ist auch nicht gleich Reisender, denn Schüler und Pendler haben einen weitaus geringeren Beratungsbedarf als zum Beispiel Urlauber und Touristen. Der Regionalverband Braunschweig sieht die Dinge – mal wieder – ganz anders als unsere Behörden, aber wir haben uns ja für Göttingen entscheiden müssen.

Parallel hierzu gilt es, Schadensbegrenzung zu betreiben. Da gibt es immerhin einen kleinen Lichtblick, denn die DB Netz, Eigentümer des Bahnhofsgebäudes, hat versichert, den Vorraum „in der kalten Jahreszeit“ von 7 bis 17 Uhr geöffnet zu halten. Hier geht es nun darum, den Begriff „kalt“ möglichst großzügig auszulegen und die Zeit 7 Uhr zu überdenken, da die Pendler und Schüler bereits ab 6 Uhr auf dem Bahnsteig stehen.

Zweitens geht es darum, aus dem vorhandenen Automaten einen größtmöglichen Nutzen zu ziehen. Er kann ja eine ganze Menge, aber man muss sich zurechtfinden. Deswegen planen wir, im Rahmen von „Höchste Eisenbahn“

  1. Mehrere Schulungen am Automaten vor Ort, damit man die gängigsten Fahrscheine – Nordhausen und zurück, Göttingen und zurück, Niedersachsen-Ticket – schnell findet und darüber hinaus auch andere Funktionen des Gerätes kennenlernt. Das Ding kann nämlich auch Auskünfte zu Zugverbindungen erteilen, Fernfahrkarten ausspucken und Plätze reservieren. Man muss nur wissen wie.
  2. Mit DB Netz zu klären, dass die des Umgangs mit dem Automaten mächtigen Fahrdienstleiter im Bedarfsfall schon mal aus ihrem Bau herauskommen und Hilfestellung geben.
  3. Die Aufstellung eines zweiten Automaten wie auf anderen Bahnhöfen schon üblich zu fordern, damit im Falle von Störungen usw. eine Ausweichmöglichkeit zur Verfügung steht. Übrigens: Wenn der einzige vorhandene Automat tatsächlich gestört ist, können Sie ohne Fahrschein einsteigen, Sie müssen sich nur umgehend beim Begleitpersonal oder, falls mal wieder nicht vorhanden, beim Triebwagenführer melden.
  4. Die wettergeschützte Aufstellung des oder der Automaten durchzusetzen, denn es ist eine Zumutung, bei Wind und Wetter mit dem Schirm in der Hand auf dem Display herumzusuchen und zugleich Geldscheine einzufüttern.

Ganz nebenbei: Fahrscheine des Verkehrsverbundes VSN und das Niedersachsenticket verkaufen auch die Fahrer der Linienbusse der Firma Hahne.

Letzter Trost: Wer irgendwie ein Problem mit einer Zugverbindung hat und sich seiner Sache nicht sicher ist, kann bei Michael Reinboth anrufen. Der hilft im Unterschied zur LNVG gern. Aber bitte nicht 10 Minuten vor der Abfahrt… Generell kann bei ihm eine Auskunft über Reisewege und Verbindungen bekommen und mit diesem Wissen ausgestattet sich dem Kampf mit dem Automaten stellen. Wir prüfen auch, ob es nicht jemanden gibt, der sich stundenweise zur Verfügung stellt und sich im – geöffneten – Warteraum positioniert, um beim Fahrkartenverkauf helfen zu können, zum Beispiel jeden Dienstag von 10 bis 12 Uhr oder ähnlich.

Das sind alles keine Ideallösungen, aber wenn man uns auf dem Land schon weiter hängen lässt, dann müssen wir uns wie immer mit einer Doppelstrategie behelfen: Einmal Dampf machen, dass es eben doch zu einer guten Lösung kommt, und zum zweiten die Zeit bis dahin überbrücken. Junge Leute haben vermutlich weniger Probleme, da man Fahrkarten inzwischen ja auch am heimischen PC kaufen oder mittels einer „App“ bekommen kann…

ÖPNV-Treffen in Walkenried

Ein Zug, zwei Busse, viele Fahrgäste – gegen 14 Uhr herrscht am Bahnhof Walkenried viel Leben (Foto: Michael Reinboth)

Advertisements

Hahne-Reisen geht mit leicht verändertem Angebot in die nächsten Jahre

Auch wenn die veränderten Fahrplantabellen ein etwas verwirrendes Bild abgeben und vor allem durchgehende Fahrten zwischen Bad Lauterberg einerseits und Walkenried, Wieda und Zorge andererseits nur noch mit Mühe ablesbar sind, halten sich die tatsächlichen Anpassungen der Fahrpläne auf den drei von der Firma Hahne-Reisen betriebenen Linien 470, 471 und 472 in Grenzen. Das Angebot bleibt weitestgehend stabil. Änderungen sind zumeist auf Anpassungen bei Schulstandorten und Unterrichtszeiten zurückzuführen.

Gleichwohl sollten Stammkunden aufpassen, da es auch im Minutenbereich Änderungen gibt. Nachstehend ein kurzer Überblick:

Linie 470 Bad Sachsa – Walkenried – Braunlage

Die Haltestellen „Hohegeiß Süd“ und „Hohegeiß Müllers Hotel“ werden umbenannt in „Schützen-platzweg“ und „Bohlweg“. Bei den Fahrten gibt es folgende Anpassungen:

An Schultagen beginnt die erste Fahrt nach Braunlage nicht mehr in Wieda, sondern um 5.43 Uhr am Bahnhof Walkenried. Die nächsten beiden Fahrten ab Bahnhof Walkenried starten sowohl an Schul- wie auch an Ferientagen um 6.20 Uhr (bisher 6.13 bzw. 6.23). Die in den Ferien angebotene Fahrt von Bad Sachsa (10.45) über Walkenried Bahnhof (10.57) nach Braunlage entfällt. Dafür gibt es in den Ferien neu eine Fahrt um 12.13 ab Walkenried Bahnhof nach Braunlage. In der alten Fahrlage verkehrt nun ein Bus um 10.55 ab Bad Sachsa über Walkenried Bahnhof (11.07) nach Wieda.

An Samstagen und Sonn- und Feiertagen beginnt die letzte Fahrt ab Bad Sachsa nach Braunlage dort 3 Minuten eher (15.55) und fährt in Walkenried Bahnhof ebenfalls 3 Minuten eher (16.10) ab, um in Braunlage entspanntere Übergänge zu Anschlussfahrten zu ermöglichen.

In der Gegenrichtung gibt es bei einigen Fahrten ab Braunlage kleinere Anpassungen im Minutenbereich. Einige Kurse bedienen Brunnenbachsmühle nicht mehr (Braunlage ab 11.03 und 15.03), dafür hält die Fahrt Braunlage ab 14.00 Uhr neu an dieser Haltestelle.

Durch die Wiederbedienung von Braunlage Busbahnhof durch die Linie 257 der HVB ergeben sich nun wieder bessere Übergänge in der Relation Südharz – Schierke – Wernigerode und zurück.

Der Entwurf des Nahverkehrsplans des Zweckverbandes Verkehrsverbund Süd-Niedersachsen (ZVSN) sieht übrigens für diese Linie eine spürbare Ausweitung des Angebots an allen Wochentagen vor.

Linie 471 Bad Lauterberg – Bad Sachsa

Die Anpassungen auf dieser Linie ergeben sich aus der Veränderung der Schullandschaft um Bad Lauterberg. So wird es zusätzliche Kurse an Schultagen zwischen Barbis und Bad Lauterberg und zurück geben.

Linie 472 Bad Sachsa – Walkenried – Wieda

Die bisherige Möglichkeit, Fahrten ab und bis Depot Pfarrwiese zu nutzen, entfällt. Das lässt das Angebot für Wieda optisch schrumpfen, der Angebotskern bleibt allerdings unverändert erhalten. An Schultagen verkehren ab Wieda 8 Kurse in Richtung Walkenried und Bad Sachsa, in der Gegenrichtung sind es 10 Kurse. In den Ferien fahren ab Wieda 4 Kurse, nach Wieda deren 6. An Samstagen gibt es eine Fahrt ab Wieda und drei in der Gegenrichtung. Soweit möglich, werden die Anschlüsse nach und von Nordhausen am Bahnhof Walkenried verbessert.

ÖPNV-Treffen in Walkenried

Ein Zug, zwei Busse, viele Fahrgäste – gegen 14 Uhr herrscht am Bahnhof Walkenried viel Leben (Foto: Michael Reinboth)

Feinste Harzer Spezialitäten

Zugriffsstatistik

  • 187,316 Besucher