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Notfahrplan der Deutschen Bahn für den Südharz von Dienstag bis Freitag

(Pressemitteilung der Initiative Höchste Eisenbahn für den Südharz)

Der Notfahrplan der Deutschen Bahn für den Zeitraum 05. bis 08. Mai wurde soeben per Internet bekanntgegeben. Danach wird es auf den Strecken Göttingen – Herzberg – Nordhausen, Braunschweig – Herzberg und Göttingen – Kreiensen – Bad Harzburg ein Ersatzangebot geben, welches zwischen 50 und 80 % der sonst gefahrenen Leistungen bietet. Lediglich auf der Strecke Northeim – Bodenfelde werden alle Züge durch Busse ersetzt, die in Northeim zu den gleichen Zeiten wie die Züge abfahren und ankommen, aber für die Strecke deutlich länger brauchen.

KBS 357 Göttingen – Herzberg – Nordhausen

Ab Göttingen um 6.38, 7.49, 9.49, 11.49, 13.49, 14.48 (mit Umsteigen in Northeim), 15.49, 16.07 (mit Umsteigen in Northeim), 17.49, 19.49 bis Nordhausen und 21.49 bis Herzberg. Zusätzlich ab Northeim um 5.06 Uhr nach Nordhausen.

Ab Nordhausen um 5.39, 6.39, 8.39, 10.39, 12.39, 13.39 (mit Umsteigen in Northeim), 15.39 (mit Umsteigen in Northeim), 16.39, 18.39, 19.39 (mit Umsteigen in Northeim) und 20.39 nach Göttingen, zusätzlich ab Herzberg um 5.23 und 6.50 nach Göttingen.

Ab Northeim nach Hannover verkehrt stündlich der Metronom, die frühen IC fallen allerdings aus. Jeder in Northeim ankommende / abfahrende Zug der Südharzstrecke hat einen Metronom-Anschluss. Ab Göttingen bestehen zahlreiche Anschlüsse nach Kassel (CANTUS, nicht bestreikt), Paderborn (NWB, nicht bestreikt) oder auch zum Fernverkehr nach Frankfurt am Main (ca. jeder zweite ICE fährt). Die ICE zwischen Hannover und dem Ruhrgebiet und zwischen Hannover und Berlin verkehren nahezu ohne Einschränkungen.

KBS 358 Braunschweig – Herzberg

Hier wird ein 2-Stunden-Takt angeboten, der in Richtung Braunschweig um 5.34 Uhr beginnt und um 19.34 endet und in Braunschweig Abfahrten von 6.03 bis 20.03 aufweist, zusätzlich noch um 21.03.

In Braunschweig bestehen etwa alle 2 Stunden Anschlüsse vom/zum Berliner ICE.

Der Notfahrplan kann in Tabellenform im Internet der Bahn unter www.bahn.de/aktuell heruntergeladen werden. Fener sind in der „Liveauskunft“ unter www.bahn.de alle fahrenden Züge und deren Anschlüsse hinterlegt. „Höchste Eisenbahn für den Südharz“ bedankt sich bei allen Eisenbahnern, die in dieser schwierigen Zeit die Mobilität der Südharzer sicherstellen.

Im Streik zusätzlich auch noch Informationschaos der Deutschen Bahn

Über die Verursacher des Streiks vom Samstag und Sonntag müssen wir nicht reden, die sind bekannt und natürlich auch in erster Linie für das Durcheinander verantwortlich, welches die bisherigen Bahnkunden in Scharen ins Auto oder die Fernbusse treibt. Selten kann man erleben, dass eine Organisation mit solcher Hingabe an dem Ast sägt, auf welchem sie sitzt, wie derzeit bei der GDL. Dass das gesamte Geld, welches die Lokführer als Gehalt bekommen, von den Kunden – und im Nahverkehr auch vom Staat – aufgebracht wird und man eben diese Kunden zum dritten Male innerhalb weniger Jahre kräftig vor die Schienbeine tritt, ist offensichtlich in dieser Auseinandersetzung kein Thema.

 

Die Schuld an dem furchtbaren Chaos, welches seit Samstag früh über die Südharzstrecke hereingebrochen ist, trägt freilich zwar in zweiter Linie, aber doch ganz erheblich die Deutsche Bahn Regio selbst. Denn was da an Durcheinander und Fehlinformationen bei der Aufstellung und Umsetzung der Notfahrpläne produziert wurde, spottet jeder Beschreibung. Da verstehen ganz offenbar viele Leute iher Handwerk nicht mehr.

Halten wir fest: Bis zum Freitag gingen Streiks auf der Südharzstrecke glimpflich ab, da hier viele Beamte eingesetzt werden und deswegen die meisten Züge fahren konnten. Das wäre mit Sicherheit auch am Samstag und Sonntag der Fall gewesen, aber aus uns nicht bekannten Gründen wurde ein Notfahrplan aufgestellt – vermutlich, um die Lokführer gerecht auf die zu bedienenden Strecken zu verteilen. So weit, so schlecht. Aber:

  • Die Notfahrpläne wurden anders als für andere Strecken im Internet nicht kommuniziert. Auch am Sonntag wurde dies nicht nachgeholt.
  • Alle Zugfahrten sollten in Walkenried enden und beginnen. Für den Abschnitt Walkenried bis Nordhausen konnte man jedoch keinen Busverkehr organisieren. Ob dies wirklich ernsthaft versucht wurde, sei dahingestellt – es wäre nicht die einzige Strecke, wo die Organisation eines Ersatzverkehrs an Ländergrenzen scheiterte.
  • Diese Brechung der Züge wurde erst auf Hinweis am Sonntagmorgen ins Internet eingestellt. Am Samstag wusste kein Kunde hiervon.
  • Der „Notfahrplan“ wurde im Internet unverdrossen auch dann als gültig angezeigt, als längst feststand, dass er so gar nicht gefahren werden würde. Nach den Intentionen der Bahn sollten wohl 2 Triebwagen zwischen Northeim und Walkenried hin- und herpendeln und so etwa für einen 2-Stunden-Takt sorgen. Tatsächlich fuhren am Samstag ganze 5 Zugpaare, es entstand also so etwas wie ein 4-Stunden-Takt, und auch am Sonntag lief der Zugverkehr ähnlich ab.
  • Die Bahn verwies und verweist ständig auf das Internet, denn dort stünden alle verkehrenden Züge drin. Falsch, jedenfalls für unsere Strecken: Hier waren die Internet-Daten selbst nach Hinweis unserer Initiative auf deren Fehlerhaftigkeit auch am Sonntag noch irreführend. Wer sich im Vertrauen hierauf zum Bahnhof begab, stellte fest, dass der im Internet als „verkehrend“ angezeigte Zug gar nicht fuhr!

Schlimmer geht es wirklich nicht mehr. Die GDL zettelt einen Streik nach dem anderen an und führt damit das System Bahn an den Rand des Abgrundes, und die Bahn selbst trägt durch ein Informationschaos zur endgültigen Verärgerung der Kunden bei. Am Samstag hätte man bei korrekter Information gewusst, dass Züge um 7, 11, 15 und 19 Uhr ab Northeim nach Walkenried fahren und von dort um 8, 12, 16 und 20 Uhr dorthin zurück fahren würden. Gleiches gilt für den Sonntag. Darauf hätte man sich einstellen können – konnte es aber nicht, weil alle Internet-Angaben Makulatur waren und bis jetzt noch sind.

 

Hinweis am Rande: Die 40.000-Einwohner-Stadt Nordhausen war zwei Tage lang von jeglichem Zugverkehr befreit, da die Südharzer Züge – aus unserer Sicht übrigens ohne Not – nur bis und ab Walkenried fuhren, zwischen Kassel und Halle gar nichts ging und nach Erfurt ein Notplan mit Bussen angeboten wurde. So übel dürfte es kaum eine andere Stadt dieser Größe getroffen haben. Wir müssen uns dann nicht wundern, wenn der Bahnhof Nordhausen von Jahr zu Jahr immer weniger Kunden sieht. Unsere Südharzstrecke war bei allen Streiks stets so etwas wie ein verlässlicher Rettungsanker, da man über sie und Northeim bzw. Göttingen noch irgendwie wegkam. Diese durchaus wichtige Funktion der Südharzstrecke wurde nun aufgegeben. Völlig sinnlos: Bei einem 4-Stunden-Takt hätten die Züge ohne jedes Problem bis und ab Nordhausen verkehren können…

Unter kompetentem Umgang mit Kunden stellen wir uns jedenfalls ganz etwas anderes vor. Die Bahn hat u.a. im Fernverkehr bewiesen, dass sie Notfahrpläne aufstellen und betreiben kann. DB Regio in Niedersachsen kann es nicht.

Fahrradmitnahme im Zug nach Ellrich nun definitiv geregelt

Ulrich Kamphenkel vom Bahnhof Walkenried hat ein Herz für Schwarzfahrer. Nicht für die vorsätzlichen natürlich, sondern für die, welche ungewollt in eine tarifliche Falle hineintappen. Von denen stehen im Südharz aufgrund der Vielfalt der Tarife und Zuständigkeiten immer noch einige herum. Seit kurzem jedoch eine weniger, denn beharrlichen Anrufen Kamphenkels und kundenorientierten Mitarbeitern von DB Regio ist es zu verdanken, dass die Mitnahme des Fahrrades im Zug zwischen Walkenried und Ellrich (und natürlich auch umgekehrt) nunmehr kostenlos ist.

Itelteich

Ein DB-Triebwagen am Itelteich. Fahrräder reisen hier endlich sorgenfrei.

 

Bisher gab es dort eine Grauzone, denn von Westen her gilt bis Walkenried der Tarif des VSN, der eine Fahrrad-Tageskarte für den Zug kennt, und ab Ellrich gilt der Tarif der DB mit der Besonderheit, dass das Land Thüringen die Fahrradmitnahme sponsert, die mithin dort kostenlos möglich war und ist. Dazwischen liegt der Walkenrieder Tunnel – und es gilt der klassische DB-Tarif, der eine eigene Fahrradkarte erfordert. Das wurde in der Vergangenheit in Verbindung mit buchstabengetreu agierenden Kontrolleuren so manchem Kunden zum Verhängnis.

Nunmehr gilt: Fahrräder reisen zwischen Walkenried und Ellrich kostenlos. Wer also mit seinem Rad in Walkenried einsteigt, hat nun die Gewissheit, dass es zwischen hier und Ellrich oder Nordhausen nichts kostet – er oder sie muss natürlich für sich selbst schon eine Fahrkarte erwerben. Leute, die mit einem Rad aus Richtung Herzberg kommend über Walkenried hinaus fahren möchten, brauchen nunmehr nur noch eine Fahrrad-Tageskarte des VSN und müssen für das kurze Stückchen bis Ellrich nicht noch etwas zusätzlich lösen. Eine gute Nachricht. Der Dank geht an das Team des Bahnhofs Walkenried und unbekannterweise auch an die positiv handelnden Personen bei DB Regio.

Sechzehn weitere rote Jahre

Nein, nicht politisch gesehen, da sieht es ja derzeit eher nach schwarz aus. Für uns in Süd-Niedersachsen bedeutet die Entscheidung der Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) in Hannover, den Zugverkehr unter anderem auf den Strecken Göttingen – Nordhausen und Braunschweig – Herzberg ab Ende 2014 für 15 Jahre an die DB Regio zu vergeben, dass uns die roten Züge für rund 16 weitere Jahre erhalten bleiben. Denn schon heute ist hier ja DB Regio mit den Triebwagen der Baureihe VT 648 unterwegs.

648er

Ein 648er nähert sich von Ellrich kommend dem Walkenrieder Tunnel.

 

Die in Salzgitter gefertigten Triebwagen werden zum Zeitpunkt des Inkrafttretens des Vertrages im Schnitt 7 Jahre alt sein, kein Alter für ein Schienenfahrzeug, aber am Ende der Vergabeperiode würden es immerhin 22 Jahre. Das ist etwas viel, und deswegen darf man gespannt sein, ob DB Regio die Fahrzeuge grundlegend modernisieren oder aber eines Tages neue Fahrzeuge einsetzen wird. Kürzlich hat man einen Rahmenvertrag mit dem polnischen Hersteller PESA im Bydgoszcz (Bromberg) abgeschlossen, aus dem man neue Triebwagen abrufen könnte. Am Fahrplan wird sich wohl wenig ändern, der Stundentakt in beide Richtungen ist und bleibt das Maß aller Dinge. Er ist durch den Vergabezeitraum allerdings nicht zementiert – wir müssen schon mitfahren, damit es dabei bleibt. Aber eine wichtige Voraussetzung für Stabilität im öffentlichen Nahverkehr ist nun geschaffen.

Kurzinformationen zum ÖPNV in der Gemeinde Walkenried

Der Bahn- und Busverkehr in Walkenried ist weitaus umfangreicher als „gefühlt“ und wird derzeit durch die DB Regio (Schiene) und die Firma Hahne (Bus) abgedeckt. Als kleiner Service für alle am ÖPNV interessierten Einheimischen und Besucher veröffentlichen wir an dieser Stelle einige Kurzinformationen zu bestehenden Verbindungen und weiterführenden Informationsquellen:

Bahn: Stündlicher Zugverkehr in Richtung Herzberg – Northeim – Göttingen, Abfahrt zur Minute 03 und stündlicher Zugverkehr in Richtung Nordhausen, Abfahrt zur Minute 52. In Richtung Herzberg gibt es zusätzliche Verstärker an den Tagen Montag bis Freitag

Bus: Dichter Verkehr nach Bad Sachsa (An Schultagen halbstündlich bis stündlich, in den Ferien mindestens zweistündlich), auch am Wochenende mehrere Fahrten. An allen Wochentagen auch zahlreiche Fahrten nach Braunlage mit Anschlüssen nach Bad Harzburg und Wernigerode.

Sie erhalten die vollständigen aktuellen Fahrpläne wie folgt: Die Webseite http://www.vsninfo.de aufrufen, in den Bereich Fahrpläne gehen und folgende Nummern eintippen: 357 für Schienenstrecke, 470 für Buslinie Bad Sachsa – Walkenried – Braunlage, 471 für Buslinie Bad Lauterberg – Bad Sachsa – Walkenried und 472 für Buslinie Bad Sachsa – Walkenried – Wieda. Sie erhalten dann pdf-Dateien, die Sie sich ausdrucken können.

Der Bahnhof Walkenried ist täglich von 7 bis 20 Uhr (Sonntag 8 bis 20 Uhr) geöffnet. Die Firma Hahne erreichen Sie unter 05583 838.

ÖPNV-Treffen in Walkenried

Ein Zug, zwei Busse, viele Fahrgäste – gegen 14 Uhr herrscht am Bahnhof Walkenried viel Leben (Foto: Michael Reinboth)

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