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Hahne-Reisen geht mit leicht verändertem Angebot in die nächsten Jahre

Auch wenn die veränderten Fahrplantabellen ein etwas verwirrendes Bild abgeben und vor allem durchgehende Fahrten zwischen Bad Lauterberg einerseits und Walkenried, Wieda und Zorge andererseits nur noch mit Mühe ablesbar sind, halten sich die tatsächlichen Anpassungen der Fahrpläne auf den drei von der Firma Hahne-Reisen betriebenen Linien 470, 471 und 472 in Grenzen. Das Angebot bleibt weitestgehend stabil. Änderungen sind zumeist auf Anpassungen bei Schulstandorten und Unterrichtszeiten zurückzuführen.

Gleichwohl sollten Stammkunden aufpassen, da es auch im Minutenbereich Änderungen gibt. Nachstehend ein kurzer Überblick:

Linie 470 Bad Sachsa – Walkenried – Braunlage

Die Haltestellen „Hohegeiß Süd“ und „Hohegeiß Müllers Hotel“ werden umbenannt in „Schützen-platzweg“ und „Bohlweg“. Bei den Fahrten gibt es folgende Anpassungen:

An Schultagen beginnt die erste Fahrt nach Braunlage nicht mehr in Wieda, sondern um 5.43 Uhr am Bahnhof Walkenried. Die nächsten beiden Fahrten ab Bahnhof Walkenried starten sowohl an Schul- wie auch an Ferientagen um 6.20 Uhr (bisher 6.13 bzw. 6.23). Die in den Ferien angebotene Fahrt von Bad Sachsa (10.45) über Walkenried Bahnhof (10.57) nach Braunlage entfällt. Dafür gibt es in den Ferien neu eine Fahrt um 12.13 ab Walkenried Bahnhof nach Braunlage. In der alten Fahrlage verkehrt nun ein Bus um 10.55 ab Bad Sachsa über Walkenried Bahnhof (11.07) nach Wieda.

An Samstagen und Sonn- und Feiertagen beginnt die letzte Fahrt ab Bad Sachsa nach Braunlage dort 3 Minuten eher (15.55) und fährt in Walkenried Bahnhof ebenfalls 3 Minuten eher (16.10) ab, um in Braunlage entspanntere Übergänge zu Anschlussfahrten zu ermöglichen.

In der Gegenrichtung gibt es bei einigen Fahrten ab Braunlage kleinere Anpassungen im Minutenbereich. Einige Kurse bedienen Brunnenbachsmühle nicht mehr (Braunlage ab 11.03 und 15.03), dafür hält die Fahrt Braunlage ab 14.00 Uhr neu an dieser Haltestelle.

Durch die Wiederbedienung von Braunlage Busbahnhof durch die Linie 257 der HVB ergeben sich nun wieder bessere Übergänge in der Relation Südharz – Schierke – Wernigerode und zurück.

Der Entwurf des Nahverkehrsplans des Zweckverbandes Verkehrsverbund Süd-Niedersachsen (ZVSN) sieht übrigens für diese Linie eine spürbare Ausweitung des Angebots an allen Wochentagen vor.

Linie 471 Bad Lauterberg – Bad Sachsa

Die Anpassungen auf dieser Linie ergeben sich aus der Veränderung der Schullandschaft um Bad Lauterberg. So wird es zusätzliche Kurse an Schultagen zwischen Barbis und Bad Lauterberg und zurück geben.

Linie 472 Bad Sachsa – Walkenried – Wieda

Die bisherige Möglichkeit, Fahrten ab und bis Depot Pfarrwiese zu nutzen, entfällt. Das lässt das Angebot für Wieda optisch schrumpfen, der Angebotskern bleibt allerdings unverändert erhalten. An Schultagen verkehren ab Wieda 8 Kurse in Richtung Walkenried und Bad Sachsa, in der Gegenrichtung sind es 10 Kurse. In den Ferien fahren ab Wieda 4 Kurse, nach Wieda deren 6. An Samstagen gibt es eine Fahrt ab Wieda und drei in der Gegenrichtung. Soweit möglich, werden die Anschlüsse nach und von Nordhausen am Bahnhof Walkenried verbessert.

ÖPNV-Treffen in Walkenried

Ein Zug, zwei Busse, viele Fahrgäste – gegen 14 Uhr herrscht am Bahnhof Walkenried viel Leben (Foto: Michael Reinboth)

Start mit kleinen Problemen: Schienenersatzverkehr Herzberg – Northeim

Als mein SEV-Bus auf der Fahrt nach Northeim die Rhume vor Katlenburg überquerte, machte sich gerade eine Gruppe Wassersportler startklar. Auf den kleinen Schlauchbooten stand angeschrieben: „Adrenalin-Tours“. Das Geld, dachte ich bei mir, hätten die Leute sich sparen können. Adrenalinschübe gibt es bei der Deutschen Bahn praktisch kostenlos zum Fahrschein dazu. Besonders dann, wenn betriebliche Ausnahmesituationen mit begrenztem Personalkörper zu bewältigen sind.

Am Samstag, den 25.7. fiel der Startschuss für eine praktisch während der gesamten Sommerferien anhaltende Bauphase auf der Südharzstrecke. Gebaut wird zwar letzten Endes nur rund um Northeim, da aber zwischen Herzberg und Northeim kein Krümel Infrastruktur übrig geblieben ist, der abschnittsweisen Zugverkehr zulassen würde, und auch bei Fahrten auf dem falschen Gleis an Bahnübergangs-Kontakten gespart wurde, muss hierfür gleich die gesamte 24 km lange Strecke gesperrt werden. Harte Zeiten für Besitzer von Rollstühlen, Kinderwagen oder gar Fahrrädern. Für den normalen Fahrgast gibt es „Schienen-Ersatzverkehr“ mit dem Bus, welcher allerdings für die gleiche Strecke doppelt so lange braucht wie der Zug.

Zur Vorbereitung auf die Reise hat die DB ein relativ dickes Heft mit Angaben zu Ersatz-Fahrzeiten herausgebracht. Es ist auch in den Zügen erhältlich, und das ist gut so, denn – erste Überraschung – der Bahnhof Walkenried war am Samstagmorgen verriegelt, obschon er eigentlich hätte geöffnet sein sollen, und mit ihm auch der Vorraum, wo die Infohefte zum Ersatzverkehr liegen… Das war schon mal ein guter Anfang. Drinnen war allerdings jemand, denn die Schranken schlossen sich rechtzeitig. Bahnhof also besetzt, der Diensthabende nur nicht der Ausgabe von Fahrscheinen mächtig – aber muss man dann gleich den ganzen Bahnhof zuschließen? Wohl eher nicht. Der elektronische Anzeiger verkündete per Laufband unverdrossen, dass zwischen Herzberg und Northeim keine Züge, sondern Busse fahren. Eine begleitende Ansage vom Band gab es leider nicht.

SEV

Eine Gruppe englisch sprechender Musiker nebst netter weiblicher Begleitung wollte um 9.03 in Richtung Northeim mit. Wenn das man gut geht, dachte ich so bei mir. Sonst hielt sich der Andrang in Grenzen. Ist bei SEV eigentlich immer so. Was ich vermisst habe (aber das kann ja noch werden), ist ein Mitarbeiter der Reisendenzählung. Da man an beiden Streckenenden kaum noch weiterkommt, wäre dies ja eine gute Gelegenheit, einen Fahrgastrückgang zu konstatieren…

Der Zug kam pünktlich und wies als Fahrziel „RB80 Göttingen“ aus. Dort, soviel war klar, würde er nun gewiss nicht hinfahren. Versprochen war ja eigentlich, dass der Zug nach Braunschweig fahren würde. In Bad Lauterberg-Barbis stand noch immer „Göttingen“ als Ziel, aber kurz nach der Abfahrt kam eine Durchsage des Triebwagenführers, wonach dieser Zug nach Braunschweig fahren würde und Fahrgäste nach Northeim bitte in Herzberg zum Bus umsteigen sollten. Das wiederum hatten auf die Schnelle nicht alle mitbekommen, schon gar nicht die ins englische Gespräch vertieften Musiker, die in Herzberg unverdrossen zum Gleis 4 marschierten. Dort hätten sie bestenfalls wieder nach Walkenried zurück gelangen können, wurden aber vom darob informierten Fahrzeugführer wieder eingefangen.

Ein SEV-Bus stand auch schon da, sogar ein ganz ordentlicher niederfluriger der Firma Weihrauch. Es gab auch einen sehr engagierten Fahrer, der sich um Informationen bemühte, die er nicht hatte. Zum Beispiel um die, auf welche Züge er in Herzberg denn nun eigentlich warten solle. Auf seinem Zettel standen nur die reinen Fahrzeiten seines Busses, sonst nichts. Ärgerlich, vor allem dann, wenn – wie fast immer – der Zug aus Braunschweig Verspätung hat. Eine Kommunikationslinie zum Fahrdienstleiter, der in Sicht- und Hörweite sitzt, ist offenbar nicht vereinbart. Mein Fahrer hatte sich auf eigene Faust im Zug das Heft besorgt, welches den Fahrgästen offeriert wird, und studierte darin, als wir einstiegen. Wegen des verspäteten Zuges aus Braunschweig fuhren wir ebenfalls leicht verspätet ab. Der Fahrplan jedoch ist zunächst recht auskömmlich. Vor allem deswegen, weil in Hattorf keine Schleife in die Bahnhofstraße gefahren wird wie im Heft angekündigt, sondern schlicht an der Durchgangsstraße gestoppt wird. Die gewonnene Zeit haben wir hier und später in Wulften abgestanden. Aber es waren nur wenige Treckerfahrer unterwegs – Zeit also, die immerhin und im Unterschied zu Wulften und Katlenburg gekennzeichnete Haltestelle des SEV zu knipsen. Wie im VSN üblich, fehlt links der Aushang mit den Fahrpreisen. Nützt ja auch niemandem, weil die Zuordnung der Orte zu den Preisstufen nach Belieben geändert wird. Also kann man das Ding auch gleich weglassen. Für den SEV ist es ja sowieso ohne Belang, aber ein Aushang mit den Abfahrtszeiten in Richtung Northeim hätte hier, reichlich weit vom Bahnhof entfernt, schon etwas gebracht.

Wie die Leute hier, fernab des Bahnhofs, an ihre Fahrscheine kommen, überlässt die DB klugerweise ihnen. Erst ein paar hundert Meter zum Bahnhof traben, dort lösen und ein paar hundert Meter wieder zurück, um in den Bus einzusteigen. Das ist doch mal ein Service! Das Problem stellt sich nur hier, in Wulften befindet sich die SEV-Haltestelle nur rund 50 m vom Bahnhof entfernt und in Katlenburg liegt sie unmittelbar daneben, dafür sind diese beiden Halte aber auch nicht gekennzeichnet.

In Katlenburg geht es über eine Jeep-Teststrecke von der Haltestelle wieder zurück auf die Hauptstraße, in Northeim gibt es an der ersten ernst zu nehmenden Ampel an diesem harmlosen Samstag einen nur kleinen Rückstau, so dass wir den Bahnhof 2 Minuten vor der eigentlichen Ankunft erreichen. Zeit also, um auch mit Gepäck den „metronom“ nach Hannover zu erreichen. Nach Göttingen hat man ohnedies Zeit. Wenn allerdings, so der gut informierte Fahrer, erst einmal die Bahnübergänge im Stadtzentrum gesperrt werden, ist eine verspätete Ankunft am Northeimer Bahnhof quasi vorprogrammiert. Das „Rotkäppchen“ des Bahnhofs war bei der Ankunft des Busses nirgendwo zu sehen.

Unser korrekt beschilderter Bus harrte nun der Dinge, die kommen sollten. Und das waren zunächst ein paar Umsteiger vom „metronom“ aus Göttingen. Dann kam doch noch Bewegung in die Szene, denn das „Rotkäppchen“ erschien und informierte über eine vierminütige Verspätung des „metronom“ aus Hannover mit dem Versprechen, nach der Ankunft wieder aufzutauchen und das Zeichen zur Abfahrt zu geben. Genau dies geschah auch. Umsteiger gab es freilich nicht, da der Anschluss in den einschlägigen elektronischen Medien verschwiegen wird. So ging es denn mit kleiner Besetzung nach Herzberg zurück. Im Bereich Lindau passieren sich die zwischen Herzberg und Northeim pendelnden Busse, so dass man nicht allzu viel Grips braucht, um dahinter zu kommen, dass der gesamte SEV mit genau 2 Bussen abgesichert wird. Hoffentlich melden sich da alle sommerlichen Reisegruppen auch an…

Die Fahrzeit in der Gegenrichtung ist wegen der recht unkritischen Einfahrt in Herzberg entspannt. Trotz mehrminütiger Abfahrtsverspätung und eines landwirtschaftlichen Gespanns vor Hattorf waren wir 5 Minuten vor Plan am Herzberger Bahnhof. Das konnte man von den Zügen wiederum leider nicht behaupten: Der aus Nordhausen kam mit zwei und der aus Braunschweig mit fast üblichen 8 Minuten Verspätung herein. Aber der Fahrer – jedenfalls dieser – wusste ja nun Bescheid: Wenn zwei rote Züge drin sind, kann wieder nach Northeim abgefahren werden. Für einen „Kümmerer“ in Herzberg hat es bei der Deutschen Bahn ja wieder einmal nicht gereicht. Sollen die Reisenden doch sehen, wie sie zurecht kommen!

Den letzten Adrenalinschub gab es dann in der verspäteten Regionalbahn nach Nordhausen. Zwei ratlose Damen mit Koffern schauten mich an: Da kam eben die Durchsage, dass der Zug hier endet. Also müssen wir doch raus? Nein, bleiben Sie ruhig sitzen… Das Fahrziel „Nordhausen“ wurde allerdings erst eingeblendet, als unser Zug schon fast in Bad Lauterberg-Barbis war. Aber das wissen wir ja schon: Die Technik…

Bahnhof Herzberg

Fazit: Im Grunde alles in Ordnung. Die Informationspolitik aber – wie nahezu immer – schwach und den Ereignissen hinterher hinkend. Natürlich müssen die Busfahrer wissen, dass sie in Herzberg zwei Züge abzuwarten haben, es sei denn, der Braunschweiger ist so gehörig verspätet, dass man, wie beim Zug ja häufiger der Fall, den Bus abfahren lassen muss. Nur: Wer sagt dem Fahrer das? Gestikuliert der Fahrdienstleiter von seiner Kanzel herab in der Hoffnung, bemerkt zu werden? Oder gibt man den Busfahrern eine Telefonnummer des Fahrdienstleiters mit dem Auftrag, vor Abfahrt stets nachzufragen? Der Zugnummernwechsel in Herzberg bereitet offenbar unlösbare Probleme. Es scheint nicht möglich, von vornherein „Braunschweig“ und „Nordhausen“ als eigentliche Fahrziele zu kommunizieren. Das Heft schweigt sich an der entscheidenden Stelle, nämlich in der Fahrplantabelle, dazu ja auch aus. Die Haltestellen sind mäßig bis gar nicht als SEV-Halte markiert. Wohlgemerkt: Es geht ja nicht um 2 bis 3 Tage, es geht um mehr als 4 Wochen in einer Zeit, in der gerade viele nicht ortskundige Kunden reisen. Da muss man schon ein wenig mehr tun.

Das A und O sind jedoch pünktlich verkehrende Züge. Bei den Braunschweigern ist mal wieder der Wurm drin, die „metronome“ aus Hannover packen es offenbar auch nicht mehr richtig, und dazwischen hängt ein einsamer Bus mit einem Fahrer, der im Zweifel eigenständig entscheiden soll. Das ist eindeutig zu viel verlangt und verlagert das Risiko an den falschen Ort. Die Bahn muss dafür sorgen, dass die Voraussetzungen stimmen: Pünktliche Züge und, falls dies nicht gelingt, Leute, welche die hin- und herpendelnden Busfahrer entsprechend informieren. Und dies, siehe Northeim, auch vor 8 und nach 20 Uhr.

Neues „Harz-Kursbuch“ für den Sommer 2015 erschienen

(Pressemitteilung der Initiative „Höchste Eisenbahn für den Südharz“)

„Auch wenn der Zustand des öffentlichen Nahverkehrs am und im Harz nicht gut ist – wir geben nicht auf und werden weiter für die Nutzung von Bahn und Bus werben“ beschreibt Michael Reinboth von der Initiative „Höchste Eisenbahn für den Südharz“ den Hintergrund, vor dem das neue, ab 25.04. gültige „Harz-Kursbuch“ der Initiative erarbeitet worden ist. Aktuell geben die wiederholten und nicht mehr nachvollziehbaren Streiks der GdL und der Stillstand in Tariffragen („HATIX“) Anlass zur Sorge.

Gleichwohl haben die Aktiven der Initiative wieder keinen Aufwand gescheut und auf 200 Seiten Informationen über alle im und am Harz verkehrenden Bahn- und Buslinien zusammengetragen. Die einheitlichen Fahrplantabellen werden durch mehrere Übersichtskarten zum Nah- und Fernverkehr, Hinweise zu den Harzer Knotenpunkten, zu Ausflugszielen und Wanderwegen und einiges mehr ergänzt. Der Stand aller Fahrpläne entspricht Mitte April 2015. Für die Harzer Schmalspurbahnen ist deren Sommerfahrplan, der am 25.04. in Kraft getreten ist, enthalten. Auch die jüngste Entwicklung im Wippertal, wo die historische „Wipperliese“ ihren Betrieb einstellen musste und durch mehrere Buslinien ersetzt wird, wurde berücksichtigt.

Der Untertitel des rein ehrenamtlich erstellten mit 2,00 € und nach wie vor sehr preiswerten Buchs lautet neu „Reisen und Wandern mit Bahn und Bus im Harz“ und trifft damit die Intention der Initiative recht genau. Denn wie man sich mit dem ÖPNV rund um den und im Harz bewegen und was man alles unternehmen kann, ist diesem Werk gut zu entnehmen. „Natürlich können wir nicht alle Baustellen und Umleitungen abbilden, die sich im Laufe des Jahres ergeben. So aktuell kann nur das Internet sein. Aber wo immer möglich, haben wir auch Hinweise hierauf berücksichtigt. Außerdem sind weiterführende Hinweise zu den Informationsquellen aller Verkehrsbetriebe und Verbünde im Harz enthalten“ erläutert Reinboth. Das „Harz-Kursbuch“ wurde bereits an alle bekannten Verkaufsstellen ausgeliefert und kann ab sofort dort oder bei der Initiative erworben bzw. angefordert werden.

Harzkursbuch 2015

Neue Bushaltestelle in Bad Lauterberg-Barbis verkürzt Umsteigewege

Der Haltepunkt Bad Lauterberg-Barbis hatte schon fast alles, was der Kunde erwarten kann: Wartehäuschen und Fahrkartenautomaten auf beiden Bahnsteigen zum Beispiel, aber auch ein elektronisches Kundeninformationssystem. Was fehlte, war eine Bushaltestelle, die Kunden, welche von den Zügen kommend in Richtung Bad Lauterberg wollen oder aus Richtung Bartolfelde vom Bus zum Zug umsteigen, den Weg verkürzt. Hier wurde nun durch die Stadt Bad Lauterberg mit Hilfe des Zweckverbandes Verkehrsverbund Süd-Niedersachsen (ZVSN) Abhilfe geschaffen. An der neuen Haltestelle „Barbis Bahnhof, Nordseite“ stoppen nun alle Busse der Hahne-Linie 471 auf dem Weg von Bad Sachsa nach Bad Lauterberg.

In der Gegenrichtung gab es diese Haltestelle schon immer, in Richtung Stadtzentrum konnte sie erst in Angriff genommen werden, nachdem der Verkehr sich auf die neue Umgehungsstraße verlagert hatte. Nun aber ist sie da. Die Kunden haben in Bad Lauterberg-Barbis jetzt vier Bushaltestellen zur Verfügung, denn zu den beiden bahnhofsnahen für die Linie 471 gesellen sich noch die zwei von den RBB-Bussen der Linie 450 angefahrenen Halte in der Straße „Am Roßholz“. In vorbildlicher (und bundesweit in dieser Form auch einmaliger) Weise weist die Deutsche Bahn Station & Service mit Hilfe der Initiative „Höchste Eisenbahn für den Südharz“ in seinen beiden Infokästen an den Bahnsteigen auf alle vier Haltestellen und die dort abfahrenden Omnibusse hin.

Barbis

Bus-Fahrpreis zwischen Walkenried und Bad Sachsa steigt um 30 %

Eine kleine unscheinbare Mitteilung des Verkehrsverbundes Süd-Niedersachsen (VSN), noch dazu mit einem harmlos klingenden Hinweis auf die Einführung neuer Tarifpunkte und damit einher gehenden Korrekturen von „tariflichen Ungerechtigkeiten“, vor kurzem erschienen im Harzkurier, bringt für den Omnibus-Linienverkehr rund um Walkenried eine exorbitante Fahrpreissteigerung auf der wichtigsten Relation des Busverkehrs mit sich. Durch die Einführung eines neuen Tarifpunktes „Neuhof“ konnte der Tarifpunkt Bad Sachsa aus Walkenrieder Sicht von Preisstufe 1 in Preisstufe 2 gehievt werden. Zwar hat sich die geographische Lage von Bad Sachsa in Bezug auf Walkenried nicht verändert, aber der Fahrpreis tut es schon, denn er steigt von schon heute kaum noch zu rechtfertigenden 2,40 € pro Einzelfahrt auf nunmehr 3,20 € pro Einzelfahrt an. Das sind satte 30 % Fahrpreiserhöhung – und dies mal eben so und außerhalb der bereits am 1.4. erfolgten allgemeinen Preisrunde, die Anhebungen um 3 bis 5 % mit sich brachte.

Die Fahrpreise auf anderen Relationen wie Walkenried – Bad Lauterberg, Walkenried – Herzberg oder Walkenried – Osterode verändern sich nicht. Die dort geltenden Preisstufen bleiben wie sie waren – bis zur Entdeckung von zu beseitigenden „Ungerechtigkeiten“ auch hier. Darauf können wir getrost warten. Zwischen Walkenried und Bad Sachsa werden natürlich nicht nur die Einzelkarten teurer, sondern auch alle übrigen Fahrscheine, darunter auch die Schülerzeitkarten. Wer eine BahnCard 25 besitzt, fährt nach der Schließung dieser Gerechtigkeitslücke zwischen Walkenried und Bad Sachsa nach Nordhausen (mehr als drei Mal so weit) zum Bahntarif für den gleichen Preis. Nach Ellrich ist es allemal deutlich billiger. In das 24 km entfernte Braunlage kostet der Einzelfahrschein 3,50 € und gilt bis Oderbrück oder Sankt Andreasberg. Keine Frage: Hier geht es nicht um „gerechte“ Fahrpreise, sondern schlicht und ergreifend um die Erhöhung der Einnahmen, was wegen des beachtlichen Schülerstromes nach Bad Sachsa auch gelingen dürfte. Einzelfahrgäste werden allerdings künftig eher ausbleiben, da zum Beispiel ein Ehepaar für eine Busfahrt nach Bad Sachsa und zurück ab 1.8. selbst bei Nutzung der „rabattierten“ Viererkarte rund 12 € hinblättern muss.

Mit der Preisstufe 1 reist man ab Walkenried im VSN nur noch nach Wieda und Zorge (obschon die Entfernung bis an die jeweils oberen Ortsenden deutlich weiter ist als die nach Bad Sachsa) sowie nach Neuhof. Zu welcher Tarifstufe der bekanntlich in Neuhof liegende Bahnhof Bad Sachsa künftig gehört, muss ausprobiert werden. Die Landesnahverkehrsgesellschaft hat als Aufsichtsbehörde die drastische Preiserhöhung, die sich jenseits aller Preisschübe für Diesel oder Löhne bewegt (diese werden ja durch die „normale“ jährliche Preisanhebung ausgeglichen), bereits genehmigt. Eine Beteiligung Dritter ist in solchen Fällen nicht vorgesehen.

Michael Reinboth, der sich seit Jahrzehnten auch für den Busverkehr in unserer Region eingesetzt hat, zieht denn auch ein trauriges Fazit: „Der VSN war schon immer der teuerste und schlechteste Verbund in Deutschland und hat die kümmerlichste Auswahl an Fahrscheinen, die man sich vorstellen kann – nichts für Senioren, nichts für nach 9 Uhr reisende Fahrgäste, nichts für Touristen und so weiter. Mit dieser neuen Runde wird er seinem Ruf als reine Einnahmeerhöhungsmaschine einmal mehr gerecht.“ Reinboth wird seine Bemühungen im Rahmen der Initiative „Höchste Eisenbahn für den Südharz“ in Zukunft nur mehr auf den Schienenverkehr konzentrieren. Denn sowohl der DB-Tarif wie auch der „Niedersachsen-Tarif“, der leider erst außerhalb der Verbundgrenzen wirkt, richten sich schlicht und ergreifend nach der zurückgelegten Entfernung…

ÖPNV-Treffen in Walkenried

Ein Zug, zwei Busse, viele Fahrgäste – gegen 14 Uhr herrscht am Bahnhof Walkenried viel Leben (Foto: Michael Reinboth)

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