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Eisenbahnmuseum

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Eine wunderschöne Fachwerkstadt und Deutschlands ältester Bahnhof…

… stehen auf dem Programm der herbstlichen Busfahrt des Vereins für Heimatgeschichte am Samstag, den 5. Oktober 2013. Also geht es nach Rothenburg ob der Tauber, Nürnberg oder Fürth?

Weit gefehlt. Nach dem Motto „Warum in die Ferne schweifen“ geht die Reise, welche in Walkenried um 8.15 Uhr beginnt, in das nördliche Harzvorland nach Osterwieck und Vienenburg.

Osterwieck – ein wenig bekanntes Kleinod am Fallstein

Zunächst steht ein etwa zweistündiger Stadtrundgang durch die kleine Stadt Osterwieck am Fallstein auf dem Programm. Hier gibt es allein 160 Fachwerkbauten aus der Zeit vor 1640, die Stilrichtungen Gotik, niedersächsisches Fachwerk, Renaissance und Barock sind vertreten. Dazu wird die interessante Stadtkirche St. Stephani aufgesucht und natürlich der „Walkenrieder Hof“ besehen, denn die Walkenrieder Mönche unterhielten in der im Mittelalter bedeutenden Handwerks- und Handelsstadt eine eigene Niederlassung. Der Bestand an Fachwerkbauten ist höchst bemerkenswert, weil es wenig Zerstörungen und nur begrenzte Stadtbrände gegeben hat.

Osterwieck

Blick auf Osterwieck (Foto von Wikipedia-Autor Hejkal, Lizenz: CC-BY-SA-2.0-DE).

 

In Osterwieck ist auch die Mittagspause vorgesehen, bevor es vorbei am Grab des „Wilden Jägers“ – er ruht in der Nähe von Osterwieck, wenn er nicht gerade durch die Lüfte braust oder in Walkenried einen Auftritt hat – nach Vienenburg geht. Kurze Zwischenstopps gibt es je nach Zeitbudget an der Wasserburg Wiedelah und/oder am Kloster Wöltingerode. Aber wir lassen und nicht hetzen – es ist eine Ausflugsfahrt und keine Flucht!

175 Jahre und immer noch aktiv: Bahnhof Vienenburg

Die ältesten deutschen Bahnhofsgebäude stehen beide im nördlichen Harzvorland. Das ist einmal Schladen, aber noch älter – und als Knotenpunkt auch bedeutender – ist Vienenburg. Das Gebäude entstand mit dem Bau der Bahnstrecke Braunschweig – Bad Harzburg 1838 und wurde später, als Vienenburg eine steile Karriere als Bahnknoten machte, erweitert, unter anderem um den so genannten „Kaisersaal“. Bis 1945 spielte Vienenburg als Kreuzungspunkt der Strecken Braunschweig – Bad Harzburg und Kreiensen – Goslar – Halberstadt mit mehreren täglichen D-Zügen und einem großen Rangierbahnhof eine beachtliche Rolle, von der nach der Grenzziehung fast nichts mehr blieb. Nach der Wende wurde die Strecke Vienenburg – Halberstadt in veränderter Form wieder aufgebaut. Heute birgt der Bahnhof ein sehr schönes Eisenbahnmuseum mit großem Freigelände und einer Modellbahnanlage, die den alten Zustand des Bahnhofs um 1950 herum zeigt. Daneben ist dort ein Cafe untergebracht, in dem die müden Knochen ein wenig ausruhen können, bevor es über den Harz zurück nach Walkenried geht. Die Rückkehr ist für 18 bis 18.30 Uhr vorgesehen.

Wer diese beiden hoch interessanten Ziele noch nicht angesteuert hat und neugierig ist oder aber wer ganz einfach dort mal wieder hin will, kann sich in nächster Zeit beim 2. Vorsitzenden des Geschichtsvereins, Herrn Schaper in Bad Sachsa, Telefon (05523 / 3471) anmelden. Die Fahrt wird einschließlich der umzulegenden Kosten für die Stadt- und Museumsführungen ca. 20 € pro Person kosten.

Mit Volldampf in das Frühjahr

Eine Sonderfahrt der „Eisenbahnfreunde Vienenburg“ führte am Sonntag (21.4.) rund um den Harz über Klostermansfeld wieder zum Ausgangsort Vienenburg. Dabei wurde auch die Südharzstrecke befahren, und am Walkenrieder Bahnhof gab es wegen der Überholung durch einen und der Kreuzung mit einem weiteren planmäßigen Triebwagen 30 Minuten Aufenthalt. Im Nachbarort Ellrich sorgte die Feuerwehr dann für neues Wasser im Tender.

Dampflok

Reichlich Qualm im Blumenberg. Nach Durchfahrt des Zuges war noch lange der typische Geruch der Dampflokzeit wahrnehmbar – für den Eisenbahnfreund besser als jedes Parfum…

 

Leider war den Eisenbahnfreunden das Wetter nicht ganz hold, jedenfalls nicht am Vormittag. Dennoch: Mit einer gewissen Dynamik legt sich die Zuglok des Sonderzuges in die Kurve hinter dem Einschnitt am Sachsenstein. Der Heizer lehnt vergnügt aus dem Fenster und freut sich über den reichlich erzeugten Dampf, dessen Schwärze darauf hindeutet, dass er gerade noch einmal nachgelegt hat. Die Lokomotive selbst ist eine so genannte „Kriegslok“ der Baureihe 52, im Zweiten Weltkrieg massenhaft (knapp 6.300 Stück) produziert, damit die Räder für den Sieg rollen konnten.

Das hervorragend unterhaltene Exemplar, welches hier am Fotografen vorbeirollt, stand noch lange bei der Reichsbahn der DDR in Betrieb und wurde von dieser auch umgebaut („rekonstruiert“), worauf der eckige Kasten des Speisewasser-Vorwärmers vor dem Schornstein hinweist. 70 km/h darf sie laufen und ist 1.600 PS stark. Der Tender ist ein sogenannter „Wannentender“.

Eisenbahnmuseen in Vienenburg – und auch in Zorge

In Vienenburg befindet sich übrigens das älteste noch im Original erhaltene Bahnhofsgebäude Deutschlands mit einem später ergänzten Kaisersaal und einem sehr sehenswerten Eisenbahnmuseum mit Modellbahnanlage. Wer den Walkenrieder Bahnhof und die frühere Südharzbahn nach Braunlage im Maßstab 1:87 nacherleben will, der wende sich an die „Südharzer Eisenbahnfreunde“, ganz genau an Lothar Deutschbein in Walkenried, denn dieser Verein unterhält in der alten Zorger Schule eine bemerkenswerte Modelleisenbahn-Anlage des Walkenrieder Bahnhofs nebst Tunnel sowie eine kleine Anlage, auf welcher sich die Kleinbahn durch Wieda schlängelt, und führt beides auch gerne vor.

Zugtreffen

Alt und neu am Walkenrieder Bahnhof. Um 10.03 verlässt die Regionalbahn nach Bodenfelde den Bahnhof. Kurz darauf wird auch der Sonderzug wieder losdampfen.

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