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Neue Angebote machen Süd- und Westharzstrecke attraktiver

Bei der Initiative „Höchste Eisenbahn für den Südharz“ ist man über zwei neue tarifliche Angebote im Niedersachsen-Tarif, die die NITAG vor einigen Tagen vorgestellt hat, sehr erfreut. „Mit diesen Angeboten wird das Reisen auf unseren beiden Strecken Göttingen – Nordhausen und Braunschweig – Herzberg noch attraktiver. Weitere Schritte im Hinblick auf eine gemeinsame Vermarktung des ganzen Harzes für Bahn und Bus müssen sich allerdings anschließen“ formuliert Spreche Michael Reinboth. „Aber die NITAG hat uns hier positiv überrascht. So kann es weitergehen.“

Spar-Ticket für 6 € bis 50 Kilometer

Ein für ganz Niedersachsen geltendes Angebot ist das neue „Spar-Ticket“, welches eine Fahrt für 6 € bis zu einer Entfernung von 50 Kilometern ermöglicht. Das Ticket gilt wie das Niedersachsen-Ticket von Montag bis Freitag ab 9 Uhr und am Wochenende ab 0 Uhr für den gesamten Tag bis 3 Uhr des Folgetages. In den Sommerferien gilt es – entsprechend der Regelung für das Niedersachsen-Ticket – an allen Tagen ab 0 Uhr. Pro Ticket können 3 Kinder von 6 bis 14 Jahren kostenfrei mitfahren. Kinder unter 6 Jahren reisen ohnehin kostenfrei. Es gelten ansonsten die Regelungen des Niedersachsen-Tickets, also die Pflicht zur Eintragung der Reisenden auf dem Fahrschein und die Mitnahme eines Lichtbildausweises.

„Zwar können wir das Ticket wegen unserer Randlage nur in zwei Richtungen wirklich nutzen, aber da bringt es eine ganze Menge. Welche Ziele pro Startbahnhof einbezogen sind, kann man einer Karte auf der Homepage des Niedersachsen-Tarifs entnehmen. Für Relationen wie Osterode – Seesen – Goslar oder Osterode – Salzgitter-Bad bringt das Ticket einen echten Mehrwert, weil hier die Grenzen des VSN überschritten werden und die hoffentlich bald kommenden Angebote des VSN hier nicht gelten“ erläutert Reinboth.

„Nordhausen plus“ bringt eine Ausdehnung des Niedersachsen-Tickets

Ein wirklicher Hammer ist das neue „Niedersachsen-Ticket plus Nordhausen“. Die Stadt in Thüringen ist nach Groningen in den Niederlanden das zweite Ziel, welches über die Landesgrenze hinaus mit dem Niedersachsen-Ticket und einem kleinen Aufpreis erreicht werden kann, und dies ausschließlich über die Südharzstrecke und den „Grenzübergang“ Walkenried – Ellrich. „Aus ganz Niedersachsen wird es damit erheblich einfacher und vor allem deutlich preiswerter, mit dem Zug in die Südharzmetropole zu reisen, wo man dann zum Beispiel die Züge der Harzquerbahn erreicht.“ Vor allem aber können auch die Nordhäuser oder Ellricher künftig mittels dieses Tickets ganz Niedersachsen sehr bequem und preiswert erreichen. Das Ticket kostet 27 € und pro weiteren Mitfahrer 6 €. In Niedersachsen kann man damit auch viele Straßenbahnen und Stadtbusse nutzen. Das Ticket gilt wie das normale Niedersachsen-Ticket auch in Hamburg und Bremen.

„Wir freuen uns riesig über die Einbeziehung gerade von Nordhausen. Seit vielen Jahren prangern wir die Tarifgrenze zwischen Walkenried und Ellrich als ein Hindernis für die Nutzung unserer Strecken an. Mit Nordhausen plus entfällt nun eine Hürde. Das ist hervorragend, und wir bedanken uns bei allen, die die Umsetzung unterstützt und ermöglicht haben“ führt Reinboth aus. Für Nordhausen werden damit auf einen Schlag gleich drei weitere Bundesländer gut und billig erreichbar. Die Stadt und der Kreis haben nun tatsächlich die Möglichkeit, von der Grenze zu Polen bis zum Nordseestrand mit preiswerten Ländertickets zu reisen.

Und da hakt Reinboth nach: Im Nordharz gebe es schon die Möglichkeit, aus Sachsen-Anhalt bis Goslar zu fahren. Nun sei Nordhausen hinzugekommen. „Was wir aber brauchen, ist ein Ticket, welches den gesamten Harz umfasst und das Reisen mit Bahn und Bus rund um und in unserem Gebirge wirklich einfach und hindernisfrei gestaltet. Hieran muss unter anderem „Ein Harz“ weiter intensiv arbeiten. Wir freuen uns über das erreichte Zwischenziel, wollen aber mehr für den Harz erreichen.“

KZ-Gelände Ellrich/Juliushütte wurde gemeinsam aufgeräumt

Die Beteiligung am samstäglichen Arbeitseinsatz im Gelände des KZ Ellrich/Juliushütte war beeindruckend. Etwa 60 Menschen hatten sich eingefunden, um über mehrere Stunden hinweg die arg heruntergekommenen Reste des KZ wiederherzurichten und den Rundweg von Müll, überhängenden Zweigen und anderem zu befreien.

Arbeitseinsatz Juliushütte

Vor dem Gelände: Andreas Heise aus Ellrich gibt Erläuterungen. Achim Schridde und Claus Koch machen sich bereit.

 

Besonders erfreulich war die Beteiligung aus Walkenried, denn knapp die Hälfte der Arbeitswilligen kam aus dem Klosterort. Daneben waren viele Ellricher, die „Jugend für Dora“ und einige Bewohner aus den Nachbarorten mit dabei. „Die Walkenrieder“, so fasst es Michael Reinboth zusammen, „haben Flagge gezeigt und damit unterstrichen, dass ihnen das, was dort zwischen 1944 und 1945 an Schrecklichem passierte, keineswegs egal ist.“

Der Einsatz wurde dadurch erschwert, dass „Sabine“ in der letzten Woche doch noch einiges umgeworfen hat, was zusätzlich aus dem Weg geräumt werden musste. Nach Einweisung der drei Arbeitsgruppen ging es ins Gelände. Es wurde nicht nur aufgeräumt, gesägt und geschnitten, sondern es wurden auch neue Pfosten gesetzt, Schilder angebracht und gereinigt und einiges mehr. Immer in Abstimmung mit dem Naturschutz, weswegen einiges eben auch weiterhin unter Bäumen und Büschen verborgen bleiben wird.

Arbeitseinsatz Juliushütte

Zur besseren Kennzeichnung des Rundweges wurden neue Pfosten und Schilder gesetzt.

Arbeitseinsatz Juliushütte

Zur besseren Kennzeichnung des Rundweges wurden neue Pfosten und Schilder gesetzt.

 

Der Gedenkstein auf Walkenrieder Seite wurde wieder in seinen Ursprungszustand versetzt. „Das wird nicht allen so zusagen, vor allen jenen nicht, die sich in den letzten Jahren sehr um den Zustand des Steins gekümmert haben und die wir um Verständnis bitten. Aber Buchsbaumhecken gehören dort nicht hin – sie haben schon begonnen, sich im Umfeld breit zu machen“ erläutert Michael Reinboth. Im Nachgang wird der Sockel noch mit Gipsgestein „umkränzt“, also Gestein, welches für das Gelände charakteristisch ist. Soweit zu vernehmen war, wollen die Landesforsten den neben dem Stein stehenden Baum noch fällen.

Gedenkstein KZ Juliushütte

So sieht der Stein jetzt wieder aus. Der Sockel wird noch abgedeckt werden.

Seidelbast

Ringsum blüht mitten im Februar schon der geschützte Seidelbast.

 

Der Rundweg wurde mit Schildern, die „Jugend für Dora“ angefertigt hat, besser kenntlich gemacht. Den Walkenrieder fiel hierbei auf, dass die Beschreibung des „Bewacherlagers“, also der eigentlichen Juliushütte, samt ihrer Vor- und Nachgeschichte doch sehr dürftig ausfällt und zudem ausgesprochen uneinheitlich wirkt. „Da gibt es Schilder des Rundweges, Schilder des Karstwanderweges, eine alte Tafel dieses Weges, aber nichts, was die Juliushütte und ihre Gebäude sowie ihre bewegte Geschichte wirklich beschreibt. Es fehlt auch das Kapitel 1964“ meint Reinboth. „Das möchten wir gern ergänzen und werden uns hierzu mit Dr. Wagner von den Niedersächsischen Gedenkstätten abstimmen.“ Zwei Pfosten wurden schon „auf Vorrat“ gesetzt. Als Beispiele nennt Reinboth die Kammern zur Lagerung des Sprengstoffs der Gipswerke und die Reste von zwei „Harzer Kochern“, die den Besuchern Rätsel aufgeben und zu Fehlinterpretationen führen.

Arbeitseinsatz Juliushütte

Viel zu tun gab es, um die Fundamente sichtbar zu machen. Hoffentlich nicht nur bis zum nächsten Sturm (Foto: Meike Helbing).

Arbeitseinsatz Juliushütte

Nach Ende der Arbeiten gab es bei Kaffee und Bratwurst noch einiges zu bereden (Foto: Meike Helbing).

 

Am 2. März findet um 19 Uhr in der Walkenrieder Gemeindebücherei eine kleine „Einweisung“ in die Geschichte der Juliushütte statt. Besonders die Ellricher hatten darum gebeten, etwas mehr über diesen fast unbekannten, bis 1945 „heimlichen Stadtteil“ von Ellrich zu erfahren.

Geschichtsverein geht den Spuren des Tunnelbaus nach

Vor 150 Jahren wurde der Walkenrieder Tunnel gebaut, seit 149 Jahren rollen Züge durch ihn hindurch. Dennoch ist es kein Tunnel wie jeder andere, denn der Gipskarst des Himmelreichs bot vielerlei Überraschungen und bereitete den Tunnelbauern und später der Eisenbahn einige Probleme. Nachdem die Geschichte des Tunnels bereits in einem Vortrag aufgearbeitet wurde, bietet der Geschichtsverein nun eine Exkursion in das Himmelreich an, um – im Rahmen des Erlaubten – an Ort und Stelle den Karsterscheinungen, dem Tunnel- und dem Stollenbau nachzugehen.

Die Exkursion beginnt am 5. Mai um 15 Uhr an der Anruf-Bahnschranke in der Itelsbreite. Dort gibt es keine Parkmöglichkeiten, so dass vom Klosterparkplatz bis zur Schranke ein kleiner Fußweg über die Schäferbrücke erforderlich ist. Wer diesen Anmarsch und entsprechend den Rückweg scheut, kann sich um 14.45 Uhr am Klosterparkplatz einfinden. Von dort wird ein Shuttle bis zur Itelsbreite eingerichtet. Entsprechend kann man nach Ende der Tour, die gut 2 Stunden in Anspruch nehmen wird, von der Itelsbreite wieder bis zum Parkplatz zurückgebracht werden. Der Geschichtsverein bittet darum, nicht im Bereich der Anrufschranke „wild“ zu parken.

Für die Exkursion ist gutes Schuhwerk erforderlich. Es geht bergauf ins Himmelreich zur „Tunnelmitte“, über die Klippen wieder bergab und dann noch einmal unten herum entlang des Itelteichs zur Itelschwinde und zum Einstieg des Seitenstollens. Neben Geschichtlichem – zur Eisenbahn kommen noch Pferderennbahn und Ereignisse der Nachkriegsjahre – bleibt auch noch Zeit für die Anfang Mai sehr schöne Pflanzenwelt des kleinen Gipsrückens.

Bei sehr schlechtem Wetter (Dauerregen und/oder Sturm) wird die Exkursion verschoben.

Auskunft erteilt Michael Reinboth, Telefon 05525 / 1550.

Himmelreichtunnel

Sonderfahrt von Pro Bahn nach Ellrich am 11. März

Liebe Walkenrieder, liebe Geschichtsfreunde,

ich möchte nicht versäumen, Sie auf eine zwar fahrzeugtechnisch unspektakuläre, aber dennoch interessante Sonderfahrt am kommenden Sonntag aufmerksam zu machen. Um ca. 12.10 Uhr passiert ein Triebwagen VT640 (fährt hier sonst nicht) unseren Bahnhof in Richtung Ellrich, lädt dort die Gäste aus, kommt leer wieder zurück, wartet hier in Walkenried die Begegnung mit den Regelzügen ab und fährt wieder nach Ellrich, um dort um 13.30 die Gäste wieder einzusammeln und über Walkenried nach Northeim zurückzufahren.

Grund der Fahrt ist der Bundesverbandstag des Fahrgastverbandes Pro Bahn e.V. in Einbeck. Mit der Sonderfahrt wird nicht nur unsere Südharzstrecke vorgestellt, sondern es werden zwei Ereignisse gewürdigt: 1. Das Jubiläum des Walkenrieder Tunnels (150 Jahre) und 2. die Grenzöffnung durch die Eisenbahner im November 1989. Zwei der damaligen Protagonisten der Bundesbahn erhalten aus diesem Anlass den Bundespreis des Fahrgastverbandes verliehen.

In Ellrich ist der Bahnhof mitsamt Feuerwehr geöffnet. Auch der Luftschutzkeller aus dem 2. Weltkrieg ist zugänglich und kann besichtigt werden. Wer da noch nicht war: Es lohnt sich. Die Stadt Ellrich hat es verstanden, ihren Bahnhof einer sinnvollen Nutzung zuzuführen und ihn weiter fürs Publikum geöffnet zu halten – auch das verdient gewürdigt zu werden. Um 13.30 Uhr wird der Zug stilgerecht von einem „Reichsbahn-Fahrdienstleiter“ mit Original-Befehlsstab gen Westen verabschiedet.

Wer Spaß an so etwas hat, sollte sich die Stunde in Ellrich nicht entgehen lassen.

Michael Reinboth

DDR-Grenzturm

Wachturm an der ehemaligen Deutsch-deutsche Grenze im Gebiet zwischen Hof und Adorf (Foto: Steffen Mokosch, Lizenz: CC BY-SA 3.0), Quelle: Wikipedia).

Sturm zerstört Infotafel im Himmelreich

Die vor einigen Jahren im Zuge des Ausbaus des „Harzer Grenzwegs“ im Himmelreich aufgestellte Informationstafel ist Opfer des starken Sturms geworden, der vor einigen Tagen über Walkenried und Ellrich hinwegfegte. Sie ist nicht mehr reparabel.

Sturmschaden

Eine erste Begehung brachte zudem das traurige Ergebnis, dass die für die Wanderer wichtige Vorderseite der Tafel, die man noch in der benachbarten „Tlusty-Hütte“ hätte aufhängen können, völlig zersplittert ist – womöglich wegen der dicken Plastikbeschichtung Sondermüll. Die intakte Rückseite sagt nicht viel aus. Der Rest kann eigentlich nur noch entsorgt werden.

„Wir Walkenrieder“ hat den Harzklub-Hauptverein über den Verlust informiert. Ob es Ersatz gibt, ist mehr als fraglich, da die Fördermittel für das einstige Projekt aufgebraucht sind. „Wir warten erst einmal die Antwort aus Clausthal ab“ meint Michael Reinboth von den „Walkenriedern“. Eine Bergung der Reste ist derzeit auch nicht möglich, da der Forstweg von mehreren dicken Ästen blockiert ist.

Der Verein hatte erst vor kurzem das Himmelreich vollkommen neu aufgenommen und wird nach deren Fertigsstellung rund 20 neue Harzklub-Schilder mit UTM-Koordinaten anbringen. Darunter sind auch drei Schilder, die auf die geologischen Besonderheiten des Höhenzuges hinweisen – vielleicht ein kleiner Ersatz für die nun zerstörte große Tafel.

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