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Fahrkartenautomat

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Fahrkartenverkauf ab 1. September nur noch am Automaten

Alle Schreiben und Appelle haben nichts gefruchtet. Am Beispiel des Fahrkartenverkaufs im Walkenrieder Bahnhof zeigt sich einmal mehr, was von den Reden der Politiker zur „Bewältigung des demografischen Wandels“ und zur „Förderung des ländlichen Raums“ und speziell zur „Förderung von Südniedersachsen“ zu halten ist: Nichts, aber auch gar nichts. Sie alle haben uns bei den Bemühungen um den Erhalt des personenbedienten Verkaufs bislang im Stich gelassen.

Die Deutsche Bahn hat den bisherigen Vertrag mit der Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) in Hannover über den personenbedienten Verkauf gekündigt, da sie ab 1.9. zum Teil Fahrdienstleiter einsetzt, die nicht mehr im Fahrkartenverkauf geschult sind. Die LNVG wiederum hält den Bahnhof in Walkenried für viel zu unwichtig, um hier eine Ersatzlösung in Gestalt eines Video-Reisezentrums einzurichten, wie sie der Initiative „Höchste Eisenbahn für den Südharz“ in einem sehr ironisch gehaltenen, das Ehrenamt nebenbei mit vermutlich nicht beabsichtigten, aber die Denkweise sehr klar zum Ausdruck bringenden abwertenden Bemerkungen bedenkenden Mail mitgeteilt hat. Motto: Ihr auf dem Lande könnte doch froh sein, wenn überhaupt noch etwas fährt, denn das hängt von unserer Gnade hier in der Landeshauptstadt ab.

Bei maximal 250 Fahrgästen pro Tag in Walkenried sei an ein Video-Reisezentrum nicht einmal zu denken, da dafür mindestens 1.000 Fahrgäste je Tag erforderlich wären. Dass es in den Nachbarorten Bad Sachsa, Ellrich und Bad Lauterberg schon lange keinen personenbedienten Verkauf mehr gibt und die Bewohner dieser Orte bislang oft ebenfalls unseren Schalter aufgesucht haben, zählt bei den Schreibtisch-Strategen aus der Landeshauptstadt nicht. Denn würde man die Fahrgäste dieser Stationen mit hinzurechnen, wäre der Schwellenwert von 1.000 erreicht. Aber so weit zu denken, ist wahrscheinlich entschieden zu viel verlangt.

Den Kampf um eine solche Einrichtung muss man deswegen aber noch nicht aufgeben. Wir haben im Rahmen eines Treffens mit Kreisrat Riethig unsere Auffassung hierzu kundgetan und den Landkreis aufgefordert, hier flankierend tätig zu werden. Alle Bewerber um ein Bundestags- oder Landtagsmandat werden ebenso noch angesprochen werden. Schließlich gibt es Video-Reisezentren u.a. in den Stationen Schladen und Vienenburg, also unmittelbar benachbarten Orten, die jeder für sich die Marke von 1.000 Reisenden auch nicht erreichen. Reisender ist auch nicht gleich Reisender, denn Schüler und Pendler haben einen weitaus geringeren Beratungsbedarf als zum Beispiel Urlauber und Touristen. Der Regionalverband Braunschweig sieht die Dinge – mal wieder – ganz anders als unsere Behörden, aber wir haben uns ja für Göttingen entscheiden müssen.

Parallel hierzu gilt es, Schadensbegrenzung zu betreiben. Da gibt es immerhin einen kleinen Lichtblick, denn die DB Netz, Eigentümer des Bahnhofsgebäudes, hat versichert, den Vorraum „in der kalten Jahreszeit“ von 7 bis 17 Uhr geöffnet zu halten. Hier geht es nun darum, den Begriff „kalt“ möglichst großzügig auszulegen und die Zeit 7 Uhr zu überdenken, da die Pendler und Schüler bereits ab 6 Uhr auf dem Bahnsteig stehen.

Zweitens geht es darum, aus dem vorhandenen Automaten einen größtmöglichen Nutzen zu ziehen. Er kann ja eine ganze Menge, aber man muss sich zurechtfinden. Deswegen planen wir, im Rahmen von „Höchste Eisenbahn“

  1. Mehrere Schulungen am Automaten vor Ort, damit man die gängigsten Fahrscheine – Nordhausen und zurück, Göttingen und zurück, Niedersachsen-Ticket – schnell findet und darüber hinaus auch andere Funktionen des Gerätes kennenlernt. Das Ding kann nämlich auch Auskünfte zu Zugverbindungen erteilen, Fernfahrkarten ausspucken und Plätze reservieren. Man muss nur wissen wie.
  2. Mit DB Netz zu klären, dass die des Umgangs mit dem Automaten mächtigen Fahrdienstleiter im Bedarfsfall schon mal aus ihrem Bau herauskommen und Hilfestellung geben.
  3. Die Aufstellung eines zweiten Automaten wie auf anderen Bahnhöfen schon üblich zu fordern, damit im Falle von Störungen usw. eine Ausweichmöglichkeit zur Verfügung steht. Übrigens: Wenn der einzige vorhandene Automat tatsächlich gestört ist, können Sie ohne Fahrschein einsteigen, Sie müssen sich nur umgehend beim Begleitpersonal oder, falls mal wieder nicht vorhanden, beim Triebwagenführer melden.
  4. Die wettergeschützte Aufstellung des oder der Automaten durchzusetzen, denn es ist eine Zumutung, bei Wind und Wetter mit dem Schirm in der Hand auf dem Display herumzusuchen und zugleich Geldscheine einzufüttern.

Ganz nebenbei: Fahrscheine des Verkehrsverbundes VSN und das Niedersachsenticket verkaufen auch die Fahrer der Linienbusse der Firma Hahne.

Letzter Trost: Wer irgendwie ein Problem mit einer Zugverbindung hat und sich seiner Sache nicht sicher ist, kann bei Michael Reinboth anrufen. Der hilft im Unterschied zur LNVG gern. Aber bitte nicht 10 Minuten vor der Abfahrt… Generell kann bei ihm eine Auskunft über Reisewege und Verbindungen bekommen und mit diesem Wissen ausgestattet sich dem Kampf mit dem Automaten stellen. Wir prüfen auch, ob es nicht jemanden gibt, der sich stundenweise zur Verfügung stellt und sich im – geöffneten – Warteraum positioniert, um beim Fahrkartenverkauf helfen zu können, zum Beispiel jeden Dienstag von 10 bis 12 Uhr oder ähnlich.

Das sind alles keine Ideallösungen, aber wenn man uns auf dem Land schon weiter hängen lässt, dann müssen wir uns wie immer mit einer Doppelstrategie behelfen: Einmal Dampf machen, dass es eben doch zu einer guten Lösung kommt, und zum zweiten die Zeit bis dahin überbrücken. Junge Leute haben vermutlich weniger Probleme, da man Fahrkarten inzwischen ja auch am heimischen PC kaufen oder mittels einer „App“ bekommen kann…

ÖPNV-Treffen in Walkenried

Ein Zug, zwei Busse, viele Fahrgäste – gegen 14 Uhr herrscht am Bahnhof Walkenried viel Leben (Foto: Michael Reinboth)

Personenbedienter Fahrkartenkauf in Walkenried weiter möglich

Eine gute Nachricht für alle, die ihre Fahrkarten und Auskünfte lieber persönlich anstatt aus dem Automaten oder dem Internet beziehen: Der personenbediente Fahrkartenverkauf auf dem Bahnhof Walkenried wird auch über das Jahr 2014 hinaus weiter möglich sein. Die beteiligten Partner – DB Vertrieb, DB Netz und die Landesnahverkehrsgesellschaft in Hannover – haben sich darauf verständigt, den persönlichen Vertrieb in Walkenried so lange anzubieten, wie die personelle Besetzung des Bahnhofs dies erlaubt. Im Klartext: Mit der Umstellung des eigentlichen Fahrbetriebs auf das elektronische Stellwerk in Göttingen gibt es in Walkenried keinen örtlichen Mitarbeiter mehr, die Fahrkarten verkaufen könnten. Bis dahin geht es weiter, wenngleich Einschränkungen in den Öffnungszeiten hingenommen werden müssen.

Bei der Initiative „Höchste Eisenbahn für den Südharz“ ist man ob dieser Nachricht sehr erfreut, denn es wäre, so Sprecher Michael Reinboth, letztlich den Fahrgästen kaum vermittelbar, wenn das vor Ort vorhandene DB-Personal keine Fahrkarten mehr verkaufen dürfte. Auch bei der Initiative weiß man, dass es sich hier nur um einen Aufschub bis zur Betriebsumstellung handelt, aber der Zeitpunkt hierfür steht noch nicht fest und wird noch einige Jahre auf sich warten lassen. „Wir bedanken uns bei allen an dieser Entscheidung Beteiligten, ganz besonders aber bei Udo Diedrich, dem Leiter des Harz-Weser-Netzes, für sein Engagement in dieser Sache“, so Michael Reinboth weiter. Denn mit der Entscheidung ist auch klar, dass es am Bahnhof Walkenried weiterhin einen kleinen Aufenthaltsraum für die Kunden geben wird und andere Informationen, Prospekte usw. zu haben sein werden. Selbst solche einfachen Dinge sind bei nicht mehr besetzten Stationen nicht zu bekommen.

„Höchste Eisenbahn“ weist auch darauf hin, dass der Fahrkartenautomat vor dem Gebäude nicht nur Fahrscheine, sondern auch Zugverbindungen ausdruckt und insoweit eine „Grundversorgung“ wie an anderen Stationen auch während der mittäglichen Schließzeiten und am Abend gewährleistet ist. „Die Walkenrieder müssen sich letztlich daran gewöhnen, dass die anderen Vertriebswege, nämlich Automaten und Internet, immer stärker nachgefragt werden und die Ausnahmestellung, die Walkenried noch genießt, nicht mehr auf Dauer erhalten werden kann“ erläutert Reinboth. Wenn es eines Tages soweit ist, muss nach Ansicht der Initiative aber der Service verbessert werden: Der Automat steht heute völlig im Freien, seine Bedienung ist bei Regen und Schnee eine Zumutung, Scheine werden nicht immer akzeptiert und so weiter. Für den Fall eines Bahnsteigumbaus muss zwingend ein zweiter Automat aufgestellt werden, um überflüssige Fußwege zu vermeiden. Es ist jetzt noch Zeit, entsprechende Pläne zu erarbeiten.

Fahrscheine des Verkehrsverbundes Süd-Niedersachsen, die im Bus und im Zug gelten, sind natürlich auch bei den Busfahrern der Hahne-Linien 470 und 472 erhältlich.

ÖPNV-Treffen in Walkenried

Ein Zug, zwei Busse, viele Fahrgäste – gegen 14 Uhr herrscht am Bahnhof Walkenried viel Leben (Foto: Michael Reinboth)

Landesnahverkehrsgesellschaft bestellt Fahrkartenverkauf in Walkenried ab

Bei dem am 21. Februar in Herzberg am Harz durchgeführten Symposium der Initiative „Höchste Eisenbahn für den Südharz“, an dem seitens der Gemeinde u.a. Bürgermeister Haberlandt sowie Claus Eggert und Ulrich Kamphenkel teilnahmen, überraschte der Referent der Landesnahverkehrsgesellschaft in Hannover, Joachim Ebinger, mit einer schlechten Nachricht für Walkenried: Die LNVG wird mit Inkrafttreten des neuen Vertrages zwischen ihr und DB Regio den personenbedienten Fahrscheinverkauf in Walkenried – als einziger Verkaufsstelle im Vertragsgebiet – abbestellen.

Im Klartext: Ab Ende dieses Jahres können Fahrkarten des Nahverkehrs in Walkenried nur noch am Automaten – und wie bisher auch bei den Fahrern der Linienbusse – gelöst werden, nicht aber am Schalter. Dies wirft auch einen dunklen Schatten auf den personenbedienten Fahrscheinverkauf insgesamt, denn ob die Fahrkartenausgabe allein mit dem Umsatz aus dem Fernverkehr überlebensfähig ist, steht dahin.

Udo Diedrich, der Leiter des DB Harz-Weser-Netzes, dessen Mitarbeiter in Walkenried neben ihrer Aufgabe als Fahrdienstleiter auch den Fahrscheinverkauf wahrnehmen, beruhigt zunächst. Er geht davon aus, dass der Verkauf bis zur Umstellung der Südharzstrecke auf Fernsteuerung erhalten bleiben wird. Mit dieser Umstellung wäre ab 2018 zu rechnen. Dann wird in Walkenried kein Personal mehr vor Ort sein, was zwangsläufig das Aus für den Fahrscheinverkauf bedeuten wird. Ob diese Prognose jedoch zutrifft, muss sich erst noch herausstellen.

Am Fahrscheinverkauf hängt aber auch die Frage der Öffnung des kleinen Vorraums im Bahnhof, der für die wartenden und umsteigenden Reisenden einen erheblichen Komfortgewinn mit sich bringt, zumal an kalten und regnerischen Tagen, wenn der Wind den Regen in die kleine Wartehalle auf dem Bahnsteig hineindrückt und die Geldscheine beim Fahrkartenverkauf nass werden.

Michael Reinboth sieht die Kommune in der Pflicht, in dieser Frage bei der LNVG und der DB nachzuhaken. „Die LNVG würde sich keinen Zacken aus der Krone brechen, wenn sie den Fahrkartenverkauf jedenfalls bis zur Umstellung auf Fernsteuerung weiter bestellen würde. Auf alle Fälle gilt es zu klären, inwieweit mehr Komfort für den Automatenverkauf – sprich Wetterschutz – geschaffen werden und ob die Schalterhalle zwecks Wartens auf Züge und Busse weiter geöffnet bleiben kann.“ Reinboth wird in dieser Frage seitens „Höchste Eisenbahn“ auch noch einmal in Hannover vorsprechen. Ein zweiter Automat müsse – unabhängig von der Frage des Umbaus der Bahnsteige, die sich bei der Umstellung auf Fernsteuerung automatisch stellen wird und, so viel steht fest, deutlich längere Wege mit sich bringen wird – dann her, wenn es zu einer Abbestellung kommt, damit bei Ausfall oder Störung eines Automaten ein Fahrscheinkauf trotzdem möglich ist. Außerdem ist der Entwerter häufig gestört, so dass die Reisenden Probleme haben, ihre Vierer- oder Achterkarten zu entwerten.

Auf lange Sicht bleiben für Walkenried wohl nur die Automaten, die Busfahrer und natürlich das Internet als Verkaufswege übrig.

ÖPNV-Treffen in Walkenried

Ein Zug, zwei Busse, viele Fahrgäste – gegen 14 Uhr herrscht am Bahnhof Walkenried viel Leben (Foto: Michael Reinboth)

Fahrkartenverkauf in Walkenried verkommt zum Roulettespiel

Seit einigen Wochen steht der verblüffte Kunde auf dem Bahnhof Walkenried sehr oft zwar nicht vor verschlossener Tür, aber vor verschlossener Jalousie: Der personenbediente Fahrkartenverkauf fällt mal wieder aus! Grund für die Misere, die noch dazu nicht regelmäßig auftritt, sondern mal früh, mal spät, mal wochentags, mal am Wochenende, also völlig unkalkulierbar, ist, dass die Deutsche Bahn Netz den Arbeitsplatz des Fahrdienstleiters in Walkenried, welcher zugleich Fahrkarten verkauft, derzeit mit Personal besetzt, welches schlicht und ergreifend nicht in die Bedienung des Terminals eingewiesen ist. Nicht nur Fahrkarten bekommt man nicht, auch Auskünfte sind nicht zu erhalten, selbst die simpelsten nicht, da die Jalousie ja während der ganzen Schicht des nicht sachkundigen Mitarbeiters unten bleibt. Den Kunden bleibt natürlich der Blechkollege vor der Tür, der auch sehr viel kann, aber leider völlig ungeschützt im Freien steht.

Das Verhalten der Deutschen Bahn ist nicht nur eine grobe Missachtung des Dienstes am Kunden, sondern auch vertragswidrig, denn noch gehört Walkenried zu den Fahrkartenausgaben, welche regelmäßig ihre Dienste anzubieten hat. Offensichtlich braucht die Deutsche Bahn wirklich jeden Cent für „Stuttgart 21″ – inzwischen reicht es nicht einmal mehr für ein paar Stunden Einweisung für die Handhabung des Fahrkartencomputers…

Die Initiative „Höchste Eisenbahn für den Südharz“ hat sich heute an die Landesnahverkehrsgesellschaft in Hannover gewandt und auf dieses ganz offensichtlich vertragswidrige Verhalten der Bahn hingewiesen.

ÖPNV-Treffen in Walkenried

Ein Zug, zwei Busse, viele Fahrgäste – gegen 14 Uhr herrscht am Bahnhof Walkenried viel Leben (Foto: Michael Reinboth).

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