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Fritz Reinboth

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Geschichtsverein lädt zu Rundgang in Steina und Nüxei ein

Am 28.09. (Mittwoch) führt der Geschichtsverein Walkenried seine ortsgeschichtlichen Rundgänge in Bad Sachsa und seinen Stadtteilen fort. Nach der Kernstadt sind dieses Mal die Stadtteile Steina und Nüxei an der Reihe. Heinz Dunsing, Fritz Reinboth und andere Heimatforscher werden bemerkenswerte Bauten vorstellen – getreu dem Motto „Bauwerke erzählen Geschichte“. Aber auch Naturerscheinungen und Ereignisse der jüngeren Vergangenheit wie der Bau der Helmetalbahn werden erläutert. Treffpunkt ist um 15:00 Uhr der Uffeplatz in Bad Sachsa, wo von aus mit Fahrgemeinschaften nach Steina und Nüxei gestartet wird. Interessierte Gäste werden gebeten, sich ggf. im Vorfeld mit möglichen „Chauffeuren“ abzustimmen.

Waldwiese

 

Fritz Reinboth zum Ehrenvorsitzenden des Geschichtsvereins ernannt

Im Rahmen der am 27. April durchgeführten Jahreshauptversammlung des Vereins für Heimatgeschichte Walkenried/Bad Sachsa konnte der alte und neue Vorsitzende Michael Reinboth seinen Vorgänger Fritz Reinboth aus Braunschweig nach einstimmigem Votum der Anwesenden zum Ehrenvorsitzenden ernennen.

Fritz Reinboth

Fritz Reinboth hat die Geschicke des Vereins fast 25 Jahre lang geleitet und sein Amt 2014 zur Verfügung gestellt. Er steht dem Verein aber nach wie vor mit Rat und Tat zur Seite und bewies dies erneut, indem er im Anschluss an den formalen Teil der Versammlung einen beeindruckenden und viele Anregungen vermittelnden Vortrag über die „Hercynia Curiosa“ des Georg Henning Behrens aus Nordhausen hielt.

Irritationen über die Entwicklung in Bad Sachsa

Die eigentliche Hauptversammlung brachte mit der Wiederwahl aller bisherigen Amtsinhaber keine Überraschungen. In seinem Tätigkeitsbericht ging Michael Reinboth auf die vielfältigen und zumeist gut besuchten Veranstaltungen, darunter die Präsentation des „Walkenrieder Altars“, die gelungene Fahrt nach Hildesheim, die Arbeit in Archiv und Ausstellung und die Herausgabe des sehr gut angenommenen Buches über die Bauwerke der Stadt Bad Sachsa und ihrer Ortsteile ein. Hier wird bereits eine weitere Auflage vorbereitet. Im Herbst wird der Verein auch wieder eine Studienfahrt anbieten. Etwas irritiert zeigte sich Reinboth über die jüngste Entwicklung beim Bad Sachsaer Heimatmuseum, denn dessen weitere Existenz liegt dem Geschichtsverein naturgemäß sehr am Herzen. Er wird sich mit der Bitte um Aufklärung zum Sachverhalt an Sachsas Bürgermeister Dr. Hartmann wenden.

Vortrag des Vereins für Heimatgeschichte: Alte Darstellungen des Amts Walkenried

Am Mittwoch, den 25. November 2015 zeigt Fritz Reinboth in einer Vortragsveranstaltung des Vereins für Heimatgeschichte historische Ansichten von Walkenried und den zum früheren Amt Walkenried gehörigen Dörfern Neuhof, Hohegeiß, Zorge und Wieda. Neben der ältesten Darstellung von Walkenried 1578 sind es wenig bekannte Zeichnungen bzw. Druckgraphik aus den Jahren 1762, 1838 und 1848. Da zeigt sich die Kirchenruine im Gegensatz zu einer Darstellung von 1661 hundert Jahre später genauso rudimentär wie sie heute aussieht – als ihre Nutzung als Steinbruch 1817 offiziell verboten wurde, war dort schon lange nicht mehr viel zu holen.

Spannend ist auch die Suche nach den zum Teil nur noch mühsam zugänglichen Standorten der Zeichner und was man von dort heute noch zu sehen kriegt – oder eben nicht! Überall sind ganze Ortsteile neu entstanden, welche einige der historischen Blicke versperren, andere dagegen sind noch fast genau so zu erleben wie vor 150 Jahren. Besonders reizvoll ist es, die Zeichnungen von Neuhof, Wieda und Zorge aus dem Jahr 1848 mit alten Ansichtskarten und aktuellen Fotos zu vergleichen.

Der Vortrag (mit Bildern) beginnt 15 Uhr in der Gemeindebücherei Walkenried, der Eintritt ist frei. Wie immer ist Gelegenheit, vorher oder nachher die benachbarte heimatkundliche Dauerausstellung mit den Schwerpunkten Gipsindustrie, Seifenfabrik und dem Rosenblath-Zyklus anzusehen.

Hauptbahnhof Walkenried

Dieses Gemälde aus dem von Karl Helbing erstellten Rosenblath-Zyklus zeigt den alten Walkenrieder Hauptbahnhof, der mittlerweile nicht mehr als Bahnhofsgebäude genutzt wird. In den 50er Jahren, als Helbings Gemälde entstand, hielt hier noch die mittlerweile verschwundene Südharz-Eisenbahn, mit der man von Walkenried bis nach Braunlage fahren konnte.

Vortrag in der Gemeindebücherei: Als das Kloster Walkenried wieder katholisch werden sollte

Nach den Beschädigungen, die es im Bauerkrieg erlitt, zerstreute sich der Konvent des Klosters Walkenried nicht zuletzt auch deswegen, weil die Reformation mit ihrem neuen Gedankengut das klösterliche Leben zunehmend unattraktiv machte. Letztlich wurden das Kloster und seine Schutzherren evangelisch. Es war aber immer noch bedeutend genug, um Ziel eines Rekatholisierungsversuches zu werden, der vom Kloster Kaisheim bei Donauwörth ausging, noch bevor Kaiser Ferdinand II. mit seinem Restitutionserlass derartige Praktiken in großem Stil anschob. Mit dem Sieg Gustav Adolfs bei Breitenfeld erledigte sich die Sache für Norddeutschland und Walkenried relativ schnell. Der wieder abziehende katholische Konvent nahm freilich einige Dinge mit, darunter den bekannten „Walkenrieder Altar“. Was sich in dieser kurzen Zeit, aber aufregenden Zeit in Walkenried abspielte, ist durchaus interessant und wurde jüngst von Fritz Reinboth auch anhand verschiedener, im Staatsarchiv Wolfenbüttel lagernder Originalberichte beider Seiten analysiert. Evangelische und Katholische Vertreter teilen darin kräftig aus und sparen auch nicht mit Seitenhieben, man erfährt aber auch viel über den Zustand des Klosters in der Mitte des Dreißigjährigen Krieges.

Über seine Forschungsergebnisse wird Fritz Reinboth am Mittwoch, den 28.10.2015 ab 15:00 Uhr in der Gemeindebücherei von Walkenried berichten und dabei auch einige Dokumente und die handelnden Personen auf oberer und unterer Ebene vorstellen. Gäste sind wie immer herzlich willkommen. Der Eintritt ist frei.

Die letzten Zisterzienser

Als Walkenried wieder katholisch werden sollte

1546 wurde im Kloster Walkenried im Einvernehmen mit den damaligen Schutzherren der protestantische Ritus eingeführt. Nach Zustandekommen des Augsburger Religionsfriedens 1555 wurde diese Umwandlung 1556 in einer Synode bestätigt und zugleich die Klosterschule eingerichtet. Rund 70 Jahre später sollte im Rahmen der während des Dreißigjährigen Krieges von Kaiser Ferdinand II. vorangetriebenen „Restitution“ auch das Walkenrieder Kloster wieder katholisch werden. 1629 wurde, nachdem die protestantischen Fürsten und Heerführer weitgehend besiegt waren, das entsprechende Edikt erlassen, welches einen klaren Bruch der Verträge von Passau und Augsburg darstellte. Die Proteste des damaligen Schutzherren, Herzog Friedrich Ulrich von Braunschweig-Lüneburg, gegen diese Entwicklung blieben wirkungslos. Erst der Sieg des Schwedenkönigs Gustav Adolf in der Schlacht von Breitenfeld 1631 beendete den Versuch; die in der Zwischenzeit eingesetzten, aus Kaisheim bei Donauwörth stammenden Mönche und ihr Abt Christoph Kölich flohen – unter Mitnahme des berühmten „Walkenrieder Altars“ von Hans Raphon, der sich seither in Prag befindet und dessen mit viel Geld angeschaffte Kopie in einem Hinterzimmer des Klosters derzeit ein trauriges Schattendasein führt.

Fritz Reinboth ist dieser nur zwei Jahre währenden Episode nachgegangen und hat sie anhand von Akten des Staatsarchivs Wolfenbüttel und anderer Quellen aufbereitet. Es ist interessant, die unterschiedlichen Berichte von protestantischer und katholischer Seite zu lesen, die in dieser Zeit verfasst wurden. Der evangelische Prior des Klosters Hildebrand blieb nämlich so lange wie möglich vor Ort und berichtete nach Wolfenbüttel, während der für die Restitution verantwortliche Kommissar Mager seinerseits seine Vorgesetzten auf dem Laufenden hielt. Es gelang ihm nicht, den „Walkenrieder Hof“ in Nordhausen in seinen Besitz zu bringen, und auch anderswo wurde hinhaltend Widerstand geleistet. Da die vier Mönche aus Kaisheim über keine Ortskenntnisse verfügten, kam es zeitweise zu der etwas merkwürdigen Situation, dass der evangelische Prior für den katholischen Abt die Ökonomie des Klosters weiter führte.

Es ist das Verdienst von Fritz Reinboth, die für den Zeitraum von 1629 bis 1631 vorhandenen Originaldokumente aufgespürt und so bearbeitet zu haben, dass wir heutigen Leser problemlos damit zurechtkommen und uns in die etwas wirre Zeit mitten im Dreißigjährigen Krieg einlesen können. Norddeutschland blieb nach der Breitenfelder Schlacht von weiteren Restitutionsversuchen verschont. Insoweit ist der Titel der Schrift „Die letzten Zisterzienser in Walkenried“ zutreffend – wer weiß, wie die Entwicklung verlaufen wäre, wenn die Rekatholisierung geglückt wäre? Ob dann in Walkenried ein barocker Prachtbau oder doch wenigstens eine gediegene barocke Innenausstattung einer reparierten Klosterkirche entstanden wäre? Christoph Kölich jedenfalls floh über Prag bis ins württembergische Lichtenstern bei Heilbronn, wo er 1634 ein ebenfalls rekatholisiertes Kloster übernahm, aber schon 1636 verstarb.

Die kleine, 40 Seiten umfassende Schrift ist beim Verein für Heimatgeschichte in Walkenried zum Preis von 4,00 € zu erwerben.

Die letzten Zisterzienser

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