//
Archiv

Geschichte

Diese Schlagwort ist 10 Beiträgen zugeordnet

Der Kohnstein – Nachruf auf einen geschändeten Berg

Der Verein für Heimatgeschichte Walkenried/Bad Sachsa und Umgebung hat sich inzwischen einige Bekanntheit durch die Herausgabe von Schriften zu Themen der Heimatgeschichte erworben. Dabei lösen sich „dicke Wälzer“ und kleinere Hefte, je nach Thema, in bunter Folge ab. Die Nummer 50 der Schriftenreihe wurde für den langjährigen Vorsitzenden und seitherigen Ehrenvorsitzenden Fritz Reinboth reserviert. Nun hat er geliefert und seine Schrift dem Kohnstein bei Nordhausen gewidmet.

Der Geschichtsverein ist auch bekannt dafür, dass er sich um eine objektive, also vom Sponsoring durch die Gipsindustrie und der Propaganda ihrer politischen Unterstützer nicht beeinflusste Darstellung des Südharzer Gipskarstes und seiner jüngeren Geschichte bemüht. Zu den bisherigen vier Heften dieser Reihe gesellt sich nun als Abschluss das Heft über den Kohnstein. „Nachruf auf einen geschändeten Berg“ lautet der von Fritz Reinboth bewusst gewählte Untertitel, denn in wohl kaum einem anderen Höhenzug des Gipskarstes bündeln sich wie in einem Brennglas bemerkenswerte, nun aber den Steinbrüchen und Abraumhalden zum Opfer gefallene Karsterscheinungen und eine ebenfalls weitgehend verschwundene wunderbare Landschaft einerseits und vor nichts zurückschreckendes Profitstreben andererseits, hier noch in trauriger Weise ergänzt durch die Verbrechen des Naziregimes. Dem Gedenken an diese unmenschlichen Geschehnisse verdanken wir, dass am Ende überhaupt noch ein Stück dieses einst ausgedehnten Wandergebietes übrigbleiben wird…

Niedersachswerfen, Produktion von V1 / V2

Der Kohnstein aus Richtung Niedersachswerfen (1945). [Bundesarchiv, Bild 146-1992-068-24A / CC-BY-SA 3.0]

Die Gipsindustrie schickt sich an, der schon geschundenen Südharzlandschaft in Niedersachsen und Thüringen den Rest zu geben – Ersatz für REA-Gips muss schließlich her. Dass am Ende nicht viel mehr als Trümmerfelder zurückbleiben, wo früher Karsterscheinungen das Interesse der Besucher weckten, spielt in diesen Überlegungen keine Rolle. Die Generationen nach uns werden einst fragen, warum wir diese einmalige Natur für kurzfristige Gewinne preisgegeben haben. Der jüngste Beschluss des Göttinger Kreistages lässt zwar hoffen, aber die gipsabbauenden Firmen werden nicht aufgeben.

Reinboths Schrift wird die Entwicklung wohl nicht aufhalten – zu sehr sind die Interessen von Industrie und Politik miteinander verwoben. Aber er zeigt, was alles verloren gegangen ist: Aussichtspunkte, Höhlen, Schwinden, markante Bäume… Um die gipsabbauende Industrie nicht zu Unrecht schlimmer Taten zu verdächtigen, stieg der nicht mehr ganz junge Autor sogar noch durch schwer zugängliches Gelände, um am Ende doch festzustellen: Auch die Kunzenhöhle wurde rücksichtslos preisgegeben. Und wer durch die heutige Mondlandschaft des Kohnsteins streift, der merkt, dass alles Gerede von Renaturierung oder gar „schöner als vorher“ nur Blendwerk ist.

Für den Wanderer (noch lassen sich bestimmte Wege ja begehen) und den Geschichtsfreund bietet die 30 Seiten starke Schrift viele Anregungen. Dass man sie nach dem Lesen doch etwas betroffen aus der Hand legt, liegt nicht am Verfasser. Doch ob anderen Bergen ringsum wie Himmelberg, Mühlberg, Himmelreich, Höllstein oder Sachsenstein das Schicksal des Kohnsteins erspart bleibt, hängt am seidenen Faden. So gesehen, sollte der „Nachruf“ zugleich auch ein „Weckruf“ sein, um der weiteren Zerstörung unserer einmaligen Landschaft Einhalt zu gebieten.

Das Heft kostet 5 € und kann beim Verein für Heimatgeschichte bezogen werden. Je nach Corona-Lage und entsprechenden Lockerungen wird es auch im örtlichen Buchhandel angeboten werden. Es ist im Papierflieger-Verlag Clausthal-Zellerfeld erschienen und kann auch über den Verlag bezogen werden.

Die Geschichte des Bahnhofs Ellrich und seiner Umgebung erscheint in Buchform

Eine Anregung für den weihnachtlichen Gabentisch

Auf den ersten Blick wirkt der heutige Bahnhof Ellrich auf den Fahrgast wie eine ganz normale Station, auf der sich jede Stunde zwei Züge treffen, um in Richtung Nordhausen und Northeim weiterzufahren. Manch einer mag sich über den guten Zustand des Bahnhofsgebäudes wundern, ist er doch auf ländlichen Stationen der Deutschen Bahn anderes gewöhnt: Entweder gibt es nur noch kleine Hütten zum Unterstellen oder desolate Baulichkeiten, mitunter auch beides zusammen. Nicht so in Ellrich.

Bahnhof Ellrich

Schon historisch: Infolge des verunglückten Bahnsteigumbaus müssen die Züge aktuell nacheinander in Ellrich halten… Auf dieser Station ist eben nichts wirklich normal (Foto: Klaus Dietrich).

 

Tatsächlich weist dieser Kleinstadtbahnhof eine mehr als ungewöhnliche Geschichte auf. In seinen nunmehr 151 Jahren hat er allerhand erlebt und geht die nächsten 50 Jahre in nochmals völlig veränderter Form an. Er stand an der Wiege der Ellricher Industrie, die sich durch und mit ihm entwickelte: Gipsfabriken, Fabriken zur Herstellung von Schuhleisten, Webereien entstanden und siedelten sich rund um den Bahnhof an. Mancher Fabrikant errichtete sich in unmittelbarer Nähe eine prachtvolle Villa. Mit dem Bau der Kleinbahn nach Zorge und der Einrichtung der Buslinie nach Sülzhayn – Benneckenstein entwickelte sich der Bahnhof zu einem kleinen Knotenpunkt.

1944/45 musste er das Entstehen des KZ Ellrich-Juliushütte in seiner unmittelbaren Nachbarschaft mit ansehen und spielte beim Transport der Häftlinge eine unrühmliche Rolle. Seine schon vor dem Krieg ausgebauten Luftschutzeinrichtungen wurden allerdings nie benötigt – sie blieben aber erhalten und können heute besichtigt werden. Es kam die Zeit der „Zonengrenze“, in der Fahrgäste zu Grenzgängern wurden und sich rund um die Juliushütte viel Menschliches und Unmenschliches abspielte, bis der „Eiserne Vorhang“ endgültig niederging und den Bahnhof Ellrich zu einem Grenzbahnhof für Güterzüge werden ließ, dessen Sicherungsanlagen immer mehr perfektioniert wurden. Dennoch gab es immer wieder Fluchtversuche, von denen einer mittels Lkw über Bahngleise 1985 im Kugelhagel scheiterte.

Dann kam der 12.11.1989, der Tag, an der Personenverkehr in Richtung Westen auf ungewöhnliche Weise wieder aufgenommen wurde und Tausende die erste Gelegenheit zu einer Fahrt durch den Tunnel nutzten. Während danach der Reiseverkehr gegen viele Widerstände immer weiter ausgebaut wurde, erlebte der lokale Güterverkehr einen raschen Niedergang, viele Arbeitsplätze auf dem und rund um den Bahnhof gingen verloren. Auch der durchgehende Güterverkehr ging zurück. Vor dem Schicksal vieler deutscher Bahnhöfe, nämlich Verfall und Abriss der nicht mehr betriebsnotwendigen Gebäude, wurde der Ellricher durch die geniale Idee der Stadtväter und des Rates bewahrt, die sowohl das Empfangsgebäude wie auch den Güterschuppen von der Bahn erwarben und für die Zwecke der Ellricher Stadtfeuerwehr umbauten. Seither verfügt Ellrich über ein Schmuckstück an Bahngleisen – und stellt Räume und Toiletten für Reisende zur Verfügung!

Damit nicht genug, gibt es jeden werktäglichen Morgen dank der Lustlosigkeit der thüringischen Nahverkehrsplaner und des Desinteresses der regionalen Politiker das Schauspiel des „Geisterzuges“ zu bestaunen: Ein Triebwagen der DB Regio hält gegen 5 Uhr hier, um eine weitere Einheit abzukuppeln, aber niemand darf zur Fahrt nach Göttingen einsteigen… Auf dem Bahnhof kann mithin, wer möchte, jeden Morgen ein Stück realer deutscher Verkehrspolitik bestaunt werden.

Mit der Umstellung auf Fernsteuerung durch ein zentrales Stellwerk in Göttingen wurden im Sommer 2020 die beiden letzten betrieblich genutzten Gebäude, die Stellwerke, überzählig. Der Bahnhof ist nun unbesetzt – freilich nicht ganz, denn die überlegene Planungskunst der Deutschen Bahn ließ den Umbau des Bahnsteigs mit der Umstellung der Technik nicht Schritt halten, was bis auf weiteres den Einsatz eines Sicherungsposten erforderlich macht und die Züge in Richtung Nordhausen gleich zwei Mal innerhalb von 20 Metern zum Halten zwingt…

Stefan Zimmermann, seit Jahrzehnten bei der Ellricher Feuerwehr tätig und beim dortigen Feuerwehrmuseum engagiert, und Michael Reinboth, ebenso lange mit der Geschichte der Südharzstrecke und verkehrspolitischen Themen befasst, haben sich zusammengetan und auf 250 Seiten mit rund 400 Abbildungen die Geschichte dieses doch nicht so gewöhnlichen Bahnhofs und seiner Umgebung nachgezeichnet. Es ist gelungen, gerade für den Zeitraum von 1970 bis 1990 noch Zeitzeugen zu sprechen und deren Erlebnisse aufzuzeichnen. Einige Ellricher Sammler haben überdies Fotos zur Verfügung gestellt. Die allermeisten der historischen Bilder wurden bisher noch nirgendwo anders publiziert. Darunter befindet sich eine komplette Fotodokumentation des Grenzbahnhofs um 1988.

Das Buch im A4-Format wird Anfang Dezember beim Papierflieger-Verlag Clausthal-Zellerfeld erscheinen und kostet broschiert 17 €, die Ausgabe mit festem Einband wird für 27 € zu erhalten sein. Vorbestellungen nehmen der Verlag und die beiden Autoren gern entgegen.

KZ-Gelände Ellrich/Juliushütte wurde gemeinsam aufgeräumt

Die Beteiligung am samstäglichen Arbeitseinsatz im Gelände des KZ Ellrich/Juliushütte war beeindruckend. Etwa 60 Menschen hatten sich eingefunden, um über mehrere Stunden hinweg die arg heruntergekommenen Reste des KZ wiederherzurichten und den Rundweg von Müll, überhängenden Zweigen und anderem zu befreien.

Arbeitseinsatz Juliushütte

Vor dem Gelände: Andreas Heise aus Ellrich gibt Erläuterungen. Achim Schridde und Claus Koch machen sich bereit.

 

Besonders erfreulich war die Beteiligung aus Walkenried, denn knapp die Hälfte der Arbeitswilligen kam aus dem Klosterort. Daneben waren viele Ellricher, die „Jugend für Dora“ und einige Bewohner aus den Nachbarorten mit dabei. „Die Walkenrieder“, so fasst es Michael Reinboth zusammen, „haben Flagge gezeigt und damit unterstrichen, dass ihnen das, was dort zwischen 1944 und 1945 an Schrecklichem passierte, keineswegs egal ist.“

Der Einsatz wurde dadurch erschwert, dass „Sabine“ in der letzten Woche doch noch einiges umgeworfen hat, was zusätzlich aus dem Weg geräumt werden musste. Nach Einweisung der drei Arbeitsgruppen ging es ins Gelände. Es wurde nicht nur aufgeräumt, gesägt und geschnitten, sondern es wurden auch neue Pfosten gesetzt, Schilder angebracht und gereinigt und einiges mehr. Immer in Abstimmung mit dem Naturschutz, weswegen einiges eben auch weiterhin unter Bäumen und Büschen verborgen bleiben wird.

Arbeitseinsatz Juliushütte

Zur besseren Kennzeichnung des Rundweges wurden neue Pfosten und Schilder gesetzt.

Arbeitseinsatz Juliushütte

Zur besseren Kennzeichnung des Rundweges wurden neue Pfosten und Schilder gesetzt.

 

Der Gedenkstein auf Walkenrieder Seite wurde wieder in seinen Ursprungszustand versetzt. „Das wird nicht allen so zusagen, vor allen jenen nicht, die sich in den letzten Jahren sehr um den Zustand des Steins gekümmert haben und die wir um Verständnis bitten. Aber Buchsbaumhecken gehören dort nicht hin – sie haben schon begonnen, sich im Umfeld breit zu machen“ erläutert Michael Reinboth. Im Nachgang wird der Sockel noch mit Gipsgestein „umkränzt“, also Gestein, welches für das Gelände charakteristisch ist. Soweit zu vernehmen war, wollen die Landesforsten den neben dem Stein stehenden Baum noch fällen.

Gedenkstein KZ Juliushütte

So sieht der Stein jetzt wieder aus. Der Sockel wird noch abgedeckt werden.

Seidelbast

Ringsum blüht mitten im Februar schon der geschützte Seidelbast.

 

Der Rundweg wurde mit Schildern, die „Jugend für Dora“ angefertigt hat, besser kenntlich gemacht. Den Walkenrieder fiel hierbei auf, dass die Beschreibung des „Bewacherlagers“, also der eigentlichen Juliushütte, samt ihrer Vor- und Nachgeschichte doch sehr dürftig ausfällt und zudem ausgesprochen uneinheitlich wirkt. „Da gibt es Schilder des Rundweges, Schilder des Karstwanderweges, eine alte Tafel dieses Weges, aber nichts, was die Juliushütte und ihre Gebäude sowie ihre bewegte Geschichte wirklich beschreibt. Es fehlt auch das Kapitel 1964“ meint Reinboth. „Das möchten wir gern ergänzen und werden uns hierzu mit Dr. Wagner von den Niedersächsischen Gedenkstätten abstimmen.“ Zwei Pfosten wurden schon „auf Vorrat“ gesetzt. Als Beispiele nennt Reinboth die Kammern zur Lagerung des Sprengstoffs der Gipswerke und die Reste von zwei „Harzer Kochern“, die den Besuchern Rätsel aufgeben und zu Fehlinterpretationen führen.

Arbeitseinsatz Juliushütte

Viel zu tun gab es, um die Fundamente sichtbar zu machen. Hoffentlich nicht nur bis zum nächsten Sturm (Foto: Meike Helbing).

Arbeitseinsatz Juliushütte

Nach Ende der Arbeiten gab es bei Kaffee und Bratwurst noch einiges zu bereden (Foto: Meike Helbing).

 

Am 2. März findet um 19 Uhr in der Walkenrieder Gemeindebücherei eine kleine „Einweisung“ in die Geschichte der Juliushütte statt. Besonders die Ellricher hatten darum gebeten, etwas mehr über diesen fast unbekannten, bis 1945 „heimlichen Stadtteil“ von Ellrich zu erfahren.

Buch zum Jubiläum der Südharzstrecke Northeim – Nordhausen ab sofort erhältlich

Am 1. Dezember 2018 konnte die Strecke Northeim – Herzberg ihren 150. Geburtstag feiern, am 1. August 2019 kann es dann die gesamte Strecke Northeim – Nordhausen. Viele Ereignisse während des Baus und des Betriebs der Strecke weisen sie als eine besondere aus, die in ihren 150 Jahren viel erlebt hat. Deswegen stand für Michael Reinboth vom Geschichtsverein in Walkenried von vornherein fest, dass es zu diesem Jubiläum auch ein angemessenes Buch geben musste.

150 Jahre Northeim - Nordhausen

Kurz vor Weihnachten konnte er die ersten Exemplare beim Papierflieger in Clausthal-Zellerfeld abholen, der – wie für alle Schriften des Geschichtsvereins – auch als Verlag für dieses Buch fungiert. Es ist zum Preis von 15 € ab sofort bei Michael Reinboth, im Archiv des Geschichtsvereins in Walkenried und beim Papierflieger-Verlag zu bekommen. Ab Anfang Januar kann es dann auch über den örtlichen Buchhandel bezogen werden. Auf 240 Seiten wird nicht nur die Strecke mit ihren Bahnhöfen und Besonderheiten beschrieben, sondern es gibt auch eigene Kapitel zur Baugeschichte, zum Walkenrieder Tunnel, zur Rolle der Strecke während des Dritten Reichs und im Zweiten Weltkrieg (ein Beitrag von Paul Lauerwald aus Nordhausen), zur Entwicklung des Güterverkehrs und des Personenzug-Fahrplans. Ein Kapitel widmet sich dem aktuellen Zustand der Strecke und dem heutigen Fahrplan mit seinen Stärken und Schwächen.

Sehr viele Bilder aus den letzten Jahrzehnten ergänzen das Werk. Keines davon wurde vorher in anderen Büchern publiziert, so dass auch für Freunde der Fahrzeuggeschichte einiges Interessante dabei sein dürfte. Hierbei haben viele Fotografen und Sammler Michael Reinboth unterstützt und aus ihrem Fundus herrliche Aufnahmen zur Verfügung gestellt.

„Es ging mir darum, nicht Bekanntes wie den Einsatz der letzten Dampfloks 1976 zu wiederholen, sondern einige andere Aspekte der Streckengeschichte in den Vordergrund zu rücken“ erläutert Reinboth, der sich auch über die Grußworte der Landesnahverkehrsgesellschaft und der DB Regio freut, zeigen sie doch, dass man sowohl in Hannover als auch in Braunschweig an der weiteren Entwicklung der Strecke interessiert ist.

Zwei interessante Veranstaltungen des Vereins für Heimatgeschichte

Im Januar und Februar bietet der Verein für Heimatgeschichte zwei ausgesprochen interessante Veranstaltungen zur älteren und jüngeren Walkenrieder Vergangenheit an, zu der wie immer Gäste herzlich willkommen sind.

Am Mittwoch, 25. Januar 2017, widmet sich Fritz Reinboth zu Beginn des Lutherjahres 2017 zwei Dingen, die den Reformator in Bezug zum Kloster Walkenried bringen. Da ist einmal die Geschichte der geheimnisvollen „Lutherfalle“ in der Klausur. Luther war nicht in Walkenried und konnte somit auch nicht durch diese Falle gestürzt werden. Dennoch halten sich sowohl Name wie die Geschichte drum herum hartnäckig. Ist am Ende doch etwas dran? Der Vortragende hat hierzu noch einmal alle Quellen ausgewertet.

Einen ganz anderen Bezug stellt ein Brief dar, den der ältere Luther an seinen Freund und Mitstreiter Justus Jonas, einen gebürtigen Nordhäuser, richtete und der das Verhalten des Walkenrieder Abtes Holtegel in Bezug auf einen alten Walkenrieder Mönch, der in Ellrich ein armseliges Dasein fristete, zum Gegenstand hat. Hier wird mit verbalen Attacken nicht gespart – ein echter Luther sozusagen. Aber war das Verhalten des – auch ansonsten meistens negativ dargestellten – Abtes Holtegel so verwerflich oder ist Luther falschen Informationen aufgesessen? Auch hier versucht Fritz Reinboth, Licht ins Dunkel zu bringen und Holtegel, immerhin Mitbegründer der Klosterschule, ein wenig Gerechtigkeit widerfahren zu lassen.

Beginn ist um 15.00 Uhr in der Gemeindebücherei Walkenried am Geiersberg.

Am Mittwoch, 22. Februar 2017, geht es hingegen um die letzten 150 Jahre Walkenrieder Geschichte. Zahnarzt Dr. Andreas Helbing ist begeisterter Sammler von Walkenrieder Ansichten namentlich in Form alter Postkarten. Aus diesem Fundus hat er knapp 50 ausgewählt, die überwiegend den Klosterort aus diversen Perspektiven von den umliegenden Anhöhen zeigen, also vom Kupferberg, vom Röseberg, vom Geiersberg und so weiter – oder auch aus der Luft. Claus Berger hat versucht, die Motive mit Stand 2016 nachzuvollziehen. So lässt sich die Entwicklung des Ortes gut nachvollziehen, und viele Änderungen, die wir kaum mehr wahrnehmen, werden uns wieder bewusst gemacht.

Auch diese Veranstaltung beginnt um 15.00 Uhr und findet voraussichtlich im Freizeitzentrum statt. Bitte achten Sie hierzu auf Hinweise in der Presse und im Internet.

Gipsmuseum

Das Archiv für Heimatgeschichte, die ortsgeschichtliche Sammlung Walkenried sowie die Bücherei befinden sich im Gebäude der ehemaligen Walkenrieder Grundschule am Geiersberg.

Zugriffsstatistik

  • 264.902 Besucher

(aktuell 73 Abonnent*innen)