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Walkenried in Gemälden: Der Röseberg um 1960

Mit diesem Gemälde meines Urgroßvaters Walther Hans Reinboth setzen wir unsere Reihe “Walkenried in Gemälden” fort. Zu sehen ist hier der Blick auf den (sich mittlerweile leider teilweise im Abbau befindlichen) Röseberg bei Walkenried; entstanden ist das Bild vermutlich irgendwann in den 1960er Jahren. Wer selbst noch über alte (oder neue) Gemälde, Skizzen und Zeichnungen von Walkenried verfügt, ist herzlich dazu eingeladen, unsere Sammlung durch eine Zusendung an christian.reinboth@gmx.de zu bereichern.

Röseberg bei Walkenried

Ein Blick auf den Röseberg bei Walkenried – gemalt von Walther Hans Reinboth (vermutlich) in den 1960er Jahren.

Chronik der Gipsindustrie in Walkenried und Neuhof erschienen

Der Verein für Heimatgeschichte führt seine Schriftenreihe weiter fort. Soeben ist – immerhin schon als Nummer 40 – die „Chronik der Gipsindustrie in Walkenried und Neuhof“ aus der Feder von Fritz Reinboth erschienen. Reinboth konnte hierbei auf Materialien des Vereinsarchivs, der Firma Formula sowie Reinhard Kohrs und Walther Reinboth senior zurückgreifen und hat auf rund 60 Seiten in knapper, aber reich bebildeter Form die Geschichte dieses für Walkenried und Neuhof wie für den gesamten Südharz prägenden Wirtschaftszweig nachgezeichnet.

Gipsindustrie-Chronik

Für 1705 findet sich ein erster Hinweis auf das Brechen und Brennen von Gips in Neuhof, für 1750 dann auch in Walkenried. Über handwerkliche Betriebsstrukturen und Familienbetriebe wie Albrecht Meier, später Fritz Rode, Burchard, Heinz und Erich Börgardts führte der Konzentrationsprozess zunächst zur Stilllegung mehrerer Werke und Zusammenführung aller Tätigkeiten auf der „Kutzhütte“ und dann zum Übergang dieses Betriebes an einen multinational agierenden Weltkonzern. Deutlich rückläufige Arbeitsplatzzahlen gehen dabei mit einer stetigen Ausweitung der Produktion mit immer neuen Steinbrüchen einher. Grundlage der Betriebe war, ist und bleibt – mit vielerlei durchaus negativen Begleiterscheinungen – der Südharzer Gips. Reinboth ist allen Spuren nachgegangen und dokumentiert den längst vergessenen Ewaldschen Gipsofen am Neuhofer Priesterstein ebenso wie die „Südharzer Baustoffwerke“ (die SÜBA) und weithin erfolglose Versuche, auch den Höllstein in einen Steinbruch zu verwandeln. Auch der „Culemeyer“ findet seinen Platz. So ist eine lebendige, nicht nur für ehemalige und heutige Mitarbeiter der Gipsindustrie lesenswerte Chronik entstanden, die zum Preis von 5,00 € im Vereinsarchiv, bei der Postagentur und in Veras Kiosk zu erwerben ist.

Schablone der Fa. Rode

Bei diesem Exponat aus der Walkenrieder Gipsausstellung handelt es sich um eine Schablone der in Walkenried ansässigen Firma Rode, die zur Markierung von Transportbehältern eingesetzt wurde.

Gutachten zum Lärmschutz am Röseberg ist fertig

Das vom Gewerbeaufsichtsamt in Göttingen im Zusammenhang mit dem letzten Abschnitt des Steinbruchs „Röseberg-Mitte“ (welcher unmittelbar hinter den Häusern der Straße „Am Röseberg“ liegt, dessen Emissionen jedoch auch auf andere Bereiche des Klosterorts ausstrahlen) beauftragte Gutachten, ist offensichtlich fertiggestellt worden. Die Firma Saint Gobain Formula hat es in Auszügen einigen Bewohnern der Straße „Am Röseberg“ vorgestellt.

Friedhof

Neben den Lärmauswirkungen wird in Walkenried auch die optische Wirkung des Steinbruchs auf das Ortsbild diskutiert. Hier der Blick vom Friedhof auf dem Geiersberg hinüber zu der graubraunen Wand des bildbestimmenden Höhenrückens.

 

Bewohner Walkenrieds hatten sich besonders über den erheblichen Lärm des hydraulischen Meißels beklagt, mit dessen Hilfe oft stundenlang die bei den Sprengungen zurückbleibenden größeren Brocken zertrümmert werden. Speziell dieser Krach ist im ganzen Ort und selbst noch im Himmelreich und im Blumenberg weithin vernehmbar. Saint Gobain Formula hatte im Vorfeld des Gutachtens bereits eine zeitliche Beschränkung des Meißelbetriebes zugesagt und wollte sich auch im weiteren Lärm- und Sichtschutz kümmern. Dem breiteren Publikum ist das Gutachten leider noch nicht bekannt.

Da seitens der Firma und der Gewerbeaufsicht ein transparentes Verfahren und eine umfassende Information der Walkenrieder zugesichert wurden, ist dies schon etwas verwunderlich – aber was nicht ist, kann ja noch werden. Das Gutachten selbst hat übrigens keine Rechtskraft, sondern erst der ggf. daraus resultierende Bescheid des Amtes in Göttingen.

Zahlreiche neue Walkenrieder Museumsschätze bei museum-digital.de

Die Zahl der Exponate aus der Ortsgeschichtlichen Sammlung Walkenried bzw. der Dauerausstellung „Gips – mehr als weißes Pulver“, die im Museumsportal museum-digital.de des Instituts für Museumsforschung vorgestellt werden, konnte in den vergangenen Wochen auf 60 Ausstellungsstücke gesteigert werden. Neben ortsgeschichtlichen Exponaten wie etwa der Walkenrieder Friedenstafel von 1759 (deren interessante Geschichte sich übrigens hier mit mehr Details nachlesen lässt), vielen Ausstellungsstücken aus der Geschichte der Gipsindustrie des Ortes (wie etwa diesem aus Hochbrand-Gips gegossenem Mauerstein oder dieser Werbegrafik der Kutzhütte II) sowie zahlreichen Fundstücken zur Geologie des Harzes (wie etwa dieser Schwefelbildung auf Gips oder diesen Schwalbenschwanzkristallen), finden sich seit kurzem auch etliche digitalisierte Aquarelle des „Rosenblath-Zyklus“ auf der Internetseite.

Dieser nach dem Walkenrieder Einzelhandelskaufmann Martin Rosenblath benannte und von Karl Helbing gezeichnete Bilderzyklus bietet faszinierende Einblicke in das Walkenried der 1950er Jahre und wird von uns inzwischen auch mit einem eigenen kleinen Kurzfilm auf der bekannten Online-Videoplattform youTube beworben.

 

Walkenrieder Friedenstafel

Bei der sogenannten „Walkenrieder Friedenstafel“ handelt es sich um eine Gedenktafel aus der Zeit des Siebenjährigen Krieges (1756 – 1763), die an den Abzug der kaiserlichen Truppen aus dem Fürstentum Blankenburg erinnert.

 

Schwefel auf Gips

In einigen Gipsvorkommen (etwa bei Weenzen bei Alfeld oder in Grubach bei Salzburg) findet sich elementarer Schwefel als Einschluss im Gips, der sich als Reaktionsprodukt aus dem Sulfat des Gipses (Gips/Anhydrit = Calciumsulfat) bildet.

 

Gipsfass

Bei diesem Exponat handelt es sich um ein durch die Firma Mende in Teichhütte hergestelltes kleines Gipsfass, das in der ehemaligen Walkenrieder Gipsfabrik eingesetzt wurde.

 

Wir hoffen, die Schwelle von 100 digitalisierten Ausstellungsstücken noch dieses Jahr „knacken“ zu können und so möglichst viele weitere Exponate für „virtuelle Besucher“ im Internet zu erschließen – insbesondere, da wir schon die erfreuliche Erfahrung machen durften, dass aus solchen Online-Besuchern gelegentlich auch Besucher vor Ort werden, die auf die Frage, wie sie denn von der Existenz der Ortsgeschichtlichen Sammlung Walkenried erfahren haben, mit „Euch habe ich im Internet gefunden“ antworten…

Neuzugänge für die Ausstellung „Gips – mehr als weißes Pulver“

Die Dauerausstellung zum Thema Gips im Walkenrieder Vereinshaus erfreut sich nicht zuletzt dank einer guten Internet-Präsenz regen Interesses. Kürzlich erhielten wir Besuch aus Stöckey. Reinhardt Wagner, gebürtiger Klettenberger und mit dem dortigen Gipswerk der Firma Börgardts sehr vertraut, brachte uns einige Gegenstände und Dokumente. Herzlichen Dank dafür! Die Dokumente sind vor allem deswegen sehr interessant, weil sie die Zeit beleuchten, in der die Firma Börgardts in Klettenberg noch eigenständig aktiv war und es offensichtlich – trotz schon bestehender Grenze – auch noch Kontakte zum Werk auf der Kutzhütte gab.

Marmorgipssack

Transportsack für 50kg Marmorgips aus Klettenberg, genutzt in den 1950er Jahren.

 

Dieser Sack für Marmorgips wurde in Klettenberg verwendet. Interessant ist vor allem die Rückseite, denn sie zeigt noch das alte „Logo“ mit dem Zeppelin, zugleich aber auch schon – schwach erkennbar – das Kennzeichen der Vereinigung Südharzer Gipswerke in der späteren DDR.

Zeppelin-Logo

Zeppelin-Logo auf der Rückseite von Gips-Transportsäcken der Firma Börgardts aus den 1950er Jahren.

 

Der Zeppelin ist gestochen scharf, es fehlen auch nicht die Motorgondeln.

Auch der Schriftwechsel aus der Zeit zwischen 1945 und 1950 ist beachtenswert.

Auftragsschein

Auftrag über die Lieferung von 3 Fass oder 10 Sack Marmorgips des Bremer Händlers Karl Fiebig an die Gipsfabrik Börgardts aus dem Jahr 1947.

 

Hier hat ein Geschäftspartner aus Bremen „3 Fass oder 10 Sack Marmorgips N“ in Klettenberg bestellt. „An Kutzhütte gegeben“ hat jemand mit Bleistift auf dem Auftragszettel vermerkt, auf welchem Klettenberg auch noch mit „C“ geschrieben steht. Von der Mangelwirtschaft damaliger Jahre zeugt ein anderes Stück Papier.

Lieferschein

Lieferschein über 12 Tonnen technischen Gips aus Walkenried an die Rheinhold & Co. GmbH in Dresden aus dem Jahr 1950.

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