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Gipsabbau

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BUND Westharz tagte in Walkenried – Weitere Zerstörung der Walkenrieder Gipskarstlandschaft verhindern

(Pressemitteilung des BUND Westharz)

Jüngst tagte der auch für den Landkreis Osterode am Harz zuständige BUND-Regionalverband Westharz in Walkenried. Er führte eine Begehung der Gipsabbau-Gebiete Röseberg-Mitte und Röseberg-Ost durch und diskutierte im Anschluss daran mit Anwohnern und einem Vertreter von Saint Gobain Formula den heutigen und künftigen Umfang des Gipsabbaus und der Rekultivierungsmaßnahmen zwischen Ellrich und Tettenborn.

Die Beteiligten stellten fest, dass der laufende Abbau im Steinbruch Röseberg-Mitte nicht nur die unmittelbaren Anwohner belastet, sondern auch viele weitere Walkenrieder durch den dabei entstehenden Lärm. Außerdem wird das Ortsbild durch das Abbaufeld erheblich beeinträchtigt. Der Abbau soll allerdings im Jahr 2016 enden. Danach wird die Fläche mit Abraum aus dem neuen Abbaufeld Röseberg-Ost verfüllt. Was dabei vorgesehen ist, wurde durch den Vertreter des Gipswerks erläutert, der auch anbot, den BUND bei anstehenden Fragen zur Rekultivierung zu beteiligen. Das neue Abbaufeld Röseberg-Ost wird, wenn nicht aufgepasst wird, das Ortsbild in unmittelbarer Nähe des Klosters Walkenried optisch und akustisch erheblich beeinträchtigen. Der Abbau wird sich hier über rund 20 Jahre erstrecken. Da er genehmigt ist, geht es hier um die Begrenzung des eintretenden Schadens. Mögliche Maßnahmen hierzu wurden an Ort und Stelle erörtert.

Der langfristig gesehen wohl kritischste Punkt des Gipsabbaus in Walkenried ist die Tatsache, dass der Abbau in allen Steinbrüchen rund um Walkenried bald an die Grenzen der Naturschutzgebiete stoßen wird. Neben dem Röseberg hier auch noch der Steinbruch oberhalb der Juliushütte, der Steinbruch Kahler Kopf und der Steinbruch im Mehholz zu nennen. Dies bedeutet im Klartext: Wenn diese Grenzen beibehalten werden, kann bei Walkenried kein weiterer Gips mehr abgebaut werden.

Beim BUND läuten daher die Alarmglocken. Man werde sich mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln dafür einsetzen, die heutigen Grenzen der Naturschutzgebiete beizubehalten und nicht, wie bei Röseberg-Ost geschehen, diese aufzuheben oder zu verschieben. Es gelte, so der Vorsitzende des BUND Westharz, Knut Haverkamp, wachsam zu sein und zu bleiben, um weiteres Unheil für die Südharzer Gipskarstlandschaft zu vermeiden. Mit den anwesenden Vertretern der vom Gipsabbau ebenfalls betroffenen BUND-Kreisgruppe Nordhausen wurden eine enge Kooperation und ein ständiger Informationsaustausch in dieser Frage vereinbart. Im Rahmen dieser länderübergreifenden Zusammenarbeit der BUND-Gruppen bestand Konsens darüber, dass die Bemühungen zur Entwicklung eines Biosphärenreservats in der schutzwürdigen und sensiblen Südharzlandschaft wieder aufgenommen werden sollen.

Röseberg-West

Der Gipsbruch Röseberg-West (Foto: Dr. Reiner Cornelius, BUND Westharz).

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Gipsbrüche in der Walkenrieder Gemarkung – Teil 2

Wir stellen Ihnen heute im zweiten Teil unserer kleinen Serie zu den Walkenrieder Gipsbrüchen (Teil 1 siehe hier) die Steinbrüche „Röseberg-Mitte“ und „Meholz“ vor. Der Röseberg liegt praktisch täglich vor unseren Augen und tage- und stundenweise ja auch vor unseren Ohren. Wir zeigen hier zwei Aufnahmen, da wir der Fairness halber auch den Teil des Röseberges zeigen wollen, der bereits wieder rekultiviert wird (und von dem wir Einwohner laut „Natürlich Gips“ so begeistert sind).

Röseberg

Das erste Bild zeigt den Röseberg von oben, aufgenommen in Richtung Nordwest. Wieder sehen wir die Bahnstrecke sowie (von unten nach oben) Röseteich, Andreasteich, Sackteich und Brunsteich sowie links davon die Höllteiche. Gut erkennbar auch die Straße Walkenried – Neuhof und die Felder des „Rösetals“, geteilt von dem Waldstreifen, der die Trasse der alten Feldbahn markiert, die von der Kutzhütte einmal in die Steinbrüche am Höllstein verlief. Auch diese gab es ja einmal!

Unterhalb der Straße nach Neuhof sehen wir den Teil des Röseberg-Steinbruchs, der bereits ausgebeutet ist (weitgehend noch von der Firma Rode) und rekultiviert worden ist. Ein Stück darunter der von Formula ausgebeutete Bruch, in dem die Rekultivierungsmaßnahmen angelaufen sind. Wiederum darunter der aktive Bruch „Röseberg-Mitte“, der bis an die Häuser der Straße „Am Röseberg“ heranreicht und den alten „Kutschweg“ zwischen Walkenried und Branderode gänzlich zerstört hat. Die Schneise markiert die alte Grenze auf dem Kamm des Berges. Sie endet in einem weiteren Steinbruch, der schon zu Branderode zählt, uns in Walkenried aber das häßliche Loch in der Waldkante des Röseberges eingebracht hat. Über dem Gipswerk oben links sieht man dann schon den nächsten Bruch „Meholz“ und dahinter die Häuser von Neuhof.

Röseberg-Steinbruchkante

Die Röseberg-Steinbruchkante quasi in Frontalsicht zeigt das zweite Bild. Vom „Branderoder Loch“ über den in Rekultivierung befindlichen Teil bis zum aktiven Teil reicht der Blick von rechts nach links. Was auf beiden Bildern noch nicht gezeigt werden kann, weil es sich erst in Vorbereitung befindet, ist das künftige Loch des Steinbruchs „Röseberg-Ost“. Dieser bisher unberührte Teil des Berges wurde ja bekanntlich auch mit Stimmen Walkenrieder Lokalpolitiker zum Abbau freigegeben. Hier wird sich bald ein ähnliches Bild bieten wie in „Röseberg-Mitte“.

Einen wahrhaft großen Bruch zeigt schließlich das letzte Bild. Es ist der Steinbruch im „Meholz“. Rechts wäre das Gelände der „Kutzhütte“ zu denken, an das sich, getrennt durch einen nur noch schmalen Waldstreifen, der Bruch heran frisst. Der mittlere Teil ist nicht mehr aktiv, wohl aber der rechte und auch der Teil ganz links. Dieser wiederum frisst sich an den Karstwanderweg in der Nähe der Helbinghütte heran. Wer’s nicht glaubt, schaue bitte in die linke obere Bildecke: Dort erkennt man den Steilabbruch des „Sachsenstein“ und darunter die etwas graue Ebene, die der Flusslauf der Uffe bildet…

Meholz

Vier aktive Brüche, dazu der mit Müll verfüllte Bruch unterhalb der „Kutzhütte 2“ und der ehemalige Bruch am Höllstein, der zwar nur wenige Jahre betrieben wurde, uns aber die Lücke in der Kante des Höllsteins eingetragen hat – das ist mehr als genug. Insbesondere Röseberg-Ost ist schwer zu ertragen. Hinzu kommen Brüche in Neuhof (direkt hinter dem Ort am „Kuhberg“, am Kranichstein und am Pfaffenholz“ und solche in Tettenborn-Kolonie in unmittelbarer Nachbarschaft des Naturdenkmals „Kleiner Trogstein“ und natürlich die Brüche im Landkreis Nordhausen. Weitere Brüche werden hier ja vorbereitet. Da das Material aus allen Brüchen per LKW zum Werk Kutzhütte gefahren wird, finden sich Walkenrieds Straßen in mehr oder weniger regelmäßigem Abstand grauweiß überzogen und im 5-Minuten-Takt von schweren Lkws befahren wieder.

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