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Kloster Walkenried

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Krieg und Klosterort – Orte des Gedenkens in Walkenried

Krieg und Walkenried – das hat doch fast nichts miteinander zu tun! Oder jedenfalls nicht mehr als in ganz vielen anderen kleinen Gemeinden in Deutschland auch. Das mag sein, aber wir haben uns anlässlich des Walkenrieder Aktionstages für den Frieden am 7. Mai dennoch aufgemacht, um alle Orte, die in Walkenried etwas mit Krieg und Frieden zu tun haben, aufzulisten und Ihnen einen Besuch dieser Orte zu empfehlen. Und da kommt dann eben doch eine ganze Menge zusammen.

1 Die Sachsenburg

Um den in historischer Reihenfolge ersten Gedenkort aufzusuchen, müssen Sie eine kleine Wanderung machen. Die westlich von Walkenried im Naturschutzgebiet Priorteich/Sachsenstein liegenden Reste der „Sachsenburg“ erinnern an jene Zeiten, in denen Kaiser Heinrich IV. – das ist der mit dem Gang nach Canossa – sich über viele Jahre hinweg mit wechselndem Erfolg, aber letzten Endes ohne Ergebnis, mit den Sachsen herumstritt, mit dem Bau der Sachsenburg und anderer diese zu bezwingen gedachte, nach verlorener Schlacht aber im Frieden von Gerstungen schon 1074 ihrem Abbruch zustimmen musste. Heinrich IV. führte in seinen 50 Regierungsjahren fast immer irgendwo Krieg, zuletzt mit seinem eigenen Sohn Heinrich V., der seinerseits die Sachsen zu bezwingen gedachte und am Welfesholz (bei Hettstedt) eine verheerende Niederlage kassierte. Sein Gegner: Der spätere Kaiser Lothar von Süpplingenburg.

Sachsenburg
Der Rundturm der Sachsenburg im herbstlichen Blumenberg.

2 Das Kloster Walkenried

Das Zisterzienserkloster Walkenried bietet gleich aus mehreren Gründen Stoff zum Nachsinnen über Krieg und Frieden. Es war einst Gastgeber zweier Herrscher, die aus unterschiedlichen Gründen in kriegerische Auseinandersetzungen verwickelt waren, nämlich für Heinrich den Löwen einerseits (der kurierte hier einen Beinbruch aus und war deswegen an einem Aussöhnungstreffen mit Kaiser Friedrich I. Barbarossa verhindert) und für Kaiser Otto IV. andererseits. Dieser einzige Welfenkaiser war praktisch vor und während seiner Regentschaft immer irgendwo in Kriege verstrickt und musste sich nach der verlorenen Schlacht von Bouvines mehr oder weniger zurückziehen, blieb allerdings nominell bis zu seinem Tod auf der Harzburg Kaiser. Seine letzte Beichte nahm ein Walkenrieder Abt ab. Schließlich: Das Kloster wurde in einem weiteren Bürgerkrieg auf deutschem Boden, dem Bauernkrieg, 1525 so schwer beschädigt, dass es sich davon nicht mehr erholen konnte.

Kloster Walkenried
Die Ruinen des Klosters Walkenried – gezeichnet um 1950 von Karl Helbing.

3 Die Juliushütte

Dieser Gedenkort erfordert kleine Wanderung in östlicher Richtung. (Zu erreichen ist die Juliushütte aber auch mit dem Zug – sie liegt gleich gegenüber vom Bahnhof Ellrich.) Die nicht mehr existierende Siedlung ist in gleich mehrfacher Hinsicht ein wirklicher Ort des Gedenkens: In der Holzmehlfabrik Trinks wurden 1943-1945 Kriegsgefangene als Zwangsarbeiter beschäftigt, von 1944 bis 1945 wurden Fabrikgebäude und Wohnungen für die Einrichtung eines der schlimmsten KZ im Südharz, des KZ Ellrich-Juliushütte, verwendet, in dem Tausende ermordet wurden, und nach dem Krieg wurde die Juliushütte zum Zufluchtsort vieler Flüchtlinge und zu einem „Hotspot“ des Schleusens von Ost nach West und umgekehrt, erlebte Schießereien und Schikanen der russischen Besatzungstruppen – und wurde bis 1964 als Ort sowohl in Ost als auch in West systematisch ausgetilgt. Östlicherseits ging es dabei um freies Schussfeld, falls jemand die Grenze hätte überqueren wollen. Im Westen ging es um die Beseitigung eines „Schandflecks“, weil nach dem Brand der Fabrik 1955 viele Ruinen zurückblieben, die von östlicher Seite gern gefilmt wurden. Bewusst oder unbewusst wurden damals auch die Spuren des KZ getilgt. Nach der Wende wurde die Juliushütte zusammen mit dem Ellricher Teil des KZ wieder erschlossen, in jüngster Zeit fanden auch umfangreiche Grabungen statt, deren Ergebnisse bald aufbereitet sein werden.

Gedenkstein KZ Juliushütte
Der Gedenkstein für die Opfer des KZ Ellrich Juliushütte.

Die Juliushütte ist also auch deswegen ein Gedenkort, weil man an ihr den Umgang mit der NS-Zeit in der DDR, der Bundesrepublik, in Walkenried und in Ellrich studieren kann. In der DDR war das Sperrgebiet tabu, und alte Nazis gab es dort per Definition sowieso nicht. Gern gesprochen wurde aber auch in Walkenried über die Sache nicht, und es bedurfte des persönlichen Einsatzes der ersten Frau im Walkenrieder Gemeinderat, der jüngst verstorbenen Ruth Monicke, um eine Gedenkplakette an die KZ-Opfer am Kriegerdenkmal anzubringen und einen Gedenkstein auf der Juliushütte aufzustellen. Heute gehen wir in Walkenried und Ellrich offen mit diesem sehr dunklen Kapitel aus unserer Vergangenheit um, aber das war nicht immer so. Womit wir schon beim nächsten Gedenkort wären, der aus Klostervorplatzsicht gleich um die Ecke liegt:

4 Das Kriegerdenkmal im Bürgerpark und seine Erinnerungskultur

Alle Kriege fordern Opfer auf Seiten des Militärs und in der Zivilbevölkerung. Wie andere „Kriegerdenkmäler“ auch, so war das Walkenrieder im Bürgerpark zunächst eben für die militärischen Opfer der Kriege von 1914-1918 und 1939-1945 gedacht. Der gefallenen Söhne aus Walkenried gedenken wir selbstverständlich auch heute noch. Aber wir schließen in das Gedenken inzwischen eben auch die zivilen Opfer von Krieg und Gewalt ein – und, wie die Gedenkplakette beweist, auch jener, die im KZ Ellrich/Juliushütte umkamen oder ermordet wurden. Wir bekennen uns auch zu diesem Teil unserer Geschichte, ohne all die zu vergessen, die in den Kriegen starben oder seither vermisst werden.

5 Das Jagdschloss

Dieser schlichte Barockbau von Hermann Korb für die Braunschweiger Herzöge und ihre Gäste ist an sich ein durch und durch friedlicher – und sehenswerter – Ort. Aber auch er hat seinen kleinen Anteil am Thema Gedenken. Im Frühjahr 1945 verbargen sich hier Häftlinge des KZ Juliushütte (oder aus dem KZ Dora), wurden aufgespürt, zunächst von etwas einsichtigeren Wehrmachtsangehörigen nur verjagt, aber dann eben doch von anderen Wehrmachtsangehörigen (nicht der SS) auf ihrem Fluchtversuch erschossen. Ihre Gräber finden sich bis heute auf dem Walkenrieder Friedhof auf dem Geiersberg – neben denen von drei Angehörigen der Wehrmacht, die nahe Zorge bei einer Erkundungsfahrt erschossen worden sind. Im Gegensatz zu deren Namen blieben die der Häftlinge „unbekannt“.

6 Die Zonengrenze und das Eisenbahntor

Sie ist heute fast vergessen und doch auch ein Zeuge von Krieg und Gewalt. Walkenried war bis 1989 von gleich drei Seiten von der „Staatsgrenze West“ umgeben. Auch hier lagen Minen, gab es Selbstschussanlagen und wurde auch geschossen. Symbolhaft für die Grenze steht das ehemalige Eisenbahntor kurz vor dem Bahnhof Ellrich. Hier durften von 1949 bis 1989 nur Güterzüge passieren, der Bahnhof Ellrich und das Gelände ringsum wurden streng bewacht. Und hier wurde bei Fluchtversuchen auch geschossen, es gab Verwundete, glücklicherweise aber keine Toten. Gleichwohl stehen die Reste der Zonengrenze – auch an der Straße nach Ellrich an der „Rotbuche“ zu sehen – für Kriegsfolgen und Gewalt. Ein Gang zur ehemaligen Grenze darf daher nicht fehlen.

Einfahrt des ersten Personenzuges in Walkenried aus Ellrich nach der Grenzöffnung am 12.11.1989.

7 Die „Schlesiersiedlung“ in der Aue

Längst schon wohnen dort nicht mehr nur Schlesier. Wieso also Gedenkort? Weil der kleine Ort Walkenried, der 1945 knapp 2.000 Einwohner zählte, nach 1945 vorübergehend fast 1.000 Flüchtlinge und Vertriebene aus den deutschen Ostgebieten aufnahm. Das lief keineswegs immer reibungslos, es gab damals schon das, was man heute „Diskriminierung“ nennen würde. Aber letzten Endes gelang die Integration doch. Das dringendste Problem war das der Wohnungen – Arbeit gab es genug, und im Unterschied zu heute ging es damit auch sofort los. Nur Wohnraum war knapp. Viele Flüchtlinge hausten in heute unvorstellbaren Verhältnissen. Eine Abhilfe war die Erschließung von Baugrundstücken, die an Flüchtlinge vergeben wurden, die bei uns vorzugsweise aus Schlesien stammten. Heute erinnert fast nur noch der Name „Waldenburger Straße“ an diese schweren Zeiten.

8 Das Anglerheim am Brunsteich

Ein Ort, den man sich friedlicher kaum vorzustellen vermag. Und doch: In den damaligen „Südharzer Baustoffwerken“ (SÜBA) wurde ebenfalls eine aus Schlesien stammende Flüchtlingsfamilie angesiedelt. Sie war seinerzeit die erste dieser Familien, die wieder ein eigenes Dach über dem Kopf bekamen. Viele Jahre war die SÜBA dann Treffpunkt der alten Schlesier, die durch einen Krieg ihre alte Heimat verloren hatten. „Integration“ wurde damals weniger betont, sondern nach gewissen Anlaufschwierigkeiten einfach gelebt. Gleichwohl wollten die Schlesier einige alte Bräuche und Speisen aus ihrer Heimat bewahren und gemeinsam leben. Zwischen dem Güterbahnhof und der SÜBA fand eine weitere Familie aus Schlesien eine provisorische Unterkunft, die noch bis in die 1960er Jahre hinein genutzt wurde.

9 Die „Walkenrieder Friedenstafel“

Auch so etwas gibt es, und zwar in der Ausstellung des Vereins für Heimatgeschichte in der alten Grundschule am Geiersberg. Im „Siebenjährigen Krieg“ wurden dereinst einige Walkenrieder Bürger als Geiseln genommen und verschleppt. Erst nach Monaten konnten sie zurückkehren. Und aus eben diesem Grunde stifteten sie eine Holztafel, deren höchst interessante Inschrift auf den Janustempel verweist, der im alten Rom immer dann geöffnet wurde, wenn ein Krieg ausbrach, und nach dessen Ende wieder geschlossen wurde. Gäbe es ihn heute noch, er müsste dauern offenbleiben. An so etwas dachten unsere Altvorderen freilich nicht, sondern waren einerseits heilfroh, wieder in Walkenried zu sein (und wer ist das eigentlich nicht?), und andererseits gebildet genug, um den Bezug zu den alten Römern herzustellen. Zudem birgt die Tafel auch einen Hinweis auf ihr Entstehungsjahr – man muss nur die Großbuchstaben wie „V“ und „I“ zusammentippen. Die Tafel wurde später als Trittbrett auf dem Dachboden der Försterei benutzt und nach ihrer Entdeckung und Bergung im Geschichtsverein aufgehängt – zu besichtigen jeden Dienstag und Mittwoch von 15 bis 17 Uhr.

10 Die „Waterlootafel“

Diese harrt noch einer sinnvollen Anbringung. Der „Schwarze Herzog“ Friedrich Wilhelm von Braunschweig führte, wie Schill, 1813 nicht ohne kleinere Erfolge einen Privatkrieg gegen Napoleon. Er zog quer durch Deutschland und konnte sich mit seiner Schar in Brake tatsächlich nach England einschiffen. Von dort kehrte er 1813 zurück, übernahm die Regierung seines Landes, zog aber mit seinen – vorwiegend ganz jungen und aus dem Herzogtum stammenden – Mannen 1815 erneut gegen Napoleon zu Felde. Bei Quatre Bras wurde er getötet. Viele seiner Schar traf dasselbe Schicksal, und da die Schlacht von Waterloo der Kulminationspunkt dieses Feldzuges war, ist die Metalltafel (in Zorge gegossen) mit den Namen der zwei Walkenrieder Gefallenen eben als „Waterlootafel“ bekannt. Der betont „heldenhafte“ Text ist aus heutiger Sicht mehr als bedenkenswert, aber man darf nicht vergessen, dass man einerseits das „Napoleonische Joch“ wieder abschütteln wollte und es sich andererseits quasi um Jugendliche gehandelt hat, die sich vom „Schwarzen Herzog“ beeindrucken und gewinnen ließen. Die Tafel ist derzeit magaziniert.

11 Der Walkenrieder Friedhof und die Friedhofskapelle

Unser Friedhof liegt oben auf dem Geiersberg. Wer sich dort hinauf begibt, wird natürlich auch die schönen Ausblicke in den Harz und zum Kloster genießen. Am Eingang der Friedhofskapelle findet man aber auch die Namenstafeln der in den beiden Weltkriegen gefallenen Walkenrieder. Und geht man um die Kapelle herum, stößt man auf zwei Kreuze, deren eines auf drei nahe Zorge getötete Angehörige der Wehrmacht hinweist, das andere hingegen an „Fünf unbekannte Häftlinge“ erinnert – eben jene, die bei der Flucht aus dem Jagdschloss erschossen wurden.

Friedhofskapelle
Die Friedhofskapelle auf dem Geiersberg – gezeichnet um 1960 von Karl Helbing.

12 Das „Mordwäldchen“

Was für ein Name! Dabei existiert das kleine Wäldchen, welches Erzählungen nach in der Zeit von 1945 bis 1948 von dem Massenmörder Rudolf Pleil als Versteck genutzt worden sein soll, schon lange nicht mehr. 1972 wurden die letzten Bäume dort durch einen Sturm weggefegt. Tatsächlich hat es in der wilden Zeit Walkenrieds 1945-1949, als täglich mehrere hundert, zeitweise mehrere tausend Menschen die noch grüne Grenze illegal passierten, um zum Bahnhof Ellrich oder zum Bahnhof Walkenried zu gelangen, viele Vorfälle, Schießereien, Vergewaltigungen und auch einige Morde gegeben. Walkenrieds Polizei hatte damals mehr als ein Dutzend Beamte vor Ort, um des Stroms der zum Teil entwurzelten und heimatlosen Menschen Herr zu werden. Dieser Strom der „displaced persons“ wurde letztlich durch den Zweiten Weltkrieg verursacht. Mehr als 70 Jahre sind seither vergangen, aber der Strom der Flüchtlinge, die vor Kriegen und nun auch vor Naturgewalten und Klimaveränderungen fliehen, reißt nicht ab.

Hier klicken für eine interaktive Übersicht der Gedenkorte.

Weitere Gedenkorte im Umfeld unseres Klosterortes

Zorge, Ortsmitte: Der kleine Südharzort wurde am 08.04.1945 bombardiert. Mehrere Häuser stürzten ein, 18 Menschen starben vier Wochen vor Kriegsende.

Zorge, Andreasberger Tal: Der Fabrikant Richard Fischer wurde am 9.4. von Angehörigen der Wehrmacht erschossen. Er hatte sich geweigert, mit Männern des Volkssturms und 5 Gewehren Panzersperren gegen die Amerikaner zu verteidigen. Beim Kreisleiter denunziert, wurde er ein Opfer fanatischer Nationalsozialisten, die kurz darauf nie welche gewesen waren…

Wieda, Schützenplatz: Ehemaliger Standort von SS-Baracken. Hier waren Häftlinge der SS-Baubrigade untergebracht, die beim Bau der Helmetalbahn eingesetzt wurden. Zusammengepfercht und schlecht ernährt, mussten sie auch noch die in Nüxei und Osterhagen evakuierten Lagerinsassen aufnehmen. Es kam zum Zusammenbruch mehrstöckiger Betten mit mehreren Toten. Tags darauf begann der Marsch über den Harz, der viele weitere Häftlinge das Leben kostete.

Bad Sachsa: „Kinder des 20. Juli“ – Ausstellung im Kurhaus Bad Sachsa. Das ehemalige Kinderheim im Borntal ist als Unterkunft der Kinder von Attentätern des 20. Juli ein bleibendes Zeugnis der Perversion einer furchtbaren Diktatur. Aber auch in der DDR war die Wegnahme von Kindern und die Verschaffung einer anderen Identität für Kinder von „Republikflüchtlingen“ und Oppositionellen an der Tagesordnung.

Bad Sachsa: Grenzlandmuseum – Aufbau und Ausbau sowie Ereignisse an der innerdeutschen Grenze

Bad Sachsa: Kriegerdenkmal vor der Nikolaikirche: Das von Paul Juckoff entworfene Ehrenmal atmet den Geist der Kaiserzeit und sollte ursprünglich „nur“ an die Gefallenen von 1870/71 erinnern. Es wurde aber erst 1914 fertig – und da war der Erste Weltkrieg schon ausgebrochen. Texte wie „Gott mit uns“ erinnern an die Zeiten, in denen das Militär alles beherrschte und die Kirche sich alles andere als friedlich verhielt.

Tettenborn Kolonie: Nahe des Bahnhofs wurden bei der Evakuierung des KZ Dora aus dem stehenden Zug fliehende Häftlinge erschossen und verscharrt. Einige der im Zug inzwischen Verstorbenen gleich mit. Arbeiter des Gipswerks entdeckten ihre Überreste. Zuvor wusste niemand etwas oder wollte es nicht wissen. Eine Gedenktafel erinnert daran.

Nüxei: Gedenkort und Gedenkweg zum Bau der Trasse der „Helmetalbahn“. Diese wurde 1944 und 1945 von SS-Baubrigaden unter brutalem Einsatz von Häftlingen als Entlastungsstrecke zur Südharzstrecke Northeim – Nordhausen gebaut

Nordhausen: Lager Dora – das riesige KZ „versorgte“ das Mittelwerk, in dem V-Waffen produziert wurden, mit Menschen, die hier durch Arbeit vernichtet wurden. Das KZ Ellrich-Juliushütte war zunächst eine Außenstelle dieses KZ.

Nordhausen: Die Altstadt wurde im April 1945 durch zwei Bombenangriffe fast vollständig vernichtet. Über 8.000 Menschen fanden den Tod. Eine Gedenkstelle vor dem alten Rathaus erinnert daran, dass die Gewalt zu denen zurückkehrte, die sie zuerst anwandten. Es traf viele Unschuldige, darunter Häftlinge in der Boelke-Kaserne.

Führung im Abendlicht im Kloster Walkenried

(von Annette Behnk, ZisterzienserMuseum Kloster Walkenried)

Entdecken Sie das mittelalterliche Kloster am Rande des Südharzes in der besonderen Stimmung des Abendlichts.

Wenn das Abendlicht durch die gotischen Maßwerkfenster fällt, entfaltet der einzigartige Kreuzgang des Kloster Walkenrieds seinen besonderen Zauber. Gäste können in dieser eindrucksvollen Atmosphäre an einem Rundgang durch die Klausur teilnehmen und sich von diesem faszinierenden Schattenspiel berühren lassen. Auf der Führung erfahren Sie außerdem mehr über das bewegte Leben der Walkenrieder Gottesmänner, die an diesem Ort im Mittelalter lebten und wirkten.

Die Führung kostet 11 € und 9 € ermäßigt und dauert etwa eine Stunde. Nächste Termine für die Führung: 28. April, 29. April, 5. Mai, 6. Mai, 13. Mai, 19. Mai, 26. Mai und 27. Mai, jeweils um 17 Uhr. Für die Führung bitte spätestens einen Tag vorher beim Besucherservice unter info@kloster-walkenried.de bzw. 05525-95 99 064 anmelden.

Doppelschiffiger Kreuzgang © ZisterzienserMuseum Kloster Walkenried, A. Behnk

Der Vorverkauf für die „Nacht der Offenen Pforte“ im Kloster Walken-ried läuft

(von Annette Behnk, ZisterzienserMuseum Kloster Walkenried)

Am Ostersonntag, dem 9. April, öffnet das Kloster Walkenried wieder seine Tore zur „Nacht der Offenen Pforte“.  Genießen Sie eine Nacht lang Klosterkultur, Musik und klösterliche Kulinarik in außergewöhnlicher Atmosphäre. Tickets sind bereits erhältlich.

Das ZisterzienserMuseum Kloster Walkenried lädt am Ostersonntag mit der „Nacht der Offenen Pforte“ zu einem unvergesslichen Event ein. Erleben Sie im Schein hunderter Kerzen die Magie gregorianischer Wandelgesänge oder lauschen Sie virtuoser Harfenmusik und Lesungen aus berühmten mittelalterlichen Handschriften. Besuchen Sie die Schreibwerkstatt der Mönche oder lassen Sie sich von Living History-Darstellerinnen und -Darstellern in die Geheimnisse mittelalterlichen Handwerkskunst einführen.

Im Refektorium, dem ehemaligen Speisesaal der Mönche, können Sie sich mit „klösterlichen“ Leckereien des KlosterCafés verwöhnen lassen. Im Welterbe-Infozentrum direkt gegenüber vom Museum erwartet Sie eine spannende interaktive Ausstellung und Live-Jazz Musik, die zum Chillen einlädt.

Der Vorverkauf für die „Nacht der Offenen Pforte“ läuft bereits:Bitte nutzen Sie dafür neben der Museumskasse auch den Vorverkaufin den Tourist-Informationen in Bad Sachsa, Bad Lauterberg und Goslar. Der Eintritt beträgt 5 €, für Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre ist der Eintritt frei.

Einlass ist am 9. April ab 19 Uhr; von 19.30 Uhr bis 23.30 Uhr wird ein stimmungsvolles Programm geboten.

Die „Nacht der Offenen Pforte“ ist ein idealer Ausflugstipp, um im Kloster Walkenried mit Familie und Freunden in die faszinierende Welt des Mittelalters einzutauchen.

Nacht der Offenen Pforte 2022 © ZisterzienserMuseum Kloster Walkenried

ZisterzienserMuseum Kloster Walkenried – Termine im März 2023

(von Annette Behnk, ZisterzienserMuseum Kloster Walkenried)

Stille Stunde nur mit Voranmeldung

Erleben Sie in den Abendstunden den durch Kerzenschein erleuchteten Kreuzgang in Stille und Schweigen und verabschieden Sie sich für eine Stunde vom Lärm des Alltags. Nutzen Sie die besinnliche Schweigezeit – ganz in der Tradition der Zisterzienser – für innere Einkehr und Ruhe.

Auf dem „Spirituellen Klosterrundgang“ können Sie im Kreuzgang überdies mithilfe kleiner Impulse und meditativer Übungen die Kraftquellen der mittelalterlichen Mönche erfahren. Den Weg weist ein Begleitheft, das auch in digitaler Version kostenlos zur Verfügung steht. Der spirituelle Rundgang wurde von der evangelischen Kirchengemeinde initiiert. Mehr Infos unter: www.kirchengemeinde-walkenried.de/klosterrundgang.

Termin: 3.3.
Beginn: 19.15 Uhr
Dauer: ca. 1 Stunde
Kosten: Eintritt frei, Spenden willkommen
Veranstalter: ZisterzienserMuseum Kloster Walkenried
Anmeldung: spätestens einen Tag vorher unter 05525-95 99 064 / info@kloster-walkenried.de

Führung „Mit Kreuz und Spaten“ nur mit Voranmeldung

Entdecken Sie mit uns das Kloster und die Ausstellung und erfahren Sie mehr über das Alltagsleben der Weißen Mönche sowie Herkommen, Aufstieg und Krise des mittelalterlichen Klosterkonzerns Walkenried – einst eines der bedeutendsten Wirtschaftsunternehmen Norddeutschlands.

Stationen: Kreuzgang, Lesegang, Brüdersaal, Brunnenhaus, Dauerausstellung
Termine: 4.3. | 5.3. | 11.3. | 12.3. | 18.3. | 19.3. | 25.3. | 26.3.
Beginn: jeweils 13.45 Uhr
Dauer: ca. 1 Stunde 15 Minuten
Kosten: 0 € / 8 € ermäßigt (inkl. Eintritt)
Veranstalter: ZisterzienserMuseum Kloster Walkenried
Anmeldung: spätestens einen Tag vorher unter 05525-95 99 064 / info@kloster-walkenried.de

Führung im Kerzenschein – nur mit Voranmeldung

Der stimmungsvolle Rundgang beginnt nach Einbruch der Dunkelheit auf dem Klostervorplatz vor der beeindruckenden Kulisse von gotischer Klausur und Kirchenruine. Er führt durch den einzigartigen Kreuzgang und die angrenzenden parterre liegenden Räume, die einst nur den Mönchen vorbehalten waren. Umhüllt von Dunkelheit und Kühle des mittelalterlichen Kreuzgangs, eingetaucht in das warme Licht Hunderter Kerzen, erfahren die Gäste von der bewegten Geschichte der Walkenrieder Gottesmänner und ihres Klosters. Mindestalter 10 Jahre. Eine Voranmeldung ist erforderlich (begrenzte Teilnehmerzahl und Mindestteilnehmerzahl).

Termine: 3.3. | 4.3. | 10.3. | 11.3. | 17.3. | 18.3. | 24.3. | 25.3.
Beginn: 18 Uhr
Dauer: ca. 1 Stunde
Kosten: 11 € / 9 € ermäßigt
Veranstalter: ZisterzienserMuseum Kloster Walkenried
Anmeldung: spätestens einen Tag vorher unter 05525-95 99 064 / info@kloster-walkenried.de

Dauerausstellung © Günter Jentsch

Kultur und Kulinarik im Kloster Walkenried

(von Annette Behnk, ZisterzienserMuseum Kloster Walkenried)

Vom 28. Januar bis 12. Februar lädt der Harzer Tourismusverband zum mittlerweile 15. Harzer KulturWinter ein und begeistert auch in diesem Jahr mit einer magischen Veranstaltungsvielfalt.

Im ZisterzienserMuseum Kloster Walkenried zählen dazu die „zauberhaften“ Führungen im Kerzenschein, die in Kombination mit dem berühmten Harzer Kniesteressen ein besonderes Erlebnis versprechen. Wandeln Sie bei einem geführten Rundgang im Schein hunderter Kerzen durch den einzigartigen gotischen Kreuzgang, der einst nur den Mönchen vorbehalten war, und erfahren Sie Spannendes und Wissenswertes über Leben und Wirken der Walkenrieder Gottesmänner.

Im Refektorium, dem ehemaligen Speiseraum der Mönche, erwartet Sie anschließend eine Speisetradition aus alter Zeit: das Harzer Kniesteressen. Auf dem Blech gebackene Kartoffeln, dazu frischer Kräuterquark, Harzer Käse, eingelegtes Sauergemüse, Suppe und Kraut, hausgebackenes Klosterbrot und cremige Sauerrahmbutter – ein Genuss!

Termine: 28.1., 29.1., 3.2., 4.2., 10.2. und 11.2., jeweils um 17 Uhr.

Das Angebot kostet 31 Euro pro Person, Kinder bis 12 Jahren zahlen 19 Euro (Mindestalter 10 Jahre). Eine Anmeldung ist spätestens drei Tage vorher unter info@kloster-walkenried.de oder 05525/95 99 064 erforderlich, da es eine begrenzte Teilnehmerzahl sowie eine Mindestteilnehmerzahl gibt.

Führung im Kerzenschein © Günter Jentsch