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Landkreis Göttingen

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Rekordjahr für Niedersachsen-Tourismus – NGG fordert mehr Fachpersonal

(Pressemitteilung der NGG-Region Süd-Ost-Niedersachsen)

Kreis Göttingen zählte 1,85 Mio. Übernachtungen im letzten Jahr

Solide Betten-Bilanz: Der Landkreis Göttingen kam im vergangenen Jahr auf genau 1.850.690 Gäste-Übernachtungen – über 1,1 Prozent mehr als noch 2016. Das teilt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten mit. Die NGG Süd-Ost-Niedersachsen beruft sich hierbei auf die neuesten Beherbergungszahlen des Statistischen Landesamts. Danach erzielte der niedersächsische Tourismus das vierte Rekordjahr in Folge – mit rund 43,5 Millionen Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben und auf Campingplätzen (ein Plus von 1,7 Prozent).

„Heimische Hotels und Pensionen erleben seit mehreren Jahren einen kleinen Boom“, sagt NGG-Geschäftsführer Manfred Tessmann. Von den hohen Gäste-Zahlen profitierten auch Gaststätten, Restaurants und Kneipen. „Damit die Besucher auch gern wiederkommen, brauchen wir jedoch mehr geschultes Fachpersonal. Minijobber allein stemmen keinen Boom“, betont Tessmann. An die Arbeitgeber appelliert der Gewerkschafter, deutlich mehr für eine attraktive Berufsausbildung zu tun.

„Klar ist auch: Nur wenn Bezahlung und Arbeitszeiten stimmen, werden wir künftig genügend Köche und Kellner haben“, so Tessmann weiter. Dazu gehöre, dass Chefs die Arbeitszeiten ihrer Beschäftigten genau aufschreiben. Nur so lasse sich verhindern, dass Löhne geprellt und Umsonst-Überstunden zur Regel würden.

Manfred Tessmann
Geschäftsführer
der NGG-Region Süd-Ost-Niedersachsen

Wilhelmstr. 5
38100 Braunschweig

Tel.: 0531 / 24 27 40
Fax: 0531 / 242 74 17

region.sued-ost-niedersachsen@ngg.net
www.ngg-son.de

Klingel an der Rezeption

Bereitschaftspflegefamilie – Ein sicherer Ort in der Not

(Ein Gastbeitrag von Tanja Kux vom Pflegekinderdienst im Landkreis Göttingen)

Viele Kinder können nicht in ihren Familien leben, da ihre Eltern sie aus ganz unterschiedlichen Gründen nicht ausreichend versorgen, fördern und erziehen können. Für Säuglinge, Kinder, aber auch für Jugendliche, die vorübergehend nicht mehr bei den Eltern leben können, bieten Bereitschaftspflegefamilien einen verlässlichen familiären Lebensort.

Wie wird ein Kind ein Pflegekind? Ein Beispiel:

Sarah (7 Monate) lebt seit 2 Monaten mit ihrer Mutter in einer Mutter-Kind-Einrichtung. Zuvor lebte sie mit ihren Eltern zu Hause. Durch anhaltende körperliche Gewalt zwischen den Eltern entschied sich die Mutter nach Intervention des Jugendamtes, gemeinsam mit Sarah in die Mutter-Kind-Einrichtung zu ziehen. Die Mutter leidet schon seit längerer Zeit unter einer psychischen Erkrankung. Sie gelangt nun zu der Einsicht, sich in einer Fachklinik unterstützen zu lassen. Während ihres stationären Aufenthaltes gibt es niemanden, der sich um Sarah kümmern kann. Zurück zum Vater kann sie nicht. Aus diesem Grund stellt das Jugendamt eine Bereitschaftspflegefamilie zur Verfügung, die sich in der Zeit des stationären Aufenthaltes um Sarah kümmert.

Kinder benötigen Liebe, Geborgenheit, verlässliche Beziehungen, Anerkennung und Sicherheit. Nicht immer können Eltern diese Bedürfnisse erfüllen und ihre Kinder ausreichend versorgen. Diesen Familien können verschiedene Unterstützungsmöglichkeiten zur Verbesserung der Situation zur Seite gestellt werden. Sind diese Hilfsangebote nicht ausreichend oder werden von den Eltern nicht angenommen, ist eine Unterbringung der Kinder außerhalb der Familie erforderlich. Für Kinder und Jugendliche, die für eine gewisse Zeit oder dauerhaft nicht mehr in der eigenen Familie leben können, kann eine Pflegefamilie einen Ort zum Aufwachsen bieten. Pflegeverhältnisse können auf Dauer angelegt oder zeitlich befristet sein.

Bereitschaftspflege – Was ist das genau?

Die Bereitschaftspflege ist eine Form der Krisenintervention, das heißt, es liegt eine kindeswohlgefährdende Situation vor. Diese muss durch das Jugendamt abgewendet werden. Dazu werden die Kinder in einem familiären Rahmen betreut. Die Bereitschaftsbetreuung fängt das Kind auf und unterstützt die beteiligten Fachpersonen bei der Perspektivklärung des Kindes. Es wird geklärt, ob und wann das Kind in seine Herkunftsfamilie zurückkehren kann. Deshalb ist die Aufrechterhaltung des Kontaktes zur Herkunftsfamilie ein Teil der Arbeit der Bereitschaftspflegefamilie. Die Unterbringung in der Familie ist grundsätzlich zeitlich befristet, wo oft die Dauer nicht zu Beginn fest steht. Die Unterbringung in der Familie ist grundsätzlich zeitlich befristet und die Dauer steht meist zu Beginn nicht fest. Die Dauer und die Entscheidung über die weitere Perspektive wird während der Unterbringung geklärt.

Aufgaben der Bereitschaftspflegefamilie:

  • Dem Kind in der Notsituation im notwendigen zeitlichen Rahmen „Obhut“ geben
  • Versorgung und Betreuung
  • Gesundheitliche Prophylaxe und Versorgung
  • Problemspezifische Versorgung und Erziehung
  • Beteiligung am Klärungsprozess hinsichtlich der weiteren Perspektive
  • Gestaltung des Übergangs in andere Betreuungsformen oder der Rückkehr in die Herkunftsfamilie
  • Stabilisierung des Kindes
  • Sammlung von Informationen über das Verhalten und den speziellen Bedarf des Kindes
  • Kooperation mit dem Jugendamt und anderen Beteiligten

Was sollten Bereitschaftspflegeeltern mitbringen?

Es gibt vielfältige Anforderungen an Pflegeeltern. Der Pflegekinderdienst sucht Familien, Lebensgemeinschaften, gleichgeschlechtliche Paare und Einzelpersonen mit oder ohne (eigene/angenommene) Kinder und sehr gern auch ältere Personen und Paare, die

  • Freude am Zusammenleben mit Kindern haben
  • sich in die besondere Situation eines Pflegekindes einfühlen können
  • über stabile und tragfähige familiäre Beziehungen verfügen
  • bereit sind, ein Kind spontan aufzunehmen
  • Zeit, Geduld und Einfühlungsvermögen besitzen
  • in der Lage sind, ihr eigenes Verhalten kritisch zu hinterfragen
  • körperlich und seelisch belastbar sind
  • in gesicherten wirtschaftlichen Verhältnissen leben
  • über ausreichend Wohnraum verfügen
  • zur Zusammenarbeit mit der Herkunftsfamilie bereit sind
  • die für eine enge Kooperation mit dem Pflegekinderdienst offen sind

Wie wird man eine Pflegefamilie?

Grundsätzlich ist ihr örtliches Jugendamt, der Pflegekinderdienst, ihr erster Ansprechpartner. Sie müssen nur bei uns anrufen. Dann können wir Ihnen erste Fragen telefonisch beantworten. Danach laden wir Sie bei Interesse zeitnah zu einem Infogespräch oder Infoabend ein. Wir beantworten Ihnen gern alle Fragen und informieren Sie über alle wichtigen persönlichen und rechtlichen Belange. Wenn Sie diese Voraussetzungen mitbringen, werden Sie in einer Grundqualifikation umfassend auf Ihre Rolle als Pflegeeltern vorbereitet. Danach erfolgen mehrere Gespräche und Hausbesuche mit dem örtlich zuständigen Pflegekinderdienst. Sie bekommen eine feste Ansprechpartnerin, mit dem Sie Ihre Vorstellungen, Wünsche und auch Ängste in Bezug auf das zukünftige Pflegekind besprechen können. Grundsätzlich sucht der Pflegekinderdienst dann für ein hilfebedürftiges Kind die passende Familie oder Lebensgemeinschaft aus. Wie schnell so etwas geht, ist unterschiedlich. Wir melden uns bei Ihnen, wenn Ihre Lebenssituation zu der eines hilfebedürftigen Kindes passt und dann kann der Übergang in Ihre Familie recht schnell gehen.

Haben Sie Lust auf Familie oder möchten Sie familiären Zuwachs? Können Sie sich einer vielseitigen Herausforderung stellen?

Dann nehmen Sie doch bitte Kontakt zum Pflegkinderdienst des Landkreises Göttingen auf, wir beraten Sie gern:

Frau Kux Tel.: 0551 525-2925 oder kux@landkreisgoettingen.de

Familie

(Foto von Bente Jonsson, Quelle: Flickr, Lizenz: Public Domain)

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