//
Archiv

Lärmschutz

Diese Schlagwort ist 7 Beiträgen zugeordnet

2018 wieder durchgehend auf dem Kutschweg wandern?

Die fortlaufenden Abbauarbeiten am Röseberg beeinträchtigen das Walkenrieder Landschaftsbild allen Bemühungen um Sicht- und Lärmschutz zum Trotz weiterhin sehr deutlich. Am sichtbarsten ist dies dort, wo der Gipsabbau inzwischen beendet worden ist: „Röseberg Mitte“ ist eine öde graubraune Zone. Doch es tut sich etwas. Michael Reinboth und Claus Berger hatten vor einigen Tagen Gelegenheit, mit Matthias Andreß, dem Leiter der Steinbruchbetriebe bei Saint Gobain Formula (also der „Kutzhütte“), die eingestellten und aktiven Abbaubereiche im Röseberg zu begutachten.

Kutschweg

Nach dem Ende des Abbaus in „“Röseberg Mitte“ hat inzwischen der Abbau in „Röseberg Ost“ begonnen. Wo sich bis vor wenigen Monaten noch ein geschlossener Wald darbot, gähnt inzwischen bereits ein tiefes Loch. Im Unterschied zu „Mitte“ bleibt der Steinbruch hier allerdings durch die vom Abbau ausgeschlossene und naturgeschützte Steilkante des nördlichen Röseberghanges vom Ort her weitgehend unsichtbar. Auch der Lärm hält sich dank entsprechend erhöhter Wälle in Grenzen. Das muss nach den Vorstellungen der „Walkenrieder“ auch so bleiben, da sich das Abbbaufeld in den kommenden Jahren bis hin zur Kläranlage erstrecken wird und damit nicht allzu weit vom Ort und vom Kloster entfernt ist. Entsprechende „Bettlaken-Tests“ haben vor einigen Jahren gezeigt, wie sensibel gerade diese Zone ist. Der Kammweg entlang der alten Grenze zur DDR bleibt übrigens ebenso wie der freilich arg verwachsene „Myliusweg“ bestehen.

Der Abraum des ersten Feldes von „Ost“ wurde bereits weitgehend in den alten Bruch „Mitte“ umgelagert. Die „Modellierung“ des Geländes ist im Gange. Dabei wird bis spätestens Frühjahr 2018 der „Kutschweg“ zwischen Walkenried und dem Rösebergkamm wieder hergestellt, wenn auch mit einem leicht anderen Verlauf. Damit wird eine schmerzliche Lücke im Walkenrieder Wanderwege-netz wieder geschlossen, denn über den Kutschweg kommt man einerseits nach Branderode und andererseits auf den „Kolonnenweg“, über den man via Kutzhütte das Wandergebiet Sachsenstein – Spatenbornwiese erreichen kann. Diese Wege wollen die „Walkenrieder“ im kommenden Frühjahr beschildern und an geeigneten Stellen auch Bänke aufstellen.

Roeseberg

Der Verlauf des künftigen Kutschwegs ist im Gelände bereits gut erkennbar. Freilich bedarf es noch einiger Phantasie, sich an dieser Stelle in den früher ob seiner Schönheit gepriesenen Röseberg hinein zu versetzen, doch sollen alsbald Begrünung und Baumpflanzungen erfolgen. Der Kutschweg erhält zudem einen Ableger, der etwa am Aufnahmestandpunkt beginnend durch das gesamte ehemalige Bruchgelände bis zur Ausmündung in Höhe des ehemaligen Hauses Trost (Rumpf) verläuft und in dessen Verlauf man die unterschiedlichen Stadien der Rekultivierung oder „Sukzession“ beobachten kann. Denn im westlichen Bereich wurden bereits wieder mehrere 100 Bäume gesetzt, darunter viele Kirschen, und zudem hat der natürliche Bewuchs wieder eingesetzt. Leider fehlt diesem Weg eine Fortsetzung in Richtung Höllstein – es sei denn, man scheut die ca. 200 Meter Straße bis hinauf zur Kutzhütte nicht. Hier wollen sich die „Walkenrieder“ für eine für Fußgänger geeignete Trasse einsetzen.

Seitens Formula gibt es Überlegungen, den Kolonnenweg mittels eines neuen Wegestücks über das alte „Lindau-Gelände“ mit dem Mehholz zu verbinden, was deswegen wichtig ist, weil der hinter dem Werk liegende Bereich des Waldes nun nach und nach in einen Steinbruch verwandelt werden wird, wohingegen der alte Mehholz-Bruch aufgegeben und somit ebenfalls wieder in das Wegenetz einbezogen werden kann. Ginge es nach den Vorstellungen der „Walkenrieder“, würde der alte Bruch nur sehr zurückhalten modelliert und bepflanzt werden, da sich hier schon ein recht interessantes Landschaftsbild zu entwickeln beginnt. Vor allem aber eignet sich die Spitze des grün gewordenen Abraumberges ausgezeichnet als Aussichtspunkt über den Harz bis hinauf zum Brocken. „Das alte Mehholz ist zerstört, da ist nichts mehr zu retten. Nun geht es darum, das Bestmögliche aus dem heutigen Zustand zu machen, das Relief, die Gipskante und die Tümpel zu erhalten und für den Besucher zugänglich zu gestalten“ meint Michael Reinboth, der in diesem Falle „ausnahmsweise“ Formula und den Verein in einem Boot sieht.

Bepflanzung

Übergang Röseberg-Mitte zu Röseberg-West. Neben der Bepflanzung hat hier bereits die natürliche Begrünung wieder massiv eingesetzt. Ganz anders im gerade aufgegebenen Feld Mitte. Die Steilkante des Gipses soll stehenbleiben.

Gipsbruch

Weitere Sitzgruppe am Walkenried-Rundweg instandgesetzt

In einer kurzfristig anberaumten Aktion haben Erich Müller, Claus Eggert und Klaus Facius eine weitere Sitzgruppe am Rundweg um den Klosterort instandgesetzt. Die Bänke des kleinen Rastplatzes am westlichen Ende der Spatenbornwiese waren schon länger abgängig und boten nur noch bedingt die Möglichkeit, sich – auch bei Wanderungen auf dem hier entlang führenden Karstwanderweg – ein wenig zu erholen.

Sitzgruppe

Eine schöne Sitzgruppe an sonniger Stelle – die ganze Spatenbornwiese im Blick.

 

Nun wurden zwei neue stabile Bänke montiert, was angesichts des unmittelbar anstehenden Anhydrits nicht ganz einfach war und viel körperlichen Einsatz erforderte. In einem weiteren, zum Zeitpunkt des Erscheinens dieses Berichtes schon erledigten Schritt werden die Bürgerarbeiter das Umfeld und den Weg etwas herrichten. Damit sind in diesem Teil des Rundweges nun schon fünf Bänke erneuert worden (die anderen stehen am Priorteich und am Weg entlang der Bahnstrecke). Über die Instandsetzung der Bank auf dem Priorteichdamm wurde schon berichtet. Ob auf dem Kupferberg oder im Himmelreich, am Eckstormweg, am Klosterparkplatz oder im Blumenberg – die Aktivitäten der „Walkenrieder“ werden immer mehr sichtbar. Auch auf dem Geiersberg werden demnächst einige Bänke in Angriff genommen.

Erich Mueller

Nochmal die Sitzgruppe, Bautyp „Erich Müller“. Stabil und weitgehend immun gegen Vandalismus. Da könnten sich auch die Verantwortlichen des Karstwanderweges ja mal erkenntlich zeigen…

 

Führung durch den Röseberg brachte Spende ein

Aber auch die Fraktion mit den zwei linken Händen war derweil nicht untätig. Ohne Moos ist ja bekanntlich nichts los, und davon konnte der Schatzmeister für eine Führung durch den Röseberg einen immerhin dreistelligen Betrag als Spende von einer Gruppe Europa- und Landtagsabgeordneter der Grünen aus Thüringen im Empfang nehmen. Die Gäste aus dem Nachbarland hatten zuvor das KlosterGrüne  besichtigt und zeigten sich von den Aktivitäten in unmittelbarer Nachbarschaft und entlang des „Grünen Bandes“ wenig begeistert. Immerhin musste man sich nicht anschreien, denn der hydraulische Meißel machte gerade Pause. Neben dem Kloster und dem Gipsabbau zählte der demographische Wandel beiderseits der alten Grenze zu den angesprochenen Themen.

Gutachten zum Lärmschutz am Röseberg ist fertig

Das vom Gewerbeaufsichtsamt in Göttingen im Zusammenhang mit dem letzten Abschnitt des Steinbruchs „Röseberg-Mitte“ (welcher unmittelbar hinter den Häusern der Straße „Am Röseberg“ liegt, dessen Emissionen jedoch auch auf andere Bereiche des Klosterorts ausstrahlen) beauftragte Gutachten, ist offensichtlich fertiggestellt worden. Die Firma Saint Gobain Formula hat es in Auszügen einigen Bewohnern der Straße „Am Röseberg“ vorgestellt.

Friedhof

Neben den Lärmauswirkungen wird in Walkenried auch die optische Wirkung des Steinbruchs auf das Ortsbild diskutiert. Hier der Blick vom Friedhof auf dem Geiersberg hinüber zu der graubraunen Wand des bildbestimmenden Höhenrückens.

 

Bewohner Walkenrieds hatten sich besonders über den erheblichen Lärm des hydraulischen Meißels beklagt, mit dessen Hilfe oft stundenlang die bei den Sprengungen zurückbleibenden größeren Brocken zertrümmert werden. Speziell dieser Krach ist im ganzen Ort und selbst noch im Himmelreich und im Blumenberg weithin vernehmbar. Saint Gobain Formula hatte im Vorfeld des Gutachtens bereits eine zeitliche Beschränkung des Meißelbetriebes zugesagt und wollte sich auch im weiteren Lärm- und Sichtschutz kümmern. Dem breiteren Publikum ist das Gutachten leider noch nicht bekannt.

Da seitens der Firma und der Gewerbeaufsicht ein transparentes Verfahren und eine umfassende Information der Walkenrieder zugesichert wurden, ist dies schon etwas verwunderlich – aber was nicht ist, kann ja noch werden. Das Gutachten selbst hat übrigens keine Rechtskraft, sondern erst der ggf. daraus resultierende Bescheid des Amtes in Göttingen.

Steinbrucherweiterung Röseberg-Mitte bleibt vorrangig in der Kritik

Die am 4.12. von der Firma Saint Gobain Formula GmbH im Walkenrieder Freizeitzentrum durchgeführte Informationsveranstaltung zum aktuellen Gipsabbau im Bereich Röseberg-Mitte und zum geplanten Gipabbau Röseberg-Ost wurde von recht wenigen Walkenrieder Bürgerinnen und Bürgern wahrgenommen. Hierzu hat sicher auch die etwas kurzfristig und nur mit Hilfe von wenigen Aushängen ausgesprochene Einladung beigetragen, aber man hätte der rund zwei Stunden währenden Vorstellungs- und Diskussionsrunde mehr Teilnehmer gewünscht. Diejenigen, welche da waren, konnten ihre Bedenken, Anregungen und Vorstellungen freilich deutlich artikulieren.

Röseberg-Kamm

Röseberg-Kamm, Mitte September 2012: Die Halde ist weg, das Loch ist noch da.

 

Elmar Zimmer, Betriebsleiter des Gipswerkes „Kutzhütte“, stellte eingangs das Unternehmen, seine Produkte und Leistungen sowie sein Engagement für Walkenried und Umgebung vor. 20 der derzeit 106 Mitarbeiter des Werkes wohnen in der Samtgemeinde Walkenried, in der man auch Steuern entrichte und diverse Vereine und Veranstaltungen unterstütze. Danach ging es direkt zu dem in Walkenried derzeit am häufigsten diskutierten Punkt, den Steinbrüchen am Röseberg. Zimmer stellte für beide Fälle („Mitte“ und „Ost“) die Zeitpläne und das Ausmaß des noch bzw. insgesamt geplanten Abbaus vor und erläuterte auch, welche Schutz- und Renaturierungsmaßnahmen flankierend vorgesehen sind.

In der anschließenden Diskussion artikulierten unmittelbare und mittelbare Anwohner ihr Unverständnis über den aus ihrer Sicht enormen Abbaulärm im Steinbruch Mitte, vor allem ausgelöst durch den allgemein als „Tacker“ bezeichneten hydraulischen Zerkleinerer, und gaben ihrer Besorgnis Ausdruck, dass dieser Lärm mit dem Näherrücken des Bruchs an die Bebauung am Röseberg noch deutlich zunehmen werde. Schon heute sei es oft kaum noch auszuhalten. Einen angeregten Verzicht auf das vergleichsweise kleine Abbaufeld schloss Zimmer kategorisch aus und bezeichnete ihn als existenzgefährdend für die Firma, ein Argument, welches in Anbetracht von 11 derzeit betriebenen Steinbrüchen nicht jedem einleuchten wollte. Herr Michaelis, Vertreter des Gewerbeaufsichtsamts Göttingen, kündigte in der Veranstaltung die Erstellung eines Lärmgutachtens an, welches auch eine „Hochrechnung“ des heutigen Lärms auf den Betriebszustand des kommenden Abbaufeldes enthalten wird. Hierzu gab es eine Reihe von Fragen und Anregungen, auch zu der im gleichen Gutachten erfolgenden Analyse der Auswirkungen der Sprengungen. Zimmer wiederum kündigte an, dass die Firma im Rahmen des Gutachtens auch Lärmschutzmaßnahmen für die Bewohner untersuchen lassen will. Die Ergebnisse des Gutachtens sollen im Frühjahr 2013 vorliegen, das Abbaufeld Mitte soll 2013 angefangen und bis 2016 abgeschlossen sein.

 

Schon 2014 soll der erste von 12 geplanten Abbauabschnitten des Feldes „Röseberg-Ost“ in Angriff genommen werden. Hier soll sich der Abbau über insgesamt 45 Jahre erstrecken, wobei immer jeweils ein Viertel der Abbaufläche in Arbeit sein wird. Bei diesem Abbau erstreckten sich die Fragen auf den Sichtschutz gegenüber Ort und Kloster einerseits, auf die vorgesehene Renaturierung des Feldes und auf die Stabilität der verbleibenden Steilwand mit dem Karstwanderweg andererseits. Für den Sichtschutz muss nach Auffassung einiger Anwohner mehr getan werden, u.a. auch durch forstliche Maßnahmen. Zimmer räumte aber ein, dass man selbst dann in der „unbelaubten“ Jahreszeit vom Ort und vom Kloster aus die Steinbruchwand werde sehen können. Während der Sprengungen wird der Karstwanderweg gesperrt werden, der Zustand der – naturgeschützten – Steilwand nach Sprengungen wird laufend beobachtet. Eine Bestandsgarantie für sie gibt es nicht, wobei Zimmer auch auf andere karsttypische Veränderungsprozesse verwies, denen die Wand unterläge. Die Abfuhr des Gesteins erfolgt von Röseberg-Ost über einen bereits vorbereiteten Weg direkt auf dem Kamm des Berges.

Röseberg mit Sichtlinie

Die geplante Abbaukante am Röseberg an der Abfahrt zum Klosterparkplatz.

 

Nach rund zwei Stunden ging man mit dem sicheren Gefühl auseinander, dass es zu beiden Abbaufeldern weitere Gespräche geben muss. Seitens Saint Gobain Formula wurde nicht nur einmal zugesichert, dass man Anregungen der Bewohner ernsthaft prüfen und wo möglich auch berücksichtigen werde. Wie weit diese Zusage trägt, wird man schon bald beim Thema Lärmschutz sehen können.

Die trotz aller Differenzen insgesamt in sachlichem Ton durchgeführte Veranstaltung hätte deutlich mehr Zuhörer verdient gehabt. Von der Verwaltung war Dieter Haberlandt anwesend, vom Rat, soweit erkennbar, niemand, wozu allerdings auch parallele und schon länger vorher terminierte andere Veranstaltungen beigetragen haben mögen – auch dies der sehr kurzfristigen Einladungsfrist geschuldet.

Noch einmal: Walkenried und der Gipsabbau

Zum Thema „Walkenried und Gipsabbau“ sind in den Walkenrieder Nachrichten in letzter Zeit mehrere bemerkenswerte Beiträge erschienen, in denen die Interessen des Gipswerks auf dem Walkenrieder Klosterberg entschieden verteidigt und die Aktivitäten des Werks für die Bevölkerung des Klosterorts dargestellt wurden. Hierzu soll es keine Gegendarstellung geben, jedoch müssen einige der insbesondere von Herrn Zimmer gemachten Angaben hinterfragt werden.

Auslöser der genannten Beiträge ist die Berichterstattung über die fortschreitende Zerstörung des Walkenrieder Rösebergs, eines Höhenzuges, der das Ortsbild prägt und dessen Schädigung – das ist Fakt – auch den Ort Walkenried nachhaltig betrifft und weiter betreffen wird. Jetzt, wo das Laub gefallen ist, sieht man wieder sehr schön, welches Ausmaß die Zerstörungen unmittelbar hinter den letzten Häusern bereits erreicht haben. Wohl in keiner anderen Kommune würde ein Steinbruch mit erheblichen Emissionen – Staub und Lärm – in solcher Nähe zum Ort geduldet. Wir aber sollen es ertragen. Das ist nicht einzusehen.

Röseberg mit Sichtlinie

Die geplante Abbaukante am Röseberg an der Abfahrt zum Klosterparkplatz.

 

Ruth Monicke betont in ihrem Beitrag, dass heute wesentlich leiser als früher gesprengt wird und der Steinbruch im Röseberg schon immer da gewesen sei. Letzteres trifft zu, jedoch war dieser Bruch stets gut abgeschirmt und ist dem Ort niemals so nahe auf die Pelle gerückt wie es heute der Fall ist. Sie übersieht leider auch, dass es nicht nur die Sprengungen sind, sondern das stundenlange nervtötende Getacker der Bohrer, welche die durch Sprengungen gelockerten Steine dann erst zertrümmern. Sprengungen und Bohrungen rücken dem Ort nun weitere hundert Meter näher, ohne dass es einen Schutzwall zwischen ihm und dem Bruch gäbe. Mit Fug und Recht kann und muss hier der Lärm- und Sichtschutz hinterfragt werden.

Elmar Zimmer wiederum sieht sein Unternehmen verantwortlich für die Region agieren: Durch Zahlung von Steuern (eine zumindest bei der Grundsteuer blanke Selbstverständlichkeit), Sponsoring des Karstwanderweges (auf den so gestifteten Tafeln wird das Handeln der Gipsindustrie in glänzenden Farben dargestellt, und es werden einmalige, in potenziellen Abbaugebieten liegende Naturerscheinungen wie die Zwerglöcher klein geredet – ein Schelm, der Böses dabei denkt) und anderweitige Unterstützung von Vereinen, vor allem aber auch durch das Vorhalten von 106 Arbeitsplätzen in, man lese allerdings genau, „Niedersachsen und Thüringen“, also nicht nur oben auf dem Berge. Auch Gewerbesteuer wird entrichtet. Schön.

Röseberg-Kamm

Röseberg-Kamm, Mitte September 2012: Die Halde ist weg, das Loch ist noch da.

 

Aber leider übergeht Herr Zimmer einige wesentliche Punkte. Mit dem Argument „Arbeitsplätze“ geht die Gipsindustrie seit 50 Jahren hausieren und hat es damit immer wieder geschafft, Naturschutzgebiete zu entwidmen und Einmaliges zu zerstören. Die Zahl der Arbeitsplätze ist aber in den letzten Jahrzehnten keineswegs gestiegen, sondern deutlich zurückgegangen. In Walkenried und Neuhof hat je eine Gipsfabrik geschlossen, die Mechanisierung in den Brüchen und im Werk tut ein Übriges. Auch beim Thema „Gewerbesteuern“ sei ein kleiner Hinweis angebracht. Da die konkreten Zahlen leider nicht genannt werden, aber einmal die Rede von einer „sechsstelligen Summe“ war, die Steuer zu Zeiten, als das Werk noch nicht Teil eines Konzerns war, jedoch eher im Millionenbereich lag, können wir mit Fug und Recht davon ausgehen, dass heute am Ort deutlich weniger Gewerbesteuer entrichtet wird als zu Zeiten der Firma Börgardts. Das Steueraufkommen Walkenrieds steht also wohl im umgekehrt proportionalen Verhältnis zur fortschreitenden Zerstörung seiner Umgebung.

Auch muss festgehalten werden, dass die Firma Kerntätigkeiten wie den Betrieb der Steinbrüche an Subunternehmer vergeben hat, die wiederum in Walkenried keinen Cent Steuern zahlen (die Firma Beissner hat ausweislich der Aufschrift auf ihren Autos ihren Sitz in Göttingen). Der derzeit lärmintensivste Bereich bleibt somit außen vor. Das gilt übrigens auch für den „innerbetrieblichen Transport“ von den Steinbrüchen zum Werk: Walkenried hat den Lärm, aber nicht einen Cent Steuereinnahme von den Subunternehmern, die hier ständig durch den Ort fahren. Vom Gegenteil lasse ich mich gerne überzeugen, aber bitte nur mit konkreten Zahlen.

 

Aber kommen wir zum Kern des Themas zurück. In unmittelbarer Sicht- und Hörweite des Ortes wird ein Steinbruch so erweitert, dass er sich zu einer ständigen und vor der Haustür liegenden Lärmquelle entwickeln wird. Zudem wird das Bild des Rösebergs an dieser Stelle und später auch im Ostteil schwer geschädigt. Damit haben wir ein Problem, und es ist nicht einzusehen, dass dieses einseitig auf die Bevölkerung und die verbliebenen Vermieter abgewälzt wird. Es muss deutlich mehr getan werden, um den Ort vor Lärm und Staub zu schützen. Es muss deutlich gemacht werden, wie das Ortsbild bei Inbetriebnahme des neuen Steinbruchs Röseberg-Ost geschützt werden soll. Es muss erläutert werden, wie ein Steinbruch in direkter Nachbarschaft zum Kloster sich auswirken wird. Und: Für den Ort, den man am nachhaltigsten durch den Steinbruchbetrieb trifft, und das ist Walkenried, muss eine Firma, die noch dazu körperlich ihren Sitz dort hat, mehr tun als dies bisher der Fall ist. Das Sponsoring von Konzerten oder Reklameschildern am Karstwanderweg beruhigt die Politik, nutzt den Anwohnern aber herzlich wenig. Der Beweis, sich wirklich nachhaltig zu engagieren, steht mithin noch aus: Höhere Wälle, umfangreichere Bepflanzung, zeitliche Restriktionen, gar der Verzicht auf ortsnahe Arbeiten stünden der Firma gut zu Gesicht.

Hierzu hätten wir gerne etwas gehört.

Doch genau dazu hat die Firma auf dem Berge bisher die Karten nicht auf den Tisch gelegt. Es wird Zeit hierfür!

Röseberg mit Sichtlinie

Die geplante Abbaukante am Röseberg vom Klosterparkplatz aus gesehen.

Zugriffsstatistik

  • 246.593 Besucher

(aktuell 73 Abonnent*innen)