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Osterode

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Der SoVD-Kreisverband Osterode besuchte Frauen für Frauen e.V.

(von Frank Uhlenhaut)

Das Osteroder Frauenhaus ist seit Mai geschlossen. „Uns hatte die Kündigung auf kaltem Fuß erwischt“, schilderte Thekla Gudjons dem SoVD-Arbeitskreis „Wie sozial sind wir?“ bei seinem Informationsbesuch am vergangenen Dienstag. Mit der vorsorglichen Kündigung wollte der Landkreis Göttingen u.a. neue Aufnahmebedingungen aushandeln. Denn politisch waren im Kreistag die Mittel für das Osteroder Frauenhaus bereits beschlossen. „Doch am Ende mussten wir blutenden Herzens die Arbeit des Frauenhauses beenden, weil die neuen Vertragsinhalte nicht mit unserer Idee eines Frauenhauses in Einklang zu bringen waren“, sagte Thekla Gudjons. Und die lautete, eine unbürokratische Handhabung bei den Aufnahmen. Das war mit dem neuen Vertrag nicht mehr möglich. Etwa 220 Meldungen oder selbständige Kontaktaufnahmen bei leicht steigender Tendenz verzeichnete der gemeinnützige Verein im letzten Jahr. Die vier Plätze wurden gebraucht!

Doch das gehört derzeit der Vergangenheit an. Nunmehr werden die Hilfe suchenden Frauen, wenn möglich, an die Frauenhäuser Göttingen, Goslar oder Braunschweig vermittelt. Was für viele Frauen bzw. Frauen mit Kindern eine zusätzliche Belastung bedeutet. Das Schutz-, Beratungs- und Informationszentrum Frauen für Frauen e.V. hat sich im Laufe der letzten 25 Jahre kontinuierlich spezialisiert und ist mit den steigenden Bedarfen an Betreuungsformen deutlich gewachsen. 50 Beschäftigte kümmern sich inzwischen täglich u.a. in vier Mädchenwohngruppen und im Kinderhaus um über 50 Mädchen. Die Mitglieder des SoVD-Arbeitskreises „Wie sozial sind wir?“ zeigten sich beeindruckt von der Arbeit des Vereins, die oftmals im Verborgenen stattfindet bzw. stattfinden muss.

Frauen für Frauen

Das Foto zeigt die SoVD-Arbeitskreismitglieder, interessierte Bürger und die Gastgeber im Beratungszentrum im Stadtzentrum Osterode.

Berichte und Dokumente erinnern an 50 Jahre Vogel- und Naturschutz im Südharz

Die Landschaft rund um den Klosterort Walkenried gilt unter Fachleuten als eine der artenreichsten in ganz Niedersachsen. Besonders die Vielfalt der Vogelwelt ist dank der abwechslungsreichen Laubwälder, der Teiche und Flüsse ist sehr ausgeprägt. Das hat schon immer Menschen in ihren Bann gezogen, die sich in der Folge auch für den Vogel- und Naturschutz im Südharz eingesetzt haben. Schon 1949 engagierte sich Günter Domeyer aus Walkenried im Rahmen einer von ihm begründeten Ortsgruppe der „Vogelwarte Helgoland“ für den Schutz, aber auch die Erforschung der Vogel- und Pflanzenwelt im Südharz. Später setzten er und zahlreiche Mitstreiter diese Tätigkeit im Rahmen des NABU fort.

Joachim Meiner, NABU

Joachim Meiner (†) bei der Beringung junger Uhus am Pontelteich (Foto Sammlung NABU Walkenried)

 

Heute liegt die Arbeit mangels Nachwuchs brach. Günter Domeyer hat sich deswegen aufgemacht, seine Erinnerungen zu Papier gebracht und dies mit vielen Fotos, Zeitungsausschnitten und Korrespondenzen aus fünf Jahrzehnten angereichert. Entstanden ist ein sehr lesenswertes Kompendium, welches viel Stoff zum Nachlesen und Nachdenken liefert. und In besten Zeiten weit über 100 Mitglieder zählend, wurde jahrzehntelang beringt und gezählt, wurden Nistkästen angebracht und bereinigt, Gäste geführt und mehrere Studienfahrten unternommen. Man kann sich der Zeiten erinnern, wo die „Leute von der Vogelwarte“ allsonntäglich um 4 Uhr aufstanden, um Netze anzubringen. Ihnen allen ist hiermit ein Denkmal gesetzt. Mancher wird sich auch noch an die großen Uhu-Volieren im Himmelreich erinnern. Domeyer hat aber auch viele Auseinandersetzungen im Rahmen des Naturschutzes dokumentiert.

Das wird nicht jedem Leser gefallen, aber die teilweise sehr kontrovers geführten Diskussionen um auszubaggernde Teiche, mit Öl aus dem Gipswerk verseuchte Bachläufe, abgeflämmte Wiesen und zerfurchte Wälder sind es wert, festgehalten zu werden, zumal bei aller persönlichen Färbung der Berichte stets auch die jeweilige Gegenseite zu Wort kommt. Denn schließlich ist die so artenreiche Walkenrieder Landschaft nach wie vor durch kommerzielle Interessen stark bedroht, wie das Beispiel des Rösebergs eindrucksvoll belegt. Die Stimme des NABU wird in kommenden Auseinandersetzungen wohl fehlen. Insoweit rüttelt das rund 160 Seiten starke Buch auch auf: Es stellt geradezu eine Aufforderung dar, sich für Walkenrieds Natur einzusetzen. Denn, es sei wiederholt, eine vielfältigere ist in Niedersachsen kaum zu finden.

Das Buch ist beim Papierflieger-Verlag in Clausthal-Zellerfeld erschienen und kann in Walkenried ab sofort zum Preis von 9,50 € bei Susanne Trute (Postagentur) und bei Veras Kiosk erworben werden.

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