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Postkarte

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Walkenried gestern und heute – ein Vergleich mit Hilfe von Ansichtskarten

Am 22. Februar ab 15 Uhr bietet der Verein für Heimatgeschichte seinen nächsten Vortrag an. Zahnarzt Dr. Andreas Helbing, begeisterter Sammler von Post- und Ansichtskarten von Walkenried und Umgebung, hat dem Verein 40 seiner schönsten Ansichten von Walkenried zur Verfügung gestellt. Claus Berger und Michael Reinboth haben die einstigen Fotostellen aufgesucht und, soweit dies die Vegetation und die neuere Bebauung zulassen, aktuelle Aufnahmen angefertigt. Alt und neu können nun verglichen werden. Die alten Ansichten bergen aber auch noch so manches Geheimnis, welches vielleicht an diesem Nachmittag aufgeklärt werden kann. Wieso sind auf diesem Bild eigentlich im Klosterbereich Baracken zu sehen? Was hat es mit der alten Poststraße von Walkenried nach Neuhof auf sich?

Alte Postkarte

Zu Beginn wird Dr. Helbing eine kleine Einführung in die Geschichte der Postkarte geben. Die Veranstaltung findet im Freizeitzentrum statt. Der Eintritt ist frei. Gäste sind herzlich willkommen.

Neue Bilddokumente im Archiv des Geschichtsvereins

In jüngster Zeit werden dem Archiv des Vereins für Heimatgeschichte erfreulich oft Bilddokumente zur Walkenrieder Geschichte zur Verfügung gestellt – sei es dauerhaft, sei es als Leihgabe, was das Einscannen und Archivieren auf diese Weise ermöglicht. So konnte Klaus Koch viele Bilder zum Thema Feuerwehr aus dem Nachlass von Willi Hanke auswerten, wofür ihm und der Leihgeberin an dieser Stelle herzlich gedankt sei. Diese Bilder wurden unter anderem am Walkenrieder „Knätschnachmittag“ in der Bücherei gezeigt.

Ein wertvolles Bilddokument ganz anderer Art erhielt kürzlich Fritz Reinboth von einem Nachfahren der einst in Walkenried ansässigen Meier-Dynastie. Albrecht Meier ist der Begründer der Walkenrieder Gipsfabrik (später Rode), war im Gemeinderat, gründete mit anderen den Walkenrieder Harzklub und machte sich auch sonst um den Ort verdient. Sein Bruder Felix Meier, der tatsächlich als Kapitän zur See gefahren war, wurde auch in Walkenried heimisch, worauf bis heute der Name „Kapitäns Haus“ hinweist. Albrecht Meier erbaute unter dem Röseberg die bekannte Villa, einziges uns bekanntes Haus in Deutschland aus Gips.

Albrecht Meier

Historische Fotografie der Familie des Walkenrieder Gipsfabrikanten Albrecht Meier aus dem Jahr 1890.

 

Das 1890 in Walkenried entstandene Bild zeigt Albrecht Meier ganz links in sehr interessantem Freizeitlook (für den Hut wurde seinerzeit auch der Begriff „Kreissäge“ geprägt) im Kreise seiner Verwandten. Bei der damaligen Fototechnik muss der Aufwand zur Anfertigung dieses Bildes doch recht erheblich gewesen sein. Es wurde auch bewusst ein lauschiges Plätzchen im Walkenrieder Wald ausgewählt – wo genau, das verschließt sich leider unserer Kenntnis. Es könnte durchaus im Röseberg sein. Mit viel Mühe muss der Fotograf seine Ausrüstung nebst Platten dorthin getragen haben. Ein Weilchen still halten musste man wohl auch, und dennoch ist es ein lebhaftes Bild geworden. Irgendjemand hat ein nicht benötigtes Kleidungsstück rechts in den Busch gehängt.

Vielleicht war es aber auch anders, und der Hinter- wie der Vordergrund wurden eigens im Atelier des Fotografen gestaltet und die Gruppe dann hineingestellt. Auf der Rückseite ist allerdings „Walkenried / Harz“ ausdrücklich vermerkt.

Walkenried um 1890

Eine Ansichtskarte des Klosterorts Walkenried mit einer Aufnahme aus dem Jahr 1890.

 

Das zweite Bild stammt aus dem gleichen Jahr 1890. Das verrät uns in diesem Falle die Rückseite.

Postkartenrückseite

Die Rückseite der historischen Walkenrieder Ansichtskarte zeigt, dass die Aufnahme aus einem Braunschweiger Atelier stammt.

 

Hochinteressant, was 1890 so alles in Walkenried stand bzw. noch nicht stand. Es stand auf alle Fälle noch der vollständige „Hohe Chor“ mit seinen zwei Bögen, wie überhaupt die Klosterruine aus dieser Perspektive einen hervorragenden Eindruck macht. Kein Wunder, denn es hatten sich ja schon sehr verdienstvolle Denkmalpfleger um sie bemüht! Stehen tut auch noch der vollständige, gar nicht kahle Kopf (man vergleiche mit der heutigen Sicht auf die steinbruchzerfressene Flanke). Und auch die Malzfabrik in der Turmstraße ist noch in vollem Flor zu erkennen. Ansonsten steht noch die „Schmiede“. Unschwer kann man sich beim Betrachten dieses Bildes vorstellen, dass der Geiersberg ein bevorzugter Ort der Walkenrieder Malerkolonie um Eugen Bracht und andere war, die viele Sommer lang in Walkenried lebten und malten. Die Bewohner des „Hopfenheller“ können natürlich nach ihren Häusern Ausschau halten.

Vieles kann anhand solcher und anderer Dokumente beantwortet werden, aber manchmal stehen auch die Archivmitarbeiter auf dem Schlauch. So kürzlich, als Walkenrieder Neubürger etwas über ihr Haus in der Kreuzstraße in Erfahrung bringen wollten. Da mussten wir – vorläufig – passen. Hier liegen uns nur über das „Armenhaus“ Unterlagen vor. Vielleicht kann aber ein alter Walkenrieder helfen?

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