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Röseberg

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Gewerbeaufsichtsamt legt neue Grenzwerte für Abbaulärm am Röseberg fest

Das Gewerbeaufsichtsamt Göttingen hat einem der Anwohner der Straße „Am Röseberg“ mit Schreiben vom 13. Januar mitgeteilt, dass es die dortige Wohnbebauung als Kleinsiedlungsgebiet einstuft, in welchem der Immissionsrichtwert tagsüber nicht höher als 55 db(A) sein darf. Der dahinter liegende, unmittelbar an das Siedlungsgebiet anschließende Steinbruch hingegen sei „in Anlehnung an das angrenzende Gipswerk“ eine Gewerbegebietsfläche, in der tagsüber 65 db(A) zulässig seien. Das niedersächsische Umweltministerium hat für den Einzelfall Röseberg nun entschieden, dass in dem hierdurch entstehenden Grenzbereich zwischen Wohnen und Gewerbe um eine „Gemengelage“ vorliege und hierfür einen Grenzwert von 57 bis 59 db(A) festgelegt. Dem ist das Gewerbeaufsichtsamt gefolgt und hat als Kompromiss bis zum Ende des Abbaus in „Röseberg-Mitte“ einen Grenzwert von 58 db(A) festgelegt, der von der Firma Saint Gobain Formula bzw. deren Subunternehmer, der Firma Beissner, eingehalten werden muss.

Gipsbruch

Wie das Gewerbeaufsichtsamt weiter mitteilt, habe die Firma Saint Gobain Formula zwischenzeitlich zur Einhaltung der Immissionsbegrenzung bereits einige Maßnahmen ergriffen, darunter die Reduzierung der Verladearbeiten auf eine Stunde pro Tag und die – am meisten störenden – Zerkleinerungsarbeiten auf vier Stunden pro Tag. Inwieweit die neue Festlegung hierauf noch Einfluss hat, muss abgewartet werden.

Merkwürdig mutet allerdings an, dass das Gewerbeaufsichtsamt von einem „Steinbruch in Anlehnung an das angrenzende Gipswerk“ spricht. Nach Stilllegung und Abbruch der Walkenrieder Gipsfabrik (früher Rode) grenzt seit Jahrzehnten kein Gipswerk mehr an den Steinbruch an. Zwischen dem aktiven Bruch und dem nächstgelegenen Werk „Kutzhütte“ liegen Flächen, die bereits wieder dem Naturschutz zurückgegeben worden sind. Die Kutzhütte kann mit „Anlehnung“ also eigentlich nicht gemeint sein. Die nunmehr getroffene Festlegung erlaubt natürlich den weiteren Gipsabbau am Röseberg, verschafft den Anwohnern des Rösebergs und darüber hinaus auch vielen Bewohnern des Unterklosters und der Geiersberg-Südseite aber rechtssicher erträglichere Wohn- und Lebensbedingungen. Sie sollte daher von allen Seiten respektiert werden, um die noch vor uns liegenden zwei Abbaujahre zu überstehen. Danach wird im ortsnahen Bereich des Rösebergs Ruhe einkehren – und, so bleibt zu hoffen, auch der Kutschweg wieder auferstehen.

Bedauerlich ist, dass einzelne Bewohner hier aktiv werden mussten und die Verwaltung in Walkenried sich diesbezüglich völlig herausgehalten hat, obwohl für die lange vor dem Steinbruchbetrieb bereits vorhandenen Wohnhäuser Baugenehmigungen vorlagen und der Konflikt mit Freigabe der ortsnahen Röseberg-Flanke für den weiteren Abbau quasi vorprogrammiert war. Saint Gobain Formula hatte seinerseits im Vorfeld schon einige Flächen aus dem – grundsätzlich bis zu den Grundstücksgrenzen der Anwohner genehmigten! – Abbau herausgenommen.

Walkenried in Gemälden: Die Gipsfabrik Rode

Für unsere kleine Artikelreihe “Walkenried in Gemälden” hier in den „Walkenrieder Nachrichten“ ist dieser Tage eine ganz besonders interessante Zusendung eingegangen: Familie Preissler aus Walkenried übersandte uns die unten zu sehende Zeichnung der Gipsfabrik Rode aus dem Jahr 1978 (entstanden also ein Jahr vor ihrem Abriss). Bemerkenswert an diesem Bild ist, dass (derzeit noch) niemand den Künstler kennt – die Zeichnung wurde auf einem Flohmarkt erstanden, aus der Signatur lassen sich Namen wie „Heyer“ oder „Freyer“ herauslesen. Eventuell weiß ja einer unserer Leserinnen und Leser, welchem Künstler oder welcher Künstlerin das Bild zuzuordnen ist – wir freuen uns über jeden Hinweis in den Kommentaren oder per E-Mail an christian.reinboth@gmx.de.

Gipsfabrik Rode

Eine Zeichnung der Gipsfabrik Rode aus dem Jahr 1978 von einem (noch) unbekannten Künstler.

 

Signatur

Die Signatur des (noch) unbekannten Künstlers – wer kann sie identifizieren?

Walkenried in Gemälden: Der Röseberg um 1960

Mit diesem Gemälde meines Urgroßvaters Walther Hans Reinboth setzen wir unsere Reihe “Walkenried in Gemälden” fort. Zu sehen ist hier der Blick auf den (sich mittlerweile leider teilweise im Abbau befindlichen) Röseberg bei Walkenried; entstanden ist das Bild vermutlich irgendwann in den 1960er Jahren. Wer selbst noch über alte (oder neue) Gemälde, Skizzen und Zeichnungen von Walkenried verfügt, ist herzlich dazu eingeladen, unsere Sammlung durch eine Zusendung an christian.reinboth@gmx.de zu bereichern.

Röseberg bei Walkenried

Ein Blick auf den Röseberg bei Walkenried – gemalt von Walther Hans Reinboth (vermutlich) in den 1960er Jahren.

Weitere Sitzgruppe am Walkenried-Rundweg instandgesetzt

In einer kurzfristig anberaumten Aktion haben Erich Müller, Claus Eggert und Klaus Facius eine weitere Sitzgruppe am Rundweg um den Klosterort instandgesetzt. Die Bänke des kleinen Rastplatzes am westlichen Ende der Spatenbornwiese waren schon länger abgängig und boten nur noch bedingt die Möglichkeit, sich – auch bei Wanderungen auf dem hier entlang führenden Karstwanderweg – ein wenig zu erholen.

Sitzgruppe

Eine schöne Sitzgruppe an sonniger Stelle – die ganze Spatenbornwiese im Blick.

 

Nun wurden zwei neue stabile Bänke montiert, was angesichts des unmittelbar anstehenden Anhydrits nicht ganz einfach war und viel körperlichen Einsatz erforderte. In einem weiteren, zum Zeitpunkt des Erscheinens dieses Berichtes schon erledigten Schritt werden die Bürgerarbeiter das Umfeld und den Weg etwas herrichten. Damit sind in diesem Teil des Rundweges nun schon fünf Bänke erneuert worden (die anderen stehen am Priorteich und am Weg entlang der Bahnstrecke). Über die Instandsetzung der Bank auf dem Priorteichdamm wurde schon berichtet. Ob auf dem Kupferberg oder im Himmelreich, am Eckstormweg, am Klosterparkplatz oder im Blumenberg – die Aktivitäten der „Walkenrieder“ werden immer mehr sichtbar. Auch auf dem Geiersberg werden demnächst einige Bänke in Angriff genommen.

Erich Mueller

Nochmal die Sitzgruppe, Bautyp „Erich Müller“. Stabil und weitgehend immun gegen Vandalismus. Da könnten sich auch die Verantwortlichen des Karstwanderweges ja mal erkenntlich zeigen…

 

Führung durch den Röseberg brachte Spende ein

Aber auch die Fraktion mit den zwei linken Händen war derweil nicht untätig. Ohne Moos ist ja bekanntlich nichts los, und davon konnte der Schatzmeister für eine Führung durch den Röseberg einen immerhin dreistelligen Betrag als Spende von einer Gruppe Europa- und Landtagsabgeordneter der Grünen aus Thüringen im Empfang nehmen. Die Gäste aus dem Nachbarland hatten zuvor das KlosterGrüne  besichtigt und zeigten sich von den Aktivitäten in unmittelbarer Nachbarschaft und entlang des „Grünen Bandes“ wenig begeistert. Immerhin musste man sich nicht anschreien, denn der hydraulische Meißel machte gerade Pause. Neben dem Kloster und dem Gipsabbau zählte der demographische Wandel beiderseits der alten Grenze zu den angesprochenen Themen.

Gutachten zum Lärmschutz am Röseberg ist fertig

Das vom Gewerbeaufsichtsamt in Göttingen im Zusammenhang mit dem letzten Abschnitt des Steinbruchs „Röseberg-Mitte“ (welcher unmittelbar hinter den Häusern der Straße „Am Röseberg“ liegt, dessen Emissionen jedoch auch auf andere Bereiche des Klosterorts ausstrahlen) beauftragte Gutachten, ist offensichtlich fertiggestellt worden. Die Firma Saint Gobain Formula hat es in Auszügen einigen Bewohnern der Straße „Am Röseberg“ vorgestellt.

Friedhof

Neben den Lärmauswirkungen wird in Walkenried auch die optische Wirkung des Steinbruchs auf das Ortsbild diskutiert. Hier der Blick vom Friedhof auf dem Geiersberg hinüber zu der graubraunen Wand des bildbestimmenden Höhenrückens.

 

Bewohner Walkenrieds hatten sich besonders über den erheblichen Lärm des hydraulischen Meißels beklagt, mit dessen Hilfe oft stundenlang die bei den Sprengungen zurückbleibenden größeren Brocken zertrümmert werden. Speziell dieser Krach ist im ganzen Ort und selbst noch im Himmelreich und im Blumenberg weithin vernehmbar. Saint Gobain Formula hatte im Vorfeld des Gutachtens bereits eine zeitliche Beschränkung des Meißelbetriebes zugesagt und wollte sich auch im weiteren Lärm- und Sichtschutz kümmern. Dem breiteren Publikum ist das Gutachten leider noch nicht bekannt.

Da seitens der Firma und der Gewerbeaufsicht ein transparentes Verfahren und eine umfassende Information der Walkenrieder zugesichert wurden, ist dies schon etwas verwunderlich – aber was nicht ist, kann ja noch werden. Das Gutachten selbst hat übrigens keine Rechtskraft, sondern erst der ggf. daraus resultierende Bescheid des Amtes in Göttingen.

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