//
Archiv

Südharzstrecke

Diese Schlagwort ist 18 Beiträgen zugeordnet

Streikfahrplan für den Südharz von Mittwoch bis Freitag

(Pressemitteilung der Initiative „Höchste Eisenbahn für den Südharz“)

Soeben haben wir die Streikfahrpläne der Deutschen Bahn für unsere Strecken erhalten, die zunächst für die Tage Mittwoch, Donnerstag und Freitag gelten werden. Für das Wochenende werden ab Donnerstag Streikfahrpläne bereitstehen.

Strecke Nordhausen – Herzberg -Göttingen

Angegeben werden jeweils die Abfahrtszeiten in Nordhausen und Herzberg. Es verkehren die Züge 5.39/6.26, 6.39/7.26, 8.39/9.26, 10.39/11.26, 12.39/13.29, 13.39/14.26, 15.39/16.26, 16.39/17.26, 18.39/19.26, 19.39/20.26 und 20.39/21.26 nach Northeim bzw. Göttingen. Die Züge 13.39/14.26, 15.39/16.26 und 19.39/20.26 enden wie sonst auch in Northeim, haben aber umgehend Anschluss nach Göttingen. Alle anderen fahren bis Göttingen durch. Zusätzlich verkehren ab Herzberg die Züge um 5.23 und 6.50 bis Göttingen.

Strecke Göttingen – Herzberg – Nordhausen

Ab Göttingen verkehren die Züge um 6.38, 7.49, 9.49, 11,49, 13.49, 15.49, 17.49 und 19.49 nach Nordhausen sowie 21.49 nach Herzberg. Zusätzlich verkehren ab Northeim die Züge 5.06, 15.06 und 17.06, wobei zum Zug 15.06 ein direkter Anschluss von Göttingen (ab 14.48) besteht. Zum Zug 17.06 ab Northeim besteht leider nur ein metronom-Anschluss.

In Northeim bestehen bei jedem Zug Anschlüsse zum und vom metronom der Linie Göttingen – Hannover – Uelzen (- Hamburg). In Göttingen verkehren die Züge des CANTUS Richtung Kassel und Fulda und die Züge der NWB Richtung Paderborn ohne Einschränkungen. Ferner fahren ICE nach Frankfurt, München, Hamburg und Berlin in etwa alle 2 Stunden. Die IC fahren nicht, ebenso nicht die RE der Relation Göttingen – Erfurt. Zwischen Northeim und Bodenfelde werden alle Züge 1:1 durch Busse mit allerdings längeren Fahrzeiten ersetzt.

In Nordhausen wird es voraussichtlich alle 2 Stunden Schnellbusse nach Erfurt und ebenso alle 2 Stunden Schnellbusse nach Leinefelde geben. Wenig Hoffnung besteht für die Relation Nordhausen – Halle.

Strecke Herzberg – Braunschweig

Angeboten wird in beiden Richtungen ein 2-Stunden-Takt, Herzberg ab 5.34, 7.30, 9.34 und so weiter bis 19.34 Uhr und Braunschweig ab 6.03, 8.03 und so weiter bis 20.03 und zusätzlich 21.03. In Braunschweig verkehren ausgedünnt ICE nach und von Berlin (etwa alle 2 Stunden). Kunden aus Osterode haben die Möglichkeit, alternativ zum Weg über Herzberg um 7.45, 9.47, 11.47, 13.47, 15.47, 17.47 und 19.47 über Seesen nach Kreiensen (metronom-Anschluss nach Hannover) und Göttingen zu gelangen. In der Gegenrichtung funktioniert es leider nicht bzw. mit Aufenthalt in Seesen.

metronom, ErixX (Strecken Hannover – Ringelheim – Goslar – Bad Harzburg und Goslar/Bad Harzburg – Braunschweig) und HEX (Goslar – Halle/Magdeburg) fahren ohne Einschränkungen. In Hannover wird die ICE-Linie Berlin – Hannover – Ruhr praktisch stündlich bedient, alternativ kann man aber ab Göttingen bzw. Kreiensen mit der NordWestBahn über Paderborn dorthin gelangen.

Notfahrplan der Deutschen Bahn für den Südharz von Dienstag bis Freitag

(Pressemitteilung der Initiative Höchste Eisenbahn für den Südharz)

Der Notfahrplan der Deutschen Bahn für den Zeitraum 05. bis 08. Mai wurde soeben per Internet bekanntgegeben. Danach wird es auf den Strecken Göttingen – Herzberg – Nordhausen, Braunschweig – Herzberg und Göttingen – Kreiensen – Bad Harzburg ein Ersatzangebot geben, welches zwischen 50 und 80 % der sonst gefahrenen Leistungen bietet. Lediglich auf der Strecke Northeim – Bodenfelde werden alle Züge durch Busse ersetzt, die in Northeim zu den gleichen Zeiten wie die Züge abfahren und ankommen, aber für die Strecke deutlich länger brauchen.

KBS 357 Göttingen – Herzberg – Nordhausen

Ab Göttingen um 6.38, 7.49, 9.49, 11.49, 13.49, 14.48 (mit Umsteigen in Northeim), 15.49, 16.07 (mit Umsteigen in Northeim), 17.49, 19.49 bis Nordhausen und 21.49 bis Herzberg. Zusätzlich ab Northeim um 5.06 Uhr nach Nordhausen.

Ab Nordhausen um 5.39, 6.39, 8.39, 10.39, 12.39, 13.39 (mit Umsteigen in Northeim), 15.39 (mit Umsteigen in Northeim), 16.39, 18.39, 19.39 (mit Umsteigen in Northeim) und 20.39 nach Göttingen, zusätzlich ab Herzberg um 5.23 und 6.50 nach Göttingen.

Ab Northeim nach Hannover verkehrt stündlich der Metronom, die frühen IC fallen allerdings aus. Jeder in Northeim ankommende / abfahrende Zug der Südharzstrecke hat einen Metronom-Anschluss. Ab Göttingen bestehen zahlreiche Anschlüsse nach Kassel (CANTUS, nicht bestreikt), Paderborn (NWB, nicht bestreikt) oder auch zum Fernverkehr nach Frankfurt am Main (ca. jeder zweite ICE fährt). Die ICE zwischen Hannover und dem Ruhrgebiet und zwischen Hannover und Berlin verkehren nahezu ohne Einschränkungen.

KBS 358 Braunschweig – Herzberg

Hier wird ein 2-Stunden-Takt angeboten, der in Richtung Braunschweig um 5.34 Uhr beginnt und um 19.34 endet und in Braunschweig Abfahrten von 6.03 bis 20.03 aufweist, zusätzlich noch um 21.03.

In Braunschweig bestehen etwa alle 2 Stunden Anschlüsse vom/zum Berliner ICE.

Der Notfahrplan kann in Tabellenform im Internet der Bahn unter www.bahn.de/aktuell heruntergeladen werden. Fener sind in der „Liveauskunft“ unter www.bahn.de alle fahrenden Züge und deren Anschlüsse hinterlegt. „Höchste Eisenbahn für den Südharz“ bedankt sich bei allen Eisenbahnern, die in dieser schwierigen Zeit die Mobilität der Südharzer sicherstellen.

Streiken, bis alle Kunden sich verlaufen haben?

(Pressemitteilung der Initiative Höchste Eisenbahn für den Südharz)

Die aktuelle Streikwelle der Lokomotivführer, die vorrangig dem Machterhalt ihres Vorsitzenden Weselsky dient und sich erst in zweiter Linie um Löhne und Arbeitsbedingungen dreht, ist für die Initiative „Höchste Eisenbahn für den Südharz“ Anlass zu großer Sorge um die Zukunft des Schienenverkehrs im Südharz.

Zwar wurden die letzten Streiktage dank eines brauchbaren, Züge mindestens im 2-Stunden-Takt vorsehenden „Notfahrplans“ im Südharz mit Anstand bewältigt, doch waren und sind die Unsicherheiten bei den Fahrgästen groß. Und sie werden es allem Anschein nach auch bleiben, denn die GDL und ihr Vorsitzender geben nicht auf und sind offensichtlich gewillt, dem Ziel des Machterhalts alles andere unterzuordnen und sogar das partielle Verschwinden des Systems „Eisenbahn“ von der Landkarte in Kauf zu nehmen.

Denn während es in den Metropolen und Ballungsräumen kaum Alternativen zum Schienenverkehr gibt und die Kunden, wenn auch zähneknirschend, zur Bahn zurückfinden, sieht es diesbezüglich sowohl im Güterverkehr als auch im Nahverkehr der ländlichen Räume anders aus. Hier gibt es Alternativen durch Verlagerung der Verkehre auf die Straße, und genau dies findet nach der Beobachtung von „Höchste Eisenbahn“ aktuell auch statt.

„Wer kann, kehrt der Bahn den Rücken. Wir werden wieder auf den Stand zu Beginn der neunziger Jahre zurück geworfen, wo es im ländlichen Raum überwiegend die Zwangskunden waren, die, auch als „4 A“ bezeichnet (Alte, Ausländer, Auszubildende, Arme), die Züge nutzten. Das überzeugende Angebot der letzten Jahre mit dem Taktfahrplan hat dafür gesorgt, dass Süd- und Westharzstrecke neue Kunden gewinnen konnten. Die Pendlerparkplätze an den Bahnhöfen sprechen da Bände – sie zeigen aber auch, dass die Leute ihr eigenes Auto als Alternative nutzen können, wenn die Bahn nicht mehr zuverlässig ist“ erläutert Michael Reinboth von „Höchste Eisenbahn“. Trotz des veröffentlichten und – bis auf eine Ausnahme – auch exakt so gefahrenen „Notfahrplans“, der vorrangig am Bedarf der Pendler und Schüler ausgerichtet war, und trotz der Tatsache, dass jenseits von Northeim, Göttingen oder Ringelheim andere Unternehmen wie CANTUS, metronom und ErixX ohne jede Einschränkung fuhren, waren die Züge bereits während des letzten Streiks spürbar leerer als sonst. Dieser Trend dürfte sich fortsetzen, wenn die GDL weiter streikt. Und hieran besteht kein Zweifel.

„Um Kunden schert sich in dieser Auseinandersetzung niemand mehr – und solche Behandlung lassen wir uns auf Dauer eben nicht bieten. Wehren können wir uns nur durch die Weigerung, mit der Bahn zu reisen, wo immer wir die Möglichkeit hierzu haben. Das Verhalten der GDL ist ein Skandal. Sie tritt nach denjenigen, welche mit ihrem Fahrgeld in erheblichem Maße für die Löhne und Gehälter aufkommen. Das kann und wird nicht ohne Folgen bleiben. Wenn der Schienenverkehr im ländlichen Raum das Desaster überhaupt überlebt, wird es sehr lange dauern, das verlorene Vertrauen wieder herzustellen“ resümiert Reinboth, der seit mehr als 40 Jahren für den ÖPNV kämpft und über Aussagen von Lokführern wie „wir müssten noch viel länger streiken“ nur noch den Kopf schütteln kann.

Denjenigen, welche während des letzten Streiks den Schienenverkehr im Südharz geplant und dann auch aufrecht erhalten haben, gebührt gleichwohl ein Dankeschön. Denn sie werden sich vermutlich auch noch hämische Kommentare der Streikenden anhören müssen, obwohl sie als Beamte oder anders Organisierte zur Arbeit verpflichtet waren und sind.

Es kann freilich noch viel schlimmer kommen: Wenn die größere Gewerkschaft EVG im Kampf um Mitglieder ebenfalls zum Streik aufruft, wird vermutlich gar nichts mehr gehen, denn dann fallen auch die Stellwerke und andere Teile der Infrastruktur aus. Private Bahnen können dann, selbst wenn sie es wollten, auch nicht mehr fahren. „Spätestens dann wird auch den bislang sehr passiven Politikern klar werden, dass der von der GDL angezettelte Kampf zweier Gewerkschaften die Zukunft eines großen Unternehmens und die Zukunft des Schienenverkehrs in Deutschland massiv gefährdet.“

Informationen für Bahnreisende im Südharz

An den zwei letzten Streiktagen wurde im Gegensatz zum November im Südharz ein durchaus passabler Fahrplan angeboten, der auf der Südharzstrecke zwischen Northeim und Nordhausen immerhin 25 Züge (und damit mehr als 2/3 des sonstigen Angebots) und auf der Westharzstrecke zwischen Herzberg und Braunschweig ein zweistündliches Angebot und damit ca. 50 % aller Züge vorsah. Natürlich gab es Lücken und auch Wartezeiten in Herzberg, wenn die Pläne von Süd- und Westharzstrecke nicht zueinander passten, aber länger als eine Stunde musste man nicht warten. Praktisch alle Züge, die Göttingen als End- oder Startpunkt hatten, fuhren und stellten in Northeim und Göttingen Anschlüsse zum metronom, zum CANTUS, zur NordWestbahn und zu dem Drittel der Fernzüge her, welches auch an den Streiktagen fuhr. Jenseits von Nordhausen freilich wurde es düster. Zwischen Nordhausen und Halle gab es kein Angebot (einige Züge fuhren, aber das war vorher nicht bekannt und somit auch nicht verlässlich), zwischen Nordhausen und Erfurt fuhren zweistündlich Schnellbusse, ergänzt um 5 Zugpaare zwischen Erfurt und Wolkramshausen. Schnellbusse im 2-Stunden-Takt gab es auch zwischen Nordhausen und Leinefelde, wo wiederum Anschluss an die Züge zwischen Erfurt und Kassel bestand, die weitgehend nach Plan fuhren. Schlecht sah es ferner zwischen Northeim und Bodenfelde aus, denn hier waren nur Busse unterwegs, die im Vergleich zu den Zügen erheblich länger brauchten. Immerhin: Ab Bodenfelde fuhr die NordWestBahn zuverlässig nach Ottbergen und Paderborn.

Neues Harz-Kursbuch und Fahrplan zur Harz-Weser-Bahn erhältlich

„Das war dieses Mal ein ziemlicher Kraftakt, aber wir wollten alle Harzer Bahn- und Busverbindungen so aktuell wie möglich präsentieren.“ Michael Reinboth von der Initiative „Höchste Eisenbahn für den Südharz“ freut sich, dass er das neue „Harz-Kursbuch“ rechtzeitig zum Fahrplanwechsel anbieten konnte. Es ist bereits seit Samstag (13.12.) bzw. Montag (15.12.) bei den bekannten Verkaufsstellen im Harz und beim Harzer Tourismus-Verband in Goslar zu bekommen, umfasst 202 Seiten, kostet weiterhin 2,00 € und enthält eine enorme Fülle an Infomationen zum Fern- und Nahverkehr, Angaben zu allen Bahn- und Buslinien im Harz, touristische Informationen und vieles mehr und soll den Kunden von Bahn und Bus als Ratgeber dienen.

Während die Buslinien im Landkreis Harz schon im August ihren Fahrplanwechsel hatten, trat dieser bei den meisten anderen Linien und bei der Bahn am 14.12. in Kraft. Etliche Südharzer Buslinien wiederum wechseln erst am 6.1.2015 – nicht ganz einfach, hierbei den Überblick zu wahren, besonders für Touristen, Wanderer und andere Gäste. Alternativen zum Harz-Kursbuch sind entweder ein ständiger Internet-Zugriff auch unterwegs oder aber ein alter Schuhkarton, in dem man die Vielzahl kleiner Fahrplanhefte und Flyer für den Harz sammeln müsste…

Wegen der Fülle an Änderungen im Bahnverkehr zogen sich die redaktionellen Arbeiten mehr als sonst in die Länge. Viele Buslinien mussten ihre Pläne an die der Bahn anpassen und standen der Redaktion damit erst wenige Tage vor dem Fahrplanwechsel zur Verfügung. Allerletzte Änderungen nach Drucklegung sind in einem Einlageblatt aufgelistet. „Noch aktueller ging es einfach nicht, aber wir verweisen ja auch auf die Internet-Präsenz der einzelnen Verbünde und Unternehmen, die Harzer Linien betreiben. Auch im Fernverkehr gibt es 2015 wieder jede Menge Änderungen durch Bauarbeiten, bei denen man im Einzelfall nachhaken muss. Aber das Harz-Kursbuch bietet einen umfassenden Überblick zum gesamten Angebot und erleichtert die Orientierung beim Zusammenstellen von Ausflügen, Wanderungen usw. ganz erheblich“ erläutert Reinboth. Einige hundert Stunden sind in diesem Jahr in die Erarbeitung der Tabellen geflossen. Im Frühjahr 2015 wird es wieder die Sommerausgabe mit dem aktuellen Fahrplan der HSB und allen bis dahin bekannten Änderungen geben.

Auch kleines Fahrplanheft für das „Harz-Weser-Netz“ erschienen

DB Regio hat für die von ihr betriebenen Strecken des „Harz-Weser-Netzes“ ein kleines Fahrplanheft herausgegeben, welches u.a. die Fahrpläne der Strecken Göttingen – Nordhausen, Northeim – Bodenfelde, Braunschweig – Herzberg und Göttingen – Bad Harzburg nebst einigen Anschlussangaben und Informationen zu geplanten Bauarbeiten enthält. Das Heft ist übersichtlich gestaltet und bietet gegenüber den seitherigen Faltblättern den Vorteil, dass man Informationen zu mehreren Strecken zur Hand hat. Allerdings sind einige frühere Informationen wie Taxi-Rufnummern und Busanschlüsse entfallen. Das Fahrplanheft liegt u.a. in den Zügen der DB Regio aus. Verbessert wird auch die Internet-Präsenz, denn ab sofort kann man unter http://www.bahn.de/harz-weser-netz Fahrpläne und aktuelle Informationen abrufen.

Die Initiative „Höchste Eisenbahn für den Südharz“ freut sich über den verbesserten Service, bedauert aber, dass die „Atomisierung“ der gedruckten Informationen zu Zugverbindungen in Niedersachsen damit weiter voranschreitet. Denn natürlich gibt auch „ErixX“ ein eigenes Fahrplanheftchen mit „seinen“ Strecken im Nordharz heraus, die NordWestBahn bietet jenseits von Bodenfelde und Kreiensen weiter Flyer an, der „Metronom“ hat wiederum ein eigenes Heft mit den Plänen nur dieses Unternehmens. Wer Anschlüsse sucht, ist auf das Internet angewiesen oder uss sich mehrere Heftchen zulegen. „Grenzüberschreitende“ Informationen nach Thüringen fehlen völlig. Auch das Erscheinungsbild und die Sonderzeichen weichen Heft für Heft voneinander ab, jedes Unternehmen bevorzugt das eigene Outfit und macht es damit dem weniger gut bewanderten Fahrgast schwer, sich zurecht zu finden. „Wir haben zwar einen einheitlichen Niedersachsen-Tarif“, aber ein Durcheinander bei der Darstellung der Zugverbindungen“ meint Michael Reinboth von „Höchste Eisenbahn für den Südharz“. Thüringen, Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen sind diesbezüglich deutlich weiter und geben landesweite Fahrplanbücher mit vielen „grenzüberschreitenden“ Informationen heraus.

ÖPNV-Treffen in Walkenried

Ein Zug, zwei Busse, viele Fahrgäste – gegen 14 Uhr herrscht am Bahnhof Walkenried viel Leben (Foto: Michael Reinboth)

Fahrplanwechsel mit zahlreichen Neuerungen im Südharz

Am 14.12.3014 tritt der neue Jahresfahrplan der Eisenbahn in Kraft. Auch einige Südharzer Buslinien passen dann ihre Fahrpläne an, aber viele Linien tun dies erst nach der Einstellung des Osteroder Stadtbusses zum 6.1.2015. Der Fahrplanwechsel auf der Schiene ist dieses Mal ein durchaus besonderer, denn zeitgleich treten die Ergebnisse der Ausschreibung des Dieselnetzes Niedersachsen Süd-Ost (DINSO) in Kraft. Auf der Süd- und Westharzstrecke sowie auf der Sollingbahn ist der alte Betreiber aber auch der neue, nämlich die Deutsche Bahn Regio mit 27 roten Triebwagen der Baureihe VT 648 LINT. Diese Fahrzeuge erhalten jedoch nach und nach eine Auffrischungskur, in der unter anderem Streckdosen, Informations-Bildschirme und eine Behinderten-Rufsäule nachgerüstet werden. Zwei umgebaute Triebwagen („Seesen“ und „Ellrich“) sind bereits im Einsatz.

Regionalbahn

Eine Regionalbahn auf dem Weg von Nordhausen über Northeim nach Bodenfelde.

 

Im Nordharz übernimmt „ErixX“ den Verkehr auf zwei Strecken von der DB. Dort sind die Änderungen deutlich umfangreicher, wie überhaupt der Nordharz zum wiederholten Male bei Fahrplanwechseln besser abschneidet als der Südharz denn hierzulande gibt es neben einigen Neuleistungen auch Streichungen – in Niedersachsen nach Ausschreibungen ein Novum. Doch der Reihe nach:

Auf der Südharzstrecke Northeim – Herzberg – Nordhausen bleibt der bewährte stündliche Grundtakt erhalten. Auch die Fahrzeiten ändern sich praktisch nicht. Eine kleine Anpassung in Nordhausen, wo die Züge künftig zur Minute .39 statt .38 abfahren werden, beschert dem Südharz alle zwei Stunden neue Anschlüsse aus Richtung Kassel – Eichenberg – Leinefelde mit einer Übergangszeit von 5 Minuten. Die fehlende Minute wird bis Ellrich wieder eingefahren. Zusatzzüge verkehren Montag-Freitag nur noch ab und bis Herzberg am Harz, ihre teilweise Verlängerung nach Walkenried und Ellrich wird gestrichen. Angeboten werden noch ein Frühzug Herzberg – Göttingen und neu ein nachmittäglicher Zug von Göttingen nach Herzberg, der Montag-Donnerstag um 17.24 und Freitag schon um 15.27 im Oberzentrum abfährt. In allen drei Fällen gibt es in Northeim schlanke Metronom-Anschlüsse nach und von Hannover. Für Pendler dorthin bleiben auch die 3 IC-Halte in Northeim bestehen. Neu ist zudem ein täglicher Spätzug Göttingen (21.49 Uhr) – Herzberg, der leider nur Freitag und Samstag bis Nordhausen durchlaufen wird. In der Gegenrichtung wird ein neuer Zug an Samstagen um 21.39 Uhr ab Nordhausen nach Northeim angeboten.

Leider bleiben tagsüber die schlechten Anschlüsse zum und vom Metronom in Northeim bestehen.

Herzberg

Jeweils zur Minute 30 treffen sich in Herzbergs Hauptbahnhof die Züge aus und nach Göttingen, Nordhausen und Braunschweig und der Bus nach und von Bad Lauterberg.

 

Die Züge der Südharzstrecke fahren wie bisher alle 2 Stunden durchgehend bis und ab Göttingen und neu praktisch ohne Ausnahme alle 2 Stunden bis und ab Bodenfelde, wo es gute Anschlüsse in und aus Richtung Ottbergen – Paderborn – Ruhrgebiet gibt. Nachdem die Umbauarbeiten in Ottbergen nun begonnen haben, können die Südharzer mit dem Wegfall eines weiteren Umsteigevorgangs rechnen, dies allerdings wohl erst im nächsten Fahrplanjahr.

Die Westharzstrecke Braunschweig – Herzberg profitiert deutlich vom neuen Konzept. Zum einen wird die tägliche Betriebszeit am Abend um eine Stunde verlängert. Die letzten Züge verlassen nun Herzberg um 21.34 Uhr nach Braunschweig und Braunschweig um 21.03 Uhr nach Herzberg (Ankunft 22.21 Uhr mit Anschlüssen nach Northeim und Freitag und Samstag auch nach Nordhausen). Zum anderen wird der Stundentakt nun auf den ganzen Samstag ausgedehnt. An Sonn- und Feiertagen bleibt es beim zweistündlichen Angebot. Die Zahl der Anschlüsse in Seesen nach und von Kreiensen – Hannover wird abends um einen pro Richtung erweitert.

Bad Lauterberg bleibt auch nach dem 6.1.2015 per Bus stündlich in beiden Richtungen an den Bahnhof Herzberg angebunden. Durch die Inbetriebnahme der neuen Bushaltestelle „Barbis Bahnhof Nordseite“ in Richtung Bad Lauterberg haben sich aber auch die Umsteigemöglichkeiten in Barbis zur Linie 471 verbessert.

Zwei Damoklesschwerter schweben über unserem Streckennetz

Nicht unerwähnt bleiben dürfen gleich zwei Damoklesschwerter, die über all dem schweben. Das eine, der Streik der Lokführergewerkschaft GDL, geht kurzfristig nieder und bringt immer wieder ärgerliche Unterbrechungen des Betriebes vor allem für Pendler – mit durchaus gravierenden Folgen, denn der eine oder andere wird auf das Auto umsteigen und der Schiene den Rücken kehren. Das Letzte, was die beiden Strecken gebrauchen können, wäre jedoch ein Rückgang der Fahrgastzahlen. Das andere Schwert hängt noch weiter oben, sein Niedergehen hätte noch viel größere Folgen: Der Bund verweigert bisher die von den Ländern geforderte Erhöhung der Regionalisierungsmittel und verschließt sich sogar der Dynamisierung der bisherigen Mittel. Bliebe es bei dieser Haltung, sind massive Folgen gerade für die schwächer genutzten Strecken nicht auszuschließen.

„Es ist traurig, dass wir, anstatt uneingeschränkt über den neuen Fahrplan berichten zu können, Themen wie den Lokführerstreik und den Streit um die Regionalisierungsmittel in den Vordergrund rücken müssen. Aber hier ticken eine kleinere und eine größere Zeitbombe gerade für den Verkehr in der Fläche. Zuallererst muss man sich wohl Sorgen um die Sollingbahn machen, aber auch unsere Strecken wären vor Einschränkungen an bestimmten Wochentagen wohl nicht sicher“ erläutert Michael Reinboth von der Initiative „Höchste Eisenbahn für den Südharz“ das Problem. Die Initiative will sich verstärkt um eine Verbesserung der Anschlüsse nach und von Hannover einsetzen, denn hier schneidet der Südharz auch nach dem Fahrplanwechsel sehr schlecht ab.

„Harz-Kursbuch“ wird wieder angeboten

Das von der Initiative seit Jahren herausgegebene „Harz-Kursbuch“ wird es übrigens auch dieses Jahr wieder an den bekannten Verkaufsstellen geben. Allerdings wird es wegen der enormen Fülle an Änderungen und deren zum Teil erst sehr später Verfügbarkeit gerade erst gedruckt und steht frühestens ab Mitte Dezember zum Verkauf bereit.

HarzKursbuch

Zugriffsstatistik

  • 258.553 Besucher

(aktuell 73 Abonnent*innen)