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Tlusty-Hütte

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Sturm zerstört Infotafel im Himmelreich

Die vor einigen Jahren im Zuge des Ausbaus des „Harzer Grenzwegs“ im Himmelreich aufgestellte Informationstafel ist Opfer des starken Sturms geworden, der vor einigen Tagen über Walkenried und Ellrich hinwegfegte. Sie ist nicht mehr reparabel.

Sturmschaden

Eine erste Begehung brachte zudem das traurige Ergebnis, dass die für die Wanderer wichtige Vorderseite der Tafel, die man noch in der benachbarten „Tlusty-Hütte“ hätte aufhängen können, völlig zersplittert ist – womöglich wegen der dicken Plastikbeschichtung Sondermüll. Die intakte Rückseite sagt nicht viel aus. Der Rest kann eigentlich nur noch entsorgt werden.

„Wir Walkenrieder“ hat den Harzklub-Hauptverein über den Verlust informiert. Ob es Ersatz gibt, ist mehr als fraglich, da die Fördermittel für das einstige Projekt aufgebraucht sind. „Wir warten erst einmal die Antwort aus Clausthal ab“ meint Michael Reinboth von den „Walkenriedern“. Eine Bergung der Reste ist derzeit auch nicht möglich, da der Forstweg von mehreren dicken Ästen blockiert ist.

Der Verein hatte erst vor kurzem das Himmelreich vollkommen neu aufgenommen und wird nach deren Fertigsstellung rund 20 neue Harzklub-Schilder mit UTM-Koordinaten anbringen. Darunter sind auch drei Schilder, die auf die geologischen Besonderheiten des Höhenzuges hinweisen – vielleicht ein kleiner Ersatz für die nun zerstörte große Tafel.

Den Geheimnissen des Himmelreichs auf den Grund gegangen

Im Rahmen der Ferienpass-Aktion 2015 hatte der Verein für Heimatgeschichte zu einer Wanderung zu den Geheimnissen des Himmelreichs eingeladen, der 12 Walkenrieder Kinder gefolgt sind. Nachdem es zunächst mit dem Zug durch den Tunnel nach Ellrich ging, wurden dort die Reste der alten Grenzanlagen aufgesucht. „Ein Oldie wie ich muss sich immer wieder klarmachen, dass die 8 bis 12 Jahre alten Kinder keinerlei Bezug zur früheren Zonengrenze haben. Aber umso wichtiger ist es, auch ihnen zu zeigen, was hier vor 25 Jahren einmal los war“ meint Michael Reinboth, der als Vorsitzender des Geschichtsvereins den Nachwuchs auf der Tour begleitete.

Immerhin wurde auf die Anmerkung „Hier wurde auch geschossen“ sofort gefragt: „Womit?“ Vielleicht mit einer Kalaschnikow? Die jedenfalls war vielen Teilnehmern durchaus ein Begriff… Weiter ging es zur Juliushütte, wo über den früheren Schulweg der dort wohnenden Kinder debattiert, aber auch an das frühere KZ erinnert wurde, und dann hinauf zu den Aussichtspunkten des Himmelreichs.

Tlusty-Hütte

An der jüngst renovierten Tlusty-Hütte wurde eine verdiente Pause eingelegt, bevor es in einem großen Bogen zum Tunnel und zum Itelteich ging, wo das kleine Karstwunder des im Berg verschwindenden Wassers aufgesucht wurde. Viele Eltern werden auch Freude am Mitbringsel, dem recht staubigen „Himmelsmehl“ gehabt haben. Auch dieser Geschichte wurde auf den Grund gegangen.

Gegen Mittag wurden die im Gegensatz zu ihrem Begleiter keineswegs erschöpften Wanderer am Klosterparkplatz wieder der Obhut ihrer Eltern anvertraut. Laut Rückmeldung hat es allen Spaß gemacht – nur ein Teilnehmer äußerte sich etwas enttäuscht darüber, dass im Pontelteich doch keine große Lokomotive begraben liegt. Wenn er groß ist, will er dem Geschichtsverein mittels Tauchen das Gegenteil beweisen. Warten wir es ab!

Tlusty-Hütte auf den Itelklippen wurde vollständig renoviert

Vor mehr als einem Jahr hat der Verein „Wir Walkenrieder“ die Aufgaben des aufgelösten Harzklubs im Bereich der Wege und Hütten übernommen. Inzwischen ist schon viel passiert: Im Blumenberg, auf dem Sachsenstein und Höllstein sowie im Langenberg wurden rund 100 Harzklub-Schilder ausgewechselt oder neu angebracht, die Erneuerung der Schilder in Richtung Zorge durch die Aue wird vorbereitet. Auf Bitten des Vereins hat das Forstamt Lauterberg außerdem mehrere Aussichtspunkte rund um den Klosterort freigeschnitten. Mit den bestehenden Harzklub-Zweigvereinen in Bad Sachsa, Wieda und Zorge gibt es eine gute Zusammenarbeit.

Von den ursprünglich drei übernommenen Hütten erwies sich die „Tlusty-Hütte“ auf den Itelklippen als dringend überholungsbedürftig. In mehreren, oft stundenlangen und mit mühsamem Materialtransport verbundenen Arbeitseinsätzen haben die Aktiven des Vereins die Hütte wieder in ein Schmuckstück verwandelt, welches hoffentlich lange der Witterung standhält und vom Vandalismus verschont bleibt. Übrigens rechtzeitig zum 100. Geburtstag von Gretel Tlusty, als langjährige Leiterin der Walkenrieder Brauchtumsgruppe eine der Namenspatinnen der Hütte. Mit Hilfe von Walkenrieder Traktorbesitzern wurde das Material nach oben und der Abfall nach unten transportiert. Dachdeckermeister Andreas Sekulla war bei der Organisation und der Aufbringung der Dachpappe sehr behilflich. Wolfgang Wölke und Dietmar Langer versahen den Innenraum mit neuen Bänken und mit Hilfe von Erich Müller wurde die Wetterseite mit neuen Schutzplanken versehen. Teile der Hütte wurden auch neu gestrichen.

Tlusty-Hütte

Die Forstverwaltung wiederum übernahm einen Teil der Materialkosten. „Viele Hände waren erforderlich, um aus der Tlusty-Hütte wieder ein kleines Schmuckstück zu machen. Auch der Aufwand für die Koordination und Terminabstimmung war nicht unerheblich – schließlich waren alle Leute ehrenamtlich und in ihrer Freizeit im Einsatz“ meint Klaus Facius, der als 2. Vorsitzender des Vereins „Wir Walkenrieder“ ebenfalls mit zufasste. Dietmar Langer, der die Harzklub-Aktivitäten des Vereins übernommen hat, freut sich über das gelungene Werk, hat aber nun schon die verkommene Sitzgruppe am Aufgang zu den Itelklippen fest im Blick. „Mit der Hütte, den freigeschnittenen Blicken auf den Itelklippen und hinüber nach Ellrich, den schon vorher aufgestellten Bänken an den beiden Aussichtspunkten und der guten Beschilderung für Rundwege, Harzer Grenzweg und Karstwanderweg ist unser Himmelreich ein hervorragendes Beispiel für die Naherholung. Das soll auch so bleiben. Deswegen werden wir nicht nur die Sitzgruppe erneuern, sondern auch hier und da weitere Schilder anbringen, die u.a. auf die beiden Schutzhütten hinweisen“ erläutert der Vereinsvorsitzende Michael Reinboth. „Aber alles mit Augenmaß und so, dass es den Aktiven auch noch Spaß macht.“ Leider habe man hier und da schon wieder mit Vandalismusschäden zu kämpfen, was die Freude doch etwas beeinträchtigt.

Die „Tlusty-Hütte“ auf den Itelklippen muss saniert werden

Die Forstverwaltung hat auf Bitten des Vereins „Wir Walkenrieder“ hin zwei Aussichtspunkte im Himmelreich freigeschnitten. Neben dem „Ellrichblick“ wurde auch direkt über den Itelklippen wieder für Durchblick in Richtung Walkenried und Harz gesorgt.

Itelklippenblick

Blick von den Itelklippen über den Itelteich nach Walkenried und zum Ravensberg.

 

Neben einer angemessenen „Möblierung“ des Aussichtspunktes auf den Klippen rückt nun der Zustand der „Tlusty-Hütte“ in den Mittelpunkt. Diese 1961 errichtete und seither immer wieder einmal reparierte Schutzhütte bedarf einer grundlegenden Sanierung, um viele weitere Jahre Schutz und die Möglichkeit zur Rast bieten zu können. Deswegen fand am 21. Februar eine Begehung des Himmelreichs statt, bei welcher der Reparaturbedarf ermittelt und ein Zeitplan für die nächsten Schritte besprochen wurde. Man war sich einig, dass eine Reparatur noch möglich ist, diese aber in diesem Jahr stattfinden muss, um einem weiteren Verfall bis hin zu einem dann unvermeidlichen Abriss vermeiden zu können. Für die recht umfangreichen Arbeiten werden wieder viele Hände benötigt werden.

Neben der vollständigen Erneuerung der Dachpappe nebst Randbereichen und einem Schutz der Wetterseite durch zusätzliche Holzbeplankung müssen innen auch der Fußboden und die Decke mit neuen Brettern versehen werden. Schließlich wird ein Schutzanstrich aufgebracht werden müssen. Im Vorraum sollen ausreichend Sitzmöglichkeiten geschaffen werden. Die Anfuhr des nötigen Materials kann aufgrund der steilen Waldwege nur mittels Trecker erfolgen. Hierfür und für den Zuschnitt des Holzes müssen noch Absprachen mit der Forstverwaltung getroffen werden.

Einig war man sich aber darüber, dass das „Himmelreich“ zu den schönsten und interessantesten Gebieten rund um den Klosterort zählt und für die vielen Wanderer eine gute Infrastruktur verfügbar sein muss. Dazu zählt neben der intakten Köte („Thiele-Hütte“) auf der anderen Seite und Sitzmöglichkeiten an Aussichtspunkten eben auch die Tlusty-Hütte.

Tlustyhuette

Das Team der „Walkenrieder“ vor der Tlusty-Hütte.

 

Neben der Besprechung notwendiger Arbeiten stand auch der Austausch von Anekdoten über den Namensgeber der Hütte und die früheren Bewohner der beiden Bahnwärterhäuser vor und hinter dem Tunnel auf der Agenda – aber das gehört einfach dazu. Wenn es soweit ist, würden sich die „Walkenrieder“ über hilfreiche Hände beim Transport und bei den Arbeiten sehr freuen.

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