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Volksbank Braunlage

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100.000 Mark für die Ortsgeschichtliche Sammlung…

…nein, in der Ortsgeschichtlichen Sammlung Walkenried bzw. im Walkenrieder Verein für Heimatgeschichte ist kein plötzlicher Reichtum ausgebrochen. Für die hier im Blog bereits angekündigte Ausstellung “Walkenried 1923 – unser Klosterort vor 90 Jahren” zur Feier des 90jährigen Jubiläums der Volksbank Braunlage suchen wir derzeit lediglich nach passenden Exponaten rund um das Jahr 1923.

Über die Osterfeiertage konnten wir mit einem Geldschein über 100.000 Reichsmark – ausgegeben am 1. Februar 1923 – sowie einem Notgeldschein über zwei Millionen Reichsmark – ausgegeben am 9. August 1923 – zwei weitere Exponate “einwerben”, die uns dabei helfen werden, den für heutige Verhältnisse geradezu unvorstellbaren Wertverfall der deutschen Währung im Jahr der Hyperinflation nachzuzeichnen. Ebenfalls hinzugekommen sind Briefmarken über 30, 200 und 400 Reichsmark, die in den ersten Monaten des Jahres 1923 ausgegeben wurden. Derzeit suchen wir – unter anderem – noch nach Briefmarken und Notgeld des dritten Quartals sowie nach Exemplaren der im Oktober 1923 eingeführten Übergangswährung “Rentenmark”.

100.000 Reichsmark

Geldschein mit einem Nennwert von 100.000 Reichsmark, ausgegeben am 1. Februar 1923.

3.000.000 Reichsmark

Geldschein mit einem Nennwert von drei Millionen Reichsmark, ausgegeben am 9. August 1923.

Briefmarken aus der Inflationszeit

Während der Hyperinflation im Jahr 1923 ausgegebene Briefmarken zu (noch geringen) Nennwerten von 30, 200 und 400 Reichsmark.

 

Wer sich mit weiteren Ausstellungsstücken am großen Projekt “Walkenried im Jahr 1923” beteiligen will und eventuell Münzen, Fotos, Briefe, Briefmarken, Geldscheine, Ansichtskarten etc. pp. beisteuern könnte, ist herzlich dazu eingeladen, sich bei uns zu melden.

Walkenried 1923 – Unser Klosterort vor 90 Jahren

In diesem Jahr wird die Volksbank Braunlage 90 Jahre alt. Dieses Ereignis soll auch in Walkenried gefeiert werden, und zwar am Samstag, den 22. Juni. Die Volksbank hat den Verein „Wir Walkenrieder“ darum gebeten, sich Gedanken über ein entsprechendes Festprogramm zu machen und dieses mit möglichst vielen Walkenrieder Vereinen umzusetzen. Nach einigen Beratungen, in denen Ideen geboren und wieder verworfen wurden, hat sich nun ein Programm unter dem Motto „Walkenried 1923 – Unser Klosterort vor 90 Jahren“ als das optimale herausgeschält. Optimal, weil die Idee, für einen Tag Walkenried in das Jahr 1923 zurück zu versetzen, vielen Vereinen die Möglichkeit schafft, sich mit eigenen Gedanken zu diesem Thema einzubringen.

Notgeld Ellrich

Im Jahr 1921 während der Inflation ausgegebener Notgeldschein der Stadt Ellrich mit Darstellung des Ortes und des Gipswerks.

 

Ein paar Beispiele hierfür: Welche Musik war um 1923 angesagt? Welche Stücke haben unsere Gesangvereine seinerzeit geprobt? Mit welchen Waffen wurde im Schützenverein geschossen? Wie sahen damals „Leibesübungen“ aus? Wie sah unser Ort aus? Welche Straßen gab es, welche nicht? Was wurde gerade gebaut?

Dabei wird 1923 als Zielmarke gesetzt, die aber um plusminus 2 Jahre verfehlt werden darf. Für so viele „Events“ in einem Jahr war unser Ort (er zählte damals rund 1.500 Einwohner) denn doch nicht groß genug. Der Gesangverein „Freundschaft“ zum Beispiel wurde 1924 gegründet, was selbstverständlich in diesen Zeitrahmen hineinpasst.

Da Kinder als große Zielgruppe nicht unbedingt etwas mit dem Jahr 1923 anfangen können, soll es für sie noch zusätzliche Attraktionen geben. Für das leibliche Wohl wird auch gesorgt. Der Gedanke, dass die Walkenrieder Vereine über entsprechende Präsentationen auf sich aufmerksam machen und ggf. auch neue Mitglieder gewinnen können, liegt bei alldem nicht fern.

Gipsaktie

Eine im Jahr 1923 ausgegebene Aktie der Ellricher Euling & Mack Gips- und Gipsdielenfabrik.

 

Ausstellung und Dia-Show werden vorbereitet

Der Verein für Heimatgeschichte hat schon damit begonnen, sein umfangreiches Archiv auf Belege aus der Zeit 1921 bis 1925 hin zu durchforsten. Eine Ausstellung mit mehrfach vorzuführender Dia-Show zum Walkenried jener Jahre wird dort vorbereitet. Jeder Walkenrieder, der bei sich daheim noch etwas aus dieser Zeit hat, wird gebeten, es dem Verein für die Dauer dieser Ausstellung zur Verfügung zu stellen. Das können Bilder sein, Zeitungen, Briefe, Anzeigen, aber auch Hausgeräte oder Dinge aus der Landwirtschaft. In der „Walkenrieder Zeittafel“ finden sich u.a. folgende Notizen:

1923

  • Einweihung des Krieger-Denkmals
  • Gründung des Arbeiter-Sportvereins (er wurde 1933 zwangsaufgelöst)

1924

  • Gründung des Männer-Gesangvereins „Freundschaft“
  • Inbetriebnahme des Steinbruchs im Höllstein
  • Erweiterung des Stollensystems der Himmelreichhöhle

1925

Aus dem Jahr 1922 besitzt der Verein eine Harzklub-Wanderkarte, die Karl Helbing damals zum stolzen Preis von 1.000 Mark erworben hat – es herrschte Inflation! Den auf der Rückseite abgedruckten Fahrplänen kann man entnehmen, dass damals in Walkenried je 5 Züge nach Northeim und Nordhausen, 5 Züge auf der Kleinbahn nach Braunlage und immerhin schon 3 Büssing-Omnibusse in Richtung Hohegeiß – Braunlage bzw. Bad Sachsa abfuhren. 20 Minuten Fahrzeit waren zwischen Walkenried und Bad Sachsa vorgesehen. An Hotels werden aufgeführt „Zum Goldenen Löwen“ mit 25 Zimmern (auch ein Bad war vorhanden), „Zur Klosterschänke“ mit 8 Zimmern und „Klosterhof“ mit 10 Zimmern. Die Bäckerei Mers betrieb ein Cafe. Natürlich gab es auch eine Gaststätte im Bahnhof.

Da muss sich doch noch mehr finden!

Wer bei sich etwas aufspürt, möge sich bitte mit Klaus Koch oder Michael Reinboth in Verbindung setzen.

Notgeld Sachsa

Im Jahr 1921 während der Inflation ausgegebener Notgeldschein der Stadt Bad Sachsa mit Wander- und Skimotiv.

Verein „Wir Walkenrieder“ hat sich für 2013 einiges vorgenommen

Zur Jahreshauptversammlung 2013 konnte der Vorsitzende Wilfrid Ristau auch Walkenrieds Bürgermeister Herbert Miche begrüßen, der sein persönliches Dankeschön, aber auch das der Gemeindevertreter für die intensive Arbeit der letzten Jahre überbrachte. Angesichts leerer Kassen sei das Engagement des Vereins für Walkenried sehr wichtig. Die durch einige Grippeausfälle geschwächte Runde machte sich dann zügig an die Arbeit, nahm Tätigkeits- und Kassenbericht zustimmend zur Kenntnis, bestätigte den Vorstand und Beirat im Amt und erörterte dann das Jahresprogramm 2013, welches erstmals in Form eines „Projekthandbuchs“ veröffentlicht wird – auch deswegen, um die Kommune und andere Vereine auf die Vorhaben von „Wir Walkenrieder“ aufmerksam zu machen und sich im Vorfeld rechtzeitig abzustimmen. Jeder interessierte Bürger kann über die Homepage des Vereins (www.wir-walkenrieder.de) Einsicht in das Handbuch nehmen und sich gern auch fürs Mitmachen entscheiden.

Wir Walkenrieder

Zu diesen Projekten zählen etwa die Kinder-Wasserspielanlage am Priorteich, Reparatur und Aufstellen von Bänken und Tischen, die Weiterentwicklung der Internet-Zeitung als Nachfolger des Bürgerblatts und Forum für die Walkenrieder Vereine, Anbringen und Pflegen von Blumenschmuck, Baumpflanzungen, der neue Ortsflyer für den Klosterparkplatz usw. usf. Ein großes Programm, welches der Verein mit Hilfe seiner inzwischen 125 Mitglieder und der „Bürgerarbeiter“ stemmen will. Die Vereinskasse ist dank zweier großer Spenden der Volksbank Braunlage (2500€) und der Braunschweigischen Landessparkasse (500€) derzeit gut gefüllt; jedoch, so Schatzmeister Michael Reinboth, werde man das umfangreiche Programm nur mittels weiterer Spenden stemmen können.

Zu den besonderen Herausforderungen des Jahres 2013 gehört auch die Organisation des Jubiläums 90 Jahre Volksbank Braunlage in Walkenried. Hier sollte nach den Vorstellungen des Vereins unbedingt das Heimatspiel „Der wilde Jäger“ eine Chance zur Aufführung erhalten. Auch hierfür liegt bereits eine Spendenzusage vor.

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