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Wilhelm Steuerwaldt

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Bild erinnert an die Rolle der Maler beim Erhalt des Klosters

Was lange währt… Am 8.3. konnte nach Anbringung der hierfür erforderlichen Schiene das vom Geschichtsverein Walkenried mit Hilfe von Sponsoren schon im Frühjahr 2020 erworbene Gemälde des Klosters aus der Zeit um 1850 in der Tourist-Information aufgehängt werden.

Karen Ruppelt, Christopher Wagner, Fritz Reinboth und Tina Holzapfel haben vor dem neuen Bild Aufstellung genommen.

Der Verkäufer des Bildes hatte zur Bedingung gemacht, dass es in Walkenried dem Publikum zugänglich sein müsse. Mit der Tourist-Information im Herrenhaus ist hierfür ein idealer Standort gefunden worden. „Wer zur Tür hereinkommt, dessen Blick fällt auf das Gemälde“ erläutert Christopher Wagner von der Gemeinde Walkenried, und auch Karen Ruppelt, Leiterin der der Tourist-Information Bad Sachsa und Walkenried, freut sich über den neuen Blickfang, der freilich seine Wirkung erst dann richtig entfalten kann, wenn die Einrichtung wieder für den Publikumsverkehr geöffnet ist.

Fritz Reinboth, Ehrenvorsitzender des Geschichtsvereins und Kenner der Walkenrieder Malerszene, erinnerte aus Anlass der Übergabe an die Rolle der Maler beim Erhalt des Klosters. Schon 1801 zeichnete Samuel Rösel das Kloster und sein Umfeld, aber es dauerte noch 15 Jahre, bis dem Abbruch des Klosters seitens der Braunschweigischen Regierung Einhalt geboten wurde. Maßgeblich hierfür waren Hinweise des Malers Ahlborn, der somit am Beginn des Denkmalschutzes in Walkenried steht, denn ausgelöst durch ihn trat der Blankenburger Kreisbaumeister Frühling in Aktion und sorgte für erste Sanierungsmaßnahmen.

Die Neuerwerbung hängt in der Tourist-Information.

Das vom Geschichtsverein erworbene und dem ZisterzienserMuseum als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellte Bild stammt allerdings aus der Zeit um 1850 und aus dem Umfeld der bekannten Maler Carl Hasenpflug (1802-1858) und Wilhelm Steuerwaldt (1815-1871). Beide waren mehrfach in Walkenried und haben die Ruine und die Klausur gezeichnet und gemalt. Das nicht signierte Gemälde ist dabei eher der Steuerwaldt-Schule zuzuordnen und könnte auch von ihm selbst stammen. Es zeigt den weniger oft gemalten Südflügel des Kreuzgangs mit Blick auf den Innenhof, wobei man aus einigen Indizien wie dem fehlenden Maßwerk in den Fenstern oder dem fehlenden Dach auf dem Brunnenhaus Rückschlüsse auf die Entstehungszeit des Bildes ziehen kann. Im Unterschied zu anderen Bildern dieser Maler handelt es sich um eine sehr exakte Darstellung des damaligen Zustands.

„Wir freuen uns, dieses schöne Gemälde für Walkenried erworben zu haben. Hier ist es allemal besser aufgehoben als in einer privaten Sammlung. Selbstredend steht das Bild auch für eine eventuelle Ausstellung im Kloster zur Verfügung.“ Michael Reinboth, der Vorsitzende des Geschichtsvereins, freut sich über den gelungenen Ankauf und wünscht sich, dass nicht nur Gäste, sondern auch die Walkenrieder bei Gelegenheit das Bild in Augenschein nehmen können. Denn es macht zwei Dinge deutlich: Die Wertschätzung, die das Kloster seit der Mitte des 19. Jahrhunderts erfahren hat und bis heute erfährt, und die Fortschritte, die seither beim Erhalt von Kirchenruine und Klausur erreicht worden sind.

Walkenried genoss bis zum Ende des 19. Jahrhunderts einen guten Ruf als „Malerparadies“, wobei die sich später hier oft wochenlang aufhaltenden Künstler vorwiegend die Landschaft im Blick hatten. Mit dem Aufkommen der Gipsindustrie brach diese Entwicklung ab.

Der Geschichtsverein beschäftigt sich aktuell mit den Zeichnungen Samuel Rösels von 1801 und bemüht sich um eine Abdruckgenehmigung der im Berliner Kupferstich-Kabinett befindlichen Stücke, weil sie aufgrund der Genauigkeit, mit der Rösel arbeitete, ein exaktes Bild des Klosters zu Beginn des 19. Jahrhunderts zeigen und vieles noch zu erkennen ist, welches in den Jahren danach dem Abbruch zum Opfer fiel.

Der Geschichtsverein hat ein weiteres Gemälde des Klosters Walkenried erworben

… und ist darob ziemlich glücklich, denn es handelt sich schon um ein ganz besonderes Gemälde. Doch sehen sie selbst.

Der Besitzer dieses nahezu zweifelsfrei dem Maler Wilhelm Steuerwaldt zuzuschreibenden Gemäldes war im Internet auf den Verein „Wir Walkenrieder“ aufmerksam geworden und hatte sich an den Vorsitzenden gewandt. Dieser ist bekanntlich mit dem Vorsitzenden des Geschichtsvereins identisch. Eine kurze Rücksprache mit Fritz Reinboth, dem besten Kenner der Walkenrieder Gemäldeszene, ergab, dass dieses wunderbare Bild wenn irgend möglich nach Walkenried sollte. Nach Auffassung des Geschichtsvereins sollte es jedoch der Öffentlichkeit zugänglich sein, was am ehesten im Herrenhaus der Domäne, dem künftigen Domizil der Welterbe-Ausstellung und der Tourist-Information, möglich erschien. Deswegen wurde der Kontakt mit den Verantwortlichen des ZisterzienserMuseums hergestellt. Dort zeigte man sich ob des Bildes ebenfalls begeistert und willigte ein.

Somit wurde das Bild vom Geschichtsverein erworben und wird dem Museum für eine dauerhafte Ausstellung im Herrenhaus zur Verfügung gestellt. Vom Kaufpreis sind 2/3 durch Sponsoren bereits gedeckt, aber der Geschichtsverein würde sich natürlich über die eine oder andere Zuwendung für das Bild sehr freuen – er kann im Unterschied zu den „Walkenriedern“ auch Spendenbescheinigungen ausstellen.

Mit dem Erwerb dieses Bildes ist etwas gelungen, was in Walkenried leider bisher selten geklappt hat. Es gibt sehr schöne Darstellungen des Klosters aus mehreren Jahrhunderten und von sehr bekannten Malern wie eben Steuerwaldt oder Hasenpflug, doch befinden sich diese in Galerien oder im Besitz von Museen an anderen Orten und sind selten oder nie öffentlich zu sehen. Dabei stellt jedes Bild für sich eine Werbung für unseren Klosterort dar. Dieses Mal waren wir jedoch schneller, und der Verkäufer war Walkenried sehr zugetan und freut sich, dass „sein“ Bild öffentlich gezeigt werden wird. Für Walkenried jedenfalls stellt der Erwerb dieses Gemäldes eine absolut gelungene Aktion dar. Was dem Louvre seine Mona Lisa, ist Walkenried sein Steuerwaldt! Heute wurde alles unter Dach und Fach gebracht. Das ZisterzienserMuseum wird demnächst mit einem eigenen Beitrag zu diesem Bild an die Öffentlichkeit treten. Der Geschichtsverein freut sich, dass er zu dieser Bereicherung der Walkenrieder Kunst- und Ausstellungsszene beitragen konnte.

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