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Wir Walkenrieder

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Der Walkenried-Kalender 2019 – demnächst erhältlich

Der „Wir Walkenrieder e.V.“ bietet – wie schon in den Vorjahren – für 2019 einen Kalender an, der erstmalig auf dem Weihnachtsmarkt vor dem Kloster verkauft werden wird. Der Kaufpreis von 10 € dient der Anschaffung neuer Geräte und neuen Materials für die Arbeit des Vereins im und rund um den Klosterort, also einem guten Zweck. Für den Kalender konnten wir auch auf Postkarten aus der Sammlung unseres leider viel zu früh verstorbenen Zahnarztes Dr. Andreas Helbing zurückgreifen. Ihm ist diese Ausgabe des Kalenders daher auch in Dankbarkeit gewidmet.

11 Mal werden alt und neu in Walkenried verglichen, 2 Mal kommt eine alte Luftaufnahme zur Geltung, die ohne Vergleich bleibt, weil die „Walkenrieder“ zwar über diverse Rasenmäher und einen Multicar, nicht aber über eine Drohne oder einen Hubschrauber verfügen. Im Anschluss an den Markt wird der Kalender dann in Veras Kiosk in der Ortsmitte erhältlich sein.

Walkenried-Kalender

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Arbeitsreiches Jahr für die „Walkenrieder“

Der Verein „Wir Walkenrieder“ blickt auf ein arbeitsreiches, aber auch erfolgreiches Jahr zurück. Neben einigen Baumfäll- und Rückschnittarbeiten steht 2018 noch die Organisation des Walkenrieder Weihnachtsmarkts auf dem Programm, der erstmals in enger Kooperation mit dem ZisterzienserMuseum Kloster Walkenried gestaltet wird.

Trotz Vernachlässigung durch die große Politik weitermachen

Die jahrzehntelange Vernachlässigung des ländlichen Raumes durch die große Politik hat sich in der Zwischenzeit bis in die Bundesregierung herumgesprochen und zur Einsetzung einer neuen Kommission beim Heimatministerium geführt. Dies sei, so der Vereinsvorsitzende Michael Reinboth, ein Schritt in die richtige Richtung, der allerdings reichlich spät kommt und überdies durch aktives Handeln oder Unterlassen von Maßnahmen anderer Akteure hintertrieben wird. So sei es ein Skandal, dass die Steuergesetze der EU es ermöglichen, dass ein namhaftes Unternehmen in Walkenried zwar die Landschaft massiv beeinträchtigen und die Straßen zerfahren darf, die Steuern aber ganz woanders entrichtet werden. Über diesen Verlust helfe auch erhöhtes Sponsoring nicht hinweg. Und 40 Jahre Zonenrand plus 25 Jahre negatives Fördergefälle hinterlassen tiefe Spuren. Reinboth nennt ein weiteres Beispiel aus der Nachbarschaft: Anstatt das Finanzamt Herzberg durch Verlagerung von Aufgaben aus Großstädten zu stärken, wie es zum Beispiel Bayern im Falle von Kronach vorgemacht hat, wird dieses Amt nun mit Northeim zusammengelegt – und dieses Signal sendet dieselbe Landesregierung aus, die ansonsten ständig von der Verbesserung der Lage im ländlichen Raum redet. Diese Punkte müsse man, wenn die Mahner und Besserwisser aus Göttingen oder Hannover auftreten, auch immer wieder ansprechen, jedoch zugleich den Blick nach vorne richten und selbst etwas zur Verbesserung der Lage tun. „Wie weiland Münchhausen müssen wir uns ein Stück weit am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen, in den uns andere hineingetunkt haben.“

Schutzhütte, Priorteich, Spielplatz, Wanderwege, Klostermarkt

Reinboth nennt einige der 2018 bereits abgeschlossenen Arbeiten. Im Frühjahr wurden die Geräte auf dem Spielplatz Geiersberg gereinigt, repariert und mit neuem Schutzanstrich versehen. Inzwischen hat die Gemeinde auch die neue Nestschaukel montiert und unter allen Geräten neuen Aufprallschutz angebracht. Jetzt fehle noch der wegen erheblicher Schäden entfernte, aber sehr beliebte Drehteller. Im kommenden Jahr wird man sich hier wieder einbringen, denn dieser einzige Walkenrieder Spielplatz soll weiter ein beliebter Treffpunkt für Kinder und Eltern bleiben. Es folgte der Aufbau der „Günter-Domeyer-Hütte“ am Itelteich. Diese wird inzwischen unter anderem von Wanderern auf dem Karstwanderweg gern angenommen. Im Sommer wurden Bäume und Sträucher entlang mehrerer Wanderwege behutsam zurückgeschnitten, so unter anderem am Weg zur Sachsenburg. Mehrere Dutzend Harzklub-Schilder wurden erneuert oder gereinigt. Der Walkenried-Flyer wurde neu aufgelegt und wird inzwischen auch über die Tourist-Information in Bad Sachsa verteilt.

Günters Ruh

Im September standen zwei große Themen auf der Agenda. Der niedrige Wasserstand des Priorteichs wurde genutzt, um die Uferzone in Ordnung zu bringen und den Sand zu ergänzen. Die Kosten dieser Maßnahme trägt vollständig der Verein. Sie wurde von den Besuchern von Teich und Kiosk außerordentlich dankbar aufgenommen. Leider beeinträchtigen drei Gruppen den Erfolg immer wieder: Zum einen Vandalen, die sich den Kiosk als Ziel wählen, zum zweiten Hundebesitzer, die gedankenlos ihre Lieblinge auf der Liegewiese ihre Geschäfte erledigen lassen und zum dritten Leute, die gern Schwäne füttern und diese in Scharen anlocken, wo sie nicht hingehören. „Der Priorteich gehört zu unseren Tourismus in mindestens der gleichen Weise wie Loipen am Kaiserweg. Deswegen muss er gehegt und gepflegt werden.“

Uferzone

Zum „normalen“ Programm bei Auf- und Abbau des Klostermarktes gesellte sich in diesem Jahr der Anstrich von 75 % der Buden bzw. Budenteile, eine Maßnahme, an der sich neben anderen erfreulich viele junge Leute aus dem Ort beteiligt haben. In diesem Zusammenhang erwähnt Reinboth die sehr gute Organisation der Arbeiten durch Achim Schridde und die Bereitstellung von Radladern durch die Gemeinde und die Kutzhütte, die sich auch an der Finanzierung der Malerarbeiten beteiligt hat. Auch andere Sponsoren trugen dazu bei, dass die Kosten für die Farbe gestemmt werden konnten.

Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde und anderen Vereinen und Gruppen im Ort sei in allen Punkten gut und reibungslos. „In einer Gemeinde, die finanziell mit dem Rücken zur Wand steht, geht das auch nicht anders.“ Und ohne die Mitwirkung zahlreicher Walkenriederinnen und Walkenrieder, die sich auch in fortgeschrittenem Alter für ihre Heimat in die Bresche werfen, würden die Arbeiten auch nicht in dem Umfang geleistet werden können, wie es aktuell der Fall ist.

Weihnachtsmarkt zusammen mit dem ZisterzienserMuseum

Neben der Wiederherrichtung der Sichtachsen vom Eckstormweg zur Klosterruine, einer vom ZisterzienserMuseum gewünschten, mit dem Bode-Zorge-Verband abgestimmten und für Oktober eingeplanten Maßnahme, und der Beschilderung des wieder aufgebauten Kutschwegs nach Branderode steht noch die Organisation und Durchführung des Weihnachtsmarkts auf dem Programm. Hier kommt es erstmals zu einer Zusammenarbeit mit dem ZisterzienserMuseum. Hierüber freut Reinboth sich besonders, denn durch die gegenseitige Unterstützung wird der Markt noch attraktiver, so wie umgekehrt viele Marktbesucher auch Gelegenheit haben, das Kloster und die Museumsräume aufzusuchen. Details sind noch in Abstimmung. Durch eine erweiterte Werbekampagne können in diesem Jahr zudem auch weitere Besuchergruppen angesprochen werden. Für den Klostervorplatz liegen aktuell rund 20 Anmeldungen für Buden vor. „Wir haben noch Platz und auch noch Buden in Reserve, so dass wir bis zu 25 Stände anbieten können“ erklärt Reinboth, der gern zusätzliche Anmeldungen entgegennimmt. Der Weihnachtsmarkt habe sich, wenn auch in bescheidenerem Rahmen als der Klostermarkt, zu einem winterlichen Aushängeschild des Klosterortes entwickelt. Deswegen soll auch er im Rahmen des Möglichen weiterentwickelt werden.

Weihnachtsmarkt 2015

Auf anderen Feldern erfolgreich unterwegs

Mitglieder des Vereins engagieren sich auch auf anderen Feldern für ihren Ort. Durchaus nicht ohne Erfolg: Nach jahrelangem Drängen soll ab 9.12. der 5-Uhr-Frühzug nach Göttingen mit Anschlüssen nach Osterode, Braunschweig und Hannover rollen, und seit Anfang Juni ist ein erheblich erweiterter Busfahrplan in Kraft, der Walkenriedern und Gästen vielfältige Ausflugsmöglichkeiten in den Oberharz eröffnet. Und die vom Verein eingebrachten Vorschläge zum Unterkloster haben inzwischen Eingang in den Entwurf des Dorfentwicklungsplans gefunden und stehen in der Prioritätenliste ganz oben.

„Walkenried muss ein Ort bleiben, in dem man gern wohnt oder den man gern aufsucht. Hierzu beizutragen, sehen wir als ein wichtiges Ziel unseres Vereins an und wollen in diesem Sinne auch weitermachen. Es muss aber endlich gelingen, den ländlichen Raum und seine Probleme mehr in den Fokus der Politik zu rücken, die nötige Infrastruktur zu erhalten und entsprechende Fördermaßnahmen zu generieren.“

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