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Zwergloch

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Jahresabschluss-Spaziergang 2013

Am heutigen Silvestertag lockte nach trüben Regentagen erstmals wieder die Sonne in Verbindung mit klarer kalter Luft nach draußen. Viele lockte aber doch wohl eher der Einkauf von Böllern und Raketen, denn der Verfasser dieses Berichts traf während der zwei Stunden im NSG Priorteich-Sachsenstein zwar mehrere Rehe und einen vorbeirauschenden Zug, aber keine einzige Menschenseele. Freilich: Es liegt kein Schnee.

Schnee

Dafür sind es die kleinen Dinge, welche unsere Aufmerksamkeit wecken. Wie bekommt die Natur es hin, bei leichtem Frost aus einem unscheinbaren toten Stück Holz ein zwar nur kurz existierendes, aber doch schönes Kunstwerk zu formen? Es handelt sich eben nicht um ein weggeworfenes Tempo-Taschentuch (die gibt es hier ja leider auch, und zwar nicht wenige), sondern um ein Nachfrost-Geschöpf. Deswegen ist es ja auch am Nachmittag – im Gegensatz zu den Taschentüchern – auch nicht mehr da. Aber mit etwas Glück entsteht es am kommenden Morgen neu.

Schotterwerk

Spatenbornwiese

Die tief stehende Wintersonne beschert desweiteren auch einige romantische Gegenlichtblicke. Zum Beispiel ganz in der Nähe des alten Schotterwerks, welches gerade bei dieser Beleuchtung Erinnerungen an einen alten Bergfried auf einer verfallenen Burg weckt. Oder auf der Spatenbornwiese, wo bei diesem Licht sogar eine profane Abschusskanzel romantische Züge annimmt. Übrigens schießen diese Kanzeln derzeit wie Pilze aus dem Walkenrieder Waldboden. Man muss geradezu von einem „Bauboom“ sprechen. Den hätten wir ja lieber bei uns im Ort in Gestalt neuer Einfamilienhäuser… Die tief stehende Sonne leuchtet auch Zwerglöcher anders aus als sonst. Zum Knipsen muss man da aber schon in die Knie gehen und dieser ebenso beeindruckenden Naturschöpfung seine Referenz erweisen.

Lassen Sie sich inspirieren! Auch im neuen Jahr kann man gut spazieren gehen!

Zwergloch

… mal wieder in den Höllstein

Der diesjährige Sommer hat bisher weniger durch entsprechende Temperaturen, dafür umso mehr durch heftige Niederschläge und deren Folgen auf sich aufmerksam gemacht. Es gibt sie aber auch noch, die moderaten Sommertage mit angenehmen Temperaturen und Sonnenschein. An einem solchen Tag lohnt es sich, mal wieder den Höllstein zu durchstreifen. Der Laubwald bietet Schatten, die Klippen diverse Ausblicke auf Teiche, Ort und Harzberge.

Sackteich

Die Fortsetzung des Klippenweges führt uns auf die Spatenbornwiese und dann in Richtung Zwerglöcher und Drehkreuz, bevor es vorbei am Affenteich wieder in Richtung Bahnhof geht. Mehr als eineinhalb Stunden muss man hierfür nicht ansetzen. Neben den diversen Ausblicken sind es immer wieder auch die „Sichtachsen“ der Spatenbornwiese, die Freude aufkommen lassen. Anderswo hat man so etwas künstlich geschaffen und muss es ständig pflegen, hier besorgen das die Kühe und der Heu machende Landwirt. Was die Spatenbornwiese vom Muskauer Park des Fürsten Pückler unterscheidet, ist eigentlich nur ein Schloss im Hintergrund… Das wird bei uns durch den Silo der Gipsfabrik ersetzt. Keineswegs seltene, aber aus der Nähe betrachtet doch recht interessante Pflanzen säumen unseren Weg. Ab und an bietet sich auch eine Bank als Rastplatz an.

Waldwiese

Spatenbornwiese

Wer den etwas verwunschenen Pfad von der Spatenbornwiese hinauf in den Sachsenstein nicht  scheut, der trifft an dessen Einmündung in den Karstwanderweg auf ein schönes kleines Zwergloch. Es ist nicht neu, aber auf dem Karstwanderweg läuft man eher achtlos daran vorüber. Erst von unten kommend, fällt es einem ins Auge.

Zwergloch

Zwischen Drehkreuz und Helbinghütte ist es immerhin das sechste unmittelbar am Wege liegende Zwergloch. Links und rechts davon findet man im Walde natürlich noch sehr viel mehr. Im Hochsommer sollte man sich aber nicht auf die Suche machen, dafür eignen sich Winter und zeitiges Frühjahr doch wesentlich besser.

Also: Es lohnt sich, mal wieder den Höllstein in die Spaziergangs-Pläne einzubeziehen!

Am Karstwanderweg: Kleines Zwergloch, große Absperrung

Der Karstwanderweg ist nicht irgendein Wanderweg. Er steckt vielmehr voller Überraschungen, denn in seinem Verlauf ändert die Natur ihr Erscheinungsbild immer wieder einmal. Im Gegensatz zu den brachialen Eingriffen der Gipsindustrie vollziehen sich die natürlichen aber quasi im Zeitlupentempo und kündigen sich gelegentlich auch an.

So auch bei neuen Zwerglöchern. Wenn Schnee liegt, machen kleine Hohlräume durch abgetaute Flächen auf sich aufmerksam. Irgendwann ist dann ein kleines Loch da und offenbart mitunter, dass es dahinter weiter geht. So auch in jüngster Zeit an der Helbinghütte im Sachsenstein. Ob die Erschütterungen bei den letztjährigen Baumfällaktionen etwas zur Beschleunigung des Vorgangs beigetragen haben, ist schwer zu sagen; jedenfalls war in den letzten Wochen ein kleines Zwergloch zu beobachten, in welches gutmeinende Zeitgenossen schon mal einen Stock als Achtungszeichen eingesteckt hatten, denn das Zwergloch liegt sozusagen mitten im Wege.

Zwergloch

Sich in der Entstehung befindliches Zwergloch am Karstwanderweg.

 

Inzwischen ist die kleine Öffnung von einer Absperrung eingekreist, die eigentlich ein paar Nummern zu groß ist. Fußgänger – also das eigentlich dort einzige zulässige Publikum – hätten eine solch beachtliche Anlage wohl nicht gebraucht. Dann schon eher Fahrzeuge (die dort nichts zu suchen haben) – und Pferde. Diese haben auf diesem Teilstück des Karstwanderweges natürlich auch nichts zu suchen, da sie den Weg zwischen dem Drehkreuz und der Helbinghütte kurz- und kleinreiten. Für eine Absperrung, die das Durchreiten verhindert, hat es leider nicht gereicht…

Bleibt zu hoffen, dass niemand auf die Idee kommt, das neue Zwergloch zu verfüllen. Schließlich ist es ein schönes Beispiel für die lebendige Natur im Gipskarst – um genau dies zu zeigen, ist der Weg ja angelegt worden!

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