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Michael Reinboth

Schatzmeister und Vorstandsmitglied des Vereins "Wir Walkenrieder e.V."
Michael Reinboth hat geschrieben 521 Beiträge für Walkenrieder Nachrichten

HarzEnergie stellt den Ehrenamtsfonds in der Gemeinde Walkenried vor

(von Frank Uhlenhaut, HarzEnergie Netz GmbH)

Ein schöner Termin im Walkenrieder Rathaus. Am Montag stellte Frank Uhlenhaut von der Harz Energie deren neuen Ehrenamtsfonds vor. Die Gemeinde Walkenried bzw. die Ortsteile Walkenried, Wieda und Zorge kommen dadurch in den Genuss von insgesamt 4.000,- €. Damit soll das Ehrenamt in der Klostergemeinde gefördert werden. „Eine tolle Idee“, meinte Bürgermeister Dieter Haberlandt zu Beginn der symbolischen Scheckübergabe. Er wies daraufhin, dass die Gemeinde leider nicht mehr in der Lage ist, das Ehrenamt so zu unterstützen wie sie es gern tun würde. In Beisein der Ortsbürgermeister Claus Eggert, Ulrich Kamphenkel und Herbert Legero skizzierte der Kommunalmanager von Harz Energie die drei Säulen des Ehrenamtsfonds:

1. Jede Kommune im Versorgungsgebiet des regionalen Energieversorgers erhält daraus einen festen Betrag, um das örtliche Ehrenamt zu unterstützen.  2. Die Mittelvergabe wird in die Hände der Ortsvorsteher und Ortsbürgermeister gelegt, weil sie laut Uhlenhaut am besten wissen, wo das Geld am sinnvollsten vor Ort gebraucht wird. Und 3. wird zudem noch ein Sonderpreis in Höhe von 3.000,- € ausgelobt, der Ideen und Projekte für die Fortentwicklung des Ehrenamtes honoriert. Alles in allem wird Harz Energie jeweils 140.000,- € in den nächsten drei Jahren zur Förderung und Unterstützung von Ehrenamtlichen investieren. Damit setzt der Energieversorger ein deutliches Zeichen der Wertschätzung gegenüber den vielen Ehrenamtlichen und deren Wirken in den Kommunen.

Rathaus Walkenried

Bildunterschrift: Frank Uhlenhaut übergab die symbolischen Schecks an Ulrich Kamphenkel, Herbert Legero, Claus Eggert und Dieter Haberlandt (v.l.n.r).

Berichte und Dokumente erinnern an 50 Jahre Vogel- und Naturschutz im Südharz

Die Landschaft rund um den Klosterort Walkenried gilt unter Fachleuten als eine der artenreichsten in ganz Niedersachsen. Besonders die Vielfalt der Vogelwelt ist dank der abwechslungsreichen Laubwälder, der Teiche und Flüsse ist sehr ausgeprägt. Das hat schon immer Menschen in ihren Bann gezogen, die sich in der Folge auch für den Vogel- und Naturschutz im Südharz eingesetzt haben. Schon 1949 engagierte sich Günter Domeyer aus Walkenried im Rahmen einer von ihm begründeten Ortsgruppe der „Vogelwarte Helgoland“ für den Schutz, aber auch die Erforschung der Vogel- und Pflanzenwelt im Südharz. Später setzten er und zahlreiche Mitstreiter diese Tätigkeit im Rahmen des NABU fort.

Joachim Meiner, NABU

Joachim Meiner (†) bei der Beringung junger Uhus am Pontelteich (Foto Sammlung NABU Walkenried)

 

Heute liegt die Arbeit mangels Nachwuchs brach. Günter Domeyer hat sich deswegen aufgemacht, seine Erinnerungen zu Papier gebracht und dies mit vielen Fotos, Zeitungsausschnitten und Korrespondenzen aus fünf Jahrzehnten angereichert. Entstanden ist ein sehr lesenswertes Kompendium, welches viel Stoff zum Nachlesen und Nachdenken liefert. und In besten Zeiten weit über 100 Mitglieder zählend, wurde jahrzehntelang beringt und gezählt, wurden Nistkästen angebracht und bereinigt, Gäste geführt und mehrere Studienfahrten unternommen. Man kann sich der Zeiten erinnern, wo die „Leute von der Vogelwarte“ allsonntäglich um 4 Uhr aufstanden, um Netze anzubringen. Ihnen allen ist hiermit ein Denkmal gesetzt. Mancher wird sich auch noch an die großen Uhu-Volieren im Himmelreich erinnern. Domeyer hat aber auch viele Auseinandersetzungen im Rahmen des Naturschutzes dokumentiert.

Das wird nicht jedem Leser gefallen, aber die teilweise sehr kontrovers geführten Diskussionen um auszubaggernde Teiche, mit Öl aus dem Gipswerk verseuchte Bachläufe, abgeflämmte Wiesen und zerfurchte Wälder sind es wert, festgehalten zu werden, zumal bei aller persönlichen Färbung der Berichte stets auch die jeweilige Gegenseite zu Wort kommt. Denn schließlich ist die so artenreiche Walkenrieder Landschaft nach wie vor durch kommerzielle Interessen stark bedroht, wie das Beispiel des Rösebergs eindrucksvoll belegt. Die Stimme des NABU wird in kommenden Auseinandersetzungen wohl fehlen. Insoweit rüttelt das rund 160 Seiten starke Buch auch auf: Es stellt geradezu eine Aufforderung dar, sich für Walkenrieds Natur einzusetzen. Denn, es sei wiederholt, eine vielfältigere ist in Niedersachsen kaum zu finden.

Das Buch ist beim Papierflieger-Verlag in Clausthal-Zellerfeld erschienen und kann in Walkenried ab sofort zum Preis von 9,50 € bei Susanne Trute (Postagentur) und bei Veras Kiosk erworben werden.