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Michael Reinboth

Schatzmeister und Vorstandsmitglied des Vereins "Wir Walkenrieder e.V."
Michael Reinboth hat geschrieben 680 Beiträge für Walkenrieder Nachrichten

Die Geschichte des Bahnhofs Ellrich und seiner Umgebung erscheint in Buchform

Eine Anregung für den weihnachtlichen Gabentisch

Auf den ersten Blick wirkt der heutige Bahnhof Ellrich auf den Fahrgast wie eine ganz normale Station, auf der sich jede Stunde zwei Züge treffen, um in Richtung Nordhausen und Northeim weiterzufahren. Manch einer mag sich über den guten Zustand des Bahnhofsgebäudes wundern, ist er doch auf ländlichen Stationen der Deutschen Bahn anderes gewöhnt: Entweder gibt es nur noch kleine Hütten zum Unterstellen oder desolate Baulichkeiten, mitunter auch beides zusammen. Nicht so in Ellrich.

Bahnhof Ellrich

Schon historisch: Infolge des verunglückten Bahnsteigumbaus müssen die Züge aktuell nacheinander in Ellrich halten… Auf dieser Station ist eben nichts wirklich normal (Foto: Klaus Dietrich).

 

Tatsächlich weist dieser Kleinstadtbahnhof eine mehr als ungewöhnliche Geschichte auf. In seinen nunmehr 151 Jahren hat er allerhand erlebt und geht die nächsten 50 Jahre in nochmals völlig veränderter Form an. Er stand an der Wiege der Ellricher Industrie, die sich durch und mit ihm entwickelte: Gipsfabriken, Fabriken zur Herstellung von Schuhleisten, Webereien entstanden und siedelten sich rund um den Bahnhof an. Mancher Fabrikant errichtete sich in unmittelbarer Nähe eine prachtvolle Villa. Mit dem Bau der Kleinbahn nach Zorge und der Einrichtung der Buslinie nach Sülzhayn – Benneckenstein entwickelte sich der Bahnhof zu einem kleinen Knotenpunkt.

1944/45 musste er das Entstehen des KZ Ellrich-Juliushütte in seiner unmittelbaren Nachbarschaft mit ansehen und spielte beim Transport der Häftlinge eine unrühmliche Rolle. Seine schon vor dem Krieg ausgebauten Luftschutzeinrichtungen wurden allerdings nie benötigt – sie blieben aber erhalten und können heute besichtigt werden. Es kam die Zeit der „Zonengrenze“, in der Fahrgäste zu Grenzgängern wurden und sich rund um die Juliushütte viel Menschliches und Unmenschliches abspielte, bis der „Eiserne Vorhang“ endgültig niederging und den Bahnhof Ellrich zu einem Grenzbahnhof für Güterzüge werden ließ, dessen Sicherungsanlagen immer mehr perfektioniert wurden. Dennoch gab es immer wieder Fluchtversuche, von denen einer mittels Lkw über Bahngleise 1985 im Kugelhagel scheiterte.

Dann kam der 12.11.1989, der Tag, an der Personenverkehr in Richtung Westen auf ungewöhnliche Weise wieder aufgenommen wurde und Tausende die erste Gelegenheit zu einer Fahrt durch den Tunnel nutzten. Während danach der Reiseverkehr gegen viele Widerstände immer weiter ausgebaut wurde, erlebte der lokale Güterverkehr einen raschen Niedergang, viele Arbeitsplätze auf dem und rund um den Bahnhof gingen verloren. Auch der durchgehende Güterverkehr ging zurück. Vor dem Schicksal vieler deutscher Bahnhöfe, nämlich Verfall und Abriss der nicht mehr betriebsnotwendigen Gebäude, wurde der Ellricher durch die geniale Idee der Stadtväter und des Rates bewahrt, die sowohl das Empfangsgebäude wie auch den Güterschuppen von der Bahn erwarben und für die Zwecke der Ellricher Stadtfeuerwehr umbauten. Seither verfügt Ellrich über ein Schmuckstück an Bahngleisen – und stellt Räume und Toiletten für Reisende zur Verfügung!

Damit nicht genug, gibt es jeden werktäglichen Morgen dank der Lustlosigkeit der thüringischen Nahverkehrsplaner und des Desinteresses der regionalen Politiker das Schauspiel des „Geisterzuges“ zu bestaunen: Ein Triebwagen der DB Regio hält gegen 5 Uhr hier, um eine weitere Einheit abzukuppeln, aber niemand darf zur Fahrt nach Göttingen einsteigen… Auf dem Bahnhof kann mithin, wer möchte, jeden Morgen ein Stück realer deutscher Verkehrspolitik bestaunt werden.

Mit der Umstellung auf Fernsteuerung durch ein zentrales Stellwerk in Göttingen wurden im Sommer 2020 die beiden letzten betrieblich genutzten Gebäude, die Stellwerke, überzählig. Der Bahnhof ist nun unbesetzt – freilich nicht ganz, denn die überlegene Planungskunst der Deutschen Bahn ließ den Umbau des Bahnsteigs mit der Umstellung der Technik nicht Schritt halten, was bis auf weiteres den Einsatz eines Sicherungsposten erforderlich macht und die Züge in Richtung Nordhausen gleich zwei Mal innerhalb von 20 Metern zum Halten zwingt…

Stefan Zimmermann, seit Jahrzehnten bei der Ellricher Feuerwehr tätig und beim dortigen Feuerwehrmuseum engagiert, und Michael Reinboth, ebenso lange mit der Geschichte der Südharzstrecke und verkehrspolitischen Themen befasst, haben sich zusammengetan und auf 250 Seiten mit rund 400 Abbildungen die Geschichte dieses doch nicht so gewöhnlichen Bahnhofs und seiner Umgebung nachgezeichnet. Es ist gelungen, gerade für den Zeitraum von 1970 bis 1990 noch Zeitzeugen zu sprechen und deren Erlebnisse aufzuzeichnen. Einige Ellricher Sammler haben überdies Fotos zur Verfügung gestellt. Die allermeisten der historischen Bilder wurden bisher noch nirgendwo anders publiziert. Darunter befindet sich eine komplette Fotodokumentation des Grenzbahnhofs um 1988.

Das Buch im A4-Format wird Anfang Dezember beim Papierflieger-Verlag Clausthal-Zellerfeld erscheinen und kostet broschiert 17 €, die Ausgabe mit festem Einband wird für 27 € zu erhalten sein. Vorbestellungen nehmen der Verlag und die beiden Autoren gern entgegen.

Persönliche Erklärung von Michael Reinboth zum Rücktritt vom Vorsitz des „Wir Walkenrieder“ e.V.

Liebe Walkenriederinnen, liebe Walkenrieder,

es hat in den letzten Tagen recht viele Rückfragen und Ankündigungen im Hinblick auf meine persönliche Erklärung zum Fusionsvertrag und zur Vorgehensweise von Rat und Verwaltung in dieser Angelegenheit gegeben. Gestern haben nun Vorstand und Beirat des Vereins die Situation beraten. In Ruhe übrigens. Aber mit klarer Ansage. Ich musste lernen, dass im Hintergrund nach wie vor viel läuft – denn direkt angesprochen und zur Rede gestellt hat mich aus den Reihen der Mitglieder bis heute niemand. Dafür stand bei anderen das Telefon nicht still.

Um Schaden vom Verein abzuwenden und ihm seine weitere Arbeit für den Ort nicht zu erschweren, lege ich mein Amt als Vorsitzender des Vereins mit sofortiger Wirkung nieder. Der übrige Vorstand und auch die Beiräte werden die Arbeit im Sinne des Ortes fortführen.

Eine andere Lösung als diese gibt es nicht. Was ich vom Vertragsentwurf und der Verfahrensweise halte, möchte ich sagen und schreiben dürfen. Als Vorsitzender des Vereins „Wir Walkenrieder“ geht das aber nicht. Der hat sich, so wurde das gestern erörtert, neutral zu verhalten. Das habe ich zu respektieren.

Für die Unterstützung in den letzten ca. 10 Jahren als Schatzmeister, inoffizieller „Pressewart“ und Vorsitzender bedanke ich mich bei allen sehr. Es war mir eine Ehre, so lange etwas für Walkenried tun zu können. Der Verein befindet sich aktuell in einer guten Verfassung, die Kasse ist gefüllt und die Zahl der Mitglieder ist auch weiter gestiegen. Wir sind überall anerkannt und respektiert. Das allerdings vorwiegend als Arbeitstruppe, weniger als mündige Bürger, die Anspruch auf Mitsprache bei wichtigen Entscheidungen erheben.

Über die Gründe für diese meine heutige Entscheidung möchte ich an dieser Stelle nicht zu viel ausführen. Bei meiner Auffassung zum Vertragsentwurf und zur Verfahrensweise bleibe ich uneingeschränkt. Mit meiner Funktion als Vorsitzender hatte und hat das aber nichts zu tun. Ebenso will ich noch klarstellen, dass ich an keiner Stelle einer Fusion mit Braunlage das Wort geredet habe. Mir ging und geht es allein darum, Schaden von der Gemeinde Walkenried abzuwenden. Und der Beschluss dieses Vertrages wird verheerende Schäden anrichten. Und damit das Gegenteil dessen bewirken, was wir als Ziel des Vereins in der Satzung stehen haben: Förderung des Ortes.

Ihnen allen wünsche ich alles Gute und vor allem Gesundheit. Kommen Sie gut durch den zweiten und alle noch folgenden Lockdowns. Dem Verein wünsche ich weiter viel Erfolg und gutes Gedeihen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

Michael Reinboth

Bagger und Wackelbrücke erfreuen sich großer Beliebtheit

Tobias Miessalla, der Erbauer und Spender des Baggers in der Sandkiste auf dem Spielplatz Geiersberg, ist über die Nutzung des neuen Spielgerätes hoch erfreut. Und wir freuen uns mit ihm, hat doch der Spielplatz durch den Bagger und die Wackelbrücke an Attraktivität gewonnen. Im Sommer und Herbst war hier immer etwas los.

Tobias Miessalla

Der Konstrukteur hat kürzlich nochmal alles überprüft. „Die Lager quietschen etwas, aber das bekommen wir hin…“

 

Zum Fototermin am Mittwoch konnte er sich davon überzeugen, dass trotz intensiver Nutzung noch alles gut funktioniert. Und dass immer noch keine Hunde in den Sandkasten… – na, sie wissen schon.

Auch das andere Gerät, die vom Verein gespendete Wackelbrücke, wurde gut angenommen. Der Bauhof hat sie mit sehr viel Engagement aufgebaut. Andreas Mack sollte zum Fototermin eigentlich vor der Brücke Aufstellung nehmen, war aber leider verhindert. So haben sich stellvertretend Achim Schridde und Tobias Miessalla am Gerät positioniert. Mal schauen, was man noch zur Steigerung der Attraktivität tun kann, denn der Spielplatz ist ideal gelegen: Kein Straßenverkehr weit und breit, Platz zum Fahrradfahren und Bolzen, dazu Bäume, die in der Sommerhitze Schatten spenden – hier können Eltern (oder Großeltern) und Kinder (oder Enkelkinder) es schon eine Weile aushalten.

Jetzt kommt für den Spielplatz der Winterschlaf. Hoffentlich können wir alle und auch unsere Gäste im kommenden Frühjahr unbeschwert ein paar schöne Stunden verbringen. Aber das müssen wir leider erst noch abwarten.

Neues Spielgerät

Das neue Spielgerät wartet auf „Kundschaft“.

 

Wir danken an dieser Stelle allen, die mit Hand angelegt haben – auch beim gelegentlichen Saubermachen und Sandkasten fegen.

Ein Nachtrag zum Klostervorplatz – und ein neues Geländer am Hirseteich

Von der kräftezehrenden Kehraktion auf dem Klostervorplatz haben wir schon berichtet. Im Nachgang erreichte uns noch das nachfolgende Foto von Wolfgang Probst, auf dem er als Fotograf und der zu diesem Zeitpunkt schon samt kaputtem Besen verschwundene Vorsitzende fehlen.

Kehraktion

Die „Kehrbrigade“ ist noch in vollem Einsatz. Die Berge des letztlich bis auf geringe Reste verschwundenen Sandes zeigen eindrücklich, wie groß die Lücken zwischen den Pflastersteinen schon waren.

 

Von den sieben „Arbeiterdenkmälern“ zu einem anderen vollbrachten Werk. Mit den Landesforsten hatten wir uns abgestimmt, welche Geländer in den Walkenrieder Wäldern noch erforderlich sind und folglich renoviert oder erneuert werden müssen und welche nicht. Zu den zu erhaltenden zählen die auf der Sachsenburg (erneuert), auf dem vorderen Höllstein (erneuert), an der Sachseneiche (harrt noch der Erledigung) und auf den Itelklippen (wurde in Teilen stabilisiert, muss aber noch ersetzt werden) – und das Geländer am Überlauf des Hirseteichs auf dem Weg zum Priorteich. Zwar gähnen hier keine Abgründe, aber der Weg wird viel begangen bzw. mit Fahrrädern befahren und ist insoweit verkehrssicher zu erhalten. Das relativ kurze Geländer auf der vom Ort aus gesehen rechten Seite des Weges war abgängig und wurde nun von Jens Müller, Ingo Langer, Wolfgang Wölke, Hermann Tischner und Dietmar Langer vollständig durch ein neues ersetzt. Holz und Einschlaghülsen stellten und stellen die Landesforsten zur Verfügung. Auch hier bewährt sich die Zusammenarbeit zwischen dem Dorfverein und den zuständigen Einrichtungen seit Jahren gut.

Das Geländer auf den Itelklippen zu erneuern, stellt eine kleine logistische Herausforderung dar, weil das Holz und die Hülsen sowie das Werkzeug dorthin nicht oder nur auf Umwegen bzw. mit Fußmärschen gebracht werden können. 2021 soll aber auch dieses Geländer komplett ersetzt werden.

Das kurze neue Geländer bewahrt Fußgänger und Radler vor einem kleinen Bad im Hirseteich.

 

Ein Dankeschön an die Ausführenden!

Neue Geräte bereichern den Geiersberg-Spielplatz

„Nur gemeinsam können wir unseren Klosterort voranbringen. Wenn sich viele Menschen und Organisationen mit dem einbringen, was sie können, haben wir eine ganze Menge Möglichkeiten.“

Michael Reinboth, Vorsitzender der „Wir Walkenrieder“, wiederholt diesen Satz gern. Jüngst ging es um die Friedhofskapelle, nun geht es um den Spielplatz auf dem Geiersberg. Seine attraktivere Gestaltung gehört seit einigen Jahren zum Programm der „Walkenrieder“. Nach vielen Jahren Nutzung mussten einige Geräte demontiert werden, dem Platz drohte etwas Langeweile. Dem hat die Gemeinde mit der Aufstellung der Nestschaukel und des Kreisels bereits abgeholfen, nachdem Mitglieder des Vereins und Freunde des Spielplatzes die Holzgeräte neu gestrichen hatten.

Vor wenigen Tagen konnte der Einbau von zwei weiteren Geräten abgeschlossen werden. Die neue „Wackelbrücke“ wurde von den „Walkenriedern“ aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden finanziert und vom Bauhof der Gemeinde fachgerecht aufgebaut – mit Sand drumherum, damit bei einem „Absturz“ nichts passiert. Die Brücke kommt von der Firma Sport-Thieme und besitzt alle erforderlichen Zertifikate. „Wir bedanken uns beim Bauhof für den Aufbau“ sagt Reinboth und schließt in diesen Dank auch den Spender des zweiten Gerätes ein. Tobias Miessalla hat sein zweites Meisterstück, einen herrlichen Sandbagger, für den Spielplatz gespendet. Der Bagger ist in der Tat ein wunderbares Spielzeug und ist so stabil gebaut, dass er auch baggernde Väter aushalten wird, die ihren Sprösslingen die Funktionsweise zunächst einmal erläutern müssen. Hoffentlich kommen sie auch wieder vom Sitz herunter und überlassen den Kindern das Arbeiten. Noch besser wird es, wenn zum Spielen in der Sandkiste gleich noch ein paar größere Lkw mitgebracht werden, denn man muss den Sand ja auch irgendwo transportieren können… Er sollte am Ende aber immer in der Kiste bleiben.

Der Bauhof zeichnet auch hier für den fachgerechten Einbau verantwortlich. Achim Schridde war dabei und berichtet: „Wir haben drumherum auch gleich noch alles geharkt und saubergemacht.“

Das sieht man der Kiste auch an – piccobello. Wobei der nächste Herbststurm natürlich wieder Blätter und Zweige hereinwehen wird. So lange es bei solchen Einträgen bleibt, ist ja auch alles in Ordnung…

So ist der Spielplatz im Zusammenwirken von Spendern und Bauhof erneut bereichert worden. Es sind inzwischen wieder 11 Spielmöglichkeiten vorhanden, Klettergerüste, Schaukeln, Rutsche und Seilbahn kommen ja noch dazu. Rechnet man Bolzplatz und Basketballfeld noch hinzu, kommt man auf 13, und da das eine schlechte Zahl ist, muss man schon über ein weiteres Gerät nachdenken.

„Wir hoffen, dass viele Kinder den Weg auf den Geiersberg finden. Der Platz ist, fernab von befahrenen Straßen, aber doch unter sozialer Kontrolle, optimal und bietet im Sommer dank einiger Bäume auch schattige Ecken. Wenn es nun noch gelingt, den Geiersberg auch ansonsten wieder attraktiver zu machen, haben wir wirklich etwas geschafft.“

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