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Michael Reinboth

Michael Reinboth hat geschrieben 735 Beiträge für Walkenrieder Nachrichten

Mitgliederbrief der „Wir Walkenrieder“ vom September 2022

Liebe Wir Walkenrieder,

nach dem heißesten Sommer der letzten Jahre bekommen wir in Walkenried nun auch wieder etwas Regen ab. Leider zu wenig, aber unser schöner Mischwald hat die Hitzeperiode wohl ohne größere Schäden überstanden. Bürger und Gäste genossen die Ausflüge im kühlen Schatten der Bäume.

Unsere Aktiven bemühen sich weiter, die Wanderer mit neuen Bänken an den schönsten Plätzen zu erfreuen. Immer wieder hört man lobende Worte darüber. Um uns bei der Beschaffung der Materialien zu unterstützen, sprechen uns Sponsoren an, häufig auch junge ehemalige Walkenrieder. Herzlichen Dank!

Einem überaus engagierten und ständig anpackenden Mitglied, Erich Müller, wurde als Dank eine Bank mit herrlicher Aussicht auf seinen Heimatort am Fahrradweg nach Ellrich gewidmet. Kurz danach konnten wir dann auch seinen 80. Geburtstag gebührend feiern.

Unsere Bankgruppe erstellte weitere Bänke auf Bitte von Sponsoren und muss nun auch immer häufiger Bänke teilweise oder gänzlich erneuern. Sollten ihr oder Sie bei Spaziergängen derartigen  Verfall feststellen, bitten wir um Information. Da uns noch vereinseigene Räume fehlen, werden Bänke auch in eigener Werkstatt von Claus aufgearbeitet. Meist müssen Werkzeuge mühsam transportiert werden, wie hier am Höllteich.

Neue Bänke entstanden und alte Abgängige wurden renoviert im Mönchswald, Domänenwald, am Eckteich, Lohmühlenweg, Ellrich Blick, Kupferberg und über dem Höllteich. Danke dafür an Claus, Dieter und Bernd, sowie den Sponsoren: den Familien Minks, Steuler, Linnow, Wilding, Haake, Matthias Klette und Frank Becker.

Bitte nicht erschrecken, wenn in nächster Zeit ein roter Blitzer durch die Wälder fährt. Kein Waldbrand, sondern fleißige Helfer auf dem Weg zur Arbeit! Wie schon angekündigt, haben wir uns intensiv bemüht, Ersatz für den Multicar zu finden. Nun erwerben wir von der Gemeinde den ausgedienten aber noch gut erhaltenen Leiteinsatzwagen zu einem akzeptablen Preis. Wir danken für das gute Miteinander in der Gemeinde und hoffen auf stets gute Fahrt.

Diese Gemeinsamkeit im Verein und mit Helfern und Sponsoren wollten wir mit einem „Dankeschönessen“ feiern und dies gelang an einem fröhlichen Abend Ende August auf dem Geiersberg. Es wurde wieder vielen bewusst, wie sich dieser Grillplatz für gemütliche Treffen eignet. Nach mäßigem Regen vorher und Ausbleiben vorhergesagter Unwetter gab es keine Befürchtung mehr vor den Folgen von Funkenflug. Auch haben wir immer unsere eigene „Feuerwehr„dabei.

Nach einem Ständchen des Spielmannszuges saßen viele Walkenrieder bei Speis und Trank lange zusammen. Die Neuigkeiten im Ort wurden durchdiskutiert, nicht Energieknappheit oder Inflation. Das kommt später leider dran. Gefreut haben wir uns über viele junge Besucher und Neubürger, die sich gern und aktiv in unserem Verein engagieren.

Danken möchte ich den Helfern bei der Organisation, den fleißigen „ Salatfrauen“, den Grillmeistern und vor allem dem Spielmannszug, der trotz krankheitsbedingten Ausfalls angetreten ist.

Ende dieser Woche beginnen wir mit dem Aufbau der schönen, einheitlichen Buden für den Klostermarkt. Endlich, nach zwei Coronajahren, findet dieser herrliche Markt wieder statt.

Im Laufe der Vorjahre hat es sich ergeben, dass unser Verein den Auf- und Abbau der Buden, auch mit engagierten Nichtmitgliedern und dem Bauhof übernimmt. Eine arbeitsintensive Aufgabe, die aber bei unserem Mitglied Achim Schridde in den besten Händen liegt.

Er plant und organisiert seit Wochen, freut sich über den Einsatz von ca. 30 Helfern. Eine tolle Leistung, herzlichen Dank Achim.

So freuen sich„ Wir Walkenrieder“ und  alle beteiligten Organisationen, die durch ihren Einsatz einen besonderen Markt dieser Größenordnung erst möglich machen, über Ihren / euren Besuch. Ein voller fröhlicher Klostervorplatz und gefüllte Klosterräume belohnen dann die Mühe.

Wir sehen uns dort!

Bis dann, herzliche Grüße,

Ihr/ euer Klaus Niemann

Der Klostermarkt Walkenried findet am 24. und 25. September statt!

(von Annette Behnk, ZisterzienserMuseum Kloster Walkenried)

Nach zweijähriger Pause ist es endlich wieder so weit: Der überregional beliebte Klostermarkt Walkenried hat am 24. und 25. September wieder nahezu 30 Ordensgemeinschaften aus ganz Deutschland und anderen europäischen Ländern zu Gast, die auch in diesem Jahr ihr Bestes aus klösterlicher Werkstatt, Küche, Keller und Garten anbieten.

Seit 2008 findet der Klostermarkt jährlich am 4. Septemberwochenende vor der beeindruckenden Kulisse der gotischen Klosteranlage statt und lockt Tausende von Gästen nach Walkenried. Mit seinem abwechslungsreichen Rahmenprogramm ist er aber nicht nur ein Fest für Leib und Seele, sondern auch ein Forum für ökumenische Begegnungen und Gedankenaustausch zwischen klösterlichen Marktstandbetreibenden sowie Besucherinnen und Besuchern.

Zu den Veranstaltern gehören das ZisterzienserMuseum Kloster Walkenried, die Gemeinde Walkenried, die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Walkenried und die Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz. Der Klostermarkt ist am Samstag, den 24. und Sonntag, den 25. September, jeweils von 10 bis 18 Uhr, geöffnet. Der Eintrittspreis beträgt 6 € (Kinder bis 15 Jahren frei). Im Eintrittspreis ist der Besuch des ZisterzienserMuseums und des Welterbe-Infozentrums sowie das Begleitprogramm bereits enthalten. Für die Anreise mit dem PKW stehen zahlreiche kostenfreie Parkplätze zur Verfügung. Das Programmheft sowie weitere Infos finden Sie unter www.kloster-walkenried.de.

Klostermarkt Walkenried 2010 Pater Tobias Merkt (OSB) Erzabtei St. Ottilien

Gänsehaut-Atmosphäre im Kloster Walkenried: Das Mordsharz-Krimifestival ist am 17. September zu Gast!

(von Annette Behnk, ZisterzienserMuseum Kloster Walkenried)

Das Mordsharz-Krimifestival bietet alljährlich im Herbst spannende Lesungen im Harz an. Der doppelschiffige Kreuzgang im Kloster Walkenried ist einer der Veranstaltungsorte. Am Samstag, den 17. September stellen H. Dieter Neumann, Sven Stricker und Ursula Poznanski drei ausgewählte Werke vor und lesen aus ihren spannenden Krimi-Romanen.

Als erste Lesung ist ab 18 Uhr H. Dieter Neumann mit seinem Roman „Todeslied“ zu hören. Als passionierter Segler hat Neumann in seinem Krimi Hochspannung aus dem deutsch-dänischen Grenzland zwischen den Meeren verarbeitet.

Um 19.30 Uhr folgt die Lesung von Sven Stricker mit „Sörensen am Ende der Welt“. In dem Roman hofft Kommissar Sörensen vergeblich, in der nordfriesischen Provinz etwas Ruhe zu finden. Mit seinem Werk war Sven Stricker 2017 für den Glauser-Preis nominiert, die gleichnamige Verfilmung gewann 2021 den Deutschen Fernsehkrimipreis.

Ab 21 Uhr liest Ursula Poznanski aus ihrem Werk „Stille blutet“, in dem eine aufstrebende Nachrichtensprecherin über Nacht berühmt wird, weil sie vor laufender Kamera ihre Ermordung ankündigt – und tatsächlich zwei Stunden später tot ist.

Die drei Lesungen sind einzelne Veranstaltungen und kosten jeweils 12 Euro bzw. 10 Euro ermäßigt. Tickets sind an der Kasse des ZisterzienserMuseums Kloster Walkenried zu den Öffnungszeiten des Museums (dienstags bis sonntags, 10 bis 17 Uhr) sowie an der Abendkasse erhältlich, wenn noch Restkarten verfügbar sind.

Am Veranstaltungsabend werden in den Pausen zwischen den Lesungen Snacks und Getränke vom KlosterCafé angeboten. Weitere Informationen zum Mordsharz-Krimifestival finden Sie unter www.mordsharz-festival.com.

Mordsharz-Krimifestival (Archivfoto 2021 © Christian Dolle)

Tag des offenen Denkmals am 11. September: Sonderführungen und Sonderstempel am Kloster Walkenried!

(von Annette Behnk, ZisterzienserMuseum Kloster Walkenried)

Passend zum diesjährigen Motto „KulturSpur. Ein Fall für den Denkmalschutz“ lädt das ZisterzienserMuseum Kloster Walkenried zu zwei kostenfreien Sonderführungen durch die Ruine der Klosterkirche ein.

Um 12 Uhr und um 15 Uhr sind Besucherinnen und Besucher im einstigen Pionierbau der Gotik „Dem Denkmalschutz auf der Spur“. Im Mittelpunkt stehen dabei die Bedeutung und die wechselhafte Geschichte des Kirchenbaus sowie der Umgang mit dem Baudenkmal im Laufe der Jahrhunderte. Sie erfahren, warum die Klosterkirche zur Ruine wurde, wieso ein Stück Kirche in einem barocken Jagdschloss zu finden ist und wie im 19. Jahrhundert endlich der Wert der „schönen Ruinen“ erkannt wurde.

Die Führungen am 11. September dauern etwa eine Stunde und sind ein kostenfreies Angebot zum Tag des offenen Denkmals. Eine Anmeldung spätestens einen Tag vorher beim Besucherservice ist erforderlich: per Mail unter info@kloster-walkenried.de oder telefonisch unter 05525-95 99 064.

Der Museumseintritt kostet an diesem Tag regulär 7 € bzw. 5 € ermäßigt. Stempelbegeisterte und Wanderfans können sich an dem Wochenende außerdem auf den blauen Sonderstempelkasten der Harzer Klöster freuen! Der Stempelkasten steht exklusiv am 10. und 11. September, jeweils von 10 bis 17 Uhr, am Kloster Walkenried und ist kostenfrei zugänglich.

Tipp für das Wochenende: Einen Ausflug zum Kloster Walkenried mit einer spannenden Führung verknüpfen und gleichzeitig den Sonderstempel des Klosters Walkenried ergattern!

Führung am Tag des offenen Denkmals (© ZisterzienserMuseum Kloster Walkenried, Foto A. Behnk)

Deutsche Übersetzung der Hofmann-Chronik im Kloster Walkenried vorgestellt

Die vom Klosterschüler Johann Heinrich Hofmann im Jahr 1661 in Celle publizierte und seinem Landesherrn (und Administrator des Klosters) Christian Ludwig von Braunschweig-Lüneburg gewidmete Chronik galt nach ihrer Vernichtung in den hannoverschen Bombennächten 1943 als verloren. Lediglich einige Notizen des geschichtlich interessierten Domänenpächters Gustav Schmid aus dem Jahr 1883 hatten sich erhalten. 2002 jedoch stieß Fritz Reinboth vom Walkenrieder Geschichtsverein auf einen Hinweis, wonach sich zumindest eine Teilabschrift der Chronik in der Bibliothek der Martin-Luther-Universität in Halle befinden würde. Bereitwilliges Entgegenkommen der Hallenser ermöglichten dem Geschichtsverein zunächst eine Publikation der lateinischen Originalfassung dessen, was noch verfügbar ist – Hofmann hat von geplanten 10 Bänden nur deren drei fertiggestellt, und von diesen drei Bänden existiert in etwa die Hälfte. So jedenfalls der heutige Stand der Dinge.

Ein Wunsch war es natürlich, die Chronik in die deutsche Sprache zu übertragen und so einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dieser recht schwierigen Aufgabe haben sich der Kölner Altphilologe Karl-Heinz Holtheuer und, dessen Übersetzung um lokale Besonderheiten ergänzend, Fritz Reinboth unterzogen. Das Ergebnis ist eine – um die Schmidschen Fragmente angereicherte – rund 120 Seiten starke Schrift, die als Nummer 53 der Schriftenreihe des Geschichtsvereins im Papierflieger-Verlag Clausthal-Zellerfeld erscheint und heute symbolisch der Museumsleiterin Wendy Eixler als heutiger Hausherrin des Klosters Walkenried übergeben worden ist. Die Schrift ist zum Preis von 10 Euro sowohl im Museumsshop als auch beim Geschichtsverein erhältlich.

Ihr Studium ist, was die Entstehungsgeschichte des Klosters, sein Wachstum und seine 1525 einsetzende Zerstörung betrifft, sehr aufschlussreich und ergänzt die Chroniken von Letzner, Eckstorm und Leuckfeld um einige neue Aspekte. Immerhin war Hofmann ja selber Schüler der damals berühmten Klosterschule und kannte das Kloster im damaligen teilzerstörten Zustand sehr gut. Freilich schreibt Hofmann (der gelegentlich auch als „Hoffmann“ firmiert, so genau nahm man es damals noch nicht) im Stil seiner Zeit, also barock im wahrsten Sinne des Wortes: Weit ausholend, mit recht verschachtelten Sätzen – man muss sich schon etwas konzentrieren. Wer im SMS-Zeitalter groß geworden ist, dem mag allein die einleitende Eloge auf Christian Ludwig als zeitraubend vorkommen. Aber das gehörte damals eben dazu, und ob mancher heutige Smartphone-Dialog gehaltsreicher ist, darüber kann man durchaus philosophieren. Auch geht Hofmann sehr ausführlich auf die vorklösterliche Historie unseres Landstrichs ein, widmet sich unter anderem den vorchristlichen Götzen Crodo und Püsterich, die heute noch in Bad Harzburg und Sondershausen ihr Unwesen treiben. Gleichwohl bietet er uns eine Fülle von Lesestoff zum Kloster – nicht zuletzt auch deswegen, weil er im Unterschied zu anderen Chronisten Zugang zu den Originalurkunden des Klosters hatte.

Schade eigentlich, dass Hofmann nur drei von zehn Büchern fertigstellen konnte. Noch bedauerlicher, dass hiervon wiederum nur gut 50 % überdauert haben. Aber Dank des Engagements des Vereins für Heimatgeschichte sind jedenfalls diese nun dauerhaft der Nachwelt erhalten und bereichern die ja recht umfangreiche Klosterliteratur um ein für jedermann erschwingliches Dokument.

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