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Berichte und Dokumente erinnern an 50 Jahre Vogel- und Naturschutz im Südharz

Die Landschaft rund um den Klosterort Walkenried gilt unter Fachleuten als eine der artenreichsten in ganz Niedersachsen. Besonders die Vielfalt der Vogelwelt ist dank der abwechslungsreichen Laubwälder, der Teiche und Flüsse ist sehr ausgeprägt. Das hat schon immer Menschen in ihren Bann gezogen, die sich in der Folge auch für den Vogel- und Naturschutz im Südharz eingesetzt haben. Schon 1949 engagierte sich Günter Domeyer aus Walkenried im Rahmen einer von ihm begründeten Ortsgruppe der „Vogelwarte Helgoland“ für den Schutz, aber auch die Erforschung der Vogel- und Pflanzenwelt im Südharz. Später setzten er und zahlreiche Mitstreiter diese Tätigkeit im Rahmen des NABU fort.

Joachim Meiner, NABU

Joachim Meiner (†) bei der Beringung junger Uhus am Pontelteich (Foto Sammlung NABU Walkenried)

 

Heute liegt die Arbeit mangels Nachwuchs brach. Günter Domeyer hat sich deswegen aufgemacht, seine Erinnerungen zu Papier gebracht und dies mit vielen Fotos, Zeitungsausschnitten und Korrespondenzen aus fünf Jahrzehnten angereichert. Entstanden ist ein sehr lesenswertes Kompendium, welches viel Stoff zum Nachlesen und Nachdenken liefert. und In besten Zeiten weit über 100 Mitglieder zählend, wurde jahrzehntelang beringt und gezählt, wurden Nistkästen angebracht und bereinigt, Gäste geführt und mehrere Studienfahrten unternommen. Man kann sich der Zeiten erinnern, wo die „Leute von der Vogelwarte“ allsonntäglich um 4 Uhr aufstanden, um Netze anzubringen. Ihnen allen ist hiermit ein Denkmal gesetzt. Mancher wird sich auch noch an die großen Uhu-Volieren im Himmelreich erinnern. Domeyer hat aber auch viele Auseinandersetzungen im Rahmen des Naturschutzes dokumentiert.

Das wird nicht jedem Leser gefallen, aber die teilweise sehr kontrovers geführten Diskussionen um auszubaggernde Teiche, mit Öl aus dem Gipswerk verseuchte Bachläufe, abgeflämmte Wiesen und zerfurchte Wälder sind es wert, festgehalten zu werden, zumal bei aller persönlichen Färbung der Berichte stets auch die jeweilige Gegenseite zu Wort kommt. Denn schließlich ist die so artenreiche Walkenrieder Landschaft nach wie vor durch kommerzielle Interessen stark bedroht, wie das Beispiel des Rösebergs eindrucksvoll belegt. Die Stimme des NABU wird in kommenden Auseinandersetzungen wohl fehlen. Insoweit rüttelt das rund 160 Seiten starke Buch auch auf: Es stellt geradezu eine Aufforderung dar, sich für Walkenrieds Natur einzusetzen. Denn, es sei wiederholt, eine vielfältigere ist in Niedersachsen kaum zu finden.

Das Buch ist beim Papierflieger-Verlag in Clausthal-Zellerfeld erschienen und kann in Walkenried ab sofort zum Preis von 9,50 € bei Susanne Trute (Postagentur) und bei Veras Kiosk erworben werden.

Zur Übernahme und Umbenennung des „Goldenen Löwen“ – ein großer Dank an Familie Fleischhacker

Dieses Ereignis kann man als eingefleischter Walkenrieder nicht unkommentiert lassen:

Fleischhacker Walkenried

Wir bedanken uns an dieser Stelle daher bei Familie Fleischhacker für viele Jahrzehnte bester Bewirtung und wünschen für die Zukunft alles Gute, vor allem Gesundheit. Familie Pracht-Wagner wünschen wir einen guten Start und viel Erfolg. Wir brauchen in Walkenried ein gutes Hotel für unsere Gäste. Dass wir über das Verschwinden des Namens „Zum Goldenen Löwen“ nicht wirklich glücklich sind, sei an dieser Stelle aber auch nicht verschwiegen. Für uns Walkenrieder hat der „Löwe“ eben einen guten Klang und wird ihn auch behalten. Auswärtige Gäste fühlen sich aber möglicherweise von dem Begriff „Kloster“ eher angesprochen.

Kloster-Hotel Walkenried

Hotel Zum Goldenen Löwen

Das Walkenrieder Hotel „Zum Goldenen Löwen“ – gemalt um 1950 von Karl Helbing.