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Wir Walkenrieder

Diese Kategorie enthält 148 Beiträge

Arbeitsreiches Jahr für die „Walkenrieder“

Der Verein „Wir Walkenrieder“ blickt auf ein arbeitsreiches, aber auch erfolgreiches Jahr zurück. Neben einigen Baumfäll- und Rückschnittarbeiten steht 2018 noch die Organisation des Walkenrieder Weihnachtsmarkts auf dem Programm, der erstmals in enger Kooperation mit dem ZisterzienserMuseum Kloster Walkenried gestaltet wird.

Trotz Vernachlässigung durch die große Politik weitermachen

Die jahrzehntelange Vernachlässigung des ländlichen Raumes durch die große Politik hat sich in der Zwischenzeit bis in die Bundesregierung herumgesprochen und zur Einsetzung einer neuen Kommission beim Heimatministerium geführt. Dies sei, so der Vereinsvorsitzende Michael Reinboth, ein Schritt in die richtige Richtung, der allerdings reichlich spät kommt und überdies durch aktives Handeln oder Unterlassen von Maßnahmen anderer Akteure hintertrieben wird. So sei es ein Skandal, dass die Steuergesetze der EU es ermöglichen, dass ein namhaftes Unternehmen in Walkenried zwar die Landschaft massiv beeinträchtigen und die Straßen zerfahren darf, die Steuern aber ganz woanders entrichtet werden. Über diesen Verlust helfe auch erhöhtes Sponsoring nicht hinweg. Und 40 Jahre Zonenrand plus 25 Jahre negatives Fördergefälle hinterlassen tiefe Spuren. Reinboth nennt ein weiteres Beispiel aus der Nachbarschaft: Anstatt das Finanzamt Herzberg durch Verlagerung von Aufgaben aus Großstädten zu stärken, wie es zum Beispiel Bayern im Falle von Kronach vorgemacht hat, wird dieses Amt nun mit Northeim zusammengelegt – und dieses Signal sendet dieselbe Landesregierung aus, die ansonsten ständig von der Verbesserung der Lage im ländlichen Raum redet. Diese Punkte müsse man, wenn die Mahner und Besserwisser aus Göttingen oder Hannover auftreten, auch immer wieder ansprechen, jedoch zugleich den Blick nach vorne richten und selbst etwas zur Verbesserung der Lage tun. „Wie weiland Münchhausen müssen wir uns ein Stück weit am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen, in den uns andere hineingetunkt haben.“

Schutzhütte, Priorteich, Spielplatz, Wanderwege, Klostermarkt

Reinboth nennt einige der 2018 bereits abgeschlossenen Arbeiten. Im Frühjahr wurden die Geräte auf dem Spielplatz Geiersberg gereinigt, repariert und mit neuem Schutzanstrich versehen. Inzwischen hat die Gemeinde auch die neue Nestschaukel montiert und unter allen Geräten neuen Aufprallschutz angebracht. Jetzt fehle noch der wegen erheblicher Schäden entfernte, aber sehr beliebte Drehteller. Im kommenden Jahr wird man sich hier wieder einbringen, denn dieser einzige Walkenrieder Spielplatz soll weiter ein beliebter Treffpunkt für Kinder und Eltern bleiben. Es folgte der Aufbau der „Günter-Domeyer-Hütte“ am Itelteich. Diese wird inzwischen unter anderem von Wanderern auf dem Karstwanderweg gern angenommen. Im Sommer wurden Bäume und Sträucher entlang mehrerer Wanderwege behutsam zurückgeschnitten, so unter anderem am Weg zur Sachsenburg. Mehrere Dutzend Harzklub-Schilder wurden erneuert oder gereinigt. Der Walkenried-Flyer wurde neu aufgelegt und wird inzwischen auch über die Tourist-Information in Bad Sachsa verteilt.

Günters Ruh

Im September standen zwei große Themen auf der Agenda. Der niedrige Wasserstand des Priorteichs wurde genutzt, um die Uferzone in Ordnung zu bringen und den Sand zu ergänzen. Die Kosten dieser Maßnahme trägt vollständig der Verein. Sie wurde von den Besuchern von Teich und Kiosk außerordentlich dankbar aufgenommen. Leider beeinträchtigen drei Gruppen den Erfolg immer wieder: Zum einen Vandalen, die sich den Kiosk als Ziel wählen, zum zweiten Hundebesitzer, die gedankenlos ihre Lieblinge auf der Liegewiese ihre Geschäfte erledigen lassen und zum dritten Leute, die gern Schwäne füttern und diese in Scharen anlocken, wo sie nicht hingehören. „Der Priorteich gehört zu unseren Tourismus in mindestens der gleichen Weise wie Loipen am Kaiserweg. Deswegen muss er gehegt und gepflegt werden.“

Uferzone

Zum „normalen“ Programm bei Auf- und Abbau des Klostermarktes gesellte sich in diesem Jahr der Anstrich von 75 % der Buden bzw. Budenteile, eine Maßnahme, an der sich neben anderen erfreulich viele junge Leute aus dem Ort beteiligt haben. In diesem Zusammenhang erwähnt Reinboth die sehr gute Organisation der Arbeiten durch Achim Schridde und die Bereitstellung von Radladern durch die Gemeinde und die Kutzhütte, die sich auch an der Finanzierung der Malerarbeiten beteiligt hat. Auch andere Sponsoren trugen dazu bei, dass die Kosten für die Farbe gestemmt werden konnten.

Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde und anderen Vereinen und Gruppen im Ort sei in allen Punkten gut und reibungslos. „In einer Gemeinde, die finanziell mit dem Rücken zur Wand steht, geht das auch nicht anders.“ Und ohne die Mitwirkung zahlreicher Walkenriederinnen und Walkenrieder, die sich auch in fortgeschrittenem Alter für ihre Heimat in die Bresche werfen, würden die Arbeiten auch nicht in dem Umfang geleistet werden können, wie es aktuell der Fall ist.

Weihnachtsmarkt zusammen mit dem ZisterzienserMuseum

Neben der Wiederherrichtung der Sichtachsen vom Eckstormweg zur Klosterruine, einer vom ZisterzienserMuseum gewünschten, mit dem Bode-Zorge-Verband abgestimmten und für Oktober eingeplanten Maßnahme, und der Beschilderung des wieder aufgebauten Kutschwegs nach Branderode steht noch die Organisation und Durchführung des Weihnachtsmarkts auf dem Programm. Hier kommt es erstmals zu einer Zusammenarbeit mit dem ZisterzienserMuseum. Hierüber freut Reinboth sich besonders, denn durch die gegenseitige Unterstützung wird der Markt noch attraktiver, so wie umgekehrt viele Marktbesucher auch Gelegenheit haben, das Kloster und die Museumsräume aufzusuchen. Details sind noch in Abstimmung. Durch eine erweiterte Werbekampagne können in diesem Jahr zudem auch weitere Besuchergruppen angesprochen werden. Für den Klostervorplatz liegen aktuell rund 20 Anmeldungen für Buden vor. „Wir haben noch Platz und auch noch Buden in Reserve, so dass wir bis zu 25 Stände anbieten können“ erklärt Reinboth, der gern zusätzliche Anmeldungen entgegennimmt. Der Weihnachtsmarkt habe sich, wenn auch in bescheidenerem Rahmen als der Klostermarkt, zu einem winterlichen Aushängeschild des Klosterortes entwickelt. Deswegen soll auch er im Rahmen des Möglichen weiterentwickelt werden.

Weihnachtsmarkt 2015

Auf anderen Feldern erfolgreich unterwegs

Mitglieder des Vereins engagieren sich auch auf anderen Feldern für ihren Ort. Durchaus nicht ohne Erfolg: Nach jahrelangem Drängen soll ab 9.12. der 5-Uhr-Frühzug nach Göttingen mit Anschlüssen nach Osterode, Braunschweig und Hannover rollen, und seit Anfang Juni ist ein erheblich erweiterter Busfahrplan in Kraft, der Walkenriedern und Gästen vielfältige Ausflugsmöglichkeiten in den Oberharz eröffnet. Und die vom Verein eingebrachten Vorschläge zum Unterkloster haben inzwischen Eingang in den Entwurf des Dorfentwicklungsplans gefunden und stehen in der Prioritätenliste ganz oben.

„Walkenried muss ein Ort bleiben, in dem man gern wohnt oder den man gern aufsucht. Hierzu beizutragen, sehen wir als ein wichtiges Ziel unseres Vereins an und wollen in diesem Sinne auch weitermachen. Es muss aber endlich gelingen, den ländlichen Raum und seine Probleme mehr in den Fokus der Politik zu rücken, die nötige Infrastruktur zu erhalten und entsprechende Fördermaßnahmen zu generieren.“

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Vier Termine des Walkenrieder Geschichtsvereins im Herbst 2018

Auch am Jahresende hat der Geschichtsverein noch einiges zu bieten. Nachfolgend soll auf vier besondere Highlights hingewiesen werden.

Samstag, den 20.10.2018, 14.00 Uhr, ehemaliger Bahnhof Tettenborn
Michael Reinboth

Auf den Spuren des ehemaligen Bahnhofs Tettenborn

Das Jubiläum der Südharzstrecke Northeim – Nordhausen zieht mehrere Veranstaltungen nach sich. Neben Vorträgen (siehe unten) wird es auch diverse kleine Exkursionen geben, zu denen bitte Fahrgemeinschaften gebildet werden (ggf. Anruf bei mir). Am 20.10. geht es zum ehemaligen Bahnhof Tettenborn, der eine interessante Geschichte aufzuweisen hat: Erst „Tettenborn-Sachsa“, dann nur noch „Tettenborn“, aber mit großem Hinterland, vielen Gleisen und etlichen Verladern, nach 1945 Niedergang auch infolge des Verlustes des Hinterlandes. 1944/45 Umschlagbahnhof für die Feldbahn zum Bau der Helmetalbahn durch die SS-Baubrigaden. Vieles ist nur mehr archäologisch aufspürbar, aber anhand alter Gleispläne noch auszumachen. Kurze Spaziergänge im Gelände sind vorgesehen, aber auf befestigten Wegen.

Mittwoch, den 24.10.2018, 15.00 Uhr, Gemeindebücherei Walkenried
Fritz Reinboth

Aus der Vorgeschichte von Wieda: Spuren der ältesten Kupferhütten den Klosters Walkenried

Es geht um die in der heutigen Ortslage von Wieda nachweisbaren Schlackenhalden. Mit den urkundlich für Walkenried belegten „Hütten im Harzwald” können nur diese Hüttenplätze gemeint sein. Sie sind viel älter als die vielzitierten am Pandelbach, die urkundlich gar nicht erfasst sind. Der Name Wieda (Wald) erscheint erst später, für ein Jubiläum könnte man die erste Erwähnung dieser Hütten genauso gut heranziehen!  Sie lagen bzw. liegen an der ehemaligen Wiedaer Sägemühle im Steigertal, bei der späteren Wiedaer Hütte, am Kastental, an der ehemaligen Zainhütte unterhalb der neueren Schule, im Eulental und im Bereich der Papiersackfabrik. Von Schlackenhalden ist kaum noch etwas zu sehen, aber die alten Aufschlaggräben für die Blasebälge wurden z.T. später für die Eisenverhüttung wieder hergerichtet und sind noch verfolgbar. Vieles ist allerdings der neueren Entwicklung zum Opfer gefallen. Auf die jüngeren Hüttenplätze am Brunnenbach soll abschließend kurz eingegangen werden. Alle diese Hütten verarbeiteten Rammelsberger Erz. Ein Aufsatz zu den Wiedaer Hütten soll im Oktoberheft von Unser Harz erscheinen. Darin ist das gleiche Thema (ohne Brunnenbach) behandelt. Als Belege dienen alte Karten, auf denen die meisten Kupferschlackenhalden noch vermerkt sind, sowie ältere Literaturstellen (z.B. Stübner).

Mittwoch, den 28.11.2018, 15.00 Uhr, Gemeindebücherei Walkenried
Michael Reinboth

Die Geschichte der Südharzstrecke Northeim – Nordhausen anhand alter Fahrpläne betrachtet

Fahrpläne sind keineswegs langweilig. Heute sowieso nicht, weil sie kaum eingehalten werden… Aber Spaß beiseite: Anhand von Fahrplänen aus den Jahren 1894 bis 2019 lässt sich sehr viel über die Entwicklung der Südharzstrecke in Erfahrung bringen – immer im Kontext zur allgemeinen politischen und wirtschaftlichen Lage. Was fuhr hier früher? Und wohin? Warum fuhren in bestimmten Jahren viele, in anderen Jahren weniger Züge? Was war eigentlich 1945 oder 1946 hier los? Warum finden sich 1953 Fahrplantabellen für grenzüberschreitende Züge, die nie gefahren sind? Dies und ähnliches steht zur Debatte. Auch ein Seitenblick auf den früher umfangreichen Güterverkehr wird unternommen.

Mittwoch, den 30.01.2019, 15.00 Uhr, Gemeindebücherei Walkenried
Friedemann Schwarz

Eine Wanderung entlang der alten Grenze zwischen Hohegeiß und Walkenried

Unser Schriftführer hat den „Harzer Grenzweg“ unter die Füße genommen. Was ihm da links und rechts des Abschnitts von Hohegeiß bis Walkenried so alles aufgefallen ist, hat er fotografiert und erforscht. Und da gibt es eine Menge zu entdecken: Verlassene Sanatorien, alte Grenzsteine, Bergbaurelikte und vieles mehr. Freuen Sie sich auf einen wie immer abwechslungsreichen und zum Nachahmen anregenden Vortrag!

Gipsmuseum

Das Archiv für Heimatgeschichte, die ortsgeschichtliche Sammlung Walkenried sowie die Bücherei befinden sich im Gebäude der ehemaligen Walkenrieder Grundschule am Geiersberg.

Feinste Harzer Spezialitäten

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