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Wir Walkenrieder

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Ein Nachtrag zum Klostervorplatz – und ein neues Geländer am Hirseteich

Von der kräftezehrenden Kehraktion auf dem Klostervorplatz haben wir schon berichtet. Im Nachgang erreichte uns noch das nachfolgende Foto von Wolfgang Probst, auf dem er als Fotograf und der zu diesem Zeitpunkt schon samt kaputtem Besen verschwundene Vorsitzende fehlen.

Kehraktion

Die „Kehrbrigade“ ist noch in vollem Einsatz. Die Berge des letztlich bis auf geringe Reste verschwundenen Sandes zeigen eindrücklich, wie groß die Lücken zwischen den Pflastersteinen schon waren.

 

Von den sieben „Arbeiterdenkmälern“ zu einem anderen vollbrachten Werk. Mit den Landesforsten hatten wir uns abgestimmt, welche Geländer in den Walkenrieder Wäldern noch erforderlich sind und folglich renoviert oder erneuert werden müssen und welche nicht. Zu den zu erhaltenden zählen die auf der Sachsenburg (erneuert), auf dem vorderen Höllstein (erneuert), an der Sachseneiche (harrt noch der Erledigung) und auf den Itelklippen (wurde in Teilen stabilisiert, muss aber noch ersetzt werden) – und das Geländer am Überlauf des Hirseteichs auf dem Weg zum Priorteich. Zwar gähnen hier keine Abgründe, aber der Weg wird viel begangen bzw. mit Fahrrädern befahren und ist insoweit verkehrssicher zu erhalten. Das relativ kurze Geländer auf der vom Ort aus gesehen rechten Seite des Weges war abgängig und wurde nun von Jens Müller, Ingo Langer, Wolfgang Wölke, Hermann Tischner und Dietmar Langer vollständig durch ein neues ersetzt. Holz und Einschlaghülsen stellten und stellen die Landesforsten zur Verfügung. Auch hier bewährt sich die Zusammenarbeit zwischen dem Dorfverein und den zuständigen Einrichtungen seit Jahren gut.

Das Geländer auf den Itelklippen zu erneuern, stellt eine kleine logistische Herausforderung dar, weil das Holz und die Hülsen sowie das Werkzeug dorthin nicht oder nur auf Umwegen bzw. mit Fußmärschen gebracht werden können. 2021 soll aber auch dieses Geländer komplett ersetzt werden.

Das kurze neue Geländer bewahrt Fußgänger und Radler vor einem kleinen Bad im Hirseteich.

 

Ein Dankeschön an die Ausführenden!

Neue Geräte bereichern den Geiersberg-Spielplatz

„Nur gemeinsam können wir unseren Klosterort voranbringen. Wenn sich viele Menschen und Organisationen mit dem einbringen, was sie können, haben wir eine ganze Menge Möglichkeiten.“

Michael Reinboth, Vorsitzender der „Wir Walkenrieder“, wiederholt diesen Satz gern. Jüngst ging es um die Friedhofskapelle, nun geht es um den Spielplatz auf dem Geiersberg. Seine attraktivere Gestaltung gehört seit einigen Jahren zum Programm der „Walkenrieder“. Nach vielen Jahren Nutzung mussten einige Geräte demontiert werden, dem Platz drohte etwas Langeweile. Dem hat die Gemeinde mit der Aufstellung der Nestschaukel und des Kreisels bereits abgeholfen, nachdem Mitglieder des Vereins und Freunde des Spielplatzes die Holzgeräte neu gestrichen hatten.

Vor wenigen Tagen konnte der Einbau von zwei weiteren Geräten abgeschlossen werden. Die neue „Wackelbrücke“ wurde von den „Walkenriedern“ aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden finanziert und vom Bauhof der Gemeinde fachgerecht aufgebaut – mit Sand drumherum, damit bei einem „Absturz“ nichts passiert. Die Brücke kommt von der Firma Sport-Thieme und besitzt alle erforderlichen Zertifikate. „Wir bedanken uns beim Bauhof für den Aufbau“ sagt Reinboth und schließt in diesen Dank auch den Spender des zweiten Gerätes ein. Tobias Miessalla hat sein zweites Meisterstück, einen herrlichen Sandbagger, für den Spielplatz gespendet. Der Bagger ist in der Tat ein wunderbares Spielzeug und ist so stabil gebaut, dass er auch baggernde Väter aushalten wird, die ihren Sprösslingen die Funktionsweise zunächst einmal erläutern müssen. Hoffentlich kommen sie auch wieder vom Sitz herunter und überlassen den Kindern das Arbeiten. Noch besser wird es, wenn zum Spielen in der Sandkiste gleich noch ein paar größere Lkw mitgebracht werden, denn man muss den Sand ja auch irgendwo transportieren können… Er sollte am Ende aber immer in der Kiste bleiben.

Der Bauhof zeichnet auch hier für den fachgerechten Einbau verantwortlich. Achim Schridde war dabei und berichtet: „Wir haben drumherum auch gleich noch alles geharkt und saubergemacht.“

Das sieht man der Kiste auch an – piccobello. Wobei der nächste Herbststurm natürlich wieder Blätter und Zweige hereinwehen wird. So lange es bei solchen Einträgen bleibt, ist ja auch alles in Ordnung…

So ist der Spielplatz im Zusammenwirken von Spendern und Bauhof erneut bereichert worden. Es sind inzwischen wieder 11 Spielmöglichkeiten vorhanden, Klettergerüste, Schaukeln, Rutsche und Seilbahn kommen ja noch dazu. Rechnet man Bolzplatz und Basketballfeld noch hinzu, kommt man auf 13, und da das eine schlechte Zahl ist, muss man schon über ein weiteres Gerät nachdenken.

„Wir hoffen, dass viele Kinder den Weg auf den Geiersberg finden. Der Platz ist, fernab von befahrenen Straßen, aber doch unter sozialer Kontrolle, optimal und bietet im Sommer dank einiger Bäume auch schattige Ecken. Wenn es nun noch gelingt, den Geiersberg auch ansonsten wieder attraktiver zu machen, haben wir wirklich etwas geschafft.“

Die „Walkenrieder“ haben sich noch einiges vorgenommen

„Corona bremst auch uns etwas aus, weil größere Arbeiten, bei denen das Einhalten der Abstände nicht immer funktioniert, nicht oder eben nur mit wenigen Leuten durchgeführt werden können. Dennoch haben wir uns einiges vorgenommen.“ Michael Reinboth und alle Aktiven vom Verein „Wir Walkenrieder“ gehen optimistisch in die nächsten Wochen und Monate. „Die Einrichtung der Tourist-Information im Herrenhaus und der derzeitige Boom, den Walkenried bei Tagesgästen und Urlaubern erfährt, sind für uns Ansporn, noch mehr für unseren Klosterort zu tun.“

Er hofft, dass auch die Verwaltung von der Begeisterung anstecken lässt – und zum Beispiel endlich am Klosterparkplatz mehr Mülleimer aufstellt und diese auch häufiger leert, damit dieses Ärgernis im ansonsten intakten Umfeld von Kloster und Herrenhaus beseitigt wird…

Ehrung für den Schöpfer der neuen Bänke

Nach der Arbeit ist bei den „Walkenriedern“ zwar vor der Arbeit. Aber gelegentlich muss doch einmal innegehalten werden. Am gestrigen Dienstag trafen sich Vorstand und Beirat, um mit dem nötigen Abstand, aber doch nicht minder herzlich, mit Ortsbürgermeister Claus Eggert den Schöpfer des aktuellen Bankprogramms zu ehren, indem ihm selbst eine Bank gewidmet wurde – noch dazu an einem Ort, den er ganz gern aufsucht.

Claus Eggert

Und so konnte er die abendlichen Sonnenstrahlen auf der Bank an der Thiele-Köte im Himmelreich genießen. „Es schmerzt uns sehr, dass Claus nun ein Schmerl wird, für einen Walkenrieder gewiss kein wirklicher Karriereschritt. Aber wir hoffen, dass er uns treu bleibt und vor allem noch ein paar Bänke herstellt, denn die Wunschliste ist noch nicht abgearbeitet.“ Das, so Michael Reinboth, hat er gestern auch versprochen.

Gesprochen wurde aber auch über das Programm der nächsten Wochen und Monate bis hinein in das Jahr 2021. Und da gibt es durchaus noch einiges zu tun:

  1. Schon am kommenden Dienstag (4.8.) wird ab 18 Uhr im Bürgerpark dem Blumenbeet rund um den Brunnen zu Leibe gerückt. Hier wächst das dort nicht erwünschte Kraut wie die Vogelmiere inzwischen höher und höher. „Eigentlich lautete die Absprache: Wir Walkenrieder lassen nach Ende der Bauarbeiten pflanzen, die Gemeinde Walkenried gießt und pflegt. Teil 2 der Absprache wurde und wird nicht eingehalten – ist so ähnlich wie beim Mülleimer am Klosterparkplatz. Aber was will man machen? Die Leute gehen vorbei und schütteln die Köpfe. Das fällt auf unseren Ort zurück, und deswegen werden wir dort erneut tätig – zähneknirschend.“
  2. Auf Wunsch und gesponsert von Hubertus Hoffmann, einem ehemaligen Walkenrieder, werden drei weitere Bänke auf dem Weg vom Himmelreich zur KZ-Gedenkstätte Ellrich-Juliushütte aufgebaut werden. Nicht in der Gedenkstätte, für deren Gestaltung andere zuständig zu sein reklamieren, wohl aber dort, wo sich einst die Siedlung Juliushütte befand. „Damit schließen wir auch eine Lücke, denn vom Ellrichblick bis nach Ellrich hinein gibt es keine weiteren Sitzmöglichkeiten am Kaiserweg und auch nicht am Karstwanderweg.“
  3. Der Steg über den Überlauf des Andreasteichs parallel zur Straße nach Neuhof ist marode. Hier werden die „Walkenrieder“ den Belag erneuern, damit dieser Zugang zum Höllstein weiter sicher begehbar bleibt.
  4. Ebenfalls marode ist „Kurtis Brücke“ an der oberen Breitenbach. Auch sie muss erneuert werden, in diesem Fall komplett. Hierfür müssen noch Holz und Spenden eingeworben werden.
  5. Der Ausfall von Kloster- und Weihnachtsmarkt ist schmerzlich, die Zeit soll aber genutzt werden, um den Sand im Pflaster des Vorplatzes zu erneuern bzw. wieder aufzufüllen. „Das ist eine große Kehraktion, bei der wir aber Abstand halten können.“ Die Beschaffung des Sandes obliegt der Gemeinde Walkenried – eigentlich auch die anschließende Arbeit, aber siehe oben, es muss eben auch gemacht werden.
  6. An der Streuobstwiese beim Klosterparkplatz wird eine der Sitzgruppen durch eine überdachte Sitzgruppe a la „Günters Ruh“ im Himmelreich ersetzt werden, unauffällig nahe der Wieda platziert. „Wir kommen da einem häufig geäußerten Wunsch von Klosterbesuchern und Wanderern nach, die dort gern sitzen, aber sich auch etwas Schatten wünschen. Die beiden heutigen Sitzgruppen werden stark frequentiert, wodurch eben auch das Müllproblem entsteht – siehe oben.“

Bei weiteren Themen, so Michael Reinboth, sei man mit im Geschäft: Lautsprecheranlage in der Friedhofskapelle Walkenried, Umbau des Bahnhofs Walkenried (hier geht es um die Barrierefreiheit und vor allem um den Erhalt der heute kurzen Wege zwischen Zug und Bus), Pflege der Wanderwege und Grünflächen, weitere Auflage des Wanderflyers („der wird aktuell drei Mal in der Woche nachgefüllt – so einen Verbrauch hatten wir noch nie“), Beschaffung eines weiteren Spielgerätes für den Kinderspielplatz Geiersberg („ist schon lange bestellt – die Lieferfristen sind unverständlich lang, angeblich wegen Corona“). Andere Punkte beobachte man, so Reinboth, sehr genau: Was wird aus dem Torbogen? Wie geht es am Priorteich weiter?

Jens Müller tritt die Nachfolge von Dietmar Langer an

Fazit: Die Arbeit geht nicht aus. „Gottseidank aber auch die Leute nicht. Ich freue mich sehr, dass wir für Dietmar Langer, der im kommenden Jahr kürzertreten will, einen Nachfolger für die Pflege der Wanderwege gefunden haben. Einen sehr jungen noch dazu: Jens Müller aus der Walkenried in so vielen Punkten verbundenen Müller-Dynastie aus dem Hopfenheller wird das übernehmen.“

Für den Walkenrieder Torbogen ist es fünf vor Zwölf – Gemeinde verharrt in Untätigkeit

Neben der Ruine der Klosterkirche und den Gebäuden der Klausur ist es vor allem das obere Klostertor, in Walkenried gemeinhin „der Torbogen“, welcher das Bild des Unterklosters bestimmt, den Eintritt in die Klosterwelt markiert und zusammen mit der Klostermauer unverzichtbarer Bestandteil nicht nur unseres Ortsbildes ist, sondern auch einen Anziehungspunkt für Besucher darstellt, die eine Runde rund um das Kloster drehen.

Um diesen Torbogen sieht es, auch wenn rein äußerlich auch Dank der Bemühungen der „Walkenrieder“ und des Einsatzes von Familie Krüger alles in Ordnung zu sein scheint, nicht gut aus. Um es klipp und klar auszudrücken: Für den Torbogen läuft die Uhr. Findet sich nicht alsbald eine neue Nutzung für das seit Jahrzehnten leerstehende Gebäude, wird es verfallen, da der heutige Eigentümer, die Gemeinde Walkenried, weder willens noch in der Lage ist, etwas für dieses in der UNESCO-Welterbeliste eingetragene Bauwerk zu tun. Auch dem Walkenrieder Rat geht ganz offenbar jedes Verständnis für die Schlüsselrolle des Bauwerks ab, und ganz offensichtlich sind die Ratsmitglieder auch nicht über seinen Zustand informiert. Sonst würde er handeln und der trägen Verwaltung der Gemeinde Walkenried Beine machen, damit endlich etwas geschieht. Und so werden dringend notwendige Entscheidungen weiter verschoben, wovon das Bauwerk allerdings nicht besser wird.

Michael Reinboth vom Verein „Wir Walkenrieder“ ist alarmiert. „Findet sich nicht alsbald ein Investor, der im Benehmen mit dem Denkmalschutz etwas aus dem Torbogen macht, ist es zu spät. Anstatt sich ständig neue Fusionsmodelle auszudenken, sollten Rat und Verwaltung lieber ihre Hausaufgaben hier am Ort erledigen. Hierzu zählt die Lösung für den Torbogen. Aber wie immer hier im Ort: Es wird ohne wirkliche Ahnung von den Dingen geredet und kein Problem gelöst. Es wird von Fusionen schwadroniert, aber tatsächliche Anliegen werden einfach ignoriert.“

Von dieser Art Lokalpolitik hätten die Bürger die Nase voll, so Reinboth. „Rat und Verwaltung sollten sich zunächst mal um die dringenden – und lösbaren! – Aufgaben am Ort kümmern, bevor sie sich in Göttingen über das nächste Fusionsmodell beraten lassen. Das höre ich bei Gesprächen im Ort immer wieder. Und immer öfter.“ Er nennt neben dem Torbogen noch: Zukunft des Geiersbergs, der lustlose Umgang in der Kioskfrage, Zukunft des Priorteichs, Zukunft der ärztlichen Versorgung, der lasche Umgang mit den Kollateralschäden aus der Dauerbaustelle Bahnhof/Harzstraße, Umgang mit dem Freizeitzentrum, Einrichtung des Klosterpfads. „Das sind nur einige Themen. Es gibt weitere. Überall könnte man anpacken, aber da müsste man konkret werden, arbeiten und Farbe bekennen. Reden wir lieber über Fusionen: Da weiß jeder etwas zu sagen, und nachprüfbar ist es dann nicht. Stammtisch statt konkreter Arbeit. Wir erwarten aber Entscheidungen im hier und jetzt.“

Wer einmal, so Reinboth weiter, im Obergeschoss des Torbogens herumgekrochen ist, weiß um die prekäre Situation und um den enormen Aufwand, der erforderlich ist, um aus dem Torbogen wieder etwas Sinnvolles zu machen. „Unsere Mitglieder kennen das, weil sie Blumenkästen aufhängen und wieder abhängen, und das auf allen Vieren, weil Fenster und Fußboden nicht zusammenpassen. Aber welcher Ratsherr und welche Ratsfrau, die von beim Verkauf herauszuholenden Geldern träumen, hat sich die Sache vor Ort schon einmal angesehen? Dann wäre er oder sie froh, wenn es einen Investor gäbe, der das Bauwerk nimmt, und würde Träume von großen Summen für den Gemeindehaushalt schnell begraben.“

Nach Reinboths Auffassung muss man einem ernsthaften und seriösen Investor dankbar sein, wenn er den Torbogen kauft und so umbaut, dass auch der Denkmalsschutz mitgehen kann. „Diesen Blickfang weiter vor sich hin gammeln zu lassen, mag aus Wiedaer oder Zorger Sicht noch durchgehen. Wir hier in Walkenried sollten uns so etwas nicht bieten lassen – weder von der Verwaltung noch vom Rat.“

Walkenrieder Torbogen

Der Zustand unseres Geiersbergs ruft nach Abhilfe

„Wenn man genauer hinsieht, merkt man erst, wie schlimm es ist.“ – dieser Satz fiel, als wir kürzlich eine Begehung des Geiersbergs durchführten, um uns ein Bild von der Lage zu verschaffen und, natürlich, auch über mögliche Schritte zu einer Verbesserung zu diskutieren.

Wir, das waren nur Mitglieder unseres Vereins – leider hatte die Verwaltung der Gemeinde kurzfristig abgesagt. Das soll hier allerdings ebenso wenig kommentiert werden wie das Ergebnis der jüngsten Schneide- und Fällaktionen dort oben, das nach Ansicht vieler, aber nicht aller, als reichlich missglückt bezeichnet werden muss. Vielmehr gilt es, den Blick nach vorn zu richten. Vor allem aber, das steht ganz sicher fest:

Wir, die Bürgerinnen und Bürger des Klosterorts, müssen das Schicksal unseres „Hausbergs“ selbst in die Hände nehmen. Auf Dritte, zum Beispiel in Gestalt der Gemeinde als Beschafferin von Fördergeld, sollten wir nicht bauen. Das wird nichts.

Geiersberg: Das war eine Gemeinschaftsleistung eines ganzen Dorfes

Das, was dort oben mir nichts, dir nichts zerschnippelt wurde, und das, was mangels Engagement schlicht vor sich hin dämmert, ist nicht irgendeine, aus anonymer Quelle gespeiste Gestaltung. Nein: Nach dem großen Sturm im Herbst 1972 haben damals die Walkenriederinnen und Walkenrieder in hellen Scharen Wochenende für Wochenende gearbeitet, um die entstandene Wüste wieder urbar zu machen. Tausende von Stunden freiwilliger Leistung für das Dorf, in dem man lebte – und in vielen Fällen noch lebt – sind damals aufgebracht worden. Auch wenn die späteren Anpflanzungen natürlich mit Drittmitteln bezahlt wurden, so ist der Grund für den landläufig „Kurpark“ genannten Hügel damals durch die Bürgerinnen und Bürger des Ortes gelegt worden. Ihr Erbe wird gerade verschleudert – von Leuten, die es mangels Verwurzelung im Ort nicht besser wissen können. Kein Vorwurf. Aber ein Blick in alte Akten und Unterlagen hätte sie belehrt, um was es hier geht: Um den Erhalt einer gemeinschaftlich geschaffenen Anlage.

Einige von uns waren damals schon mit dabei und haben gerodet, gesägt, Baumstümpfe geschleppt, weil ein Ziel da war: Der Ort sollte durch einen „Waldpark“ an Attraktivität gewinnen, für die Gäste sollten Einrichtungen zum Zeitvertreib und zum Feiern geschaffen werden. Die damaligen „politischen Führer“ des Ortes standen ohne wenn und aber dahinter, griffen auch mit zu. Heute erstickt die Fusionsdebatte offenbar jedwedes Engagement. Gut, die Zeiten sind andere geworden, mit Peitschenknallen und ähnlichem Brauchtum lockt man heute kaum noch Besucher, und der Eilzug aus Oberhausen, der Woche für Woche die Leute von der Ruhrkohle auslud, fährt auch nicht mehr. Aber deswegen muss unser Geiersberg nun wirklich nicht verkommen.

Geiersberg: Es wird von Jahr zu Jahr schlechter

Momentaufnahme: Ja, es wird gemäht, jedenfalls abschnittsweise. Mehr aber auch nicht. Der Kiosk: Leerstand und langsames Vergammeln (man könnte auch sagen: Vernichtung öffentlicher Werte), weil sich unter den obwaltenden Bedingungen kein Pächter findet. Die Gemeinde will Pacht – welch weltfremde Einstellung. Der oder die da oben waltet, erhält eine Einrichtung der Kommune am Leben und müsste dafür noch etwas bekommen. Die Minigolfanlage: Verwaist, demontiert, einige Platten kaputt (Auch sie: Einst mit öffentlichen Mitteln beschafft). Der Hochbehälter: Seit Jahren statt eines (zerstörten) Geländers ein lieblos hingestellter Bauzaun, der schon von weitem kündet: Wir haben kein Interesse, es hier schön zu machen. Die zum Teil seltenen Bäume und Büsche: Nicht erkennbar, um was es sich handelt, schon gar nicht für Laien: Also weg. Die Lampen: Über drei von ihnen sind Müllsäcke gestülpt – eine Ersatzlampe wäre vermutlich für 30 € zu bekommen. Der Grillplatz: Dringend reparaturbedürftig. Und so weiter. Auf dem Geiersberg macht sich das berühmte „broken windows“-Syndrom breit – ist erst einmal eine Scheibe eingeschmissen und es passiert nichts, geht es nachher immer schneller bergab.

Aber: Viele intakte Bänke, immer noch herrlicher Rundblick, viel Platz zum Toben und Spielen, ein herrlicher Spielplatz gleich nebenan. Wer dort oben steht und auf den Harz schaut, hat noch immer einen großen Teil des Gebirges vor Augen, auch wenn da die kahlen Stellen und toten Flächen nun auch nicht mehr zu übersehen sind.

Geiersberg: Die Bürger müssen ein zweites Mal ran

Wir müssen etwas tun. Dabei ist klar: So wie früher wird es nicht mehr werden und kann es auch nicht. Geld zum Unterhalt größerer Flächen fehlt, man muss Einschränkungen vornehmen. Aber durch Nichtstun ist noch nie etwas besser geworden. Also müssen Ideen her:

  • Eine Streuobstwiese am Südhang – schließlich hatten wir da mal eine Obstplantage
  • Ein Baumlehrpfad – da oben stehen einige bemerkenswerte Exemplare
  • Die Anpflanzung von Gehölzen, die Hitze und Trockenheit gut vertragen – Motto: Der Geiersberg hält dem Klimawandel stand
  • Wieder Betrieb im Kiosk und beim Minigolf – wie bekommt man das hin?
  • Ein Aussichtspunkt auf dem Hochbehälter – Bäume dürfen da angeblich nicht hin, aber die jetzige Brombeerhecken-Ödnis kann es auch nicht sein
  • Welche Flächen können dann für Sport und Freizeit zur Verfügung gestellt werden?

Und so weiter. Da gibt es sicher noch mehr. Aber: Es muss möglichst ohne öffentliche Drittmittel umsetzbar sein. Die zu erlangen, setzt Know-how, viel Engagement und viel Zeit voraus… Sponsoren sind natürlich willkommen, warum nicht? Aber sie sollten keine Bedingungen stellen.

Bürgerbegehung für den Herbst geplant

Wir wollen mittels einer Bürgerbegehung, eines massenhaften Spaziergangs sozusagen mit anschließender „Kundgebung“ auf unseren Berg aufmerksam machen, Interesse wecken und Anschub für künftige Aktionen geben. Das geht jetzt aber nicht. Ja, wenn wir Verschwörungstheoretiker wären, dann dürften wir zu Tausenden dicht gedrängt ohne Mundschutz den Berg bevölkern, aber als harmlose Bürger rücken uns gewiss die Vertreter der Ordnungsmacht auf die Pelle. Zu Recht übrigens. Wir wollen ja nicht gesund auf den Berg steigen und krank wieder herunterkommen. Mit 10 qm pro Teilnehmer wird das auch nichts. Also müssen wir uns gedulden. Bis Ende August sind größere Versammlungen auch unter freiem Himmel noch untersagt. Das wäre zu beobachten. Ziel: Anfang September schreiten wir zur Tat, laden ein, werfen den bis dahin hoffentlich noch funktionsfähigen Grill an und beschließen Aktivitäten für unseren Geiersberg.

Bis dahin sind Sie herzlich eingeladen, sich mittels Spaziergang in kleinen Gruppen selbst ein Bild zu machen. Vielleicht haben Sie ja Ideen. Die können Sie bei Jürgen Domeyer loswerden. Er hat die Patenschaft für den Berg für unseren Verein übernommen und nimmt sie gern entgegen. Telefon: (05525 1265, mobil 0175 6562291, Mail juergendomeyer@web.de.

Ich, nein wir, die wir da oben herumgestromert sind, würden uns sehr freuen, wenn schon dieses Schreiben Bewegung in die Szene bringen würde. Das überzeugendste Argument heutzutage ist massenhaftes Auftreten für eine Sache, das beeindruckt schon noch. Und wenn der Stein erst einmal ins Rollen gekommen ist… In diesem Sinne hoffe ich auf lebhafte Reaktionen!

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