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Wir Walkenrieder

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Mäharbeiten im Priorteich gehen voran – Abtransport gestaltet sich schwierig

Die am gestrigen Montag durch die Firma Schunke aus Mühlheim am Main begonnenen Mäharbeiten im Priorteich gehen gut voran. Fast zu gut, denn die an Land transportierten Mengen des Tausendblatts sind erheblich. Die Gemeinde Walkenried muss nun für den Abtransport mehr Laderaum zur Verfügung stellen als ursprünglich geplant.

Firma Schunke

Auf zur nächsten Runde: Nach Anlanden eines vollen Rechens geht Herr Schunke wieder auf große Fahrt. Im Vordergrund der bereits heute früh beachtliche Mähgut-Berg.

Das sehr schwere Mähgut entwässert zwar am Ufer, muss jedoch aufgrund des Gewichtes mit Hilfe eines Traktors mit Gabel aufgeladen werden. Handbetrieb ist nicht möglich. Mittels Container wird es dann abgefahren. Der Gemeinde entstehen hierdurch beachtliche Kosten, aber auch die Forstverwaltung und der Verein „Wir Walkenrieder“ tragen zur Deckung des Aufwandes für diese Gemeinschaftsaktion bei. Letztlich hoffen alle Beteiligten, dass der Priorteich für eine komplette Badesaison ohne Einschränkungen zur Verfügung steht. Wie es im kommenden Jahr weitergeht, muss noch geklärt werden, da nicht in jedem Jahr eine so aufwändige Mähaktion durchgeführt werden kann.

Obwohl nur rund 15 % der gesamten Teichfläche nach Planung der Forstverwaltung gemäht werden, sind die Mengen beachtlich. Die Firma Schunke setzt hierfür ein Amphibienboot ein, welches das Mähgut in der Uferzone ablädt. Das Aufladen und der Abtransport werden naturgemäß einige Spuren hinterlassen, aber ohne Begleiterscheinungen kann eine Aktion wie diese nun einmal nicht ablaufen. Bis zum Hochsommer dürfte sich alles aber verwachsen haben – inklusive der von den Wildschweinen zerwühlten Liegewiese.

Sportfischer, DLRG, Landesforsten, Gemeinde Walkenried und der Verein „Wir Walkenrieder“ hatten sich auf die Mähaktion als Zwischenschritt auf dem Wege zu einer grundlegenden Teichsanierung verständigt. Letztlich wusste niemand, welche Mengen dabei zustande kommen würden. Die ausführende Firma, seit mehr als 30 Jahren in Sachen Gewässerökolomie unterwegs, dokumentiert den Zustand vor Beginn und nach Abschluss übrigens mittels Drohnenrundflug und entsprechenden Aufnahmen.

Mähgut

Aufsammeln des treibenden Mähgutes und Anlanden der nächsten Fuhre.

Fuhre

Aufsammeln des treibenden Mähgutes und Anlanden der nächsten Fuhre.

Entkrautung

… und weiter geht’s. Heute wird noch den ganzen Tag gefahren. Der Effekt ist in Form einer freien Oberfläche recht gut zu erkennen. Jenseits der rotweißen Kette und am Südufer wird jedoch nichts gemacht.

Der extrem dichte Bewuchs verhindert, so Herr Schunke, auch den für Gewässer dieser Größe notwendigen Wellenschlag bei Westwind – die Bewegung des Wassers wird schlicht ausgebremst. So kommt eins zum anderen. Ob es gelingt, den Priorteich als Bade- und Angelgewässer trotz Klimawandel nachhaltig zu sichern, wird sich erst noch erweisen müssen.

2018 wieder durchgehend auf dem Kutschweg wandern?

Die fortlaufenden Abbauarbeiten am Röseberg beeinträchtigen das Walkenrieder Landschaftsbild allen Bemühungen um Sicht- und Lärmschutz zum Trotz weiterhin sehr deutlich. Am sichtbarsten ist dies dort, wo der Gipsabbau inzwischen beendet worden ist: „Röseberg Mitte“ ist eine öde graubraune Zone. Doch es tut sich etwas. Michael Reinboth und Claus Berger hatten vor einigen Tagen Gelegenheit, mit Matthias Andreß, dem Leiter der Steinbruchbetriebe bei Saint Gobain Formula (also der „Kutzhütte“), die eingestellten und aktiven Abbaubereiche im Röseberg zu begutachten.

Kutschweg

Nach dem Ende des Abbaus in „“Röseberg Mitte“ hat inzwischen der Abbau in „Röseberg Ost“ begonnen. Wo sich bis vor wenigen Monaten noch ein geschlossener Wald darbot, gähnt inzwischen bereits ein tiefes Loch. Im Unterschied zu „Mitte“ bleibt der Steinbruch hier allerdings durch die vom Abbau ausgeschlossene und naturgeschützte Steilkante des nördlichen Röseberghanges vom Ort her weitgehend unsichtbar. Auch der Lärm hält sich dank entsprechend erhöhter Wälle in Grenzen. Das muss nach den Vorstellungen der „Walkenrieder“ auch so bleiben, da sich das Abbbaufeld in den kommenden Jahren bis hin zur Kläranlage erstrecken wird und damit nicht allzu weit vom Ort und vom Kloster entfernt ist. Entsprechende „Bettlaken-Tests“ haben vor einigen Jahren gezeigt, wie sensibel gerade diese Zone ist. Der Kammweg entlang der alten Grenze zur DDR bleibt übrigens ebenso wie der freilich arg verwachsene „Myliusweg“ bestehen.

Der Abraum des ersten Feldes von „Ost“ wurde bereits weitgehend in den alten Bruch „Mitte“ umgelagert. Die „Modellierung“ des Geländes ist im Gange. Dabei wird bis spätestens Frühjahr 2018 der „Kutschweg“ zwischen Walkenried und dem Rösebergkamm wieder hergestellt, wenn auch mit einem leicht anderen Verlauf. Damit wird eine schmerzliche Lücke im Walkenrieder Wanderwege-netz wieder geschlossen, denn über den Kutschweg kommt man einerseits nach Branderode und andererseits auf den „Kolonnenweg“, über den man via Kutzhütte das Wandergebiet Sachsenstein – Spatenbornwiese erreichen kann. Diese Wege wollen die „Walkenrieder“ im kommenden Frühjahr beschildern und an geeigneten Stellen auch Bänke aufstellen.

Roeseberg

Der Verlauf des künftigen Kutschwegs ist im Gelände bereits gut erkennbar. Freilich bedarf es noch einiger Phantasie, sich an dieser Stelle in den früher ob seiner Schönheit gepriesenen Röseberg hinein zu versetzen, doch sollen alsbald Begrünung und Baumpflanzungen erfolgen. Der Kutschweg erhält zudem einen Ableger, der etwa am Aufnahmestandpunkt beginnend durch das gesamte ehemalige Bruchgelände bis zur Ausmündung in Höhe des ehemaligen Hauses Trost (Rumpf) verläuft und in dessen Verlauf man die unterschiedlichen Stadien der Rekultivierung oder „Sukzession“ beobachten kann. Denn im westlichen Bereich wurden bereits wieder mehrere 100 Bäume gesetzt, darunter viele Kirschen, und zudem hat der natürliche Bewuchs wieder eingesetzt. Leider fehlt diesem Weg eine Fortsetzung in Richtung Höllstein – es sei denn, man scheut die ca. 200 Meter Straße bis hinauf zur Kutzhütte nicht. Hier wollen sich die „Walkenrieder“ für eine für Fußgänger geeignete Trasse einsetzen.

Seitens Formula gibt es Überlegungen, den Kolonnenweg mittels eines neuen Wegestücks über das alte „Lindau-Gelände“ mit dem Mehholz zu verbinden, was deswegen wichtig ist, weil der hinter dem Werk liegende Bereich des Waldes nun nach und nach in einen Steinbruch verwandelt werden wird, wohingegen der alte Mehholz-Bruch aufgegeben und somit ebenfalls wieder in das Wegenetz einbezogen werden kann. Ginge es nach den Vorstellungen der „Walkenrieder“, würde der alte Bruch nur sehr zurückhalten modelliert und bepflanzt werden, da sich hier schon ein recht interessantes Landschaftsbild zu entwickeln beginnt. Vor allem aber eignet sich die Spitze des grün gewordenen Abraumberges ausgezeichnet als Aussichtspunkt über den Harz bis hinauf zum Brocken. „Das alte Mehholz ist zerstört, da ist nichts mehr zu retten. Nun geht es darum, das Bestmögliche aus dem heutigen Zustand zu machen, das Relief, die Gipskante und die Tümpel zu erhalten und für den Besucher zugänglich zu gestalten“ meint Michael Reinboth, der in diesem Falle „ausnahmsweise“ Formula und den Verein in einem Boot sieht.

Bepflanzung

Übergang Röseberg-Mitte zu Röseberg-West. Neben der Bepflanzung hat hier bereits die natürliche Begrünung wieder massiv eingesetzt. Ganz anders im gerade aufgegebenen Feld Mitte. Die Steilkante des Gipses soll stehenbleiben.

Gipsbruch